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Ausgabe 23 – 07/2003 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Phytoöstrogene im Hormonhaushalt bei Frauen und Männern
• Sonnenschutz und Carotinoide
Phytoöstrogene im Hormonhaushalt – Ihre vielfältigen Aufgaben Dieser
Artikel befaßt sich mit den vielfältigen Aufgaben der Phytoöstrogene im
Hormonhaushalt bei Frauen und Männerns. Der Begriff "Phytoöstrogene"
wurde bereits in den 80er Jahren geprägt.
Im zweiten Teil dieser Ausgabe erfahren Sie mehr über den natürlichen Sonnenschutz durch Unterstützung von Carotinoiden.

Phytoöstrogene in den Wechseljahren Hormonersatztherapie – ein Mythos beginnt zu bröckeln ...
Jahrzehntelang wurde den Frauen vermittelt, dass die Wechseljahre eine
Krankheit sind. Wie bei Diabetes die Insulinproduktion nachlässt und
Insulin künstlich zugeführt wird, so wurde den Frauen, bei denen die
Hormonproduktion nachließ, die fehlenden Hormone ersetzt. Dabei
ignorierte man die Tatsache, dass die Unfähigkeit des Körpers Insulin
zu produzieren, abnormal ist, während das Ende der
Fortpflanzungsfähigkeit ein vollkommen normaler Prozess ist. Natürlich
wurden die Frauen durch die Hormonersatztherapie in Form einer
Tablette, einer Creme oder eines Haut-pflästerchens in den meisten
Fällen von den lästigen Symptomen wie beispielsweise Hitzewallungen und
Depressionen befreit. Auch versprach man sich davon, dass die Frauen
von den durch den langfristigen „Hormonmangel“ verursachten Krankheiten
wie Osteoporose, Arteriosklerose, Alzheimer und Schlaganfall verschont
blieben.

Der Glauben, dass die Hormonersatztherapie all diese Wohltaten
erbringt, erweist sich jedoch zunehmend als fragwürdig. So zeigen
beispielsweise die Ergebnisse einer laufenden Studie an Frauen in
Framingham, Massachusetts, dass die Hormonersatztherapie Frauen nicht
vor Osteoporose schützt. Einer der Hauptgründe für deren Anwendung wird
damit auf einen Schlag null und nichtig. Andere aktuelle Ergebnisse
einer umfassenden Studie geben Kritikern der Hormonersatztherapie
erneut Stoff. Demnach haben Frauen über 65 Jahren, die eine
Standard-Kombination von Östrogen und synthetischen Progestin erhalten,
ein doppelt so hohes Risiko eine Demenz (u.a. Alzheimer) zu entwickeln.
Bislang kamen Mediziner nach Labor- und Tierexperimenten bzw. kleineren
Studien zu dem Ergebnis, dass Östrogen eine Demenz bei postmenopausalen
Frauen aufhalten kann. Die neuen Erkenntnisse der Women`s Health
Initiative Memory Study haben beim National Institute on Aging zur
Auffassung geführt, dass die Kombination älteren Frauen als Schutz
gegen Demenz nicht mehr verschrieben werden sollte.
Die Hormonersatztherapie sollte ursprünglich dazu dienen, nicht nur
eine Demenz, sondern auch Herzerkrankungen sowie einen Schlaganfall bei
Frauen nach der Menopause zu verhindern. Immer wieder tauchten aber
Hinweise auf, dass die Vorteile der Langzeitverwendung nicht bestehen
oder die Nebenwirkungen überwiegen. Wie eine signifikant erhöhte Rate
der Brustkrebserkrankungen. Ein Medikament, welches ihr
Brustkrebsrisiko um 60% vergrößert, scheint nicht so schlimm, wenn es
verspricht, Ihr Risiko von Herzerkrankungen zu vermindern.
Je mehr der Mythos der Hormonersatztherapie zu bröckeln beginnt desto
strahlender hebt sich dagegen eine wunderbare Alternative ab: die
Einnahme von Phytoöstrogenen. Phytoöstrogene sind pflanzliche Hormone,
die ähnlich wie synthetische Hormone im weiblichen Körper wirken,
allerdings vollkommen ohne Nebenwirkungen.

Die Entdeckung der Phytoöstrogene
Der Begriff „Phytoöstrogene“ wurde von dem finnischen Wissenschaftler
Herman Adlercreutz in den 80iger Jahren geprägt. Ihm war aufgefallen,
dass bei Japanerinnen trotz nachlassender Hormonproduktion in den
Wechseljahren typische Symptome wie beispielsweise Hitzewallungen so
gut wie nicht auftraten. Sie sind im Land der aufgehenden Sonne so
selten, dass es nicht einmal ein eigenes Wort dafür gibt. Als Ursache
des Unterschieds entpuppte sich schon bald die sojareiche Kost. Soja
ist der beste Lieferant für Phytoöstrogene. Diese Pflanzenstoffe können
die Wirkungen fehlender körpereigener Hormone teilweise ersetzen. Wenn
Japanerinnen aus ihrem Heimatland, in dem Soja eines der
Grundnahrungsmittel ist, z.B in die USA auswandern und die dortigen
Ernährungsgewohnheiten übernehmen, bekommen auch sie vermehrt
Hitzewallungen.
In vielen Studien, die Adlercreutz seitdem veröffentlicht hat, konnte
er nachweisen, dass die Aufnahme von Phytoöstrogenen durch die Nahrung
einen engen Zusammenhang mit dem Auftreten klimakterischer Beschwerden
aufweist. Je höher der Phytoöstrogengehalt, desto weniger Beschwerden
traten auf.
Heute ist klar, dass diese pflanzlichen Hormone noch viel mehr können
als Wechseljahrsbeschwerden zu lindern und dass auch Männer von ihnen
profitieren können.

Die Wechseljahre der Frauen
Wie am Anfang schon erwähnt herrscht in der westlichen Medizin bis
heute die Meinung vor, dass es sich bei den Wechseljahren eher um eine
Krankheit als um einen physiologischen Umstellungsprozess handelt.
Tatsächlich sind sinkende Östrogenwerte in den Wechseljahren ein ganz
normaler Prozess, von dem jede Frau betroffen ist. Die Bedeutung, die
eine Frau den Wechseljahren beimisst, ist höchst unterschiedlich, je
nach den kulturellen und sozialen Verhältnissen, in denen sie lebt und
natürlich auch nach der persönlichen Lebenslage.
Hitzewallungen, Herzklopfen, depressive Verstimmungen und
Schlaflosigkeit gehören zu den psychovegetativen Beschwerden der
Wechseljahre. Zwar lästig, sind sie aber nicht gefährlich – und hören
vor allem mit Abschluss der hormonellen Umstellung wieder auf. Daneben
gibt es aber auch eine Gruppe von Veränderungen, die wir als
hormonmangelbedingte Erkrankungen bezeichnen. Hierzu gehören der
Verlust an Knochendichte (Osteoporose) und die Verkalkung der
Blutgefäße (Arteriosklerose). Auch der krankhafte Gedächtnisverlust im
Alter (Morbus Alzheimer) wird zunehmend mit einem Östrogenmangel in
Verbindung gebracht.
Während die psychovegetativen Störungen Ausdruck der hormonellen
Umstellung sind, handelt es sich bei der Osteoporose und der
Arteriosklerose um Folgen des langfristigen Hormonmangels. Dies
bedeutet, dass sich im Gegensatz zu den Hitzewallungen Osteoporose und
Arteriosklerose umso mehr verschlimmern, je länger der Hormonmangel
anhält. Eine Tatsache , die umso bedeutender wird, je weiter die
allgemeine Lebenserwartung steigt. So erleiden Frauen vor den
Wechseljahren – also so lange die Östrogenproduktion der Eierstöcke
noch anhält – so gut wie niemals einen Herzinfarkt oder
Schlaganfall. Viele Gynäkologen erachten inzwischen die
Arteriosklerose als die wichtigste hormonmangelbedingte Erkrankung –
noch vor der Osteoporose.

Wie wirken Phytoöstrogene im weiblichen Körper?
Einen ganz besonderen Vorteil weisen Phytoöstrogene vor allem in der
kritischen Phase zu Beginn der Wechseljahre auf. In dieser Zeit kann es
bereits zu starken psycho-vegetativen Beschwerden kommen aufgrund von
Hormonschwankungen. Mal sind die Östrogenspiegel wegen der
nachlassenden Funktion der Eierstöcke niedrig, dann wieder steigen sie
durch die Gegenregulation der Hirnanhangdrüse auf unnatürlich hohe
Werte an. Die Bestimmung eines Hormonstatus hilft dabei nur wenig. Die
Laboruntersuchung gibt ja immer nur den Augenblickswert der
Östrogenkonzentration zum Zeitpunkt der Blutabnahme an. Je nachdem, ob
dies in einem „Hormontief“ oder bei erhöhten Östrogenwerten abgenommen
wurde, können diese Werte völlig unterschiedlich ausfallen.
Entsprechend ist auch der Ersatz der fehlenden Hormone schwierig. Bei
niedrigen Östrogenspiegeln reicht die Dosierung häufig nicht aus,
steigt die Östrogenausschüttung der Eierstöcke wieder an, sind niedrig
dosierte Hormonersatzpräparate zu viel.
Phytoöstrogene sind in dieser Phase häufig besser geeignet, weil sie
nicht eine Hormonsubstitution, also einen Hormonersatz, sondern eine
Hormonmodulation bewirken. Was heißt das?
Bei den Phytoöstrogenen handelt es sich um schwach wirkende Östrogene,
deren Wirkung deutlich weniger stark ausgeprägt ist als die
körpereigenen Östrogene. Sie besetzen jedoch die gleichen
Hormonrezeptoren. Bei einem Östrogenmangel wirken sie daher
vergleichbar wie schwache Hormonersatzpräparate, die an den Rezeptoren
(den Andockstellen der Zellen) ihre östrogenartige Wirkung entfalten.
Bei übermäßig hohen Östrogenspiegeln wirken Phytoöstrogene dagegen wie
Hormonblocker, die die Östrogenrezeptoren besetzt halten, so dass die
wesentlich stärkeren körpereigenen Östrogene ihre Wirkung nicht
entfalten können.

Phytoöstrogene als Vorbeugung
hormonmangelbedingter Erkrankungen
Ein hoher Phytoöstrogenkonsum schützt jedoch nicht nur vor den lästigen
Hitzewallungen. Er beugt auch – ganz wie die klassische
Hormonersatzherapie - organischen Hormonmangelerkrankungen vor. Hierzu
gehören in erster Linie die Osteoporose und die Arteriosklerose. Der
Beweis: Japans Frauen weisen – obwohl sie durch den zierlichen
Körperbau besonders gefährdet sind – deutlich weniger Osteoporose auf
als Frauen in westlichen Ländern.
Ein weiterer Grund, weshalb Gynäkologen ihren Patientinnen eine
Hormonersatztherapie empfehlen, ist die Tatsache, dass Östrogene sich
auch günstig auf die Blutfette auswirken. Sie senken das Cholesterin
und beugen somit einer Arteriosklerose vor. Phytoöstrogene haben genau
den gleichen Effekt. Sie werden inzwischen sogar gezielt zur Therapie
von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Im Gegensatz zur
klassischen Hormonsubstitution lässt sich dieser Effekt der
Phytoöstrogene jedoch nicht nur für Frauen in den Wechseljahren nutzen.
Die positiven Auswirkungen der Phytoöstrogene auf die Blutfette zeigen
sich in jedem Lebensalter – auch bei Männern.

Phytoöstrogene als Schutz vor hormonbedingten Krebserkrankungen bei Frauen und Männern
Unter den vielen positiven gesundheitlichen Wirkungen der
Phytoöstrogene gibt es eine, die für besonders großes Aufsehen sorgt:
Phytoöstrogene sind offensichtlich in der Lage, bestimmten
hormonabhängigen Tumorarten vorzubeugen. Hierzu gehören neben dem
Brustkrebs auch der Krebs des Gebärmutterkörpers. Aber auch Männer sind
vor Prostatakrebs durch die Östrogene von Mutter Natur geschützt.
Krebs ist in den westlichen Industriestaaten eine der häufigsten
Todesursachen. Etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen wird auf eine
falsche Ernährung zurückgeführt. In asiatischen Ländern, in denen
Sojaprodukte Bestandteil der täglichen Ernährung sind, liegt die
Krebsrate weit unter der westlicher Staaten. In verschiedenen Studien
konnte ein Zusammenhang zwischen vermehrten Sojakonsum und verringerten
Krebsrisiko nachgewiesen werden. Dies trifft vor allem auf die
hormonbedingten Krebsarten wie Prostata- und Brustkrebs zu.
Das Prostatakarzinom ist nach dem Bronchialkarzinom der zweithäufigste
maligne Tumor bei Männern unter 50 Jahren. Jährlich gibt es in
Deutschland etwa 21000 Neuerkrankungen und 11000 Todesfälle. Neben dem
genetischen Risiko werden äußere Faktoren angeschuldigt, ein latentes
Karzinom in ein klinisch relevantes umzuwandeln. Vergleichende
Untersuchungen haben gezeigt, dass im asiatischen Raum weniger Männer
an Prostatakarzinom erkranken als in den westlichen, z.B. Zentraleuropa
oder USA. Eine der wesentlichen Ursachen ist eine fettreiche,
Kohlehydrat angereicherte Ernährung, bei generell vermehrt verbreiteter
Fettleibigkeit.

Vor allem Isoflavone und Lignane können jedoch einen deutlichen
Einfluss auf eine Prostatakrebsbildung ausüben. Ihre Konzentration ist
abhängig von der Ernährungsweise und besonders hoch in
Bevölkerungsgruppen mit niedrigen Er-krankungsrisiko (China, Japan).
Die vegetarische Ernährung mit hohem Gehalt an Körner, Leinsamen und
Getreide führt zu besonders hohen Lignankonzentrationen, während die
asiatische Ernährung aufgrund der zahlreichen Sojabohnenprodukte (Tofu)
eine auffallend hohe Konzentration der Isoflavone (Daidzein, Genistein)
beinhaltet. Die Supplementierung der Nahrung mit entsprechenden
Lebensmitteln zeigte, dass auch andere Bevölkerungsgruppen die
protektive Wirkung der Isoflavone und Lignane nutzen können. Vor allem
Genistein wirkt hemmend auf die Entstehung von Enzymen, die das
Wachstum von Krebszellen hervorrufen können und setzt damit an einem
ganz fundamentalen Prozess der Krebsentstehung an. Auch gutartig
vergrößerte Vorsteherdrüsen profitieren von dieser enzymhemmenden
Wirkung der Soja-Isoflavone. Denn die schwächen die Bildung des
männlichen Sexualhormons Testosterons in der Prostata und anderen
Geweben. Diese enzymhemmende Wirkung ist einer der neueren Ansätze zur
Heilung gutartiger Prostatavergrößerungen.
Der Begriff „Phytoöstrogene“ ist demnach eigentlich unzureichend. Die
Pflanzenhormone agieren zwar teilweise als Östrogene, deshalb sind sie
bei Frauen auch gegen Wechseljahrsbeschwerden wirksam. Aber zur
Vorbeugung gegen Brustkrebs ist vor allem eine antiöstrogene
Wirkungsweise entscheidend. Wie kommt es zu dieser scheinbar pardoxen
Wirkung? Kann eine Substanz gleichzeitig Östrogen und Antiöstrogen
sein? Sie kann. Verantwortlich dafür sind zwei Mechanismen. Zum einen
ist die östrogene Wirksamkeit der Pflanzenhormone deutlich niedriger
als die der körpereigenen Östrogene. Je nach Phytoöstrogen sind diese
um den Faktor 100 oder sogar 1000 schwächer als das stärkste
körpereigene Östrogen. Da sie sich jedoch an den selben Rezeptor binden
bedeutet dies, dass bei hohen körpereigenen Spiegeln die Phytoöstrogene
die Rezeptoren blockieren und somit die Brustdrüse von den wesentlich
stärkeren Hormonen entlasten.
Der zweite Effekt ist noch entscheidender. Erst vor wenigen Jahren fand
die Forschung heraus, dass es im menschlichen Körper zwei verschiedene
Typen von Östrogenrezeptoren gibt – den klassischen Alpha-Rezeptor
sowie einen Beta-Rezeptor. Diese beiden Rezeptoren sind in
verschiedenen Körpergeweben unterschiedlich verteilt, was wiederum zur
Folge hat, dass Substanzen, die hauptsächlich an einem Rezeptor wirken,
auch nur eine selektive Östrogenwirkung entfalten. Dieses Prinzip macht
man sich bei einer neuen, bereits erwähnten pharmakologischen
Substanzgruppe zunutze: den SERMs. Diese Stoffe entfalten am
Skelettsystem ihre östrogenartige Wirkung und beugen so Osteoporose
vor. Auf die Gebärmutterschleimhaut hingegen, die andere
Östrogenrezeptoren besitzt, wirken die SERMs nicht, so dass unter ihrer
Gabe auch keine unerwünschten Blutungen auftreten. Und da die SERMs
zudem an der Brustdrüse wie Hormonblocker wirken, verringern sie das
Brutkrebsrisiko deutlich.

Zusammenfassung
Phytoöstrogene sind eine Alternative für all jene Frauen in den
Wechseljahren, die die klassischen Hormonpräparate nicht nehmen dürfen,
nicht nehmen wollen oder diese einfach nicht vertragen. Die Vorteile
der sanften Pflanzenhormone liegen dabei auf unterschiedlichen
Gebieten. Zum einen erhöhen Phytoöstrogene nicht das Brustkrebsrisiko.
Für die klassische Hormonsubstitution ist bei längerer Anwendung
inzwischen ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko nachgewiesen. Für die
Phytoöstrogene gilt das genaue Gegenteil: Sie vermindern das Risiko, an
diesem häufigsten bösartigen Tumor der Frau zu erkranken deutlich. Die
Krebs vorbeugende Wirkung der Phytoöstrogene macht es auch für Frauen,
die an einem Mammakarzinom erkrankt sind, möglich, diese Substanzen
gegen Wechseljahrsbeschwerden einzunehmen. Sie beugen damit sogar einem
neuerlichen Ausbruch der Erkrankung vor. Auch für die vielen Frauen,
die ein erhöhtes Brustkrebsrisiko aufweisen, etwa durch ein familiär
gehäuftes Auftreten dieses Tumors, sind Phytoöstrogene eine geeignete
Alternative.
Ein erhöhtes Thromboserisiko ist durch Phytoöstrogene nicht zu erwarten.
Auch die Auswirkungen der Pflanzenhormone auf Herz und Gefäße, Blutfette und Gerinnungsfaktoren sind durchweg positiv.
Männer und ihre Prostata können von den Isoflavonen und Lignanen, wie
bereits dargestellt, ebenfalls profitieren. Bestimmte Enzyme, die das
Wachstum von Krebszellen anregen, werden durch die Phytoöstrogene
gehemmt, so dass eine bösartige Entwicklung bereits im Keim erstickt
wird.
Für eine Wirkung der Phytoöstrogene, ist es von entscheidender
Bedeutung, diese nicht nur gelegentlich zu konsumieren, sondern
regelmäßig und in ausreichender Menge zuzuführen.

Wo finden wir Phytoöstrogene?
Die Sojabohne ist unbestritten die Nummer Eins unter den
Phytoöstrogenlieferanten. Ihr hoher Gehalt an diesen pflanzlichen
Hormonen macht es auch für uns Europäer möglich, eine ausreichende
Menge davon zu uns zu nehmen, ohne sich vollständig der asiatischen
Ernährungsweise zu verschreiben. Aber auch in Hülsenfrüchten (wie in
Linsen, Kichererbsen, Bohnen) sowie in Vollkorn und Leinsamen als auch
in Brokkoli und Weißkohl stecken Phytoöstrogene. Ebenso in
Alfalfasprossen, Hopfen, Salbei und Rotklee sind die pflanzlichen
Helfer reichlich enthalten.
Phytoöstrogene gehören biochemisch zur Gruppe der Polyphenole. Die
wichtigsten Vertreter ihrer Art sind die Isoflavone und die Lignane.
Isoflavone sind im Pflanzenreich relativ selten. Die beiden wichtigsten
Isoflavone heißen Daidzein und Genistein.
Isoflavone finden sich in nennenswerten Mengen nur in Hülsenfrüchten.
Trotz vielfältiger Arten von Hülsenfrüchten hebt sich nur eine als
Hauptlieferant für Isoflavone ab – die Sojabohne. Verschiedene Studien
haben gezeigt, dass Soja die einzige Pflanze ist, mit der eine wirklich
gute Isoflavonversorgung erreicht werden kann.
Lignane sind dagegen in der Pflanzenwelt weiter verbreitet. Sie sind
ein Grundstoff für holzartige Strukturen und finden sich deshalb vor
allem in festen pflanzlichen Produkten wie Getreidekörnern, Leinsamen
oder Weizenkleie. Auch Beeren aller Art und Farben zeichnen sich durch
einen hohen Anteil an Lignanen aus.

Ernährung mit Phytoöstrogenen
Jetzt bleibt eigentlich nur noch die Frage: Wie versorge ich mich mit
Phytoöstrogenen und welche Menge muss ich davon täglich zu mir nehmen?
Durch einen Vergleich der verschiedenen Völker wurde deutlich, dass die
asiatische Ernährung im Hinblick auf die Versorgung mit Phytoöstrogenen
vorbildlich ist. Japaner und Chinesen nehmen täglich durchschnittlich
50 bis 60mg Phytoöstrogene auf. Die mediterrane Kost enthält nur noch
15 bis 30 mg und das Essen in den westlichen Industrieländern nur 5 mg
Phytoöstrogene pro Tag. Da in den asiatischen Ländern
Wechseljahrsbeschwerden und Brustkrebs deutlich niedriger sind als in
den westlichen Industrieländern, geht man heute davon aus, dass die
optimale durchschnittliche „Tagesration“ an Phytoöstrogenen bei 50 bis
60 mg pro Tag liegt. Insbesondere vor, während und nach der Menopause
sollten Frauen jedoch täglich 1 – 2g Phytoöstrogene aufnehmen.

Empfehlenswerte Produkte mit Phytoöstrogenen
Es gibt eine Reihe von Präparaten, die hochdosiert Phytoöstrogene
enthalten. Das sind vor allem die aus Soja gewonnen Produkte. Diese
enthalten, hauptsächlich das Isoflavon Genistein. Bei
Wechseljahrsbeschwerden
sollten Frauen, die sich für Phytoöstrogene entschieden haben, täglich
ein Soja-Präparat mit hohem Isoflavongehalt einnehmen.
Eine der reichsten Nahrungsquellen für pflanzliche Hormone ist der auch
auf unseren heimischen Wiesen und Feldern wachsende Rotklee. Für
Verwender, die keine Sojaprodukte einnehmen möchten, aber auf die
positiven Eigenschaften von Isoflavonen nicht verzichten wollen, ist
roter Klee eine willkommene Alternative.
Eine östrogenartige Wirkung haben auch die traditionell dem Weiblichen
zugeordnetem Kräuter Dong Quai und Mönchspfeffer, die bei schwächeren
klimakterischen Beschwerden, aber auch bei sonstigen hormonellen
Unregelmäßigkeiten ihre Wirkung entfalten.


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