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Ausgabe 05 – 12/1998 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Thema in dieser Ausgabe: • Chrommangel – Ursache chronischer Erkrankungen
Chrommangel – Ursache chronischer Erkrankungen Dieser
Artikel befaßt sich mit den Auswirkungen des Zuckers auf unseren
Stoffwechsel. Insulin-Resistenz als Auslöser von chronischen
Krankheiten und warum die Chrom-Versorgung entscheidend ist.

Warum die Chrom-Versorgung entscheidend ist Bei
Chrom denken wir wahrscheinlich alle zuerst an die glänzenden
Stoßstangen der Autos oder auch an die silbrig schimmernden
Haushaltsgeräte in unseren Küchen. Daß Chrom als Spurenelement in
unserem Organismus eine wichtige Funktion erfüllt, ist den meisten von
uns dagegen nicht geläufig. Dabei nimmt Chrom einen ganz großen Einfluß
auf unsere Gesundheit. Denn obwohl ein Erwachsener normalerweise nicht
mehr als 6 mg Chrom im Körper hat, scheint diese geringe Menge eine
entscheidende Rolle bei vieler unserer gefährlichen
Zivilisationskrankheiten zu spielen. Diabetes, Arteriosklerose,
Bluthochdruck, Hypoglykämie, Schlaganfall, Gewichtsprobleme, ein hoher
Cholesterinspiegel, Probleme beim Fettstoffwechsel können als Folge
eines Chrommangels auftreten.

Es ist schwer vorstellbar, daß in unserem Körper einige essentielle
Spurenelemente in so geringer Konzentration wie 0.01 % oder in sogar
noch viel geringeren Konzentrationen vorhanden sind. Diese
verschwindend kleine Menge kann jedoch ausschlaggebend für die
Gesundheit sein. Bis heute sind sechzehn solcher Metalle für die die
menschliche Ernährung erkannt worden. Diese essentiellen Spurenelemente
müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, weil der Körper sie, falls
überhaupt, nicht in ausreichender Menge selbst produzieren kann. Die
Wirkung der Spurenelemente ist so tiefgreifend, daß es schon zu
ernsthaften Störungen kommen kann, wenn der Körper nur eine etwas zu
geringe Menge dieser Spurenelemente aufweist.
Wenn viele der sogenannten Zivilisationskrankheiten in Zusammenhang mit
einem Chrommangel zu sehen sind, dann gibt das auch Aufschluß über
unsere heutige Ernährungssituation. Unsere Nahrung muß arm an Chrom
sein, da sonst keine Mangelerscheinungen auftreten würden. Dazu kommt,
daß der Zuckerkonsum heutzutage ungeheure Ausmaße angenommen hat.
Raffinierter Zukker ist aber die Substanz, die die größte
Chromauscheidung verursacht.
Bevor auf die Auswirkungen des Chrommangels für unsere Gesundheit
eingegangen wird, soll anhand unserer Ernährungsgewohnheiten aufgezeigt
werden, warum der Bedarf an zusätzlichen Chrom so gestiegen ist.
Wie unsere heutige Ernährung zu Chrommangel führt
Unsere Ernährung hat inzwischen gewaltige, meist in ihrem ganzen Umfang
überhaupt nicht wahrgenommene Veränderungen durchgemacht. Jedem Wandel
unserer Ernährungsweise muß sich unserer Organismus jedoch erst langsam
anpassen. Solche Anpassungen gehen aber nur in winzigen Schritten durch
eine Veränderung unserer Erbsubstanz vor sich, nicht innerhalb von
Jahrzehnten, sondern von Jahrtausenden. Eine solcher radikaler Wandel
in unserer Ernährung bedeutet der heutige Zukkerkonsum.
Zucker - der Anti-Nährstoff und Chromräuber
Erst vor 150 Jahren begann in Deutschland die Entwicklung des reinen
raffinierten Zuckers zum wahrhaften Volksnahrungsmittel. Damals nahm
die erste Fabrik zu seiner Herstellung aus Zuckerrüben den Betrieb auf.
Seitdem ist der Konsum in schwindelnde Höhen geklettert. Noch 1850, im
Biedermeier, verzehrte jeder Deutsche durchschnittlich nur 3 Kilogramm
Zucker im ganzen Jahr. Heute ißt und trinkt jeder von uns im
Durchschnitt mehr als 40 Kilogramm jährlich.
Zucker ist der absolute Anti-Nährstoff, er enthält keine Vitamine und
Mineralstoffe.Außerdem erschöpfen sich bei seiner Verarbeitung die
Vorräte vieler Nährstoffe in unserem Organismus.Der Mensch ist auf
derartig starke, künstliche Konzentrate - wie sie in der Natur nirgends
vorkommen - nicht eingestellt.
Unser Körper gewinnt seine Energie aus Kohlenhydraten wie eben dem
Zucker oder der Stärke, aus Fetten und Proteinen. Unsere Vorfahren
bekamen sie hauptsächlich aus pflanzlicher Stärke, nach Meinung der
Forscher etwa 400 Gramm davon täglich. Stärke wird nur langsam, in zwei
oder drei Stunden, verdaut - Zeit genug für den darauf programmierten
Stoffwechsel.
Dagegen der Zucker: Seine viel kleineren Moleküle sind schon in weniger
als einer Stunde abgebaut und im Blut. Und eben dafür sind wir nicht
konstruiert. Der Stoffwechsel reagiert chaotisch mit abnormen
Blutzuckerschwankungen.
Blutzuckerschwankungen
– eine der verbreitetsten Störungen unserer Zeit
Diese Blutzuckerschwankungen führen zu dem verbreitetsten und in den
meisten Fällen nicht erkannten Krankheitszustand unserer Zeit: der
sogenannten Hypoglykämie. Auch nach Einschätzung von Dr. Atkins, die
sicher aufgrund seiner reichen ärztlichen Erfahrung nicht als
unbegründet abgetan werden kann, ist die Hypoglykämie eine Störung, von
der die Mehrheit der Bevölkerung der Industrienationen betroffen ist.
Der Zustand der Hypoglykämie (der Unterzuckerung) hat viele Symptome:
sie reichen von einem Gefühl der Entkräftung, starken
Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen,
Migräne, Zittrigkeit, Reizbarkeit, Hunger, Spannungsgefühlen,
Angstgefühlen, Nervosität, Hyperaktivität bei Kindern und vielen mehr.
Diese Veränderungen treten unregelmäßig auf, schlagen in der nächsten
Stunde um und zeigen einen auffälligen Zusammenhang mit dem Zeitpunkt
der Nahrungsaufnahme und der Art der zu sich genommenen
Nahrungsmitteln.
Bei dem Genuß isolierter, konzentrierter Kohlenhydrate kommt es zu
einem abrupten, steilen Anstieg des Blutzuckers, dem eine
reaktive Phase der Unterzuckerung folgt, da die Bauchspeicheldrüse als
Antwort auf die starke Konzentration des Zuckers vermehrt - in einer
Art Notreaktion - zuviel blutzuckersenkendes Insulin absondert. Als
Ergebnis fällt der Blutzuckerspiegel unter den Normalwert. Dabei können
aber Muskeln, Zellen, Organe und Gehirn nicht mehr ausreichend versorgt
werden. Obwohl die meisten Körpergewebe bei tiefem Blutzuckergehalt
andere Energielieferanten als Glukose verwenden können, ist das Gehirn
vollständig auf eine kontinuierliche Glukosezufuhr angewiesen um seine
Aufgaben zu erfüllen. Dies erklärt, warum die meisten Symptome von
Hypoglykämie mit mentalen Funktionsstörungen verbunden sind.
Jeder weiß, wie man diesem „Tief“ begegnet: mit noch mehr Zucker,
beispielsweise einem Stück Schokolade. Es erhöht auch wirklich den
Blutzuckerspiegel, aber nur für kurze Zeit. Bei vielen Menschen ist
dieser Blutunterzucker heute zu einem Dauerzustand geworden. Gerade
wenn man bedenkt, wie viele Menschen, vor allem junge Menschen, sich
von süßen Snacks zwischendurch und von schnell verdaulichen Fast Food
ernähren.
Das Problem für unsere Gesundheit ist jedoch nicht nur der enorme
Zuckerkonsum, der für Chrommangel sorgt, sondern der gleichzeitige
Mangel des für die Blutzuckerkontrolle so entscheidenden Nährstoffs
Chrom.
Produkte wie z.B. Kuchem, Brot und Nudeln, die mit Weißmehl gebacken
wurden, sind arm an Chrom. 80 % des natürlich vorhandenen Chroms oder
sogar mehr werden infolge des Mahlprozesses entfernt, also bei dem
Prozess, bei dem die ganzen Körmner zu raffiniertem Weißmehl
verarbeitet werden.
Auch die kommerzielle Behandlung von Nahrungsmitteln als Vorbereitung
zu Eindosung oder zum Einfrieren (Zerkleinern, Extrahieren,
Blanchieren, Hinzufügung von Konservierungsstoffen oder Erhitzen) trägt
zu bedeutenden Chromverlusten bei.
Nach Aussage des amerikanischen Ministeriums für Landwirtschaft ist
eine unterhalb des Optimums liegende Chrommenge in den Vereinigten
Staaten die Regel. Bei den Amerikanern über 50 haben sogar 25% einen zu
niedrigen Chromspiegel und 90% derjenigen, die amerikanische
Durschnittskost zu sich nehmen, bekommen weniger als die tägliche von
der Regierung empfohlene Chrommenge, die ohnehin schon niedrig
angesetzt ist. Auch die europäische Ernährungsweise nähert sich
bekanntlich diesen Verhältnissen an.
Die durchschnittliche Zufuhr von Chrom wurde an 7 Tagen bei
wohlhabenden Amerikanern ohne Krankheitssymptome beobachtet. Diese
Gruppe behauptete von sich, überdurchschnittliche Kenntnisse in bezug
auf gesunde Ernährungspraktiken zu haben. Es wurde jedoch nachgewiesen,
daß niemand die empfohlene Mindestmenge an Chrom zu sich nahm.
Bei der Verarbeitung von Nahrungsmitteln kommt es
zu folgenden Chromverlusten:
- Erhitzung und Homogenisierung von Milch
- Getreidestärke
- Weißmehl (Weizenmehl)
- Raffinierung von Zucker
- geschälter Reis
- Das Schälen von Obst und Gemüse führt zu einer Verminderung des Chromgehalts
- Erhitzen, Einfrieren, Zerkleinern und Blanchieren reduziert den Chromgehalt von allen Nahrungsmitteln.
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Chrom - der Glukosetoleranzfaktor
Um richtig einschätzen zu können, was für eine wichtige Funktion Chrom
in unserem Körper erfüllt, muß man sich klar machen, wie der Körper
Blutzuckerwerte kontrolliert. Nachdem man eine Mahlzeit zu sich
genommen hat, wird Glukose im Blut resorbiert. Das führt dazu,
daß die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschüttet. Insulin, das Hormon,
das vor allem den Zuckergehalt des Blutes kontrolliert, führt zur
schnellen Aufnahme, Speicherung und Verwertung von Glukose durch nahezu
alle Gewebe des Körpers, besonders aber durch die Leber und die
Muskeln. Insulin trägt zur Speicherung von Glukose in der Leber als
Glykogen bei. Bei einem zusätzlichen Bedarf an Energie wird Glykogen
aus der Leber erneut in Glukose umgewandelt, in den Blutkreislauf
abgegeben und in die verschiedenen Gewebe ihres Körpers transportiert.
Das Blut muß zu jeder Zeit eine bestimmte Menge Glukose enthalten -
nicht mehr und nicht weniger.
Innerhalb dieses Prozesses der Blutzuckerkontrolle spielt Chrom die
entscheidende Rolle. Denn Chrom ist dafür verantwortlich, daß Insulin
überhaupt an die Zellmembranrezeptoren gebunden und damit Glucose in
die Zelle hineintransportiert wird. Bei einem Chrommangel aber werden
die Zellen „insulinresistent“.
Aufgrund des vom Chrom vermittelten Insulins wird der Glucosetransport
in die Zellen um das fünfzehn bis zwanzigfache erhöht. Chrom und
Insulin sind also die Arbeiter, die Glucose in die Zellen hinein- und
auch wieder herausbefördern. Wenn der Blutglukosespiegel erhöht ist und
die Energieanforderungen minimal sind, dann lagert Glukose in Form von
Glykogen ein. Erhöhen sich die Energieanforderungen dann wieder, wird
Glykogen erneut in Glukose aufgespalten, um für den Energiebedarf
verbrannt zu werden.
Darunter versteht man den Glukosetoleranzfaktor des Chroms: Die
Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel zu senken, nachdem er durch die
Aufnahme von Nahrung angestiegen ist oder ihn bei gesteigerten
Energiebedarf zu erhöhen. Ohne Chrom erfährt der Glukose-Stoffwechsel
ernsthafte Störungen. Die Zellen werden - wie bereits gesagt -
insulinresistent.
Folgen von Insulinresistenz
Unkontrollierter Blutzucker und Störungen des Insulinprozesses zählen
zu den häufigsten chronischen Krankheiten.Dabei ist meistens ein
Chrommangel ausschlaggebend. Das erste Anzeichen eines Chrommangels ist
eine Glukose-Intoleranz, die durch einen erhöhten Blutzucker und
erhöhte Blutzuckerwerte gekennzeichnet ist. Viele chronische
Krankheiten nehmen so ihren Anfang. Was für einen Einfluß nimmt Chrom
bei den einzelnen Krankheiten?
Die Krankheiten, die am offensichtlichsten mit dem Blutzuckerspiegel in
Verbindung stehen, sind Diabetes und Hypoglykämie, Übergewicht und
Herzerkrankungen (Arteriosklerose, Bluthochdruck, hoher
Cholesterinspiegel).
Diabetes
Von Jahrzehnt zu Jahrzehnt nimmt die Zahl derjenigen, die als
Erwachsene Diabetes ( die sogenannte Altersdiabetes oder auch Typ 2
genannt) bekommen, zu. Man schätzt, daß nahezu 40% der über
Sechzigjährigen Diabetiker sind oder Erscheinungen aufweisen, die dem
Diabetes nahekommen, und daß 80% der über Fünfundsechzigjährigen mehr
oder weniger an einer Glucoseintoleranz leiden.
Körperliche Prozesse die durch Chrom beeinflußt werden:
- Verlangen nach Zucker und anderen (leeren) Kohlenhydraten
- Blutzuckerstoffwechsel
- Körpergewicht
- Cholesterinspiegel und andere Blutfettwerte
- Zustand des Herzens
- Stimmungsschwankungen
- Konzentrationsfähigkeit /Gedächtnis
- Wachstum und Aufbau von Muskeln
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Am 3.April 1990 veröffentlichte das Büro für Öffentlichkeitsarbeit des
Verbandes der amerikanischen Gesellschaften für experimentelle Biologie
die von ihr gemachten Neuentdeckungen. Hier ein Auszug aus dieser
Veröffentlichung:
"Washington, D.C. :Chrom, ein Spurenelement, das in geringem Maß in
Früchten, Gemüsen, Kleie und Innereien vorkommt, verbessert den
Zuckerstoffwechsel bei etwa 85 % derjenigen, die eine leichte
Glukoseintoleranz aufweisen und damit zur Risikogruppe in bezug auf
Altersdiabetes gehören. Das berichteten von der Regierung beauftragte
Wissenschaftler heute anläßlich der 74. Jahrestagung des Verbandes der
Amerikanischen Gesellschaften für Experimentelle Biologie.
Die Versuchspersonen litten unter leichter Glukoseintoleranz - was ihr
einziges Anzeichen für Chrommangel war - und daher vielleicht schon
unter einer latenten Diabetes, sagte Dr. Richard A. Anderson,
Biochemiker im amerikanischen Ministerium für Landwirtschaft in
Beltsville, Maryland.
Glukoseintoleranz wird als frühes Warnzeichen für Altersdiabetes
angesehen. Sie ist in der Regel nicht auf die Unfähigkeit der
Bauchspeicheldrüse, Insulin auszuschütten, zurückzuführen, wie das bei
der insulinabhängigen, sich in jungen Jahren entwickelnden
Diabetesformen der Fall ist, sondern sie wird durch weniger wirksames
Insulin verursacht. Das Insulin der Betroffenen weist eine verminderte
Fähigkeit auf, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, was den Körper
veranlaßt, mehr Insulin zu produzieren. Chrom würde die Aktivität des
Insulins steigern, sagt Anderson.
Mehr als 90 % der Amerikaner würden sich auf eine Weise ernähren, bei
der sie weniger als die empfohlenen sicheren und angemessenen
Chrommengen zu sich nähmen, nämlich 50 bis 200 Mikrogramm pro Tag, fuhr
Anderson fort. Außerdem brauche Streß, durch zuviel Zucker, seelische
Belastungen oder Sport verursacht, die Chromvorräte des Körpers auf.
Chrom sei nur bei extrem hoher Dosierung giftig...
Chrom wirke wie ein Nährstoff, nicht wie ein Medikament; es beeinflusse
nur die Menschen, die unter Chrommangel litten, sagte Anderson. Chrom
kehre die Glukoseintoleranz um.
Dieses essentielle Spurenelement, das in sehr geringen Mengen für den
Zucker- und Fettstoffwechsel benötigt wird, kommt in keinem einzigen
Nahrungsmittel in besonders hoher Menge vor. Personen, die nicht
genügend Chrom mit der Nahrung aufnähmen oder die eine leichte
Glukoseintoleranz aufwiesen, sollten einen ausgewogenen Nährstoffzusatz
aufnehmen, der mehrere Vitamine und Mineralien enthalte (fuhr Anderson
fort). Die meisten Amerikaner nähmen verschiedene Spurenelemente in zu
geringen Mengen zu sich, besonders Chrom, Kupfer und Zink."
Das Hauptmerkmal von Diabetes ist ein zu hoher Blutzuckergehalt. Die
Diabetes Typ I (die insulinabhängige Variante) beginnt meist im
Kindes-, Jugend- oder frühem Erwachsenalter. Sie geht aus einem Mangel
an Insulin hervor, dem Hormon, das den Zellen ermöglicht Glukose aus
dem Blut aufzunehmen. Der Mangel an Insulin entsteht dadurch, daß die
Bauchspeicheldrüse durch einen Schaden kein oder nicht mehr genügend
Insulin herstellt. Der Schaden kann durch einen Virus oder durch eine
Autoimmunreaktion verursacht sein, bei welcher das körpereigene
Abwehrssystem Zellen des eigenen Körpers angreift und zerstört. Da
Glukose nicht verfügbar ist und die Zellen trotzdem mit Energie
versorgt werden müssen, werden die Fettreserven mobilisiert. Im Blut
zirkulieren sehr hohe Fettmengen, welche zusammen mit einem hohen
Glukosegehalt die Blutgefäße und die Nerven schädigen. Wenn der
Krankheit über Jahre hinweg nicht genügend Rechnung getragen wird, kann
Diabetes zu schweren Schädigungen und oft zu Erblindung, Nierenversagen
oder zu einem Herzinfarkt führen.
Die Diabetes Typ II (die nicht insulinabhängige Variante) tritt
überwiegend erstmals im mittleren und höheren Erwachsenenalter auf. Bei
dieser Form der Diabetes kommt der Zucker nicht mehr in die Zellen
hinein, ein Zustand, der wie gesagt „Insulin-Resistenz“ genannt wird.
Die meisten Menschen mit Typ II Diabetes haben im Überfluß Insulin,
jedenfalls in der Anfangsphase der Krankheit. Aber die Rezeptoren, die
auf den Membranen der Zellen sitzen, befördern den Zucker nicht nach
innen.
Bei Diabetes Typ II kann die Chrom-Ergänzung eine entscheidende Rolle
spielen. Wie bereits beschrieben, haftet sich das Chrom an das Insulin
an und befördert so Glukose durch die Zellmembran in das Zelleninnere.
In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, daß bei Diabetikern,
die täglich 200 mg Chrom einnahmen, der Blutzuckerspiegel sank sowie
auch die Triglycerid- und Cholesterinwerte.
Der erfahrene amerikanische
Arzt Dr. Atkins schreibt:
„Typ II, auch als Altersdiabetes bekannt, bedeutet Insulinresistenz.
Auch wenn die Familiengeschichte ein stark prägender Faktor ist, ob
jemand anfällig ist oder nicht, entwickelt sie sich in den meisten
Fällen nach jahrelangem Verzehr von raffinierten Kohlenhydraten. Wenn
Sie Typ II Diabetes haben, brauchen Sie eine Chromergänzung. Zirkuliert
eine optimale Menge an Chrom in ihrem Blutkreislauf, können Sie ihren
Blutzucker total unter Kontrolle bekommen. Nicht zuletzt kann eine
Chromergänzung dazu führen, daß Sie nach Absprache mit Ihrem Arzt
weniger Tabletten einnehmen müssen oder weniger
Insulininjektionen brauchen.
Dieses Spurenelement wurde von einer Gruppe von Wissenschaftlern
angeführt von Richard Anderson, Biochemiker im amerikanischen
Ministerium für Landwirtschaft, als „spektakulär“ bezeichnet. Bei einer
Studie mit 180 Menschen mit Typ II Diabetes, bewiesen Anderson und
seine Kollegen, daß eine Dose von täglich 1000 mcg (1mg) von
Chrom-Picolinat den Blutzucker in nur zwei Monaten stabilisieren kann,
etwas, was durch Medikation nicht erreicht werden kann. Nach zwei
Monaten der Chromergänzung gewannen diese Patienten sogar eine bessere
Kontrolle über ihre Blutglukose, das Insulin und Cholesterin.“ (Aus:
Atkins, Vita-Nutrient Solution, S. 146)
Wichtig ist, daß Diabetiker Chrom erst nach Rücksprache mit ihrem Arzt
einnehmen, da sich Änderungen in der Einnahme der anderen Medikamente
oder auch der Insulininjektionen ergeben werden.
Wie Chrom dem Diabetiker nutzt:
Chrom ist verantwortlich für:
-
eine wesentliche Verringerung der notwendigen Insulingaben bei insulinabhängigen Diabetikern,
-
die Verbesserung anomaler Glukosetoleranzkurven,
-
die Normalisierung erhöhter Triglyceridwerte bei einigen jungen Erwachsenen,
-
eine signifikante Senkung des Cholesterinspiegels,
-
eine Korrektur der beeinträchtigten Glukosetoleranz bei älteren Menschen,
-
verringertes Insulinangebot, um die normale Glukosetoleranz aufrechtzuerhalten.
Hypoglykämie
Ein wissenschaftlicher Beweis für den Zusammenhang zwischen Chrom und
niedrigem Blutzuckerwert wurde in einer vierzehnwöchigen Studie
erbracht, die Dr. Richard Anderson und seine Kollegen im Beltsville
Human Nutrition Research Center durchführten. Um festzustellen, ob
Chrom an einem niedrigen Blutzuckerspiegel beteiligt ist, wurde
Patienten mit hypoglykämischen Symptomen in einer Vergleichsstudie mit
zwei Testgruppen drei Monate lang täglich je 200 Mikrogramm Chrom
verabreicht: Einige der Patienten erhielten Chrom, andere ein Placebo,
das wie ein Chromzusatz aussah, und dann wurden die Pillen vertauscht.
Die Ergebnisse zeigten, daß zusätzliches Chrom die Symptome von
Hypoglykämie lindern kann.
Diese Ergebnisse zeigten, daß eine Ernährung, die nicht genügend Chrom
enthält, und / oder ein gestörter Chromstoffwechsel ein ursächlicher
Faktor bei der Herausbildung einer Hypoglykämie sein können. Die
adaptogenen Eigenschaften von Chrom konnten in diesen Tests vollständig
nachgewiesen werden.
Die Ergebnisse haben gezeigt, daß Chrom die Tendenz hat:
-
den Blutzuckerspiegel zu normalisieren, indem es ihn bei denjenigen senkt, die zu hohe Glukosewerte haben,
-
keine Wirkung auf den Blutzuckerspiegel zu haben, wenn jemand eine nahezu optimale Glukosetoleranz aufweist,
-
den Blutzuckeranteil bei denjenigen zu erhöhen, die einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel haben.
Chrom zur Gewichtsreduzierung
Insulinresistenz ist eine bekannte Erscheinung bei den Menschen, die
übergewichtig sind. Der Insulinspiegel steigt an und kann letztendlich
zu Herzkrankheiten und Diabetes führen.
Die Beziehung zwischen Fettleibigkeit und Diabetes ist schon seit
vielen Jahren beobachtet worden. Obwohl ein überhöhtes Gewicht
Bestandteil des diabetischen Syndroms sein könnte, dient es oft als
Primärfaktor, durch den tatsächlich Anomalien beim Zuckerstoffwechsel
und der Insulinausschüttung verursacht werden können. Es kann also
sowohl Ursache als auch Wirkung sein.
Die Insulinresistenz ist verantwortlich für überschüssige Glukose, die
in ihrem Blut verbleibt. Ein Teil dieser Glukose kann zu Vorstufen der
Fette umgewandelt werden, die Triglyceride heißen und schließlich in
das Fettgewebe eingebaut werden.
Weiter hat Insulin eine tiefgreifende Wirkung auf die Drüse, die ihren
Appetit reguliert. Wenn man etwas ißt und der Blutzuckerspiegel steigt,
dann schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus, um sich um die neu
eingetroffene Glukose zu kümmern. Und wenn der Insulinspiegel dann
steigt, dann wirkt sich das auf das Appetitzentrum aus, und der Hunger
ist gestillt. Durch die Stimulation von Insulinrezeptoren im Gehirn
wird auch eine Reduzierung der Essensaufnahme erreicht.
Das sind wunderbare Kontrollmechanismen, solange sie funktionieren. Die
Insulinresistenz hält diesen Mechanismus davon ab zu funktionieren und
führt zu der Fehleinschätzung, daß die Nahrung nicht ausreicht, was
wiederum zu übermäßigen Essen führt. Sie haben vielleicht genügend
Insulin; wenn ihre Zellrezeptoren jedoch nichts davon erkennen und
verwerten können, dann fahren sie damit fort, Nahrung in sich
hineinzustopfen.
Auch bei Gewichtsreduzierung kann Chrom eine entscheidende Rolle
spielen. Denn Chrom befähigt Insulin dazu, die Barriere der Zellen (die
Insulinresistenz) zu überwinden. Dadurch wird auch auf den Hypothalamus
Einfluß genommen. Dadurch das die Insulinresistenz überwunden und /
oder die Insulinwirkung verbessert wird, wird ein schnellerer,
stärkerer Impuls des Sättigungssignals erreicht, indem Chrom Glukose
dazu verhilft, in die Zellen zu gelangen.
Einen bedeutsamen Einfluß besitzt Chrom auch auf die muskluäre
Körpermasse des Menschen. Meistens verlieren Menschen bei einer
Abmagerungskur Muskelmasse genauso schnell wie Fettgewebe. Da mehr
Muskelgewebe aber auch ein besseres Fettverbrennungspotential
bedeutet, sollte die Strategie bei einer Diät möglichst darin bestehen,
die Muskelmasse zu erhalten. Da Chrom die anabolische Wirkung von
Insulin (Insulin wird als körpereigenes, anabolisches Hormon gesehen.
Ohne Insulin gäbe es nämlich kein Muskelwachstum!) auf die
Muskeln verbessert, trägt es dazu bei, den größten Teil des
nährstoffverbrennenden Gewebe aufzubauen und zu erhalten.
Chrom und Herzkrankheiten
Zuviel Insulin im Blut, auch Hyperinsulinämie genannt, scheint eine
Hauptursache für Herzkrankheiten zu sein. Diejenigen, deren
Insulinwerte erhöht sind, haben in der Regel hohe LDL-Werte, niedrige
HDL-Werte und hohen Blutdruck. Außerdem regt Insulin die Produktion
eines Enzyms in ihrem Körper an, das ihre Leber veranlaßt, Cholesterin
zu produzieren. Ein Überangebot an Insulin im Blut kann zu
Veränderungen an den Arterienwänden führen, die die Bildung von
Fettablagerungen fördern. Immer mehr Daten sprechen dafür, daß die
Insulinresistenz bzw. Hyperinsulinämie mit Krankheiten der
Herzkranzgefäße in Zusammenhang zu bringen ist.
Auch hier liegt die bemerkenswerte Fähigkeit des Chroms darin, die
Wirksamkeit des Insulins zu erhöhen und damit die negativen Folgen von
zuviel Insulin im Blut abzuwenden.
Zusammenfassung
Das Spurenelement Chrom kann einen ganz erheblichen Einfluß auf
unsere Gesundheit nehmen. Indem es Insulin dazu befähigt, Glukose in
unsere Zellen zu transportieren, können ganz normale
Stoffwechselvorgänge in unserem Körper stattfinden. Wie dargelegt ist
gerade der Kohlenhydratstoffwechsel durch unsere Ernährung massiv
gestört: wir nehmen zuwenig Chrom mit der Nahrung auf, dazu noch viel
zu viel Zucker, der dem Körper wiederum Chrom raubt. Fehlt dem Körper
aber Chrom, werden die Zellen insulinresistent mit all den
beschriebenen negativen Folgen für uns. Die meisten
Zivilisationskrankheiten nehmen so ihren Anfang.

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