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Ausgabe 01 – 09/1997 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Weihrauch • Prostata • Blasenentzündung bei Frauen
Prostata kleine Drüse - große Probleme
 Diese
Ausgabe befaßt sich mit möglichen therapeutischen Anwendungen von
Weihrauch bei chronischen Entzündungen. Ein weiteres Thema ist die
männliche Prostata. Zum Schluss gibt es Neuigkeiten zur Linderung der
bei Frauen häufig auftretenden Blasenentzündung.

Prostata. Kleine Drüse - große Probleme
Prostata. Kleine Drüse - große Probleme Fast
60 % der Männer zwischen 40 und 60 Jahren haben eine gutartige
Vergrößerung der Prostata-Drüse. Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist Teil
des männlichen Fortpflanzungssystems. Bei der Ejakulation liefert sie
einen Teil der Samenflüssigkeit. Sie befindet sich unterhalb der Blase
und ist in normalem Zustand kastaniengroß. Da die Prostata-Drüse
zugleich den Anfangsteil der Harnröhre umschließt, drückt sie - bei
einer krankhaften Vergrößerung - auf die Harnröhre. Dies führt zu
den ebenso lästigen wie typischen Symptomen der "Altherrenkrankheit":

-dringender und häufiger Toilettengang -nächtliches Erwachen wegen Blasendrucks -Hemmung bei der Blasenentleerung -ein stockender, unterbrochener Urinstrahl. Wenn
die Blase nicht mehr vollständig entleert wird, können Krämpfe
auftreten. Der zurückgebliebene Urin kann weitergehend zu
Blasenentzündung, Blasensteinen und Nierenschäden führen.
Bei
der krankhaften Vergrößerung der Prostata spielen
verschiedene Faktoren eine Rolle. Im normalen Alterungsprozess des
Mannes finden viele spezifische Veränderungen im Hormonhaushalt statt.
Laufen diese Veränderungen nicht in einem harmonischen Gleichgewicht
ab, so kann es zu einer Stoffwechselstörung kommen, die Zunahme eines
bestimmten männlichen Hormons, Dihydrotestosteron, in der Prostata
auslöst. Man nimmt an, daß dieses Hormon für die exzessive Vermehrung
der Prostatazellen, die zu einer Vergrößerung der Drüse führen,
verantwortlich ist.
Ein anderes männliches Hormon, das Prolactin, das mit zunehmendem Alter des Mannes
verstärkt in der Prostata produziert wird, scheint die Bildung von
Dihydrotestosteron zu begünstigen. Der Prolactinspiegel in der Prostata
erhöht sich durch Alkoholgenuß, (v.a. Bier), aber auch durch Streß. Es
scheint überhaupt, daß diese Faktoren verstärkt zur Entstehung einer
vergrößerten Prostata beitragen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es aus Sicht der Nährstoffwissenschaft? Bestimmte
Mikronährstoffe haben einen günstigen Einfluß auf den Zustand der
Prostata. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Zink und Vitamin B 6. Diese
Substanzen senken den Prolactinausstoß, der ja, wie wir oben gesehen
haben, die übermäßige Produktion von Dihydrotestosteron und damit die
Vergrößerung der Drüse auslöst. Das Wachstum wird gestoppt und die
Symptome gelindert. Das Vitamin B 6 sorgt in diesem Zusammenhang für
eine bessere Aufnahme des Zinks im Körper.
Bei vielen Patienten
hat auch die Verabreichung von essentiellen Fettsäuren (z. B. Fischöl)
eine deutliche Verbesserung bewirkt. Die Probleme beim Wasserlassen
verschwanden; die Blase konnte wieder vollständig entleert werden.
Neben
den genannten Mikronährstoffen sind in letzter Zeit zwei pflanzliche
Extrakte in den Mittelpunkt des Interesses gerückt: der Rindenextrakt
des afrikanischen Pygeum-Baumes sowie die Beeren der amerikanischen
Sägepalme (saw palmetto), deren öliger Auszug verwendet wird.

Pygeum Der
Pygeum (sein botanischer Name lautet: Pygeum Africanum) ist ein sehr
großer Baum, der in vielen Teilen Afrikas vorkommt. Die traditionelle
Volksmedizin dort hatte einen Absud seiner Rinde bei der Behandlung von
Genital- und Harnbeschwerden verwendet. Diese Wirksamkeit konnte
wissenschaftlich bestätigt werden.Seither wird Pygeum-Rinde
hauptsächlich zur Funktionserhaltung der Prostata eingesetzt.

Sägepalme Die
Sägepalme (Serenoa repens) ist in Florida beheimatet. Sie trägt eine
Frucht, deren Vorzüge in der Volksheilkunde ebenfalls schon lange
bekannt gewesen sind. So benutzten die Indianer die Beere als Mittel
gegen Impotenz, Entzündung der Prostata, mangelnden Geschlechtstrieb
des Mannes und als Allzweckmittel zur Anregung der Körperfunktionen.
Neuentdeckt
in der Wissenschaft wurde die Sägepalmenbeere wegen ihrer Fähigkeit,
der Vergrößerung der Prostata entgegenzuwirken. Es konnte nachgewiesen
werden, daß Sägepalmenbeeren die Bildung von Dihydrotestosteron
hemmen. Dieses Hormon, ein "Vetter" des männlichen Sexualhormons
Testosteron, veranlaßt ja die übermäßige Vermehrung der Prostatazellen
und verursacht dadurch die Vergrößerung der Drüse. "Die Stimulation der
Prostatadrüse durch Dihydrotestosteron trägt zu ihrem Wachstum bei;
wird die Funktion dieses Hormons gehemmt, führt das natürlich zu einer
Verkleinerung der Prostata." erklärt der Zellbiologe Fouad Habib von
der Universität Edinburg diesen Zusammenhang. Der Beerenextrakt der
Sägepalme hilft also, die Ursachen der krankhaften Vergrößerung zu
unterbinden; dies führt - in der Folge - natürlich auch zum
Wegfall der mit diesem Leiden verbundenen lästigen und oft
schmerzhaften Symptome.
Die krankhafte Vergrößerung der Prostata
vollzieht sich gewöhnlich über Jahre, bevor erste Symptome spürbar
werden. Es ist deshalb sinnvoll, die beschriebenen Nährstoffe und
Pflanzenextrakte vorbeugend zuzuführen. Das ist einfach, da die
Substanzen in einem Kombinationspräpat ("Pygeum und Saw Palmetto mit
CranActin" des amerikanischen Herstellers Solaray) in Kapselform
verfügbar sind. Die Tagesdosis enthält 15 mg Zink, 20 mg Vitamin B
6, 100 mg Pygeum-Extrakt, 320 mg Sägepalmenbeeren-Extrakt, 800 mg
Cranbeeren-Extrakt in einer natürlichen Basis mit den förderlichen
Aminosäuren L-Alanin, Glutamin und L-Glycin sowie Kürbiskernen. Der
Hersteller empfiehlt 3 x täglich 2 Kapseln mit den Mahlzeiten oder
einem Glas Wasser.

Amerikanische Studie belegt Wirksamkeit von Sägepalmenbeeren-Extrakt Das
medizinische Fachjournal „Current Therapeutic Research“ (Vol.55,
S.776-85) berichtet über eine amerikanische Studie: 305 Patienten, die
unter einer vergrößerten Prostata litten, erhielten die übliche
tägliche Dosis von 320 mg Extrakt der Sägepalmenbeere. Die persönliche
Einschätzung der Behandlung wurde von den Patienten nach 45 und nach 90
Tagen vorgenommen. Sie fiel äußerst positiv aus. Nach 45 Tagen
bewerteten 83% der Patienten das Präparat als wirksam. Nach 90 Tagen
bestätigten nicht weniger als 88% der Patienten eine deutliche
Verbesserung ihres Zustands. Eine entsprechende Beurteilung fand durch
die Ärzte statt: von 81% nach 45 Tagen wuchs die Zahl auf 88% nach 90
Tagen, die von der Effektivität des Präparats überzeugt waren. Die
wissenschaftliche Auswertung zeigt erstaunliche Verbesserungen in allen
Messungen: Der maximale Urinfluß (ml/sec) nahm von 9,78 auf 12,19 zu;
der mittlere Urinfluß von 5,83 auf 7,41. Die Größe der Prostata (mm3)
verringerte sich von 40, 348 auf 36,246. Die Zahl der Symptome sank von
19 auf 12,4.
Der eindrucksvollste Nebeneffekt der Behandlung war
jedoch das Gefühl von gesteigerter Lebensqualität bei den Patienten,
wie die Graphik deutlich demonstriert. Waren vor der Studie noch ca.45%
unzufrieden, geplagt mit den Symptomen der Prostatavergrößerung, so ist
nach 90 Tagen das Gegenteil eingetreten: etwa 37% der Patienten sind
zufrieden, ca.24% glücklich, ca. 6% sogar begeistert und immerhin ca.
21% mäßig zufrieden.
Gerade die Steigerung des persönlichen
Lebensgefühls zeigt, welche enormen Auswirkungen auf die individuelle
Lebensfreude vom Nachlassen der lästigen Krankheitssymptome ausgehen
können.

Weitere Themen in dieser Ausgabe:
Weihrauch • Blasenentzündung bei Frauen
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