| |
Ausgabe 01/2005 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Candida albicans • Vitamin E im Fokus der Medien
 Dieser Artikel befaßt sich mit der unsachlichen Darstellung des populären Vitamin E in den Massenmedien.

Vitamin E im Visier der Medien
Tausende
von Forschungsstudien, erarbeitet von Wissenschaftlern aus drei
Generationen, haben ergeben, dass Vitamin E einen großartigen
gesundheitlichen Nutzen hat und absolut unbedenklich ist. Es gibt
allein über 6.000 Studien, die die herausragenden Auswirkungen des
Vitamin E auf das Herz- und Gefäßsystem belegen. 
Im November
2004 sorgte die Publikation der „John Hopkins Studie“ für Aufregung.
Die Studie besagt: Wenn 10.000 bereits erkrankte
Herz-Kreislauf-Patienten kein Vitamin E nehmen, sterben im Schnitt
1.022 innerhalb eines Jahres. Nehmen sie dagegen hochdosiertes Vitamin
E ein, sterben im Durchschnitt 1.032. Auf diese Aussage hin erschienen
hitzige Schlagzeilen, die nun die angebliche Tatsache verkündeten:
„Vitamin E erhöht das Todesrisiko.“
Heute wissen wir, dass die
Ergebnisse der Studie einer wissenschaftlichen Nachuntersuchung nicht
standhalten. Die anfängliche Aufregung hat sich zwar gelegt, aber der
Medienrummel war bei der Veröffentlichung der fraglichen Studie
erheblich größer als bei deren Untergang. Deshalb haben wir Ihnen die
Fakten zusammengetragen, denn Vitamin E ist zwei Monate nach
Veröffentlichung der „John Hopkins Studie“ rehabilitiert.
- Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass die Studie keine
neue Untersuchung ist. Diese Meta Studie ( eine sogenannte
„meta-analysis“) ist lediglich eine Studie, deren Informationen aus 19
anderen Studienergebnissen herausgesucht wurden, was statistisch
zwangsläufig zu einer manipulativen Auswertung führt. Zum Beispiel
schrieb die New York Times am 11. November 2004: „Die Untersuchung
konnte mehrere Statistiker nicht überzeugen, die zu Bedenken gaben,
dass es offenkundig schwierig ist, Daten in eine Gesamtbetrachtung
zusammen zu fassen, die aus ungleichen Studien gezogen werden, die
Probanden mit unterschiedlichsten Voraussetzungen zu Grunde legen und
die Resultate mit nur schwacher Aussagekraft einschließen.“
- In den untersuchten Studien wurde künstliches Vitamin E eingesetzt.
Man kennt schon seit einigen Jahren Studien, die bei synthetischem
Vitamin E keine Wirkung zeigten (1,2). Klinische Studien mit
natürlichem Vitamin E (400-800 IE) konnten jedoch sehr wohl und ohne
jeden Zweifel nachweisen, dass das Risiko von Herz-Erkrankungen
signifikant verringert werden kann (3,4). Leider hieß es pauschal:
"Forscher warnen vor hochdosierten Vitamin E-Kapseln!" Richtig müsste
es heißen: „Warnung vor synthetischen Billig-Vitamin E Kapseln aus
Supermarkt und Drogerie!“ Wie kann es sein, dass die Forscher kein
natürliches Vitamin E eingesetzt haben? Synthetisches Vitamin E ist
nicht nur billiger, sondern zum Zeitpunkt der Studien (vor ca. 10
Jahren) war synthetisches Vitamin E weiter verbreitet als heute.
- Die angeblichen Beweise für die schädlichen Einflüsse des Vitamin E
beziehen sich auf Untersuchungsergebnisse, die an Probanden mit
unterschiedlichsten, schweren Erkrankungen erzielt wurden. Diese
Patienten hatten bereits ein erhöhtes Todesrisiko, z. B. aufgrund
fortgeschrittener Erkrankung des Herzens, Krebspatienten,
Alzheimer-Patienten und Nierenkranke. Selbst die Autoren der „Johns
Hopkins Studie“ räumen ein: „Versuche mit hohen Dosierungen (> 400
i. E. pro Tag) waren häufig ineffektiv und wurden nur an Patienten mit
chronischen Erkrankungen durchgeführt. Die Übertragbarkeit der
Studienergebnisse auf gesunde Erwachsene oder eine einzelne spezifische
Erkrankung ist ungewiss.“ Wie soll man sich als Konsument nun
verhalten? Laut „Institute of Medicine“, einem U.S. wissenschaftlichen
Beratungsorgan, sind für den gesunden Normalbürger tägliche Vitamin E
Einnahmemengen von bis zu 1500 i.E. unbedenklich. Lassen Sie sich von
den Pauschalisierungen und reißerischen Schlagzeilen in den Medien
nicht verunsichern. Auf die Wirksamkeit von natürlichem Vitamin E
können Sie sich verlassen! Das Ergebnis der diskutierten Studie
verändert nicht den Wissensstand um die Unbedenklichkeit von Vitamin E.
Konsumenten, die bereits Vitamin E einnehmen, sollten das Vitamin
weiter vertrauensvoll zu sich nehmen. Menschen, die noch keine
Nahrungsergänzungsversorgung einnehmen, die Vitamin E enthält, sollten
damit beginnen, denn die meisten Menschen nehmen nicht die empfohlene
Tagesmenge von Vitamin E über die Nahrung zu sich. Ein Mangel an
Vitamin E begünstigt die Entstehung von vielen
Zivilisationskrankheiten. Das ist wissenschaftlich erwiesen!
(1)
GISSI-Prevenzione Investigators. Dietary supplementation with n-3
polyunsaturated fatty acids and vitamin E after myocardial infarction:
results of the GISSI-Prevenzione trial. Gruppo Italiano per lo Studio
della Sopravvivenza nell'Infarto miocardico. Lancet 1999; 354-447/55.
(2)
Collaborative Group of the Primary Prevention Project (PPP). Low-dose
aspirin and vitamin E in people at cardiovascular risk: a randomized
trial in general practice. Lancet 2001; 357-89/95.
(3) Stephens
NG, Parsons A, Schofield PM, et al. Randomised controlled trial of
vitamin E in patients with coronary disease: Cambridge Heart
Antioxidant Study (CHAOS). Lancet 1996; 347-781-6.
(4) Boaz M,
Smetana S, Weinstein T, et al. Secondary prevention with antioxidants
of cardiovascular disease in endstage renal disease (SPACE): randomised
placebo-controlled trial. Lancet 2000;356-1213-8.
zum Seitenanfang
Version zum Drucken | per e-Mail versenden
|
|