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Ausgabe 10 – 02/2002 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Erhöhte Cholesterinwerte • Supplements gegen hohe Blutfettwerte
Supplemente – gegen zu hohe schädliche Blutfettwerte Hier, im zweiten Teil über die Möglichkeiten bei zu hohen Cholesterinwerten, nennen
wir Supplemente (Nahrungsergänzungen), die förderlich bei zu hohen
Blutfettwerten sein können.

Supplemente gegen zu hohe Blutfettwerte
(Cholesterin, Lipoprotein-a, Triglyzeride)
Omega-3 Fettsäuren
Landläufig werden (mehrfach) ungesättigte Fettsäuren in der Nahrung mit
pflanzlichen Lebensmitteln, insbesondere Pflanzenfetten, in Verbindung
gebracht. Die wenigstens wissen, dass auch tierische Lebensmittel wie
Fleisch und Milchprodukte einfache und mehrfach ungesättigte Fettsäuren
enthalten. Einen besonders günstigen Gehalt an gesundheitlich
wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren findet man jedoch im Fett
(Fischöl) sogenannter Kaltwasserfische. Diese Fischfettsäuren gehören
zu der Gruppe der Omega-3-Famile, die bei einem Mangel zu verschiedenen
Krankheiten führen können. Verschiedene wissenschaftliche
Untersuchungen zeigen deutlich, daß die vor allem in fetten Seefischen
vorkommenden langkettigen, hochungesättigten Fettsäuren
Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) von großer
Bedeutung für die frühkindliche Entwicklung sowie bei verschiedenen
Erkrankungen wie Rheuma und entzündlichen Darm- und Hauterkrankungen
sind. Die größte Bedeutung der Omega-3 Fettsäuren für die
Volksgesundheit liegt aber in ihrem positiven Einfluß auf das
Herz-Kreislauf-System. Eine Vielzahl von Studien hat gezeigt, dass
vorallem EPA und DHA hohe Cholesterin- und Triglyzeridwerte, aber auch
Lipoprotein-a-Werte, senken.

Wegen ihrer Ernährung, die hauptsächlich aus Robbenfleisch und Walfisch
besteht, sind die Eskimos von Grönland die wahrscheinlich gesündesten
fleischessenden Menschen dieser Erde. Dies sagt keine geringere
Autorität als der Physiologe August Krogh, der den Nobelpreis für seine
Arbeit über den Schutz vor Herzerkrankungen bekommen hatte. Eskimos
haben die niedrigste Rate von Herzerkrankungen auf der ganzen Welt, ihr
LDL-Cholesterinwert ist niedrig, ihr HDL-Cholesterinwert ist hoch und
das, obwohl sie sich fast ausschliesslich von Fleisch ernähren. Ein
wichtiger Grund dafür ist, dass sie keinen raffinierten Zucker oder
raffinierte Kohlenhydrate essen. Der andere entscheidende Grund konnte
ebenfalls wissenschaftlich nachgewiesen werden: Ihre Ernährung ist
reich an Fischfett und Fischöl, beide aber liefern reichlich die zwei
essentiellen Fettsäuren: EPA und DHA.
Seit den ersten Untersuchungen der Grönländer gibt es unzählige
wissenschaftliche Bemühungen einschließlich einer zwanzig Jahre
andauernden holländischen Studie, die immer wieder aufs Neue deutlich
machten, dass sich bei einer gesteigerten Kaltwasserfisch-
und Fischöl-Aufnahme Herzerkrankungen dramatisch
reduzieren. Bei einer Studie wurde eine 50 prozentige Verringerung an
Herzinfarkten durch den Konsum von Lachs und Kaltwasserfisch
nachgewiesen. Supplemente sind ähnlich effektiv, befand eine Gruppe von
Wissenschaftlern, die die Einnahme von Fisch und Fischöl miteinander
verglich. Die allgemeine Sterblichkeitsrate sank um 29%.
Wie aber arbeiten die Fischöle? In einer Vielzahl von Wegen. EPA und
DHA verhindern, dass sich das Blut verklumpt, was zu einem Herzinfarkt
führt. Sie normalisieren zu hohen Blutdruck und scheinen die Arterien
davor zu schützen, dass sich in ihnen Plaque absetzen kann. Kurz: sie
tun viele der Sachen, die konventionelle Herzmedikamente tun, nur ohne
deren oft schädlichen Nebenwirkungen. Aus diesem Grund ist Fischöl mit
seinen zwei essentiellen Fettsäuren ein einzigartiger und der
wichtigste Nährstoff überhaupt, um eine Herzerkrankung zu verhindern.
Dr. Atkins schreibt darüber in seinem Buch „Vita-Nutrient-Solution“:
„EPA (Eicosapentaensäure) wirkt so hervorragend, dass sie das
einträgliche Geschäft mit den blutdruck- und den lipidsenkenden
Medikamenten zunichte machen könnte. Das beweisen jüngste
Untersuchungen. Der Erfolg hängt davon ab, dass man die richtige Dosis
gibt. In einer der neueren Studien wurde über eine bisher noch nie mit
Nährstoffen erreichte mittlere Cholesterinsenkung von 370 auf 204
Milligrammprozent (mg%) berichtet. Allerdings wurden die Patienten mit
Tagesdosen von 60 Gramm (das entspricht 60 Kapseln) behandelt. Dies
bedeutet, dass man einen umso niedrigeren Cholesterinspiegel erreichen
kann, je mehr Fischölkapseln man zu schlucken bereit ist.“
Seine Dosierungsempfehlung bei erhöhten Blutfetten und Bluthochdruck
liegt bei 7200 mg Fischöl täglich, zusammen mit 1200 - 3600 mg
Gamma-Linolensäure (GLS), die mit Vitamin B5 (1200 mg), Vitamin B3
(Inositol-Hexanicotinat) 500 - 1500 mg, Vitamin C (1 - 5 g) und
Chrom-Picolinat (300 - 600 mg) eingenommen werden.
Fischöl-Kapseln bietet beispielweise der amerikanische Hersteller KAL
unter dem Namen Omega-3 oder unter der Marke MaxEpa an. Beide Präparate
beinhalten die wichtigen Omega-3-Fettsäuren und eignen sich
hervorragend den in unserer heutigen Ernährung vorliegenden
Mangel daran auszugleichen.
Solaray, ein weiterer amerikanischer Hersteller, hat den
Fettsäure-Komplex Primrosa Marine entwickelt, der sowohl die
Omega-3-Fettsäuren als auch die essentielle Omega-6-Fettsäure im
richtigen Verhältnis zueinander enthält. Bei der Einnahme dieses
Komplexes stellen sie sicher, dass ihrem Körper die wichtigsten
essentiellen Fettsäuren zur Verfügung stehen.
Vitamin C
Nach neuesten Erkenntnissen fällt Vi-tamin C eine entscheidende Rolle
zur Verhütung von Herz-Kreislauf-Er-krankungen zu. Die Wirksamkeit von
Vitamin C auf überhöhtes Cholesterin und andere Blutfette (wie z.B.
Lipoprotein-a) wurde bereits in zahlreichen klinischen Studien
untersucht. Nach Auswertung von über 40 Studien führt Vitamin C bei
Patienten mit hohen Ausgangs-Cholesterinwerten (über 270 mg/dl) zu
einer Senkung des Cholesterinspiegels um bis zu 20 Prozent. In einer
von der Amerikanischen Herzgesellschaft unterstützten Studie wurde
nachgewiesen, dass zwei bis drei Gramm Vitamin C pro Tag die
Triglyzeridspiegel im Durchschnitt um 50 bis 70 Prozent senken konnten.
Vitamin C steigerte dabei die Produktion der Enzyme (Lipasen), die
Triglyzeride abbauen, um bis zu hundert Prozent. Doch allein
verabreicht scheint die Wirksamkeit von Vitamin C begrenzt. Man sollte
es in Kombination mit dem B-Vitamin Niacin einnehmen.
Niacin
Der Mikronährstoff erster Wahl bei zu hohen Cholesterinwerten,
Triglyzeridwerten und Lipoprotein-a-Werten ist das Niacin. Sein
natürliches Vorkommen ist in Fisch, magerem Fleisch, weißem
Geflügelfleisch, Erdnüssen, Weizenkeimen und Vollweizenprodukten. Schon
1950 wurde festgestellt, daß Niacin das schlechte LDL-Cholesterin sowie
den Lipoprotein-a-Spiegel senken kann, während gleichzeitig die guten
HDL-Werte nach oben gehen.
Vitamin B 3 ist als Niacin oder Inositol-Hexanicotinat erhältlich. Der
Unterschied besteht darin, daß Niacin (Nikotinsäure) Gesichtsrötung
(flush) hervorrufen kann, Inosithexanicotinat dagegen nicht. Beide
Präparate werden in bekannt guter Qualität von KAL hergestellt.
Lovastatin
Der Wirkstoff Lovastatin wird aus Red Yeast Rice gewonnen und zeigte in
Studien einen enormen Einfluß auf zu hohe LDL-Werte. Beim direkten
Vergleich mit Niacin wurden durch Lovastatin die schlechten LDL-Werte
wesentlich mehr abgebaut. Darin liegt seine unvergleichliche Stärke. Die
Stärke von Niacin ist jedoch, dass es eine Verbesserung der
verschiedenen Blutfettwerte bewirkt und speziell eine Verbesserung der
Cholesterinwerte (z.B. eine Steigerung der guten HDL-Werte), sodass das
Verhältnis von guten und schlechten Cholesterin wieder zu seiner
natürlichen Harmonie findet. So wird auch das im Körper bei zu hohen
Werten Schaden anrichtende aus verschiedenen Blutfetten bestehende
Lipoprotein-a (das meistens mit zu hohen Cholesterinwerten einher geht)
durch Niacin eingedämmt. Zusammen bilden Lovastatin und Niacin also
starke Partner, um den Gesamtcholesterinwert wieder in seine gesunden
Grenzen zu drücken.
Cynarin (Artischocken-Konzentrat)
Cynarin ist ein in Artischocken enthaltener Wirkstoff, der in Europa
seit mehreren Jahrzehnten zur Senkung erhöhter Blutfettwerte (zum
Beispiel bei zu hohen Cholesterin- und Triglyzeridwerten) eingesetzt
wird. Vor mehr als 50 Jahren stellten japananische Wissenschaftler
fest, daß der Verzehr von Artischocken die Produktion von
Gallenflüssigkeit, die die Fette aus der Nahrung zerlegt, erhöhen kann.
Während cholesterinsenkende Medikamente in seltenen Fällen zu
Leberschäden führen können, ist Cynarin sogar gut für die Leber.
Studien haben gezeigt, dass Cynarin erhöhte Triglyzeridwerte senken,
das Cholesterin im Blut reduzieren und die Werte des „guten“ HDL
erhöhen kann. Viele Menschen achten zwar auf ihren Cholesterinwert,
sind sich aber nicht darüber im klaren, daß auch ein hoher
Triglyzeridspiegel (über 200 mg /dl bei Frauen und über 400 mg/dl bei
Männern) einen ernstzunehmenden Risikofaktor für Herzerkrankungen und
Schlaganfall darstellt - vor allem bei Frauen. Nach der berühmten
Framingham Heart Study sind hohe Triglyzeridwerte bei Frauen nach den
Wechseljahren ein ebenso großer Risikofaktor für Herzerkrankungen wie
ein zu hoher Cholesterinwert.
Gugulipid
Gugulipid wird aus dem Harz der Mikul-Myrrhe gewonnen. Es ist seit
Jahrhunderten Bestandteil der indischen ayurvedischen Medizin und dort
offiziell als cholesterinsenkendes Medikament anerkannt. Zahlreiche
Studien, die fast alle in Indien durchgeführt wurden, zeigen, dass
Gugulipid einen hohen Cholesterin- und Triglyzeridspiegel und damit
zwei ernstzunehmenden Herzinfarkt- und Schlaganfallrisikofaktoren
entgegenwirkt. Zusätzlich erhöht es die Werte des „guten“
HDL-Cholesterins, das vor Herzerkrankungen schützt. Die aktiven
Inhaltsstoffe des Harzes sind steroidähnliche Substanzen, die
sogenannten Gugulsterone. Studien zufolge kann Gugulipid
innerhalb von vier Wochen den Cholesterinspiegel um bis zu 27 Prozent
und den Triglyzeridspiegel um bis zu 30 Prozent senken.
Weiteres Thema in dieser Ausgabe:
Erhöhte Cholesterinwerte
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