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Ausgabe 17 – 12/2001 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Vitamin E • Bromelain
Vitamin E – das Meister-Vitamin gegen Zivilisationskrankheiten Dieser
Artikel befaßt sich mit Tocopherol (Vitamin E), dem Meister-
Vitamin gegen eine Anzahl von Zivilisationskrankheiten, das seit dem
Jahre 1930 als wichtiger Nahrungsbestandteil bekannt ist.

Vitamin E - das Meister-Vitamin gegen Zivilisationskrankheiten Vitamin
E (Tocopherol) ist seit ca. 1930 als Nahrungsbestandteil bekannt. Aber
es sollte noch bis 1968 dauern, bis Vitamin E beim Menschen als
lebenswichtiger Nährstoff anerkannt wurde. In den dazwischen liegenden
Jahren wurde es sogar von schulmedizinischen Kreisen verlacht und als
ein “Vitamin bezeichnet, das noch eine Krankheit finden muss!” Das ist
vorwiegend darauf zurück zu führen, dass beim erwachsenen Menschen ein
klinisch deutlich erkennbarer Mangel an Vitamin E sehr selten ist.
Mangelerscheinungen können bei Störung der Absorption (Aufnahme im
Darm) bei Darmerkrankungen vorkommen. Ein Mangel führt zu
Zersetzungserscheinungen der roten Blutkörperchen sowie Muskelschwäche.
Von großer Bedeutung sind jedoch latente Mangelerscheinungen von
Vitamin E, die mit zahlreichen Krankheiten in Beziehung gebracht
werden, z.B. Arteriosklerose, Krebs, Infektionen,
Alterungserscheinungen, Rheuma, Diabetes, Nervenerkrankungen (z.B.
Alzheimer-Krankheit), Katarakte (Grauer Star, Altersstar), Schlaganfall.

Die verschiedenen chemischen Formeln von Vitamin E Vitamin
E ist nicht eine einzige chemische Substanz, sondern es gibt in der
Natur insgesamt vier leicht unterschiedlich aufgebaute Tocopherole und
vier weitere Stoffe, die Tocotrienole, die über eine Vitamin-E-Wirkung
verfügen. Sie sind zwar alle chemisch nah miteinander verwandt,
unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit aber stark. Der wichtigste,
weil bereits in geringer Dosierung wirksame Stoff ist das
Alpha-Tocopherol. Es ist auch die wichtigste Komponente im Körper: Etwa
90% seines Vitamin-E-Gehaltes setzt sich aus Alpha-Tocopherol zusammen.
Aber es gibt auch bemerkenswerte Mengen an Beta-, Gamma- und
Delta-Tocopherol in unserer Nahrung.
Aufgrund der unterschiedlichen Wirksamkeit der einzelnen Verbindungen
ist ein Vergleich von Vitamin-E-Gehalten in Nahrungsmitteln schwierig.
So hat z.B. Sojaöl einen höheren Tocopherol-Gehalt als Sonnenblumenöl.
Trotzdem ist die Vitamin-E-Aktivität von Sonnenblumenöl höher, weil das
Vitamin E in Sojaöl in Form von Gamma-Tocopherol vorliegt, während es
in Sonnenblumenöl hauptsächlich aus Alpha-Tocopherol besteht, welches
eine 10mal größere Potenz hat.
Daher werden die Mengen an Vitamin E oft in sogenannten
“Internationalen Einheiten” (i.E.) angegeben. Diese Größe bezieht sich
auf die biologische Wirksamkeit. Dabei gilt als Umrechnungsfaktor: 1
Milligramm Alpha-Tocopherol = 1,49 i.E.
Das wichtigste fettlösliche Antioxidans Vitamin
E gilt als das wichtigste fettlösliche Antioxidans. Es schützt die
fettähnlichen Strukturen der Zellmembran vor dem Einfluss von freien
Radikalen. Antioxidanzien findet man in jeder Zelle und in größeren
Mengen in Körperflüssigkeiten und im Blut. Verschiedene Zellkomponenten
werden durch verschiedene Antioxidanzien geschützt. Strukturen, die
Lipide enthalten (Zellwände, Lipoproteine im Blut, Nervenscheiden) sind
besonders reich an Vitamin E und A und dem Coenzym Q 10. Vitamin C,
Cystein und Beta-Carotin zirkulieren in Körperflüssigkeiten außer- und
innerhalb der Zellen. Die meisten dieser Antioxidantien entgiften freie
Radikale, indem sie den “elektronhungrigen”, freien Radikalen ein
Elektron spenden, und diese so in stabile, reaktionsschwache
Verbindungen verwandeln. Das Antioxidans wird durch diesen Prozeß
allerdings “aufgebraucht” oder oxidiert. Deshalb müssen die
Körperspeicher für Antioxidanzien ständig nachgefüllt werden.
Vitamin-E-Form
Alpha-Tocopherol
Beta-Tocopherol
Gamma-Tocopherol
Delta-Tocopherol
| Relative biologische Aktivität
100
50
10-30
1
|
Ohne Vitamin E würden wir “rosten” wie altes Eisen. Zusammen mit
Vitamin C und Beta-Carotin bildet dieses Vitamin den Schutzschild gegen
den oxidativen Angriff auf die Zellstrukturen. Es unterstützt das
Immunsystem und verbessert die Reparaturmechanismen der Zellen. Die
Sauerstoffversorgung des Gewebes und die Fließeigenschaft des Blutes
wird verbessert.
Ungesättigte Fettsäuren verbrauchen Vitamin E Viele
fettreiche Nahrungsmittel sind nicht nur reich an Vitamin E, sondern
enthalten auch große Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z.B.
Linolsäure, Omega-3-Fettsäuren). Diese sind im Körper ständig der
Gefahr einer Oxidation ausgesetzt. Und um sie davor zu schützen
verwendet der Körper Vitamin E als Antioxidans. D.h., ein großer Anteil
des aufgenommenen Vitamins wird durch die mit demselben Nahrungsmittel
zugeführten – und für unsere Ernährung ebenfalls unentbehrlichen –
Fettsäuren sofort wieder verbraucht. So sind zwar Fische relativ
reich an Vitamin E, aber ihr hoher Gehalt an Fischölfettsäuren ist
dafür verantwortlich, dass der Körper für deren Oxidationsschutz mehr
Vitamin E verbraucht, als im Fisch vorhanden ist.
Daher ist es ratsam zusätzlich Vitamin-E-Präparate einzunehmen, wenn
man Fischölkapseln als Nahrungsergänzung konsumiert. Dies kann
beispielsweise bei Rheuma oder Arteriosklerose der Fall sein. Pro Gramm
ungesättigter Fettsäure wird eine Zusatzdosis von 0,9 mg Vitamin E
empfohlen.
Vitamin E und seine Aufgaben Vitamin
E erfüllt zahlreiche Aufgaben in unserem Körper. Sie lassen sich vor
allem auf die antioxidative Funktion von Vitamin E zum Schutz vor
Freien Radikalen zurück führen. Bei folgenden körperlichen Prozessen
spielt Vitamin E eine wichtige Rolle:
- Schutz der Zellwände, Zellmembranen und Hormone
- Förderung des Eiweißstoffwechsels
- Unterstützung des Nervensystems
- Hemmung der Blutplättchenverklumpung
- Stärkung der Immunabwehr
- Verbesserung der Sauerstoffversorgung im Gewebe
Es ist nachgewiesen, dass ein Mangel an Vitamin E die Entstehung von
vielen Zivilisationskrankheiten begünstigt. Bei bestehenden
Erkrankungen kann die Einnahme von hochdosierten Vitamine E Präparaten
den Krankheitsverlauf lindern und die Heilung beschleunigen.
Bei folgenden Erkrankungen ist Vitamin E zur Behandlung ein entscheidender Nährstoff.
Arteriosklerose (Herzerkrankungen)
Zahlreiche Untersuchungen an verschiedenen Bevölkerungsgruppen zeigten,
dass ein niedriger Blutspiegel an Vitamin E einer der wichtigsten
Risikofaktoren für Herzerkrankungen ist, sicherlich bedeutsamer als ein
hoher Cholesterinspiegel oder hoher Blutdruck. Wahrscheinlich besteht
die schützende Wirkung von Vitamin E in seiner Fähigkeit, die Oxidation
(Angriff von Sauerstoff und Freien Radikalen) der ungesättigten
Fettsäuren verschiedener Cholesterin-Arten zu vermindern. Zu hohe
Cholesterinwerte begünstigen Arteriosklerose und erhöhen damit das
Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei der Beurteilung eines zu
hohen Cholesterinspiegels reicht die Nennung des Gesamtcholesterins
nicht aus. Vielmehr muss die Höhe des “guten” Cholesterins, des HDL und
des “schlechten” Cholesterins LDL berücksichtigt werden. Dabei gilt: je
niedriger das LDL und je höher das HDL, desto besser. Es hat sich
gezeigt, dass der Cholesterinspiegel durch die Ernährung nur
unwesentlich beeinflußt werden kann. Die Universität von Texas, Dallas,
führte eine Doppelblindstudie durch. Die Hälfte der Probanden bekam
Placebos, die andere Hälfte 800 i.E. Vitamin E täglich. Das Ergebnis
nach 3 Monaten: In der Gruppe, die Vitamin E bekam, dauerte es doppelt
solange, bis LDL-Partikel oxidierten, wie in der Vergleichsgruppe.
Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass Vitamin E sich mit
LDL-Partikeln verbindet und diese schützt, “ranzig” zu werden.
Derartige ranzige, also oxidierte Teilchen lagern sich als sogenannte
Plaque in der Arterieninnenwand ein und führen zur Arteriosklerose, den
krankhaft verengten Arterien. Solange genügend Vitamin E vorhanden ist,
bleibt das LDL harmlos. Eine Studie der Harvard-University mit 40.000
Teilnehmern ergab eine Reduzierung der Herzerkrankungen um 37 % bei den
Probanden, die regelmäßig Vitamin E substituierten. In Albuquerque, New
Mexico ergaben die Nachsorgeuntersuchungen an Patienten mit koronarem
Bypass an 162 Männern im Alter zwischen 40 und 59 Jahren, dass
diejenigen, die mehr als 100 i.E. Vitamin E täglich einnahmen,
signifikant weniger neue Einlagerungen an arterieller Plaque aufwiesen
als die Kontrollgruppe. Mehrere Studien zeigen, dass eine zusätzliche
Gabe von Vitamin E vor Herzerkrankungen schützt.
Allerdings ist heute klar, dass das Vitamin darüber hinaus über weitere
Wirkungen verfügt, die einer Verstopfung der Gefäße vorbeugen. Zum
einem hemmt es die Zusammenballung der Blutplättchen und damit die
Bildung gefährlicher Thromben. Zum anderen kann es übermäßige Teilungen
von Muskelzellen unterbinden, die die Blutgefäße auskleiden. Solche
fehlgesteuerten Zellteilungen werden als eine weitere Ursache der
Gefäßverengungen im Verlauf der Arteriosklerose erachtet.
Natürliche Vitamin E Quellen:
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Korn, vor allem Weizenkeime
Nüsse, vor allem Sonnnenblumenkerne,
Haselnüsse und Mandeln
Gemüse, vor allem Sellerie, Spinat
Gewürze, vor allem Pfeffer, Sauerampfer
Fisch, vor allem Garnele, Lachs
Fleisch, vor allem Innereien, Leber
Eier
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Diabetes Gerade für Diabetiker
ist Vitamin E unersetzlich. Durch ihre Disposition sind Diabetiker
einer besonderen Gefahr, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln,
ausgesetzt. Gerade die (abnorme) Verklumpung von Blutplättchen ist ein
Merkmal von Diabetes, gegen das Vitamin E wie schon dargestellt,
entschieden vorgeht. Außerdem senkt Vitamin E zu hohe Blutfettwerte,
von denen Diabetiker auch besonders betroffen sind. Die zu hohen
Blutfettwerte kommen dadurch zustande, dass Glukose nicht in die Zellen
eintreten und als Energielieferant verwendet werden kann, da das Hormon
Insulin ungenügend wirksam ist. Da Glukose nicht verfügbar ist und die
Zellen trotzdem mit Energie versorgt werden müssen, werden die
Fettreserven mobilisiert. Im Blut zirkulieren sehr hohe Fettmengen,
welche zusammen mit einem hohen Glukosegehalt die Blutgefäße und die
Nerven schädigen.
Krebs
Niedrige Blutspiegel an Vitamin E bedingen ein erhöhtes Risiko für das
Auftreten von Krebserkrankungen. Als starkes Antioxidans schützt
es die Zellmembranen und die DNS vor Oxidationsschäden. Vitamin E
unterbricht die Radikalenreaktion. Vitamin E geht mit den Freien
Radikalen eine Verbindung ein und “neutralisiert” sie, indem die
Radikalen zu stabilen, nicht toxischen Stoffwechselprodukten umgeformt
werden und so die Zellschädigung verhindert.
Rheuma
Da Vitamin E Entzündungen und Versteifungen der Gelenke verringert, ist
es ein geeignetes Heilmittel gegen Rheuma und Arthritis.
D-Alpha-Tocopherol wurde in einer Doppelblindstudie an 41 Patienten mit
chronischer Polyarthritis gegen das traditionelle Antirheumatika
Diclofenac geprüft. Die Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt und
erhielten entweder 3 x 544 i.E. Vitamin E oder 3 x 50 mg Diclofenac
über einen Zeitraum von 3 Wochen. Die klinischen Parameter
(Morgensteifheit, Schmerzangabe, maximale Gehzeit) besserten sich in
beiden Gruppen statistisch signifikant. Es war zwischen beiden
Behandlungsmethoden kein statistischer Unterschied feststellbar.
Degenerative Nervenerkrankungen
Der Verlust von Hirnzellen bei der Parkinsonschen Krankheit wie auch
bei Demenz und Alzheimer kann durch Oxidationsschäden an den Nerven
verursacht werden. Da Vitamin E antioxidative Wirkung hat, kann es den
Krankheitsverlauf verlangsamen.
Katarakt
Meistens wird der Graue Star durch Licht und Strahlung verursacht,
denen die Linse ein Leben lang ausgesetzt war. Die Trübungen werden
durch oxidative Prozesse verursacht und in Gang gehalten. Eine
ausreichende Versorgung mit Vitamin E kann die durch freie Radikale
verursachten Schäden der Augenlinse vermindern und das Katarakt-Risiko
senken.
Der Verlust von Hirnzellen bei der Parkinsonschen Krankheit wie auch
Demenz und Alzheimer kann durch Oxidationsschäden an den Nerven
verursacht werden. Da Vitamin E antioxidative Wirkung hat, kann es den
Krankheitsverlauf verlangsamen.
Altern
Das Altern ist natürlich keine Krankheit sondern ein natürlicher
Prozess, von dem jeder Mensch betroffen ist. Es ist jedoch eine
Tatsache, dass manche Menschen früh und schnell altern, andere dagegen
ihre jugendliche Haut lange behalten. Dies ist nicht nur auf eine
erbliche Veranlagung zurückzuführen, sondern vor allem darauf, wie sehr
die Haut oxidativem Stress, d.h. schädlichen Umwelteinflüssen wie
UV-Strahlung, Auto- und Industrie-Abgase, chlorhaltiges Wasser,
Lebensmittelzusatzstoffe, Zigarettenrauch ausgesetzt wird. Vitamin E
kann Zellen schützen und Schäden durch ständigen Oxidationsstress
verringern.
Empfehlung
Es tut jeder gut daran, zusätzlich Vitamin E als Nahrungsergänzung zu
nehmen. Über die Nahrung allein ist es schwierig Vitamin E in der Menge
aufzunehmen, dass der Körper ausreichend damit versorgt ist. Man
nimmt Vitamin E vorzugsweise mit den Mahlzeiten ein. Dann wird das
fettlösliche Vitamin am besten mit den Nahrungsfetten im Darm
verwertet. Seine vorbeugende oder heilende Wirkung kann das Vitamin nur
bei einer regelmäßigen Einnahme entfalten.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Frankfurt/Main
empfiehlt bei Erwachsenen eine Mindestaufnahme von 12 Milligramm
Alpha-Tocopherol täglich. Diese Menge ist aber nur danach berechnet,
dass durch sie Mangelsymptome verhindert werden. Der gesundheitliche
Nutzen, der durch eine Mehraufnahme von Vitamin E erreicht werden
könnte, ist dabei nicht berücksichtigt. Eine solide Dosierung ist ein
Vitamin-E-Präparat mit 400 i.E. Dies kann als Unterhaltsdosierung
eingenommen werden, aber auch schon therapeutischen Nutzen zeigen bei
den genannten Erkrankungen.
Aber auch die Einnahme hoher Dosen Vitamin E, also bis 1000 i.E., ist
zur Entfaltung seiner heilenden Wirkung sehr empfehlenswert. Es sind
übrigens auch bei diesen Dosierungen keinerlei toxische Reaktionen
bekannt geworden. Sogar Mengen von bis zu 2000 i.E. pro Tag sind über
einen längeren Zeitraum eingenommen worden, ohne dads irgendwelche
Nebenwirkungen beobachtet worden wären.
Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten jedoch mit
sehr hohen Dosen vorsichtig sein. Da Vitamin E das Blut auf natürliche
Weise verdünnt, könnten Personen, die diese Medikamente benutzen, eine
erhöhte Neigung zu Blutungen zeigen.
Diabetes-Patienten sollten achtsam sein, wenn sie beginnen, hohe Dosen
Vitamin zu sich zu nehmen, weil das Vitamin den Bedarf an Insulin
herabsetzen und niedrigen Blutzucker bei derselben Menge an Insulin
produzieren könnte. Hier empfiehlt sich eine allmähliche Steigerung der
Dosierung nach anfänglicher Zufuhr von 200 i.E. pro Tag.
Der amerikanische Hersteller KAL® bietet in seinem Sortiment eine Reihe
qualitativ hochwertiger Vitamin-E-Produkte an. Es gibt Dosierungen von
200 i.E. bis zu 1000 i.E. Vitamin E pro Kapsel, die natürlich aus der
wichtigsten Komponente, dem Alpha-Tocopherol, bestehen. Es ist generell
sehr wichtig darauf zu achten, dass vor dem Alpha-Tocopherol ein “l”
steht, nämlich nur dann handelt es sich um natürliches Vitamin E, das
vergleichsweise mit synthetisch hergestellten Vitamin E dreimal so gut
vom Körper aufgenommen wird. Steht vor dem Alpha-Tocopherol ein “dl”
geschrieben, handelt es sich auch eindeutig um synthetisches Vitamin E,
welches vom Einnehmer vermieden werden sollte.
Hervorzuhebem ist ein neues Produkt der Firma KAL®, das Tocotrienols
heisst. Dieses enthält 50 mg gemischte Tocotrienole sowie
d-Alpha-Tocopherol. Gerade bei sehr hohem oxidativem Stress kann dieses
Produkt empfohlen werden.
Tocotrienole:
Die eingangs erwähnten
vier “Vettern” der Vitamin-E-Familie, die Tocotrienole, galten lange
als Substanzen, die wenig Bedeutung für unsere Gesundheit zu haben
schienen. Das hat sich in jüngster Zeit schlagartig geändert, seit das
Zwischenergebnis gegenwärtig noch laufenden fünfjährigen
Doppelblind- Studie veröffentlich wurde, aus dem ersichtlich ist,
dass Tocotrienole 40–60 x stärker in der Bekämpfung von oxidativen
Schäden an unseren Zellen sind als die als Vitamin E klassifizierten
Tocopherole.
An dieser Studie waren 50 Patienten zwischen 49 und 83 Jahren
beteiligt, deren Halsschlagader (Karotidarterie) durch
arteriosklerotische Ablagerungen (Plaques) verengt waren. Die
Halsschlagader ist die Hauptarterie für die Blutversorung des Gehirns
und ihre Verengung erhöht natürlich das Risiko eines Schlaganfalles.
Der Grad der Verengung reichte von 15–79 %. Viele der Patienten hatten
bereits einen Schlaganfall ohne Behinderungsfolgen erlitten. Die
teilnehmenden Patienten erhielten ausser 100 mg Vitamin E täglich 650
mg gemischte Tocotrienole (Alpha-Tocotrienol und Gamma-Tocotrienol).
Nach 18 Monaten hatte sich der Gesamtzustand von 25 Patienten deutlich
gebessert, bei 7 weiteren Patienten hatten sich darüber hinaus die
Cholesterin-Ablagerungen in der Arterie so verringert, dass das
Schlaganfall-Risiko signifikant gesunken war.
“Auf jeden Fall hat die Studie deutlich gezeigt, dass Vitamin E,
hauptsächlich als Tocotrienol, die Arterienwände irgendwie
sauberschrubben und die Verkalkungen fortspülen konnte”, meinte Dr.
Marvin Bierenbaum, der die Studie durchführende Kardiologe. Er nennt es
eine “bahnbrechende Studie”, die beweist, “dass es eine Alternative zur
Chirurgie” gibt. Dr. Bierenbaum setzt zur Behandlung seiner Patienten
natürlich auch Alpha-Tocopherol, also gewöhnliches Vitamin E ein, aber
er macht hauptsächlich die Tocotrienole für den Abbau der Verkalkungen
in den Karotidarterien verantwortlich.
Andere Studien mit Tocotrienolen ergaben ähnlich viel
versprechende Resultate. So berichtet A. Qureshi über einen Versuch,
bei dem die Probanden über einen Monat täglich 200 mg Gamma-Tocotrienol
erhielten. Dabei ergab sich eine Verringerung der (überhöhten)
Cholesterinwerte um nicht weniger als 30 %. Bemerkenswert in dieser
Untersuchung war auch, dass sich Thromboxan, ein Blutbestandteil, der
unerwünschte Verklumpungs- und Entzündungsneigung fördert, um mehr als
20% zurückging.
Tocotrienole sind in Gersten- und Reisksleie enthalten, wenn auch nicht
in therapeutisch wirksamen Mengen. Die weitaus beste natürliche Quelle
ist das Palmöl, aber nicht in seiner gehärteten Form als Palmfett.
Gehärtetes Palmfett sollte – wie alle gehärteten Fette – besser nicht
für die Ernährung verwendet werden. Die angebotenen
Tocotrienol-Supplemente werden meist aus Palmöl gewonnen. Die
empfohlende Tagesdosierung liegt zwischen 100 und 300 mg.
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Weiteres Thema in dieser Ausgabe:
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