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Ausgabe 24 – 09/2003 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Verdauung und Gesundheit
Verdauung und Gesundheit – Darmreinigung - Darmpflege Dieser
Artikel befaßt sich mit unserer körperlichen Verdauung. Wenn unsere
Nahrung nicht mehr richtig verdaut wird, werden Gift- und
Schlackenstoffe nicht effektiv aus dem Körper ausgeschieden. Darum ist
die Pflege unseres Verdauungsapparates ein grundsätzliches Thema zur
Steigerung des eigenen Wohlbefinden und der Gesundheit.

Verdauung und Gesundheit Wie
unsere Verdauung funktioniert, davon hängt unsere allgemeine Gesundheit
ab. Wenn wir nicht in der Lage sind, unsere Nahrung richtig zu verdauen
und Gift- und Schlackenstoffe effektiv aus dem Körper auszuscheiden,
können wir nicht wirklich gesund sein. Lange sind die Zusammenhänge
zwischen Verdauung und gutem Allgemeinbefinden kaum beachtet worden.
Heute, angesichts der erschreckenden Verbreitung von Verstopfung,
Reizdarm, Darmentzündungen, Pilzbefall und anderen Erkrankungen des
Verdauungsapparates erhält die alte Volksweisheit „Der Tod sitzt im
Darm“ ein ganz neues Gewicht. Fehlfunktionen in diesem Bereich
verschlimmern alle eventuell sonst vorhandenen Gesundheitsstörungen,
weil - durch die Ablagerung belastender toxischer Abfallprodukte im
Organismus - die körpereigenen Heil- und Abwehrkräfte nachhaltig
geschwächt werden.

Im folgenden wird dargestellt, wie Sie die Zusammenhänge zwischen
Gesundheit und Verdauung zu Ihrem Wohl im eigenen Alltagsleben beachten
und so Ihrem Organismus helfen können, die lebenswichtigen Vorgänge der
Verarbeitung der Nahrung in Körpersubstanzen und Energie, die wir unter
dem Begriff „Verdauung“ zusammenfassen, optimal zu erfüllen.

„Das Wunder des Gesundbleibens“
In letzter Zeit ist, nicht zuletzt ausgelöst durch den drohenden
Kollaps des Gesundheitssystems, die Notwendigkeit erkannt worden, die
der Gesundheit selbst zugrundeliegenden Bedingungen genauer zu
untersuchen. Es geht also um die Frage: Wie entsteht Gesundheit, was
braucht sie für ihr Gedeihen? Der „Vater“ dieser Bestrebungen, Aaron
Anatovsky, prägte dafür den Begriff Salutogenese (lat. Salus = Heil,
griech. Genesis = Entstehung).Er staunte über das „Wunder des
Gesundbleibens“ und suchte die grundlegenden Faktoren, die für die
Entstehung und Erhaltung von Gesundheit maßgeblich sind. Bis heute ist
die Medizin ja im wesentlichen immer noch mit „Pathogenese“ (griech.
Pathos = Krankheit) befaßt. Sie beschäftigt sich eben intensiv mit den
Störungen der Gesundheit, aber kaum mit der Gesundheit selbst und dem
Gesunden an sich. Es ist offensichtlich, daß sich viel unnötiges Leid
vermeiden ließe, wenn man das Krankwerden von vornherein verhüten oder
es auf den mit zunehmendem Alter unvermeidlichen Verbrauch der
Lebenskräfte beschränken könnte. Da Vorbeugen besser, wichtiger – und
billiger – als Heilen ist, fordern die Anhänger der Salutogenese eine
Gesundheitsmedizin als Grundlage und Ergänzung der bisher als
Krankheitsmedizin orientierten Heilkunde. Die Medizin der Zukunft
dagegen wird aus dieser Sicht in erster Linie Vorsorgemedizin sein:
Vorsorgemedizin, die sich nicht darauf beschränkt, durch labormäßiges
„Durchchecken“ des Menschen bereits vorhandene Erkrankungen frühzeitig
zu entdecken. Gemeint ist vielmehr eine aktive Präventiv-Medizin, die
den sogenannten Noch-Gesunden berät und anregt, aktiv Förderliches für
die Erhaltung und Verbesserung seines Zustandes zu unternehmen.

Ein Verfechter der „Salutogenese“, vor hundert Jahren
Einer der Pioniere dieser Denkweise war der geniale Österreicher Franz
Xaver Mayr, dem sich die für seine weit tragenden Einsichten
entscheidenden Fragestellungen schon als Student der Medizin ergaben.
Mayr behandelte – das war um 1900 – in einer Kuranstalt
Darmkranke. Er fragte sich einfach, woran er das Ziel seiner
Behandlung, nämlich die Gesundheit, erkennen könne. Zu seiner
Überraschung stellte er fest, daß weder verläßliche Kriterien der
Gesundheit des Verdauungsapparates (mit dem er ja konkret befaßt war)
noch solcher der Gesundheit des Menschen überhaupt bekannt waren.
Mayr wollte es nun wissen. Er wandte sich an den Chefarzt der
Darmklinik und an die Professoren seiner Universität mit folgenden
Fragen:
- An welchen Merkmalen erkennt man die Gesundheit des Menschen im allgemeinen und seines Verdauungsapparates im besonderen?
- Wie groß, wie geformt, wie beschaffen ist der gesunde Bauch? An welcher Grenze geht das Gesunde in das Krankhafte über?
Niemand der Experten wußte eine Antwort. Das stellte sich letztendlich
als Segen heraus, denn nun hatte Mayr seine Lebensaufgabe gefunden. In
jahrzehntelangem Forschen anhand penibler Untersuchungs- und
Behandlungsreihen mit tausenden von Patienten entwickelte er jene
Kriterien des gesunden Leibes, die ihn berühmt gemacht haben und die er
als Lehre in einer „Diagnostik der Gesundheit“ zusammenfaßte. Mit ihrer
Hilfe läßt sich zeigen, wie weit der Gesundheitszustand eines Menschen
von seiner Optimalform abweicht. Dadurch können bisher unbeachtete
Organschäden, Krankheitsvorstadien und Krankheitsstadien festgestellt
werden. Es kann auf diese Weise auch ermittelt werden, ob sich der
Gesundheitszustand verbessert oder verschlechtert hat und schließlich,
welche Faktoren die Gesundheit günstig oder ungünstig beeinflussen.
Mayr begründete mit seiner „Diagnostik der Gesundheit“ die Lehre oder
Wissenschaft vom gesunden Menschen, die sich neben der Erkennung vor
allem die Erhaltung des bestmöglichen Gesundheitszustandes zum Ziel
setzt. Er war mit dieser Sichtweise seiner Zeit weit voraus!

Dr. F. X. Mayr, ein Pionier der Darmreinigung
Der junge, energische Dr. Mayr bewies auch in seinem Fachbereich, der
Behandlung von Erkrankungen des Verdauungsapparates, enormen Weitblick
und ein sicheres wissenschaftliches Urteil. Er erkannte, daß der
Darmtrakt der meisten heutigen Menschen „nicht mehr sauber, nicht mehr
voll leistungsfähig und daher auch nicht gesund“ sei. Durch
„abgelagerte Rückstände oder Schlacken“ sei er „mehr oder weniger
verschmutzt, oft entzündet und durch Verunreinigungen zu einer
gefährlichen Giftquelle geworden. Diese untergrabe die Gesundheit und
mache den Menschen früher krank, alt und häßlich.“
Dr. Mayr forderte daher im Interesse der Gesundung jedes nicht
vollgesunden Menschen die gründliche Säuberung seines
Verdauungsapparates. (Zitat nach Dr. med. Erich Rauch)
Die immense Bedeutung seiner Entdeckung erhärtete sich durch seine
originelle Behandlungsmethodik. Mayr behandelte nämlich alle seine
Patienten, „gleichgültig, ob sie nun wegen Kopf-, Hals-, Lungen-,
Herz-, Magen- oder Unterleibsbeschwerden zu ihm gekommen waren, so als
ob sie verdauungskrank wären. Er sorgte für gründlichste Säuberung der
Verdauungsorgane aller Patienten, auch derer, die scheinbar
verdauungsgesund waren. Dabei kam er zu dem verblüffenden Ergebnis, dass
- auch die angeblich Verdauungsgesunden nicht völlig gesund,
sondern oft schon erheblich verdauungsgeschädigt (und
verschlackt!) waren, und
- mit der Gesundung und Reinigung des Verdauungsapparates auch die
meisten anderen Leiden, zum Beispiel der Lungen, des Herzens, des
Unterleibes usw. sich zurückbildeten oder gänzlich
schwanden.“
(Zitat nach Dr. med. Erich Rauch)


Die Darmträgheit und ihre Folgen
Selbstvergiftung (intestinale Autointoxikation)
Die krankmachende Darmträgheit manifestiert sich typischerweise durch
Verstopfung. Man hat lange geglaubt, daß Darmträgheit sich auf den
Dickdarm beschränkt. Mayr wies aber nach, daß bei der „überwiegenden
Mehrzahl aller Zivilisationsmenschen (auch) eine Dünndarmträgheit
besteht“. Dadurch stockt der Transport des verderblichen Speisebreis,
es treten Zersetzungsprozesse auf, die zu Schleimhautreizungen,
Gasbildungen, Auftreibung des Leibes und Blähungen führen. Im
erschlafften Darm entstehen Zersetzungsgifte, z. B. Gärprodukte wie
Säuren und Alkohole (aus Zucker und kohlenhydratreichen Speisen) oder
andere hochgiftige Fäulnisstoffe (aus eiweißreicher Nahrung wie Fisch
oder Fleisch). Gelangen die im Darm entstehenden Gifte in die Blutbahn
(was z. B. durch entzündlich veränderte Darmschleimhäute begünstigt
wird), können sie allmählich eine chronische Selbstvergiftung aus dem
Darm hervorrufen (intestinale Autointoxikation). Nach Dr. Rauch, einem
persönlichen Schüler von Dr. Mayr, können als Symptome der intestinalen
Gifteinwirkung u. a. auftreten:
„Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, Arbeitsunlust, Mißmut,
Gereiztheit, Erregbarkeit, Nervosität, übler Körper- und Mundgeruch,
Zungenbelag, Rücken- und Kreuzschmerzen, Gelenkschmerzen, Schlaf – oder
Sehstörungen, Kopfschmerzen oder Kopfdruck, Migräne, Herzbeschwerden,
Atemnot, Gefäßkrämpfe (mit ständig kalten Händen und Füßen),
Schwindelgefühle, Erschöpfungszustände, starkes Schwitzen,
Bluthochdruck, Neuralgien.“
Dr. Rauch ergänzt: „Die Quelle solcher Vergiftungserscheinungen ist
vielen Menschen bekannt, da diese Beschwerden gerade im Falle einer
gelegentlichen Stuhlverstopfung auftreten oder sich zu intensivieren
pflegen. Beträchtlich Stuhlverstopfte leiden fast ständig darunter.
Die objektiven Folgen dieser „Autointoxikation“ (Selbstvergiftung)
bestehen in einer Schädigung aller Körperzellen und Organe, wobei
Sinnesorgane, Nerven, Gefäße und Hormondrüsen besonders empfindlich
reagieren.“
Dysbiose
Zu den am meisten verbreiteten Folgen der Darmträgheit gehört die
Dysbiose. Damit bezeichnet man die krankhafte Veränderung der
Darmflora, also der Bakterienbesiedlung des Darms. Bestimmte Bakterien
sind die Hauptverbündeten bei den Stoffwechselvorgängen im Darm. Sie
leben in Symbiose, d. h. zum gegenseitigen Nutzen, mit ihrem
Wirtsorganismus. Dieser harmonische Zustand des wechselseitigen Nutzens
wird als Eubiose bezeichnet. Normale Darmbakterien können u. a.
Krankheitskeime und Parasiten vernichten. Sie stärken die
Grundgesundheit, z. B. durch ihre Fähigkeit, bestimmte Vitamine zu
erzeugen. Wird die normale Bakterienbesiedlung gestört, z. B. durch den
übermäßigen Verzehr kohlenhydratreicher Nahrung, oder geschädigt, z. B.
durch Antibiotika, ist die Überwucherung der Darmflora durch
bakterielle Degenerations- und Schmarotzerformen die unausbleibliche
Folge. Diese Mikroorganismen zersetzen dann den infolge der
Darmträgheit gestauten und teilweise an den Darmwandungen festhaftenden
Darminhalt und bilden gesundheitsschädigende Gifte. Behoben kann dieser
Zustand nur, indem durch gezielte Symbioselenkung wieder eine gesunde
Darmflora hergestellt wird. Symbioselenkung bedeutet, die Überwucherung
durch schädliche Mikroorganismen zu beseitigen und die Besiedlung der
Darmflora durch körperfreundliche Bakterien aufzubauen. Eubiose ist
also Ziel der Symbioselenkung.
Organschäden
Darmträgkeit kann zur Erkrankung sämtlicher Verdauungsorgane führen. Es
ist leicht einsehbar, daß die chronische Belastung mit Darmgiften die
mit dem Stoffwechsel befassten Organe wie Leber, Magen, Galle oder
Bauchspeicheldrüse auf Dauer schädigen kann. Die Entstehung von
Zwölffingerdarm-Entzündungen und –Geschwüren, Divertikulitis,
Hämorrhoiden, Darm-Polypen, entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus
Crohn und Colitis ulcerosa und leider auch Darmkrebs werden durch den
chronischen Verdauungsschaden Darmträgheit begünstigt. Umso wichtiger
ist es, schon aus Vorbeugungsgründen für die regelmäßige Entgiftung des
Organismus zu sorgen.
Verschlackung des Körpers
Wenn der Darm den Stoffwechsel nur noch ungenügend entlasten kann und
die anderen Ausscheidungsorgane ( Nieren, Haut und Lunge) diesen Mangel
nicht mehr vollständig ausgleichen können, werden die rückgestauten
Stoffwechsel-Abfallprodukte im Körper abgelagert; zunächst im Fett- und
Bindegwebe, später auch in Sehnen, Kapseln und Muskeln. Manifestationen
dieser Schlackenablagerungen im Unterhautgewebe ist z. B. die
Cellulitis. In Kapseln und Gelenken werden die Ablagerungen als
Versteifungen und Arthrosen spürbar, Ablagerungen in den inneren
Organen wie Herz, Nieren oder Leber tragen zur vorzeitigen Degeneration
dieser Organe bei.
Schließlich führt die Verschlackung dazu, daß alle Zellen schlechter
ernährt werden. Schlecht ernährte Zellen und Organe sind weniger
leistungs- und widerstandsfähig. Dadurch altern wir vorzeitig, denn die
Hauptträger der Vitalität werden geschwächt. Die Skelettmuskulatur
ermüdet schneller und leistet weniger, die Herzmuskulatur wird anfällig
für Erkrankungen. Schlecht ernährte Drüsenzellen bewirken vorzeitiges
Altern, schlecht ernährte Hirnzellen rufen Gedächtnisstörungen hervor.
Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Darmträgheit und generellem
Leistungsabfall von Gehirn und Nervensystem, bis hin zu Gemütsstörungen
wie Depressions- und Gereiztheitszuständen, unklarem (vernebeltem)
Denken und nachlassender Konzentrationsfähigkeit.

Die Mayr-Kur
Dr. Mayr behandelte seine Patienten kurmäßig und auch heute gibt es
zahlreiche Kurhäuser, die auf Mayr-Kuren spezialisiert sind; sowie auch
Ärzte, die ambulant die Schonkur nach Dr. Mayr durchführen.
Die typische Mayr-Kur (Fasten-, Diät- und Darmregenerationskur) dauert
wenigstens 2, besser 3 Wochen, und umfaßt im allgemeinen strenges Heil-
und Teefasten, später Milch-Semmel-Diät oder erweiterte
Schonkostformen, Darmsäuberung (mit Karlsbader oder Glauber-Salz) und
manuelle Bauchbehandlung sowie Training des richtigen Essens. Die Kur
sollte idealerweise jedes Jahr wiederholt werden. (Wärmstens zu
empfehlen!)
Darmreinigung und Entgiftung - aus orthomolekularer Sicht
Was tun bei Darmträgheit?
Vielleicht können wir nicht jedes Jahr eine Mayr-Kur machen, aber
sicher können wir jeden Tag viel dafür tun, unseren Verdauungsapparat
gesund und vital zu erhalten. Und wir können dabei die grundlegenden
Erkenntnisse nutzen, die ganzheitlich denkende und arbeitende Ärzte und
Wissenschaftler wie Dr. Mayr vermittelt haben.
Verstopfung
Dies ist mit Abstand die häufigste Störung des Verdauungsapparates. Die
– oft chronische – Verstopfung ist durch harten Stuhl oder seltenen, d.
h. nicht täglichen, Stuhlgang gekennzeichnet. Besonders Frauen
und ältere Menschen sind von diesem typischen Zivilisationsleiden
betroffen. Bewegungsmangel, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme (es sollten
2–3 Liter stilles Quell- oder Mineralwasser täglich sein) und eine
Ernährung mit zu wenig Ballaststoffen sind bekanntermaßen beteiligte
Faktoren.
Im Arbeitsleben stehende und oft eben auch gerade ältere Menschen
können eine optimale, vitalstoffreiche Ernährung nicht immer
sicherstellen. Hier ist die Nahrungsergänzung mit bestimmten
Vitalstoffen eine große Hilfe. So zieht Vitamin C Wasser in den Darm
und macht den Stuhl weich. Man muss seine individuelle Dosierung (meist
zwischen 1 und 3 g) herausfinden, bis man bei der Dosis angelangt ist,
die die Verstopfung lindert. Diese nimmt man (als Einzeldosis) morgens
nach dem Aufstehen.
Vitamin B 5 (Pantothensäure) ,250 mg täglich, regt die Darmtätigkeit an und mildert Verstopfung.
Magnesium, (400 – 800 mg täglich) regt die Darmtätigkeit an und mildert Verstopfung.
Unerläßlich sind zusätzliche Nahrungsfasern, am besten Flohsamen (Psyllium).
Nahrungsfasern, oft auch als Ballaststoffe bezeichnet, sind
unverdauliche Nahrungsbestandteile, z. B. Zellulose, die unversehrt in
den Darm gelangen und dort Wasser aufsaugen, was ihr Volumen und das
Volumen des Stuhls vergrößert und ihn weicher macht. Dies regt die
Tätigkeit der Muskeln im Darm (Peristaltik) an, die den Stuhl schneller
voranschieben. Weiterhin besonders hilfreich bei Verstopfung sind
freundliche Lacto-Bazillen wie Acidophilus und Bifidus sowie
Verdauungsenzyme, die mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate,
Eiweiß und Fett verdauen helfen.
Es gibt hervorragende kombinierte Vitalstoff-Präparate, die auf völlig
natürliche Weise bei Verstopfung helfen. Diese Produkte enthalten reichlich
Ballaststoffe (Flohsamen und Rote Beete-Fasern), Acidophilus und
Bifidus zur Harmonisierung der Darmflora, Vitamin C und Acerola-Pulver
sowie die Verdauungsenzyme Papain, Protease und Amylase.
Nehmen Sie keine Abführmittel! Allenfalls als äußerste Notmaßnahme und
nie über einen längeren Zeitraum. Die meisten Abführmittel
beeinträchtigen die normale Darmfunktion und die Aufnahme von
Nährstoffen. Sie machen leicht abhängig und können auch die Entwicklung
von Darmreizungen beschleunigen.

Der Verdauungsapparat (nach Dr. F. X. Mayr)

Der
menschliche Verdauungsapparat, ein schlauchförmiger Kanal, erreicht
beim erwachsenen Menschen eine Länge bis zu 9 Metern. Der
Verdauungstrakt beginnt mit den Lippen des Mundes und endet mit dem
After. Er umfaßt Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünn- und
Dickdarm. Zu ihm gehören ferner Anhangdrüsen, wie die Speicheldrüsen
der Mundpartien, die Leber mit der Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse
sowie Milliarden von Schleimhautdrüsen im Magen-Darm-Bereich.
Das harmonische Zusammenwirken aller dieser Teile ergibt die gesunde Verdauung.
Verdauen heißt daher nicht, wie die meisten glauben, Stuhl produzieren, sondern Verdauen heißt:
- Die aufgenommene Nahrung mechanisch, chemisch und
bakteriell richtig aufzuschließen und in Körpersubstanz und Energie
umzuwandeln. Dabei erfolgt die Aufsaugung der Nährstoffe in das Blut
(vor allem durch die wulstartig ausgestülpten Darmzotten) über eine
resorptive Darmfläche, die ausgebreitet die Größe eines Tennisplatzes
hat;
- die unverwerteten Abfallstoffe rechtzeitig auszuscheiden.
Das Gegenteil von diesem normalen Verdauungsvorgang sind die üblichen,
krankmachenden Gärungs- und Fäulnisprozesse.
- Wie die Feinwurzeln der Pflanzen die Nährstoffe aus dem
Erdreich aufnehmen und den Zweigen, Blättern und Blüten zur Verfügung
stellen, so wurzeln auch unzählige Darmzotten im Speisebrei, saugen die
vom Verdauungsapparat ab- und umgebaute Nahrung auf und übergeben sie
dem Blut, das sie an alle Bedarfsstellen (Organe, Gewebe, Körperzellen)
transportiert.
Der Darm reinigt das Blut von Abfallstoffen, die in sein Inneres abgestoßen und schließlich mit dem Stuhl abgeführt werden.
Demnach setzt sich der Stuhl aus zweierlei Bestandteilen zusammen:
- aus unverdaulichen oder unverwertet gebliebenen Speiseresten (Zellulose usw.)
- aus den von der Blutreinigung stammenden Abfällen des Zwischenzellstoffwechsels.
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Gestörte Darmflora und Pilzbefall
Seit den Tagen von Dr. Mayr sind die Belastungen, denen unser
Organismus ausgesetzt ist, in zwei Lebensbereichen dramatisch
angestiegen: Einmal durch die Einwirkung von Umweltgiften und
problematischen Stoffen in der Nahrung selbst, wie etwa die vielen
verschiedenen Zusatzstoffe, Aroma- und Konservierungsmittel. Von diesen
Stoffen, deren gesundheitliche Wirkung meist völlig ungeklärt ist,
nehmen wir jährlich etwa 5 – 7 kg mit der Nahrung auf!
Zum andern durch die Invasion der Pilze, die zunächst die Darmflora,
später oft den ganzen Organismus durcheinanderbringen. Dysbiosen der
heute vorherrschenden Art, Schwere und Häufigkeit waren noch vor
wenigen Jahren völlig unbekannt. Experten schätzen, daß gegenwärtig ca.
30 – 40 Millionen Deutsche an Pilzerkrankungen leiden. Allein in den
Jahren zwischen 1968 bis 1976 hat sich die Zahl der Hefepilzerkrankten
nach einer Statistik der Hautklinik der Universität Düsseldorf
verzwanzigfacht.
Vor allem der Hefepilz Candida albicans, an sich ein normaler Bewohner
des Dickdarms, kann die bestehende Darmflora, die aus vielen
verschiedenen Arten nützlicher Mikroorganismen besteht, völlig
überwuchern. Candida-Überwucherung ist typischerweise verbunden mit
einem oder mehreren Symptomen wie wechselnden Perioden von Durchfall
und Verstopfung, ständig wiederkehrenden Blaseninfektionen, weißlichen
Belägen in Mund und Hals, Gelenkschmerzen, Müdigkeit und „vernebeltem“
Denken („brain fog“) Diese Symptome führen oft zu weitergehenden
Krankheitsbildern wie dem Chronischen Müdigkeits-Syndrom, genereller
Infektanfälligkeit oder entzündlichen Darmerkrankungen. Das alles ist
nicht besonders verwunderlich, wenn man bedenkt, daß die außer
Kontrolle geratenen Candida-Organismen nicht weniger als 79
verschiedene Giftstoffe produzieren, darunter Formaldehyd und das sonst
in hochprozentigem Alkohol enthaltene Acetaldehyd, das den „Hirnnebel“
verursacht.
Die Überwucherung wird ausgelöst durch zwei Hauptfaktoren, auf die wir deshalb achten müssen:
- Behandlungen mit Antibiotika.
- Zucker
Jede Behandlung mit Antibiotika tötet einen großen Teil der
„freundlichen“ Bakterien der Darmflora ab. Dadurch entsteht Raum für
schädliche Mikroorganismen. Soweit die Anwendung von Antibiotika
unumgänglich ist, muß also durch die Gabe von Nährstoffpräparaten, die
Lacto-Bacillus Acidophilus und Bifido-bacteria enthalten, dafür gesorgt
werden, daß sich die gesunde Darmflora wieder aufbaut, bevor
Candida-Organismen das Terrain besetzen und die Überhand gewinnen.
Der (Wieder)-Aufbau einer harmonischen Darmflora wird auch gefördert
durch Präparate mit reinen Fructooligo-Sacchariden, z. B. NutraFlora
FOS Pulver. (Die Ansiedlung „freundlicher“ Bakterien wie Lacto-bacillus
und Bifido-bacteria oder Bulgaricus wird durch die Anwendung von
Nutra-Flora FOS Pulver verfünffacht).
Neben Antibiotika begünstigen synthetische Hormone, z. B. die Antibaby-Pille, die Überwuchung mit Candida.
Zucker aber ist der Hauptfeind! Candida-Hefepilze leben von Zucker. Sie
sind süchtig danach. Um eine Überwucherung zu vermeiden, muß deshalb
der Zuckerkonsum drastisch eingeschränkt werden. Es geht dabei
keineswegs nur um die drei Stückchen Würfelzucker, die wir in unseren
Espresso geben, auch der „indirekte“ Zucker aus Fruchtsäften, Limonaden
oder Cola-Getränken, Honig usw. ist – ebenso wie Alkohol - zu
vermeiden.
Liegt eine Candidiasis vor, ist die Einhaltung einer streng
kohlenhydratarmen, zuckerfreien Ernährung die erste, entscheidende
Voraussetzung zur Gesundung. Der nächste Schritt ist die Bekämpfung der
Candida-Pilze mit fungizid wirkenden Pflanzenextrakten. Außerordentlich
bewährt haben sich hier der Extrakt von Olivenblättern, Oil of Oregano
und auch der Extrakt von Grapefruchtsamen. Das klassische Mittel aus
orthomolekularer Sicht zur Bekämpfung von Candida-Pilzen ist
Caprylsäure.
Es gibt auch ausgezeichnete kombinierte Präparate. Alle diese Mittel töten Candida-Pilze zuverlässig
ab. Sie müssen vorsichtig und schrittweise eingesetzt werden, denn es
kann zunächst eine Verschlimmerung des Zustandes eintreten, weil der
Körper mit den Abfallprodukten der abgetöteten Pilze fertig werden muß.
Aber der Erfolg zeigt sich wenig später umso eindrucksvoller: Viele
Patienten können es nicht glauben, daß ihr Wohlbefinden und ihre
Energie zurückgekehrt sind, oft nach Jahren chronischer Müdigkeit,
lästigen Verdauungsbeschwerden und drückenden psychischen und mentalen
Problemen.
Immer wird die Behandlung unterstützt durch Gaben von Acidophilus und
FOS-Pulver, um die harmonische Besiedlung der Darmflora mit
„freundlichen“ Bakterien wieder herzustellen.
Das alles dauert seine Zeit. Man muß mit 2 bis 4 Monaten bis zur Eubiose rechnen.
Um den Darm widerstandsfähig gegen Angriffe von „feindlichen“
Bakterien, Parasiten usw. zu machen, lohnt es sich, die Darmwände glatt
und geschmeidig zu machen. Dazu helfen Vitalstoffe wie Panthethin,
Glutamin und N-Acetyl-Cystein sowie Omega-3-Fettsäuren. Es ist gut, die
normale Verdauung durch Ballaststoffe wie Flohsamen (Psyllium),
Nahrungsfasern und Verdauungsenzyme zu unterstützen.


Entzündliche Darmerkrankungen
Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, in erster Linie also
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, führe ich hier besonders auf, weil
sie offenbar außerordentlich gut auf Nährstoffgaben reagieren. Da auch
diese Krankheiten stark im Ansteigen begriffen sind, werden viele Leser
diese Information sicher zu schätzen wissen.
Der im April d. J. verstorbene Komplementär-Mediziner Dr. Robert C.
Atkins berichtete, daß die Patienten, die in seinem New Yorker
Gesundheitszentrum gegen chronisch entzündliche Darmerkrankungen mit
bestimmten Vitalstoffen behandelt wurden, oft schon nach zwei Wochen
verblüffende Verbesserungen ihrer Befindlichkeit zeigte.
Dr. Atkins untersuchte zunächst auf Glukose-Intoleranz und
Candida-Befall. Beides liegt bei fast allen Patienten mit entzündlichen
Darmerkrankungen vor und wird zunächst behandelt. Für die anschließende
Behandlung der Darmentzündung selbst gab Dr. Atkins folgende Nährstoff-
und Dosierungsempfehlungen:
Panthethin, 9oo-1800 mg
Omega-3-Fettsäuren, 3.600-7.200 mg
Glutamin, 5-12 g
Vitamin D3, 600-1.200 i.E.
Vitamin A 15.000-30.000 i. E.
Natürliches Beta-Carotin 25.000-50.000 i. E.
Zink 50-100 mg
Cat´s Claw 2-4 Kapseln
„Viele Patienten heilten ihre Krankheit durch unser Programm vollständig aus,“ sagte Dr. Atkins.
Es eröffnet sich für die Hilfe suchenden Betroffenen damit eine ernst
zu nehmende Alternative zu den konventionellen Behandlungsmethoden,
zumal die schulmedizinischen Ansätze in diesem Bereich bisher wenig
überzeugend und erfolgversprechend sind.

Lebensführung und Selbstverantwortung
Kommen wir zum Schluß nochmals auf den verehrten Dr. F. X. Mayr zurück.
Er war, nach allen Berichten, ein ziemlich strenger Mann, der äußerste
Disziplin von seinen Patienten erwartete. Vor allem vertrat er die
strikte Auffassung, daß sich die „grundlegende Gesundung keineswegs
passiv, etwa durch bloße Einverleibung von Heilmitteln erkaufen ließe.“
Sie entfalte „sich immer nur unter aktiver Mitarbeit des
Heilungsbedürftigen, weil dieses Ziel ohne Bekämpfung schadenbringender
Gewohnheiten niemals erreicht werden kann. Die Entscheidung fällt somit
auf der sittlichen Ebene! Daher kann dieser Weg von jenen, die, in
Genußsucht verstrickt, die Kraft zur Maßhaltung nicht aufbringen, nicht
beschritten werden; ebenso wenig auch von jenen, bei denen Mangel an
Verständnis oder angebliche Besserwisserei der notwendigen Einsicht im
Wege stehen.“
Heute wird noch eine ganz neue Dimension des Problems sichtbar, auf die
Wolfang Spiller in seinem lesenswerten Buch: „Der Darm, Wurzel der
Lebenskraft“ eindrucksvoll hinweist: „War es bis vor 40 Jahren in
erster Linie ein ernährungsbedingtes Fehlverhalten, das unseren
Verdauungstrakt und die Schleimhäute belastete, haben wir es heute mit
einer Vielzahl chemisch-synthetischer Stoffe zu tun, die unser
Verdauungssystem kontaminieren und schädigen. Zusatzstoffe in
industriell hergestellten Nahrungsmitteln, Insektizide, Pestizide,
Fungizide, Schwermetalle und andere Substanzen, Medikamente und andere
Stoffe, stellen uns hier immer wieder vor große Aufgaben ...“
Der – relativ neue – Einfluß der Umweltfaktoren auf unser
Verdauungssystem wird noch immer sträflich unterschätzt. Dabei stellt
der Verdauungstrakt des Menschen die größte Kontaktfläche mit der
Außenwelt dar. Die Verschmutzung mit körperfremden und oft
organschädigenden Stoffen gibt der Problematik der Darmgesundheit eine
ganz neue, dramatische Dynamik.
Ein ethisches Verhalten, an das Dr. Mayr bei seinen Patienten noch
appellieren konnte, ist durch diese Entwicklung für uns nicht einfacher
geworden. Letzten Endes sind wir für beide Bereiche zuständig und
mitverantwortlich: Für das, was aus der Umwelt in unseren Körper kommt;
für das, was wir uns selbst in den Mund stecken.

Die Goldene Lebensregel als Zweizeiler
Mayr hatte übrigens einen Vorgänger, der 100 Jahre vor Mayr´s Geburt
gestorben war, den Niederländer Dr. Hermann Boerhaave, Mediziner und
Botaniker. Er war der vielleicht berühmteste Arzt seiner Zeit. Auf
jeden Fall hatte dieser hoch geachtete Mensch einen besonderen Humor.
Er versprach den Zeitgenossen, die Summe seiner ärztlichen Erfahrungen
schriftlich festzuhalten und der Nachwelt als Vermächtnis zu
überlassen. Nach seinem Tode eilten Wissenschaftler aus aller Welt
herbei, um an der Versteigerung des versiegelt vorliegenden Werkes
teilzunehmen. Ein reicher Engländer ersteigerte das dicke Buch
schließlich für, wie berichtet wird, „eine hohe Summe“ und öffnete es.
Dann gab es eine große Überraschung – und lange Gesichter. Das sollte
die Summe der medizinischen Erfahrungen des berühmten Doktors gewesen
sein? Alle Blätter des dicken Buches waren leer und unbeschrieben.
Lediglich auf der allerletzten Seite fand sich, in Boerhaaves
Handschrift, der Zweizeiler:
„Den Kopf halt kühl, die Füße warm,
Und propfe nicht zu voll den Darm!“
Das können wir heute noch beherzigen!



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