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Ausgabe 44 NWzG 08/2010 Langfristige Gewichtsreduktion durch gezielte Nährstoffgabe

 
   

Ausgabe 07 – 06/1999 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis

Themen in dieser Ausgabe:
Antioxidantien für eine verbesserte Sehleistung
• Preisunterschiede bei Nahrungsergänzungen

Preisunterschiede – bei Nahrungsergänzungen


Dieser Artikel befaßt sich mit der Wirkung und Leistung von Antioxidantien bei verminderten Sehleistungen des Auges. Hier Im zweiten Teil erfahren Sie mehr über die Ursachen der Preisunterschiede bei Nahrungsergänzungen


Preisunterschiede bei Nahrungsergänzungen
Zu den wichtigsten Faktoren, die den Preis eines Nährstoff-Präparates bestimmen, gehört die Reinheit der verwendeten Zutaten. Mit Recht erwarten wir als Verbraucher, daß  die für solche Präparate verwendeten Rohstoffe von höchster Qualität und frei von Verunreinigungen durch Fremdsubstanzen sind. Leider ist das, besonders bei Billigangeboten, nicht immer der Fall. So fanden sich besispielsweise in Vitamin-C-Präparaten, deren Ascorbin-Säure aus China stammte, Spuren von giftigen Schwermetallen. Ascorbin-Säure, Vitamin C, wird hauptsächlich aus Mais hergestellt. Der Mais wird zunächst durch einen chemischen Prozeß in Zucker (d-Ribose) umgewandelt. Dann wird der Zucker durch einen weiteren chemischen Verarbeitungsprozeß in Ascorbinsäure umgewandelt. Ist der verwendete Rohstoff (Mais) verunreinigt, z.B. durch Schwermetalle aus der Umwelt, so müssen diese toxischen Stoffe eliminiert werden. Das ist aufwendig und verteuert das Endprodukt.
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In ähnlicher Weise werden aus natürlichen Rohstoffen, z. B. Sojabohnen, wertvolle Mikronährstoffe wie essentielle (lebensnotwendige) Aminosäuren, Kreatin, Carnitin  oder das vor allem für die Herzgesundheit so wichtige Coenzym Q 10 synthetisiert. Auch hier ist bei der Herstellung selbstverständlich sicherzustellen, daß die fertigen Präparate völlig frei von gesundheitsgefährdenden Stoffen sind, die eventuell bei der Aufzucht der Ausgangsrohstoffe angefallen sind, z. B. Rückstände von Pestiziden. Die Reinheit des Präparates im Sinne der Abwesenheit von (möglicherweise gesundheitsgefährdenden) Fremdsubstanzen muß gewährleistet sein.

Aber es tritt bei der Herstellung von Aminosäuren, Creatin, Carnitin oder Q 10 noch ein anderes Reinheitsproblem auf, das der Isomerie. Darunter versteht man das Auftreten unterschiedlicher (chemischer oder physikalischer) Eigenschaften bei Substanzen mit gleicher Summenformel.

Die chemische Summenformel bezeichnet die in einer Substanz enthaltenen Elemente und ihre Anzahl; Wasser z. B. enthält 2 Atome Wasserstoff (Abk. H) und 1 Atom Sauerstoff (Abk. O), die Summenformel ist entsprechend H20. Die Summenformel sagt aber nichts über die Struktur des Moleküls aus, also die  räumliche Anordnung der Atome im Molekül. Bei der Synthese zusammengesetzter Substanzen kommt es vor, daß  Moleküle mit gleicher Summenformel, aber unterschiedlicher Struktur oder räumlicher Anordnung entstehen, z. B. treten spiegelbildliche Anordnungen auf. Bei Aminosäuren bezeichnet man 2 sonst identische, aber spiegelbildliche Verbindungen als D- oder L-Form. Das Gemisch spiegelbildlicher Moleküle mit gleicher Summenformel (also bei Aminosäuren das Gemisch von D- und L-Form) wird von den Chemikern Racemat genannt.

Die Bedeutung dieses Sachverhalts wird sogleich deutlich, wenn wir bedenken, daß die Aminosäuren-Moleküle bestimmte Funktionen in unserem Körper erfüllen sollen. Sie tun dies, indem sie sich in den Stoffwechselvorgängen des Organismus mit körpereigenen Molekülen verbinden. Die erwünschte Verbindung muß “passen” wie der rechte Handschuh auf die rechte Hand. Ein spiegelverkehrtes Molekühl “paßt” sowenig wie der linke Handschuh auf die rechte Hand. Ein Aminosäuren-Molekül kann also  seine biologisch gewünschte Aktivität im Körper nur entfalten, wenn es  zu den körpereigenen Rezeptor-Molekülen “paßt”. Das ist bei Aminosäuren die L-Form. (Es gibt allerdings eine Ausnahme, Phenylalanin, wo auch die D-Form eine eigene biologische Aktivität aufweist).
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“Reinheit” bei Aminosäure-Präparaten würde also auch bedeuten, daß daß Präparat möglichst zu 100 % (und nicht nur zu 85 oder 90 % wie bei manchen Billig-Anbietern) aus der L-Form besteht. Man kann diese Reinheit erzielen, weil es möglich ist, die spiegelverkehrte D-Form (in einem zusätzlichen, kostenaufwendigen Arbeitsgang) aus dem Gemisch herauszufiltern, so daß schließlich nur die vom Körper verwertbare L-Form übrigbleibt.

Was passiert mit den nicht “passenden” Molekülen? Sie werden - bestenfalls - ungenutzt ausgeschieden. Es kommt aber auch vor, daß sie sich mit Rezeptor-Molekülen im Körper verbinden, für die sie gar nicht gedacht sind. Das ist u. U. riskant und stellt auf jeden Fall  eine unnötige Belastung des Organismus dar.

Ein tragisches Beispiel dafür, welche dramatischen Auswirkungen von Racemats ausgehen können, war eine der größten durch Arzneimittel verursachten Katastrophen, die die Bundesrepublik vor nunmehr 25 Jahren heimsuchte, der sogenannte Contergan-Fall.
Damals kamen, wie sich viele von Ihnen erinnern werden, zahlreiche Kinder auf die Welt, die Mißbildungen, vor allem verstümmelte Gliedmaßen, aufwiesen. Es stelle sich heraus, daß die Mütter der mißgebildeten Kinder während ihrer Schwangerschaft das neu entwickelte Schlafmittel “Contergan” genommen hatten. Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen?

Wie aus  einem ebenso  lesenswerten wie aufschlußreichen Bericht der vorletzten Ausgabe der Zeitschrift “Raum und Zeit” hervorgeht, war die eigentliche Ursache ein unerkanntes Racemat-Problem. Die eine Form des (als pharmakologische Substanz in Contergan verwendeten)  Thalidomid-Moleküls  wirkte beruhigend und schlaffördernd, die spiegelverkehrte Form des Moleküls, die ebenfalls in Contergan enthalten war, weil das für harmlos gehalten wurde, hatte die schrecklichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Föten im Mutterleib.

Die amerikanische Überwachungsbehörde F.D.A. hat Thalidomid seinerzeit übrigens nicht zugelassen und so eine ähnliche Katastrophe in den USA vermieden. Ich erwähne dies, weil wir Deutschen gelegentlich auf die Kontroll-Behörden anderer Länder herabschauen und unser eigenes System für besonders sicher halten; auch, weil uns das von Politik und Verwaltung immer gesagt wird. Die FDA-Beamtin, die das Verbot seinerzeit gegen heftigen Widerstand durchsetzte, tat dies, weil ihr die Langzeitwirkungen zu wenig geprüft erschienen. Sie erhielt für ihre Standhaftigkeit später einen Orden von Präsident Kennedy.

Kehren wir zu unseren Nährstoff-Präparaten zurück. Wir haben gesehen, daß es Qualitäts-Unterschiede gibt, die sich zwangsläufig auch in nicht unerheblichen Preis-Unterschieden niederschlagen. Nun ist der Preis eines Produktes allein nicht immer ein zuverlässiges Merkmal für Qualität, aber mit ziemlicher Sicherheit läßt sich sagen, daß ein allzu billiges Produkt kaum hochwertig sein kann. Dies gilt vor allem für die hier besprochenen synthetisch erzeugten Micronährstoffe, zu denen alle Aminosäuren, Creatin, L-Carnitin und auch das Coenzym Q 10 gehören. Hier ist  Qualität und Reinheit  von besonderer Wichtigkeit. Die namhaften Anbieter, vor allem in den USA  beachten diese Grundregel schon aus Haftungsgründen. Für uns als Verbraucher ist die Sorgfalt und der höhere Aufwand lohnend, auch wenn wir etwas mehr zahlen müssen;  denn wir können auf diese Weise sicher sein, ein optimales Produkt mit hoher Bioverfügbarkeit  zu erhalten.
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Weiteres Thema in dieser Ausgabe:
Antioxidantien für eine verbesserte Sehleistung


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