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Ausgabe 10 – 02/2002 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Erhöhte Cholesterinwerte • Supplements gegen hohe Blutfettwerte
Erhöhte Cholesterinwerte – und was man dagegen tun kann Dieser
Artikel befaßt sich mit erhöhten Cholesterinwerten. Erhöhte
Cholesterinwerte sind heute ein weitverbreitetes Problem. Hier wird
ausführlich behandelt, was man dagegen tun kann. Im zweiten Teil nennen
wir Supplemente (Nahrungsergänzungen), die förderlich bei zu hohen
Blutfettwerten sein können.

Erhöhte Cholesterinwerte und was man dagegen tun kann. Erhöhte
Cholesterinwerte sind heute ein weitverbreitetes Problem. Als Ursache
dafür wird nur zu gerne jede Art von Fett verdammt und für die
schwerwiegenden Folgen eines erhöhten Cholesterinspiegels
verantwortlich gemacht. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren immer
mehr herausgestellt, dass sowohl die Blutfette als auch die
Nahrungsfette sehr differenziert betrachtet werden müssen. Die
Blutfette erfüllen wichtige Aufgaben in unserem Körper, die auch durch
das mit der Nahrung aufgenommene Fett beeinflusst werden. So wie die
Lipide in unserem Blut gute oder schlechte Eigenschaften besitzen (was
vor allem an der Höhe ihres Wertes liegt), so können auch Nahrungsfette
gut oder schlecht sein, wobei es auch da auf das richtige Verhältnis
ankommt. Neueste amerikanische Forschungen erhärten einen
revolutionären Ansatz erhöhte Cholesterinwerte zu erklären. Diesem
Ansatz nach sind sie nur auf einen Vitaminmangel (vor allem Vitamin C)
zurückzuführen. Bevor auch darauf genauer eingegangen werden wird ,
muss jedoch geklärt werden, was Cholesterin eigentlich ist.

Die Hauptnährstoffe: Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett Unsere
tägliche Nahrung setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen
(Nährstoffen) zusammen, von denen die wesentlichsten Eiweiße,
Kohlenhydrate, Lipide, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente,
Ballaststoffe und Wasser sind. Davon wiederum sind die Eiweiße,
Kohlenhydrate und Lipide die sogenannten Hauptnährstoffe.
Diese Hauptnährstoffe erfüllen wichtige Funktion in unserem Körper: sie
sind nicht nur wichtige Energielieferanten, sondern dienen gleichzeitig
auch zum Aufbau und zur Erneuerung der körpereigenen Substanzen. Eiweiß
(Protein) benötigen wir für den Aufbau von Muskulatur, zur Bildung von
Blutplasma und Enzymen. Kohlenhydrate sind die Hauptlieferanten für die
Energien unseres Körpers.
Eine besondere Bedeutung kommt den Lipiden, also den Fetten, zu. Sie
bilden die Hauptenergiereserve im Körper und sie sind Teil der
Zellmembran, jener elastischen Schutzhaut, die jede Zelle umgibt und so
über deren Stoffwechsel und Funktionszustand mitentscheidet.
Lebensnotwendig sind Lipide jedoch auch als Organfett, das manche
Organe, wie beispielsweise die Nieren in ihrer natürlichen Lage fixiert
und gleichzeitig ein schützendes Fettpolster bildet. Daneben enthält
auch das Nervengewebe einen hohen Anteil an Lipiden. Doch damit nicht
genug: Fettsäuren sind Vorläufersubstanzen bzw. Vorstufen von
hormonähnlichen Reglersubstanzen, die in einer ganzen Reihe von
lebenswichtigen physiologischen Prozessen beteiligt sind, unter anderem
an der Regulation des Blutdrucks, an Abwehrmechanismen des Immunsystems
und an der Ausbalancierung eines biochemischen Gleichgewichts, ohne die
Gesundheit und Wohlbefinden nicht möglich wären. Nicht vergessen werden
darf der Beitrag von Nahrungsfetten zur Versorgung mit den
fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K sowie den essentiellen =
lebensnotwendigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Da sie wie
Vitamine nicht im Organismus selbst gebildet werden können, erhielten
sie in der Geschichte der Ernährungsforschung sogar einmal den Namen
Vitamin F, eine Bezeichnung, die allerdings heute nicht mehr
gebräuchlich ist.
Die meisten Fettstoffe („Lipide“) werden sowohl durch die Nahrung
zugeführt als auch im Körper selbst aufgebaut. Ein bestimmter
Fettgehalt des Blutes ist notwendig und normal. Um die
wasserunlöslichen Fette im Blut überhaupt transportieren zu können,
wird eine Art Vehikel benötigt, und das sind die Lipoproteine, die aus
Eiweiß und Lipiden bestehen. Die Aufgabe dieser Lipoproteine ist der
Transport der verschiedenen Fette (z.B. Cholesterin, Cholesterinester,
Phospholipide und Triglyzeride) im Blut.
Wie bei allen anderen Dingen gibt es auch beim Fett eine gute und eine
schlechte Seite: Dabei ist die allgemein gängige Annahme, dass alle
Fette schlecht seien, einfach nicht richtig, so weit sie auch
verbreitet sein mag. Den allerschlechtesten Ruf von den etwa ein
Dutzend verschiedenen Fettstoffen, die in unserem Blut zirkulieren, hat
das Cholesterin. Praktisch jeder weiß, dass Cholesterin für
Arteriosklerose, Herzerkrankungen und viele andere Krankheiten
verantwortlich sein kann; aber nur wenige haben eine Ahnung, wie
wichtig dieses Fett tatsächlich für unsere Gesundheit ist.
Was ist Cholesterin? Cholesterin
ist eine wasserunlösliche Substanz von großer biologischer Bedeutung,
die überall in menschlichen und tierischen Zellen vorkommt. Die drei
wichtigsten Funktionen des Cholesterins sind:
- Es dient als Baustein von Membranen (Zellwände, Organe in
den Zellen), ohne die ein Gebilde wie der menschliche Körper nicht
bestehen und funktionieren könnte.
- Es ist Ausgangsstoff für verschiedene lebenswichtige Hormone der
Nebennierenrinde und für Keimdrüsenhormone und Vitamine
(Vitamin-D-Gruppe).
- Es ist Grundstoff der Gallensäuren, ohne die die Verdauung und
Aufnahme von Nahrungsfetten im Dünndarm nicht vonstatten gehen könnte.
Wo wird Cholesterin erzeugt?
Dem Cholesterin eilt heute oft der Ruf eines Fremdstoffes oder gar
eines Zivilisationsgiftes voraus. Dabei wird Cholesterin vom Körper
selbst produziert, hauptsächlich in der chemischen Fabrik des Körpers:
der Leber, aber auch in der Dünndarmschleimhaut und in der Haut. Es
werden etwa 1000 bis 1500 mg am Tag gebildet, außerdem enthält die
tägliche Nahrung je nach Art und Menge der eingenommenen Nahrungsmittel
100 bis 1500 mg Cholesterin.
Ein Drittel bis die Hälfte des Cholesterins wird durch die
Dünndarmschleimhaut in den Körper aufgenommen - jedoch nur bis zu einer
bestimmten Höhe - und mit dem Blut oder in der Lymphe den Organen
zugeführt. Wird dem Körper mehr Cholesterin zugeführt, so hat das beim
gesunden Organismus dennoch keine weitere Erhöhung des
Cholesterinspiegels zur Folge, da dann die Transportkapazität der
Dünndarmschleimhaut erschöpft ist. Es gibt noch einen weiteren
Mechanismus, der im Normalfall die Cholesterinerhöhung im Körper zu
verhindern sucht: Wird nämlich zuviel Cholesterin mit der Nahrung
aufgenommen, dann schränkt die menschliche Leber ihren
Cholesterinaufbau ein. Wegen dieser beiden Schutzmaßnahmen kann ein
Stoffwechselgesunder auch einmal größere Mengen Cholesterin zu sich
nehmen. Der Cholesteringehalt steigt nicht über das - erforderliche -
Normalmaß an.
Die Normalwerte für das Cholesterin ändern sich mit dem Lebensalter.
Bei einem gesunden Kind liegt der Cholesterinspiegel nicht über 170
mg/dl (= 170 Milligramm pro 100 Milliliter Blut, 1 dl entspricht also
100 ml). Mit zunehmenden Alter erhöhen sich auch die Cholesterinwerte.
Der normale Blutcholesteringehalt liegt zwischen 160 und 200 mg / dl,
der Normwert für Triglyzeride unter 150 mg / dl. Steigt der
Cholesterinspiegel über 230 mg/dl, fördert dies die Entstehung der
Arteriosklerose. Tatsächlich beträgt die tägliche Aufnahme von
Cholesterin im Durchschnitt rund 440 mg bei Männern und 360 mg bei
Frauen. Bei rund 60 % der Altersgruppe der 19 bis 50 jährigen Männer
und Frauen liegen die Werte um 40 Prozent (!) über dem Durchschnitt -
ein alarmierendes Ergebnis.
Die Mengenangaben beziehen sich auf das sogenannte „Gesamtcholesterin“.
Dabei wird nicht zwischen den verschiedenen Formen unterschieden, in
denen das Cholesterin im Blut vorliegt.
„Gutes“ und „schlechtes“ Cholesterin
Cholesterin ist wie Fett nicht wasserlöslich. Um mit dem Blut durch den
Körper transportiert zu werden, muss es daher an bestimmte Träger
gebunden werden, die Lipoproteine. Von diesen Lipoproteinen gibt es
verschiedene Unterarten mit unterschiedlicher Dichte, d.h. sie sind
verschieden schwer. Und sie wirken sich im Organismus unterschiedlich
aus: Partikel mit niedriger Dichte (engl: density) heißen
low-density-lipoproteins (LDL). Sie sind für die Entstehung von
Arteriosklerose mitverantwortlich und stellen somit das „schlechte“
Cholesterin dar. Dagegen haben Lipoproteine mit hoher Dichte, die
high-density-lipoproteins (HDL) eine gewisse Schutzfunktion, denn sie
transportieren Cholesterin aus den Geweben zur Leber und verhindern
damit eine Ablagerung in den Gefäßen. HDL ist also das „gute“
Cholesterin.
Das Verhältnis zwischen HDL (dem „guten“ Cholesterin) und LDL (dem
„schlechten“ Cholesterin) ist genauso wichtig wie die Relation zwischen
HDL und dem Gesamtcholesterin. Je größer der HDL-Anteil, umso größer
ist auch der Schutz gegen Arteriosklerose.
Die Folgen des zu hohen LDL-Spiegels
Durch erhöhte LDL-Cholesterin-Werte kann es zu vermehrter Einlagerung
von Cholesterin und anderen Stoffen in den Wänden der Blutgefäße
kommen. Es bilden sich Ablagerungen (Plaques) aus Fetten, Bindegewebe
und Muskelfasern, die die Gefäße verengen und im weiteren Verlauf
verkalken können. Die hauptsächlich von der Arteriosklerose betroffenen
Gefäßgebiete sind die Herzkranzgefäße, die Hauptschlagader, die
Bein-arterien, die Nierenarterien und die Kopf- und Hirnarterien.
Wie kommt es zu einem überhöhten Cholesterinspiegel?
Es gibt Menschen, bei denen die erwähnten Schutzmaßnahmen des Körpers
gestört sind. Zweifellos spielt dabei die Erbanlage eine Rolle. Die
Anlage zur Cholesterinanhäufung in den Geweben und im Blut kann
verschieden stark ausgeprägt sein, wie das auch von anderen
Stoffwechseldefekten, etwa der Zuckerkrankheit, bekannt ist. Die heute
übliche zu fett- und insgesamt zu kalorienreiche Ernährung tut dann
noch ein übriges, um den Cholesteringehalt des Blutserums weit über den
Normalwert zu erhöhen.
Ganz neuen Erkenntnissen nach sind jedoch die Blutfaktoren für die
Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems von untergeordneter Bedeutung und
der entscheidende Risikofaktor eine Instabilität der Arterienwand. Zur
Reparatur der ge-schwächten Arterienwände werden dann die verschiedenen
Blutfette (Cholesterin, Triglyzeride, Low Density Lipoproteine -LDL-
und Lipoprotein-a ) eingesetzt, was dann letztendlich zu Ablagerungen
führt. Als Ursache für die Instabilität der Arterienwände wird ein
chronischer Vitamin-Mangel ausgemacht. Als Folge davon erhält die Leber
das Signal zu einer erhöhten Produktion von Reparaturstoffen, eben den
genannten Blutfetten. Vitamine aber, vor allem Vitamin C, Vitamin B3,
Vitamin B5, Vitamin E und L-Carnitin, verhindern, dass die Wände der
Blutgefäße geschwächt werden und reparieren auch bereits beschädigte
Arterienwände. Dadurch erhält die Leber Stoffwechselsignale, die sie zu
einer verminderten Produktion von Reparaturmolekülen veranlassen, und
der Cholesterinspiegel und andere sekundäre Risiko-faktoren werden
allmählich gesenkt. Nach dieser Theorie ist eine Cholesterinsenkung
ohne gleichzeitige Stabilisierung der Arterienwände eine unvollständige
Therapie.
Lipoprotein-a: Möglicherweise gefährlicher als LDL-Cholesterin
Lipoprotein-a ist ebenfalls eine cholesterinhaltige Substanz, die 1963
entdeckt wurde. Sie gilt mittlerweile als unabhängiger Risikofaktor für
die Entstehung einer Arteriosklerose.
Die im Blut zirkulierenden Lipoprotein-a-Partikel bestehen aus
Cholesterin und anderen Blutfetten (Lipiden). Sie sind umhüllt von
einem Mantel aus Eiweißstoffen (Proteinen). Nach einer Hypothese des
zweifachen Nobelpreisträgers und Vitaminforschers Linus Pauling könnte
im Laufe der menschlichen Evolution das Lipoprotein-a als Ersatzstoff
für Vitamin C dessen Rolle zur Reparatur der Blutgefäße übernommen
haben. Denn seit vor mehreren Millionen Jahren unsere Vorfahren die
Fähigkeit verloren, Vitamin C im Stoffwechsel selbst herzustellen, sind
wir darauf angewiesen, genügend Vitamin C über die Nahrung aufzunehmen.
Gelingt uns das nicht in ausreichenden Maße, so leiden besonders die
Blutgefässe. Mit dem Eiweißanteil kann das Lipoprotein-a verletzte
Stellen der Blutgefäße verkleben und mit seinem Fettanteil die
Gefässwände abdichten. Doch der Reparaturmechanismus durch
Lipoprotein-a ist vom Körper nur relativ schlecht zu kontrollieren.
Sehr leicht kommt es nach der Theorie von Linus Pauling zu einem
Überschießen der Reaktion. So gelangt mit dem Lipoprotein-a immer mehr
Cholesterin an die verletzten Stellen. Außerdem verhindert sein
Eiweißanteil, dass sich eventuell in der verletzten Region gebildete
Blutgerinnsel auflösen. Diese Faktoren können die Entstehung von
Arteriosklerose begünstigen.
Mittlerweile gilt als gesichert, dass eine Lipoprotein-a-Konzentration
im Blut von über 30 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) bis zu zehnmal
risikoreicher ist als ein hoher LDL-Cholesterinspiegel. Dabei können
die folgenden Lipoprotein-a-Blutspiegel als Richtlinien dienen:
unter 20 mg/dl
20 - 40 mg/dl
über 40 mg/dl
| geringes Risiko
mäßiges Risiko
sehr hohes Risiko
|
Es hat sich herausgestellt, daß Cholesterin nur mit gleichzeitig
erhöhter Lipoprotein-a-Konzentration zu einer Arteriosklerose führt.
Das bedeutet auch, dass eine Cholesterinsenkung mit Medikamenten die
Gefahr durch zuviel Lipoprotein-a nicht bannt.
Der Lipoprotein-a-Spiegel ist beim Menschen in erster Linie genetisch
festgelegt. In klinischen Untersuchungen konnten bisher weder Diät noch
fettsenkende Medikamente eine Senkung des Lipoprotein-a-Spiegels
bewirken. Die bislang einzigen Substanzen, die in der gewünschten Weise
wirksam wurden, waren Vitamine und hier vor allem Vitamin C und Vitamin
B 3. Auch ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren kann die Konzentration an
Lipoprotein-a im Blut erhöhen (siehe auch Supplemente gegen einen zu
hohen Cholesterinspiegel).
Erhöhte Cholesterin- und auch Lipoprotein-a-Werte allein sind noch
keine Krankheit. Bevor sie jedoch zu dieser führen, sollte man etwas
gegen zu hohe Cholesterinwerte und andere schädliche Blutfette
unternehmen.
Am naheliegensten scheint es, dem traditionellen Verständnis nach
Nahrungsmittel, die viel Cholesterin enthalten (also fetthaltige
Nahrungsmittel), auf dem Speiseplan zu minimieren. Die meisten Experten
empfehlen, die tägliche Aufnahme von Fett unter 30 Prozent (besser noch
20 Prozent) der Gesamtkalorienaufnahme zu reduzieren. Davon sollte
nicht mehr als 10 Prozent gesättigtes Fett sein. Die Art des Fettes,
hier also der Unterschied zwischen gesättigten und ungesättigten
Fettsäuren, spielt die entscheidende Rolle.
Gesättigte Fette stammen aus tierischen Quellen (mit einigen wenigen
Ausnahmen, insbesondere Kokos- und Palmöl, sowie gehärtete oder
teilweise gehärtete pflanzliche Öle). Sämtliche tierische Fette
enthalten Cholesterin. Ungesättigte Fettsäuren (ob einfach oder
mehrfach ungesättigt) stammen aus pflanzlichen Quellen, und weder
Gemüse noch Obst enthält Cholesterin.
Fettsäuren – die Bausteine der Fette
Fette
treten in vielerlei Form und Verpackung sowie mit unterschiedlicher
Herkunft in unserer Nahrung auf, sie können fest oder flüssig sein. Für
den Wissenschaftler jedoch sind alle Fette vom chemischen Aufbau her
zunächst einmal gleich. Jedes Fettmolekül hat einen einfachen Bauplan
und sieht aus wie der große Buchstabe E. Drei Fettsäuren sind mit dem
Alkohol Glyzerin zu einem sogenannten Triglyzerid verbunden, so der
Fachname für Fett.

Diese am Fettaufbau beteiligten Fettsäuren können jedoch sehr
unterschiedlich sein, und hierin liegt der kleine Unterschied mit
großer Bedeutung. Die Fettqualität ergibt sich nämlich im wesentlichen
aus der jeweiligen Fettsäurezusammensetzung.
Eine Fettsäure ist eine Kette aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen,
an deren Ende eine Gruppe von Atomen mit Säureeigenschaften sitzt, die
zusätzlich Sauerstoff enthält. Ein Ausschnitt aus einem
Fettsäuremolekül könnte wie folgt aussehen:

In diesem Fall ist jedes Kohlenstoffatom (C) mit zwei Wasserstoffatomen
(H) verbunden. Wir sprechen von einer gesättigten Fettsäure.
Grundsätzlich unterscheiden sich die Fettsäuren aufgrund der C-Atome,
d.h. ihrer Kettenlänge (kurz-, mittel- und langkettig), sowie durch das
Vorhandensein von sogenannten Doppelbindungen (Maß für
Ungesättigtheit). Nicht jedes C-Atom in einer Kette ist dann mit zwei
H-Atomen „abgesättigt“, sondern zwei benachbarte C-Atome können an
einer oder mehreren Stellen durch eine Doppelbindung untereinander und
mit jeweils nur einem H-Atom verbunden sein:

Bei nur einer Doppelbindung in einer Fettsäurekette spricht man von
einer einfach ungesättigten Fettsäure, bei mehreren Doppelbindungen von
einer mehrfach ungesättigten Fettsäure. |
Die Bedeutung von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren
Die meisten Fette sind nicht absolut lebensnotwendig (essentiell).
Viele sind entbehrlich, denn sie sind, wenn nicht gerade schädlich, so
doch unter den heutigen Lebensbedingungen für die meisten Menschen eine
Quelle nicht benötigter Kalorien. Aber ohne bestimmte Fettsäuren kann
man überhaupt nicht existieren: Sie sind Bausteine für hormonähnliche
Substanzen, sogenannte Eicosanoide, mit der besser bekannten
Untergruppe der Prostanglandine, die einen enormen Einfluß auf die
Körperprozesse haben. Eicosanoide regulieren den Blutdruck und die
Körpertemperatur, stimulieren die Hormonproduktion und sensibilisieren
Nervenfasern, um nur einige Funktionen zu nennen.
Wie bereits gesagt unterteilt man die verschiedenen Nahrungsfettsäuren
in gesättigte und ungesättigte. Die gesättigten kann der Körper selbst
bilden, einen Teil der ungesättigten Fettsäuren hingegen muss er aus
der Nahrung beziehen. Während die Aufnahme großer Mengen an Fett mit
vorwiegend gesättigten Fettsäuren das Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, gelten die ungesättigten Fettsäuren
als Herz-Kreislauf-Schutzfaktoren, indem sie erhöhte
Blutcholesterinwerte und Blutfettwerte (Triglyzeride) senken, die
Fließeigenschaft des Blutes verbessern und zur Gesunderhaltung der
Blutgefäße beitragen.
Die Omega-Fettsäuren gehören zur großen Gruppe der ungesättigten
Fettsäuren. Zwei der Omega-Fettsäuren sind für den menschlichen Körper
lebensnotwendig: die Omega-3-Fette und die Omega-6-Fette.
In den Omega-3-Fetten finden wir drei essentielle Fettsäuren.
Essentiell bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sie sich wie ein
Vitamin verhalten. Der Körper braucht sie, kann sie aber nicht selbst
herstellen. (Ein Mangel an Omega-3-Fetten in unserer Nahrung wird mit
dem gehäuften Auftreten typischer Zivilisationskrankheiten wie Krebs,
rheumatische Arthritis und andere entzündliche Erkrankungen,
Plaque-Bildung in den Arterien, Blutverklumpung und Immunschwäche in
Verbindung gebracht). Diese Fettsäuren sind Alpha-Linolensäure, die im
Leinöl enthalten ist, EPA (Eicosapentaensäure) und DHA
(Docosahexaensäure), deren beste Quelle Seefischöl ist.
Die Gruppe der Omega-6-Fette enthält zwei weitere essentielle
Fettsäuren: Linolsäure (reichlich in Distel-, Sonnenblumen-, Soja- und
Maiskeimöl) und die Gamma-Linolensäure, deren wichtigste Quelle
Nachtkerzen- und Borretschsamenöl ist.
In unserer Ernährung haben die – an sich durchaus nützlichen –
Omega-6-Fette mittlerweile ein ungutes Übergewicht auf unserem
Speisezettel erlangt, das zu Problemen führen kann. Einige
Wissenschaftler befürchten einen Zusammenhang zwischen der Häufung von
Allergien, aber auch bestimmter Krebsarten, mit dem steigenden Anteil
von Omega-6-Fetten, besonders der Linolsäure, in der Ernährung. Deshalb
ist es wichtig, im täglichen Fettverbrauch eine Balance zwischen
Omega-6-Fetten und Omega-3-Fetten zu finden. Richtig ist ein Verhältnis
von etwa 5 : 1. Ausgewogenheit liegt also vor bei einer Zufuhr von 5
Teilen Omega-6 zu 1 Teil Omega-3-Fetten. (oder noch konkreter: Auf 5
Löffel Sonnenblumenöl gehört 1 Löffel Leinöl oder Fischöl.) Da die
Omega-6-Fette in der gewöhnlichen Ernährung meistens vorherrschen, wird
man in der Praxis eher auf die ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fetten
achten müssen, um die erwünschte Mengenrelation zu erreichen.
Die Cholesterinreiche Nahrungsmittel, die nur in geringeren Mengen gegessen werden sollten, sind z. B.:
- Sahne, Crème fraîche, fette Käsesorten
- (Mascarpone, Bavaria blue, Cambozola);
- Eier, Butter, Schmalz, Mayonaise;
- Aal, Ölsardinen;
- Hühnerleber, Innereien (insbesondere Hirn),
- Leberpastete, Weißwurst, Bockwurst.
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Da die Vermeidung von Nahrungsfetten in den heutigen
Ernährungsgewohnheiten und in praktisch allen Diätempfehlungen eine so
gewaltige Rolle spielt, sei doch noch auf ein gewisses Dilemma
hingewiesen: Obwohl fetthaltige Nahrung geradezu fanatisch vermieden
wird, gab es niemals in der Geschichte der zivilisierten Welt mehr
Menschen mit Gewichtsproblemen. Der Grund ist einfach: Man kann die
Fett-Falle nicht vermeiden, indem man schlechte Fette aus der Ernährung
streicht. Man muss zugleich die Aufnahme von Kohlenhydraten limitieren
und insbesondere Zucker völlig meiden. Zucker wird im Körper in kleine
Moleküle zerlegt und wieder zusammengebaut – als Fett. Diese Fette, die
Triglyzeride, sind der Schrecken der Übergewichtigen. Triglyzeride
füllen unsere Fettzellen aus, verschlechtern den Blutfluss innerhalb
der Blutbahnen und erhöhen das Risiko einer Verengung der Herzarterien.
Zucker erhöht den Insulinausstoß. Wenn zuviel Insulin im Blut ist,
steigt der Triglyzerid-Spiegel im Blut dramatisch an und zugleich
erhöhen sich die (schlechten) LDL-Cholesterinwerte, während die (guten)
HDL-Cholesterin-werte sinken. Essentielle Fettsäuren, vorallem das in
in Fischölen enthaltene EPA und DHA, senken die Triglyzeride und dies
umso erfolgreicher, je mehr die Aufnahme von Kohlenhydraten
eingeschränkt wird.
Der natürliche Weg, zu hohe Cholesterinwerte zu senken, wäre eine
entsprechende Cholesterin- bzw. fettarme Diät. An dieser Stelle sollen
nur einige Ernährungsfaustregeln weitergegeben werden:
- Etwa die Hälfte des Gesamtfettanteils
sollten sie als einfach ungesättigte
Fettsäuren (reichlich enthalten
z.B. in Olivenöl) aufnehmen,
- jeweils ein Viertel als gesättigte oder
mehrfach ungesättigte Fettsäuren
- Nehmen sie höchstens 300 mg Cholesterin und
- mindestens 35 g Ballaststoffe zu sich.
Die berühmte amerikanische Ernährungsspezialistin Jean Carper
empfiehlt folgende Nahrungsmittel verstärkt in den Speiseplan
einzubauen, da sie das gute HDL-Cholesterin steigern:
-
Olivenöl
- (rohe) Zwiebeln
- Knoblauch
- Fisch wie Schellfisch, Seelachs, Scholle, Seezunge, Zander,
Forelle oder Rotbarsch.
- Austern und Muscheln
- Mandeln
- Avocados
- Viel frisches Obst und Gemüse
- Haferkleie
- Grapefruits
- Artischocken
- Grüner Tee
- Rotwein in Maßen
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Eine bewusste Ernährung ist die Grundlage für eine Behandlung von erhöhten Cholesterinwerten. Weiter sollte man für
regelmäßige Bewegung sorgen.
Zum Glück stellt uns Mutter Natur Vitamine und einige natürliche
Substanzen zur Verfügung, die höher dosiert großen Einfluß auf die
Cholesterin-, Triglyzerid und Lipoprotein-a-Werte des Blutes nehmen
können. Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge spielen sie
eine entscheidende Rolle bei der Harmonisierung erhöhter Blutfettwerte.
Die orthomolekular arbeitenden Therapeuten weisen übereinstimmend auf
die folgenden Nährstoffe als entscheidende blutfettsenkende Mittel hin.
Weiteres Thema in dieser Ausgabe:
Supplemente – gegen zu hohe schädliche Blutfettwerte

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