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Ausgabe 23 – 07/2003 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Phytoöstrogene im Hormonhaushalt bei Frauen und Männern
• Sonnenschutz und Carotinoide
Sonnenschutz durch Carotinoide Dieser
Artikel befaßt sich mit dem natürlichen Sonnenschutz durch Carotinoide.
Dieser Sonnenschutz "von innen" heraus ist effektiv und sicher.
Im ersten Teil dieser Ausgabe erfahren Sie über die vielfältigen Aufgaben der Phytoöstrogene im
Hormonhaushalt bei Frauen und Männerns. Der Begriff "Phytoöstrogene"
wurde bereits in den 80er Jahren geprägt.

Sonnenschutz und Carotinoide Die
lang ersehnte Urlaubsbräune erkämpfen wir uns leider nicht ohne
Risiken. Wenn wir die Haut intensiver Sonnen- und UV-Strahlung
aussetzen, können – ausser Sonnenbrand – vorzeitige Hautalterung,
Faltenbildung und sogar ernstere oder dauerhafte Schäden bis zum
Hautkrebs die Folge sein. Wir müssen uns also wappnen!

Verbreitet sind Sonnenschutzcremes oder Lotions mit hohem
Lichtschutzfaktor, die die Haut äußerlich vor übermäßiger akuter
Sonnenbestrahlung beschirmen. Weniger bekannt ist, dass es
wirksamen und vorbeugenden Schutz auch „von innen“ gibt durch die
Zufuhr von natürlichem Beta-Carotin, dem bekanntesten Mitglied der
großen Carotinoid-Familie.

Beta-Carotin als Sonnenschutz „von innen“
wirkt in zweierlei Hinsicht:
Die Haut schützt sich vor zuviel Sonne durch die Bildung von Pigmenten.
Das sind die Farbstoffe, die die begehrte Bräunung der Haut
hervorrufen. Viele Menschen bilden aber nur wenig oder überhaupt keine
natürlichen Pigmente aus, wodurch sie den Belastungen der UV-Strahlung
mehr oder weniger ungeschützt ausgesetzt sind. Natürliches Beta-Carotin
und andere Carotinoide setzen sich in der Haut ab, reflektieren das
Licht und schützen so die Haut wie eine normale Pigmentierung.
Die Belastungen, denen die Haut durch übermässige UV-Strahlung
ausgesetzt ist, werden durch Freie Radikale ausgelöst, stark reaktive
Moleküle, die die Zellen zerstören. Radikale werden durch
Antioxidanzien unschädlich gemacht. Zu den stärksten bekannten
Antioxidanzien gehört das natürliche Beta-Carotin. Bei starker
UV-Bestrahlung löst vor allem ein bestimmtes Radikal,
Singulettsauerstoff, Zellschäden in der Haut aus. Carotinoide
sind in der Lage, diesen Singulettsauerstoff zu neutralisieren, sodass
keine Schäden entstehen können.
Es ist sinnvoll, vor einem Urlaub in der Sonne einen entsprechenden
Schutz aufzubauen. Empfohlen wird die tägliche Aufnahme von mindestens
50 mg natürlichen Carotinoiden (Food-Carotene) am besten 3 – 4
Wochen vor Ferienbeginn.
Carotinoide stehen als Strahlenschutzfaktor an erster Stelle. Sie sind
anderen Antioxidanzien wie Vitamin E und Vitamin C in dieser
Hinsicht weit überlegen, weil sie Strahlenenergie etwa 10 x wirksamer
aufnehmen und neutralisieren können.
Dies gilt auch für Höhenstrahlen, etwa bei Aufenthalt im Gebirge oder
längeren Flugreisen. Übrigens: Die Belastung durch Höhenstrahlung bei
einem einzigen Langstreckenflug entspricht der Schädigung, die
durch das Rauchen von 200 Zigaretten bewirkt wird.

Was sind Carotinoide?
Pflanzen brauchen Sonnenlicht zur Photosynthese, aber ein Zuviel an
Strahlung schädigt sie ebenso wie uns Menschen. Daher haben sie im
Laufe der Evolution Schutzstoffe (Phyto-Chemikalien) entwickelt, zu
deren wichtigsten Vertretern die Carotinoide gehören. Carotinoide
geben Nahrungspflanzen und –Früchten ihre Färbung, z. B den
Karotten – von denen die Bezeichnung stammt – ihr typisches Orange, den
Tomaten ihr Rot, den Waldbeeren ihr Blau. Doch auch dunkelgrüne
Gemüsepflanzen wie Grünkohl oder Spinat enthalten viele Carotinoide.
Die gleichen Schutzstoffe, die die Pflanze gegen den Angriff von
Radikalen entwickelt hat, schützen wunderbarerweise auch den Menschen,
der diese Pflanzen verzehrt. Diese pflanzlichen Antioxidanzien
verzögern vorzeitige Alterungsprozesse, besonders auch im Gehirn,
reduzieren das Risiko, an Krebs zu erkranken, schützen und erhalten die
Sehkraft und helfen, Herzprobleme und Schlaganfälle zu verhindern.

Lycopene
Nur ein kleiner Teil der über 700 bisher identifizierten Carotinoide
wurde bisher gründlich auf ihren gesundheitlichen Nutzen hin erforscht.
Dazu gehört Lycopene, der rote Farbstoff der Tomaten.
Lycopene ist nicht nur einer der wirksamsten bekannten Radikalenfänger
für den durch Strahlung entstehenden, besonders aggressiven
Singulettsauerstoff, sondern vielleicht der wichtigste Nährstoff, um
Prostatakrebs vorzubeugen.

Lutein, Zeaxanthin
Zwei andere Carotinoide, Lutein und Zeaxanthin, spielen eine
entscheidende Rolle für den Erhalt der Sehkraft. Sie bilden eine
(gelbliche), Licht absorbierende Schicht in der Makula, dem
emfindlichsten Teil der Netzhaut. Die ausreichende Versorgung mit
Lutein und Zeaxanthin hilft, die Makula gesund und leistungsfähig zu
erhalten und das Auftreten der gefürchteten Makula-De-generation zu
verzögern.

Beta-Carotin
Zu den weltbekannten Krebsärzten zählte der – noch nicht lange
verstorbene - Hannoveraner Dr. Hans Nieper, der viele prominente
Patienten aus aller Welt behandelte. Seine Patienten schienen ihren
Krebs häufiger - und länger - zu überleben, das machte seinen Ruhm aus.
Dr. Nieper war ein großer Verfechter des Einsatzes von natürlichem
Beta-Carotin zum Schutz des Immunsystems und zur Verhütung von
Krebserkrankungen. Er gab es seinen Patienten in so hohen Dosierungen,
dass sich die Handinnenflächen orange färbten. (Zum Glück ist
Beta-Carotin auch in Mega-Dosen völlig ungiftig). Dr. Nieper
lehrte, dass Beta-Carotin die Thymusdrüse stimuliert, eine der
wichtigsten Organe für die körpereigene Immunabwehr, über die der
Körper verfügt. Zweitens wird lt. Dr. Nieper die Aktivität der
sogenannten „natürlichen Killer-Zellen“ angeregt, die kanzeröse Zellen
zerstören und die heute als diejenigen weissen Blutzellen angesehen
werden, die für die Bekämpfung von Krebs am wichtigsten sind.

Beta-Carotin als Pro-Vitamin A
Etwa 40 % des aufgenommenen Beta-Carotins wird vom Körper in Vitamin A
umgewandelt. So tritt zu der eigenständigen Schutzwirkung des
Beta-Carotin der Nutzen von Vitamin A hinzu, vor allem bei der Abwehr
von Infektionen und Virus-Erkrankungen. Und die Vorsicht, die z. B.
Schwangere bei der Aufnahme von Vitamin A walten lassen sollten, kann
entfallen, da der Körper nur soviel Beta-Carotin in Vitamin A
umwandelt, wie er benötigt.

Natürliche Carotinoide aus Nahrungspflanzen
Verwertbarkeit und natürliche Quellen
Karotten und Tomaten liefern Carotinoide am besten in gegarter Form.
Fett oder Öl erhöht die Aufnahme. In roher Form genossen, kann der
Körper Carotinoide kaum verwerten. Das gilt auch für die
Beta-Carotin-Aufnahme aus grünem Blattgemüse. Der
Ernährungswissenschaftler Dr. de Pee stellte fest, dass eine Portion
Blattgemüse mit 3,5 mg Beta-Carotin die Blutserumwerte nur um 17 %
erhöhte, während die gleiche Menge aus einem Carotin-Präparat die Werte
im Serum um 390 % ansteigen ließ. Er empfiehlt deshalb hochwertige
Präparate. Der für gesunde Erwachsene empfohlene
Dosierungsbereich liegt bei täglich 25 bis 50 mg gemischten
Carotinoiden, (enthalten sollten u. a. sein: Alpha-Carotin,
Beta-Carotin, Cryptoxanthin, Zeaxanthin, Lutein, Lycopene) gewonnen aus
natürlichen Nahrungspflanzen (Food-Carotene).
Es hat sich nämlich herausgestellt, dass synthetisch erzeugtes,
isoliertes Beta-Carotin, wie es heute noch hauptsächlich zur Färbung
von Nahrungsmitteln (z. B. Margarine) eingesetzt wird, nur einen
beschränkten gesundheitlichen Nutzen hat. Gemischte Carotine aus
Nahrungspflanzen, also Food-Carotene, sind bei der Verwendung von
Carotin-Präparaten unbedingt zu bevorzugen. Eine ausgezeichnete
natürliche Quelle ist die Meeresalge Dunaliella salina, die über 30
verschiedene hochwertige Carotinoide liefert.

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