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Ausgabe 19 – 05/2002 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Thema in dieser Ausgabe: • Nährstoffe für das Gehirn
Nährstoffe für das Gehirn Dieser
Artikel befaßt sich mit der Verbindung der optimalen Versorgung von
Nährstoffe für unser Gehirn und dem daraus resultierenden Zusammenhang
einer guten Hirnleistung bei Konzentrationsaufgaben,
Erinnerungsvermögen, Stressbewältigung und mentaler Belastbarkeit.

Nährstoffe für das Gehirn Wir
neigen alle dazu, den wunderbaren Leistungen unserer Organe zu wenig
Aufmerksamkeit zu schenken. Jedenfalls gilt das im allgemeinen, solange
sie – still und unbemerkt, Tag für Tag – ihre Arbeit tun. Unsere Augen
beginnen uns zu interessieren, wenn die Sehkraft nachlässt und wir
vielleicht eine Brille brauchen. Der Schlag des Herzens oder das
Gleichmass des Atmens werden uns erst bewusst, wenn sich Abweichungen
vom Gewohnten einstellen. Über die verwickelten Vorgänge unseres
Stoffwechsels fangen wir gewöhnlich erst dann an nachzudenken, wenn uns
der Magen drückt oder der Darm träge wird.

Die Zeichen mögen winzig sein: Ein Name, der uns partout nicht
einfallen will, die Telefonnummer, die wir vergessen haben, die
ständige Suche nach dem Autoschlüssel. Lässt das Gedächtnis nach, die
Fähigkeit, sich zu konzentrieren, die gewohnte Wachheit?
Die subtilen Veränderungen, die uns so verstören, fangen gewöhnlich in
der Mitte unseres Lebens, zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr an. Jeder
ist – mehr oder weniger – davon betroffen. Diese Veränderungen sind
aber weder der Beginn eines unaufhaltsamen Verfalls, noch sind sie
unumkehrbar.
Ja, es stimmt: Die realen, bemerkbaren Veränderungen unserer
Gehirnfunktionen können störend einwirken auf die Fähigkeit, unsere
Arbeit so zu tun, unsere Interessen so zu verfolgen oder sozialen
Aktivitäten so nachzugehen, wie wir das über Jahre gewohnt gewesen
sind. Aber die gute Nachricht ist: Wir können viel dazu tun, unsere
geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten und sogar zu verbessern.
Gedächtnis, Konzentration, Aufmerksamkeit, Intelligenz,
Erkenntnisvermögen, die Fähigkeit, gezielte Problemlösungen
herbeizuführen, Effizienz und Schärfe des Denkens lassen sich erhalten
und steigern.
Die erste Lektion, die wir zu lernen haben, um dieses Ziel zu
erreichen, ist diese: Wie unsere Muskeln, unsere Haut, unsere Adern,
bedarf auch unser Gehirn der Pflege und des Schutzes vor schädigenden
Einwirkungen. Das Gehirn ist genau so anfällig für destruktive
Einflüsse (beispielsweise Stress) und schädigende Substanzen
(beispielsweise freie Radikale), die uns vorzeitig altern lassen. Das
Gehirn braucht diesen Schutz wie alle anderen Organe in unserem Körper.
Seltsamerweise hat man diese Tatsache lange ausser acht gelassen. Das
Gehirn war das „meistvergessene Organ“, wie es der New Yorker
Psychiatrie-Professer Dr. Turan Itil formulierte. Dr. Itil war es auch,
der forderte: „Wir müssen jetzt mindestens genausogut auf unser Gehirn
achten wie auf unser Herz.“ Er regte die Gründung sogenannter
„Gedächtnis-Zentren“ (nach dem Muster der „Herz-Zentren“) an, um im
fortgeschrittenen Lebensalter Gehirnfunktionen und Gedächtnisverlust zu
beherrschen und entsprechende Nährstoffe und gedächtnisfördernde Mittel
zu verabreichen, um einer fortschreitenden Verschlechterung der
Denkfähigkeit und der Degeneration des Gehirns vorzubeugen.
In den letzten Jahren hat sich die Situation dramatisch geändert. Das
„meist-vergessene Organ“ ist plötzlich in den Mittelpunkt der
Aufmerksamkeit gerückt. Jetzt sprechen Kenner davon, dass ein “neues
Zeitalter des Gehirns” begonnen habe. Die auch in Deutschland bekannte
amerikanische Erfolgsautorin Jean Carper beschreibt den rasanten Wandel
in ihrem lesenswerten Buch „Wundernahrung fürs Gehirn“:
“Nach und nach rückt in den Prioritäten der Informationsgesellschaft
des 21. Jahrhunderts das Gehirn an die Stelle der Muskeln, und in der
Wissenschaft erwacht ein Interesse daran, wie man die Gehirnfunktionen
auf Hochtouren bringen kann. Allmählich macht sich die Erkenntnis
breit, dass das Gehirn die wichtigste Ressource für unser Wissen und
unsere Erkenntnisfähigkeit ist und dass unsere Intelligenz das einzige
Kapital ist und sein wird, auf das wir wirklich bauen können.
Auch die Überalterung der Gesellschaft lässt immer mehr Menschen
erkennen, dass ein vitaler Körper ohne ein vitales Gehirn nutzlos ist.
Die Anzahl unserer Mitmenschen, die unter Gedächtnis- und
Gehirnproblemen leiden, droht zu einem gesellschaftlichen Alptraum zu
werden, wenn wir jetzt nicht handeln, sagen die Experten.
Endlich rückt das Gehirn weltweit in den Brennpunkt der besten
Ernährungsforscher. Wissenschaftler suchen und finden faszinierende
Methoden, die Chemie des Gehirns durch Nahrungsergänzungsmittel,
bestimmte Diäten oder eine Umstellung der Lebensgewohnheiten zu
verändern. Ihre Entdeckungen zeigen auf, wie man ein Leben lang sein
Gehirn in Höchstform halten kann – von der Steigerung der
Gehirnfunktionen im Mutterleib bis zur Vorbeugung und Heilung von
Gehirnabbau im Alter.”
Diese faszinierenden Entwicklungen haben zu einem neuen Fachbereich mit
der Bezeichnung „Nutritional Neuro-science“ (Nährstoff-Neurologie)
geführt, der in einem Artikel der Fachzeitschrift „Psychology Today“ so
beschrieben wird:

„Dahinter steht der Gedanke, dass die richtige Ernährung und die
natürlichen Neurochemikalien, die sie enthält, die geistigen
Fähigkeiten erhöhen und Ihnen helfen können, sich zu konzentrieren,
Ihre sensomotorischen Fertigkeiten zu verfeinern, Ihre Motivation zu
steigern, Ihr Gedächtnis zu verbessern, Ihre Reaktionszeiten zu
beschleunigen, Stress zu vertreiben, vielleicht sogar die Alterung
Ihres Gehirns aufzuhalten – und dass dies alles längst keine Fiktion
mehr ist. Die Nährstoff-Neurologie, wie man diese Wissenschaft nennt,
steckt zwar noch in ihren Kinderschuhen, aber sie hat schon eine Reihe
erstaunlicher Erkenntnisse hervorgebracht.”
Zweifellos ist unser Gehirn das komplizierteste und zugleich
geheimnisvollste Körperorgan. Es arbeitet ohne Unterlass, koordiniert
die Aktivität aller Nerven im Organismus, verarbeitet alle
Sinnesimpulse, die unseren Körper erreichen, ist der Sitz unseres
Bewusstseins, unserer Intelligenz, unserer Gefühle und unseres
Erinnerungsvermögens.
Die Nervenzellen unseres Gehirns, die Neuronen, ruhen niemals. Sie
befinden sich in ständiger Kommunikation untereinander durch ein
riesiges Netzwerk kleiner, verästelter Zellen, den Dendriten. Dendriten
senden und empfangen Botschaften. Die Bildung neuer Dendriten lässt,
wenn wir älter werden, nach und dies wird als einer der Gründe
angesehen, die es uns schwerer machen, neue Dinge zu lernen oder zu
behalten.
Wie „sprechen“ Gehirnzellen miteinander? Die Übertragung von
Botschaften zwischen den Neuronen geschieht durch die Freisetzung von
Neurotransmittern. Dies sind biochemische Botenstoffe, die durch einen
elektrischen Impuls freigesetzt und übertragen werden und so die
Kommunikation der Nervenzellen untereinander ermöglichen. Man kann die
(elektrische) Aktivität des Gehirns mit Hilfe eines
Electroencephalogramms (EEG) messen. Die Unterschiede zwischen der
Gehirnaktivität einer jungen und einer alten Person können beträchtlich
sein. Für die Arbeit des Gehirns kommt es entscheidend darauf an, dass
stets nicht nur genügend Neurotransmitter zur Verfügung stehen, sondern
dass die ausgehenden Botenstoffe auch ihr Ziel, die Rezeptoren-Zellen,
erreichen. Sind die Rezeptoren ( die Empfänger der Botschaften)
blockiert, dann können die Botschaften nicht „andocken“ und die
Kommunikation ist gestört.
Die wesentlichen Voraussetzungen für eine einwandfreie Gehirnfunktion
liegen demnach in einer Erhaltung (oder Steigerung) der Anzahl der
Dendriten, dem ausreichenden Vorhandensein der für die Kommunikation
benötigten Neurotransmitter und der Gewährleistung des richtigen
Empfangs der von diesen gesendeten Botschaften durch die Rezeptoren.
Ausserdem benötigt unser Gehirn, um einwandfrei arbeiten zu können,
selbstverständlich die ständige Zufuhr von energieliefernden
Brennstoffen – vor allem Glukose (in der richtigen Menge, nicht zuviel
und nicht zuwenig) - sowie ausreichend Antioxidantien, um freie
Radikale zu bekämpfen. Obwohl das Gehirn nur 2 % der Körpermasse
ausmacht, verbraucht es etwa ein Viertel der grundlegenden Brennstoffe,
die wir dem Körper zuführen. Lebenswichtig ist natürlich auch die
ungehinderte Versorgung mit Blut und Sauerstoff. Das Gehirn verbraucht
mehr als 20 % des Sauerstoffs im Blut. Schlechte Hirndurchblutung
verursacht den langsamen, stetigen Verlust der Gehirnfunktionen. Die
Folgen sind: Gedächtnisverlust, Verwirrung, Konzentrationsstörungen,
Müdigkeit, Depressionen, Nervosität und Reizbarkeit.
Eine mangelnde Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff, Glukose und
Antioxidantien kann dazu führen, dass die freien Radikale die Oberhand
gewinnen. Dazu meint der New Yorker „Diätpapst“ Dr. Robert C. Atkins:
„Schäden durch freie Radikale sind überall im Körper schlecht, im
Gehirn können sie verheerend sein. Auf lange Sicht gesehen führt alles,
was Schäden durch freie Radikale verusacht, zu einer Reduktion der
Hirnfunktionen. Umgekehrt erhält alles, was Schäden durch freie
Radikale reduziert, die Hirnfunktionen gesund. Alles, was zum Schutz
des Körpers vor dem Altern getan wird, ist umso wichtiger für das
Gehirn, denn das Gehirn ist noch anfälliger als der Rest des Körpers
für die Auswirkungen der freien Radikale und verminderte
Durchblutung.“

Was können wir tun, um unsere geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten?
Dies sind die wichtigsten Massnahmen:
- Sichern Sie Ihre tägliche Versorgung mit Vitalstoffen und Antioxidantien;
- Unterstützen Sie Ihr Gehirn durch gehirnfreundliche
Nahrungsergänzungsmittel;
- Vermeiden Sie Gesundheitsrisiken, die Ihr Gehirn schädigen;
- Trainieren Sie Ihr Gehirn

Sichern Sie Ihre tägliche Versorgung mit Vitalstoffen und Antioxidantien
Multi-Vitamine/Mineralien
Das Nachlassen der Gehirnfunktionen ist kein plötzlicher Akt, sondern
ein schleichender, lange unbemerkter und zunächst für normal gehaltener
Vorgang, der häufig durch die mangelnde Versorgung mit Vitaminen,
Mineralstoffen und essenziellen Fettsäuren zusammenhängt, die für das
richtige Funktionieren des Gehirns unerlässlich sind. Dies gilt
besonders für ältere Menschen, weil einerseits der Bedarf für eine
angemessene Vitalstoffversorgung des Gehirns mit dem Alter ansteigt,
zugleich aber die Fähigkeit abnimmt, diese aus der aufgenommenen
Nahrung zu verwerten. Studien zeigen, dass ältere Menschen, die die
tägliche Versorgung durch ein Multi-Vitamin/Mineralstoff-Präparat
sicherstellen, das auch Folsäure und Selen enthält, bessere kognitive
Fähigkeiten aufweisen und sich im Alter wohler fühlen.
„Vor allem die B-Vitamine“ schreibt Jean Carper in dem schon erwähnten
Buch „Wundernahrung fürs Gehirn“, „erhalten das alternde Gehirn und
vermeiden Demenz und Altersdepressionen. Auch hier sind es die
geringfügigen Mangelerscheinungen, durch die ältere Menschen ihre
Gehirnfunktionen verlieren und sogar Gehirnerkrankungen bis zur Demenz
entstehen können, die jedoch leicht durch ein
Multi-Vitamin/Mineralstoff-Präparat ausgeglichen werden können.“

Antioxidantien
Vitalstoffe, die die Zellzerstörung durch freie Radikale abwehren
können, heissen Antioxidantien. Gehirnzellen sind wegen ihrer hohen
energetischen Aktivität besonders anfällig für solche Attacken. Je mehr
Energie ein Körperorgan benötigt, desto mehr Radikalen-Angriffen ist es
ausgesetzt. Hinzu kommt, dass unser Gehirn zu mehr als 50 % aus Fett
besteht. Fette oxidieren leicht und sind besonders empfindlich für die
Schädigung durch freie Radikale.
Der Antioxidantienspezialist Dr. Lester Packer von der kalifornischen Berkeley-Universität sagt dazu:
Vier antioxidative Ergänzungsmittel sind absolut unerlässlich: Vitamin
E, Vitamin C, Alpha-Liponsäure und Coenzym Q 10. Es ist weitaus klüger,
verschiedene Antioxidantien auf einmal, statt nur eines einzunehmen,
weil sie isoliert nicht so gut wirken. Die wirklich gehirnschützende
Wirkung können sie nur entfalten, wenn sie zusammenarbeiten können.“
Dr. Packer empfiehlt übrigens auch Kindern, zusätzlich zu
Multivitaminen noch Antioxidantien einzunehmen, und zwar die Hälfte der
üblichen Erwachsenendosis. Dazu sagt er:
„Je früher das Gehirn mit Antioxidantien versorgt wird, desto kleiner
ist der im Laufe der Jahre zu erwartende Schaden durch freie Radikale,
der sich im Alter in Form von Gedächtnisverlust, Demenz bis hin zu
einer Alzheimerschen Erkrankung entwickeln kann. Antioxidantien
können auch chronischen Erkrankungen vorbeugen, wie Diabetes,
verstopften Artieren und hohem Blutdruck, die dem Gehirn auf Dauer
ebenfalls schaden können.“
Multi-Vitamin/Mineralstoff-Präparate enthalten zwar auch antioxidativ
wirkende Vitamine und Mineralstoffe, aber im allgemeinen nur in Mengen,
die die tägliche Grundversorgung sicherstellen. Dies ist ja auch der
Sinn solcher Präparate. Zusätzliche Antioxidantien, zu denen neben den
oben genannten auch die Carotinoide, Glutathion und das Spurenelement
Selen gehören, schützen umfassend vor Schäden durch freie Radikale.

Essenzielle Fettsäuren
Ein wichtiger Radikalenfänger, der in Multi-Präparaten ebenfalls nicht
enthalten ist und deshalb gesondert zugeführt werden muss, ist
Omega-3-Fischöl. Die Fettsäuren ( vor allem DHA und EPA) des Fischöls
haben so umfassende gesundheitliche Auswirkungen auf den ganzen
Organismus, beispielsweise durch ihre entzündungshemmenden
Eigenschaften oder ihre Fähigkeit, der Verklumpung von Blutplättchen
entgegenzuwirken, dass wirklich jeder sie zum festen Bestandteil der
täglichen Ernährung machen sollte.
Beschränken wir uns hier auf die positiven Wirkungen des
Omega-3-Fischöls auf unser Gehirn. Ein Hauptbestandteil des Fischöls,
DHA (Docosahexaensäure), ist der mächtigste Wirkstoff in der Chemie des
Gehirns überhaupt. Die Hälfte des Fettes in den Gehirnzellmembranen
besteht aus DHA. Dadurch werden die Membranen geschmeidig gehalten,
eine Voraussetzung für ihre Funktionsfähigkeit. Dies gilt auch für die
Synapsen der Gehirnzellen. Synapsen sind die Verbindungspunkte, an
denen die Nervenzellen zusammentreffen, um ihre Botschaften
auszutauschen. Je mehr es von diesen Übertragungspunkten gibt und je
reibungsloser die Kommunikation zwischen ihnen funktioniert, desto
besser arbeitet Ihr Gehirn. Die schon erwähnte Autorin Jean Carper
stellt fest, dass Intelligenz und optimale Gehirnfunktion noch stärker
durch die Menge und Qualität der synaptischen Verbindungen bestimmt
wird als durch die Gesamtanzahl der Gehirnzellen. Sie kommt deshalb zu
diesem Schluss:
„Omega-3-Fischöl, genauer gesagt, der Inhaltsstoff DHA, ist das
Baumaterial für die synaptischen Kommunikationszentren. Niemand kann
neue Synapsen, Dendriten oder Rezeptoren (die “Empfänger” von
Nervenimpulsen) bilden, die das Potential des Gehirns vergrössern, ohne
eine gute Versorgung mit Omega-3-Fischöl.“

Unterstützen Sie Ihr Gehirn durch
gehirnfreundliche Nahrungsergänzungsmittel
Zu den unentbehrlichen Nahrungsergänzungsmitteln für das Gehirn gehören
an vorderster Stelle die gerade erwähnten Omega-3-Fettsäuren mit den im
Fischöl enthaltenen Hauptbestandteilen DHA und EPA.
Bei den Vitaminen steht an erster Stelle die Gruppe der B-Vitamine.
Alle Vitamine des B-Complexes sind für die einwandreie Funktion der
Nervenzellen, zu denen die Gehirnzellen gehören, unabdingbar. Sie
werden u. a. für die Herstellung der Neurotransmitter benötigt. Schon
ein leichter Mangel dieser Vitamine kann zu kognitiven Problemen wie
Gedächtnisverlust, Verwirrung, Depressionen und Schlafstörungen führen.
Dazu Dr. Atkins: „Ich glaube, dass der Mangel an B-Vitaminen ein häufig
übersehener Grund für die so genannte senile Demenz ist. Die Vitamine
der B-Gruppe werden im allgemeinen nur schwer aus der Nahrung
absorbiert. Wenn wir älter werden, fällt es dem Körper immer schwerer,
sie aufzunehmen. Bedenkt man, dass viele ältere Menschen auch nicht
genügend Kalorien zu sich nehmen und dass diese Kalorien häufig aus
Lebensmitteln stammen, die wenige B-Vitamine enthalten, führt das mit
Sicherheit zu Unterversorgung mit diesen Vitaminen.“
Obwohl alle B-Vitamine wichtig für die Nervenzellen sind und im übrigen
auch am besten in ihrer Gesamtheit wirken, ragen doch einzelne
Mitglieder der Gruppe in ihrem positiven Einfluss auf die
Gehirnleistung heraus. Das sind die Vitamine B 1 (Thiamin), B 3
(Niacin), B 6 (Pyridoxin) und B 12 (Cobalamin) sowie die zur „Familie“
zählende Folsäure und Cholin.

Vitamin B 1
(Thiamin) ist ein Mikronährstoff, der nicht nur – übrigens besonders
bei Frauen - eine angstfreie, positive Stim-mungslage begünstigt,
sondern auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns fördert, vor allem
Konzentration, Reaktionszeit und Gedächtnis. In einer von Dr. D.
Lonsdale an über 1000 Kindern und Erwachsenen durchgeführten
Untersuchung wurde festgestellt, dass die Verhaltensprobleme, die diese
Patienten hatten, durch Thiaminmangel mitverursacht wurden. Die
Patienten litten unter Lernschwierigkeiten, Wutanfällen,
unberechenbarem Temperament, gewalttätigen Stimmunswechseln,
Depressionen, Angst und Schlaflosigkeit.

Vitamin B 3
(Niacin) ist einer der Hauptenergielieferanten für die Mitochondrien,
die Kraftwerke der Gehirnzellen. Es fördert darüber hinaus die
Übertragung elektrischer Impulse zwischen den Neuronen in das
Kurzzeitgedächtnis sowie die Verlagerung wichtiger Gedächtnisinhalte in
die Speichersysteme des Langzeitgedächtnisses.
Wie Jean Carper mitteilt, kann Niacin die Neuronen der Substantia
Nigra, des Teils des Gehirns, der von dem Parkinson-Syndrom betroffen
werden kann, vor Schaden durch freie Radikale erzeugende Neurotoxine
(Nervengifte) bewahren. „In einem aufsehenerregenden Experiment gelang
es dem Harvard-Wissen-schaftler Flint Beal, einen Gehirnzellschaden,
wie er bei der Parkinson- und der Alzheimer-Krankheit vorkommt, durch
den Gebrauch von Niacin zu verhindern. Er fand heraus, dass Niacin
zusammen mit dem Antioxidans Coenzym Q 10 die Gehirnzellzerstörung der
Mitochondrien verhindern konnte, während Q 10 allein dies nicht
vermochte.“

Vitamin B 6
(Pyridoxin) wird gebraucht, um Neurotransmitter, (u. a. Serotonin,
Dopamin, Norepinephrin) zu bilden, die biochemischen Botenstoffe, die
für die Kommunikation zwischen den Neuronen sorgen. Von ihrer
Verfügbarkeit und Qualität hängt die emotionale Verfassung und geistige
Leistungsfähigkeit ab. Vitamin B 6 verbessert das „Arbeitsgedächtnis“
deutlich. Bei umfangreichen Tests, die Katharine Tucker von der Tufts
University an 70 Männern im mittleren und fortgeschrittenen Alter
durchführte, waren die Männer mit dem höchsten B-6-Anteil im Blut,
unabhängig vom Alter, um 30 % besser, wenn sie eine Zahlenreihe
rückwärts erinnern mussten. Sie behielten auch die meisten Gegenstände
im Gedächtnis und konnten sich an die meisten Details einer Geschichte
erinnern, die ihnen vorgelesen wurde. Es ist bekannt, dass Vitamin B 6
(zusammen mit Folsäure und Vitamin B 12) den schädigenden Anteil von
Homozystein im Blut senken kann. Homozystein, ein Blutfaktor, von dem
man annimt, dass er Blutgefässe zerstört und direkte toxische
Auswirkungen auf Gehirnzellen hat, wird seit langem mit
verschiedenen mentalen Störungen in Zusammenhang gebracht, bis hin zu
geistigem Abbau und Demenz.

Vitamin B 12
(Cobalamin) gehört zu den Vitaminen, die vor allem bei älteren Menschen
nicht ausreichend über die Nahrung zugeführt oder verwertet werden.
„Der Verdacht eines Mangels an Vitamin B 12 liegt immer nahe, wenn eine
ältere Person unerklärliche neuropsychiatrische Probleme entwickelt“
sagt Dr. Robert Russel von der Tufts University. Eine kürzlich
veröffentliche Studie aus Israel ergab, dass annähernd 16 % der
untersuchten älteren Menschen mit diagnositzierter Demenz in
Wirklichkeit unter B12-Mangel litten. Die Anzeichen eines B12-Mangels
werden deshalb häufig als „Pseudosenilität“ beschrieben, weil sie dem
altersbedingten geistigen Abbau so ähneln. Indessen sind
Erinnerungsverlust und andere geistige Störungen, die als irreparable
Fälle von „Senilität“ oder sogar „Alzheimer“ angestuft werden, nicht
selten in Wirklichkeit lediglich auf einen (durchaus reparablen) Mangel
an Vitamin B 12 zurückzuführen. (Man hat allerdings festgestellt, dass
ältere Menschen mit abnormal niedrigen Vitamin-B12-Blutwerten viermal
häufiger die Alzheimer-Krankheit entwickelten.) Da die neurologischen
Folgen eines Vitamin B 12 –Mangels schleichend beginnen, gewöhnlich im
mittleren Alter und sich oft erst Jahre später bemerkbar machen,
empfehle ich allen Menschen über 50 die regelmässige Zufuhr von 1.000 –
2.000 mcg Vitamin B 12 wöchentlich.

Folsäure
Die Unterversorgung mit der zur Gruppe der B-Vitamine zählenden
Folsäure ist besonders eklatant. Sie betrifft vor allem die Frauen, von
denen etwa die Hälfte nicht genug Folsäure zuführt. Betroffen sind auch
zahlreiche ältere Menschen, die unter einem unerkannten “subklinischen”
Folsäuremangel leiden, der dem Gedächtnis schadet. Zusammen mit den
Vitaminen B 6 und B 12 wirkt die Folsäure hohen Homozystein-Werten
entgegen, einem Blutfaktor, der gerade in den letzten Jahren als
Ursache für gefässbedingten geistigen Verfall und Schlaganfälle erkannt
wurde. Hohe Homozystein-Konzentrationen im Blut schädigen die
Nervenzellen direkt und indirekt und provozieren “Mini-Schlaganfälle”
und andere Verletzungen in zerebralen Gefässen. Wissenschaftler wie Dr.
Snowdon von der Universität in Kentucky vermuten, dass es auch einen
Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Krankheit und dem Anteil von
Folsäure im Blut gibt. Die meisten Nährstoff-Forscher sind der Ansicht,
dass eine tägliche Zufuhr von 400 – 1000 mcg. zum Schutz vor
Gehirnfunktionsstörungen ausreicht.

Cholin & Inositol
Wir hatten gesagt, dass gesunde Gehirnfunktionen stark mit der
Verfügbarkeit von Neurotransmittern zusammenhängt. Einer der
wichtigsten dieser Botenstoffe, die die reibungslose Kommunikation der
Nervenzellen unter-einander erst ermöglichen, ist Azetylcholin. Er ist
für die Kodierung der Gedächtnisinhalte zuständig. Cholin, zusammen mit
Inositol, ist ein notwendiger Baustein für den Gedächtnis-Botenstoff
Azetylcholin und regt die Produktion und Freisetzung dieses
Neurotransmitters an. Cholin beeinflusst auch die Struktur der
Gehirnzellmembranen und erleichtert die Übertragung von Signalen von
der Hülle zum Kern der Zelle. Dies hat einen starken Einfluss auf die
Gesamtaktivität des Gehirns.

NADH
Eine der interessantesten gehirnstimulierenden Substanzen ist NADH, das
auch als Coenzym 1 bezeichnet wird. NADH regt die Produktion von
Zell-Energie in den Neuronen an und stimuliert die Bildung
körpereigener Neurotransmitter, vor allem Dopamin und Noradrenalin, die
viel mit unserer inneren Gesamtverfassung, Tatkraft, Wachheit,
Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisleistung, aber auch seelischer
Ausgeglichenheit und positiver Grundstimmung zu tun haben. Niedrige
Dopamin-Spiegel sind kennzeichnend für degenerative Erkrankungen des
Gehirns und des zentralen Nervensystems.
NADH wirkt besonders dem Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit
infolge von Schlafstörungen entgegen, die bei älteren Menschen leider
ja recht verbreitet sind. Der Wiener Arzt Dr. Birkmayer,
Entwickler und Pionier im therapeutischen Einsatz von NADH, setzt
die Substanz in seiner Klinik mit ermutigenden Resultaten in der
Behandlung seiner Alzheimer- und Parkinson-Patienten ein.

Phosphatidylserin
(oder kurz: PS) ist ein Bestandteil des Lecithins und wird seit 1991
isoliert zur Verbesserung des Gedächtnisses angewendet. PS kommt in
allen Zellmembranen vor und kann völlig problemlos die
Blut-Gehirn-Schranke durchdringen. Es gelangt innerhalb von Minuten
nach der Aufnahme ins Gehirn. Der gedächtnisfördernde Effekt von
PS wird als aussserordentlich bemerkenswert beschrieben.“Ich habe
die Auswirkungen von annähernd hundert Substanzen auf das menschliche
Gedächtnis getestet, und von allen ist Phosphatidylserin (PS) bislang
das eindrucksvollste” sagt Dr. Thomas Crook, Psychologe und Autorität
der Gedächtnisforschung. Dr. Crook untersuchte die Wirkungen von PS auf
das Gedächtnis von 149 Personen zwischen 50 und 75 Jahren. Sie litten
alle unter typischen altersbedingten Gedächtnisproblemen. Am Ende der
Untersuchungen schnitten die Personen, die PS (100 mg 3 x täglich)
eingenommen hatten, bei Lern- und Gedächtnistests um etwa 30 % besser
ab. Dr. Crook berichtet, dass die Personen mit den grössten
Gedächtnisschwächen durch PS den grössten Nutzen hatten.
“Sie konnten Namen, Gesichter, Telefonnummern und Inhalte besser im
Gedächtnis behalten und ihre Konzentrationsfähigkeit stieg deutlich an.
PS ist keine Zeitmaschine. Es kann keinen 75 Jahre alten Menschen zum
25jährigen machen. Aber es ist unter vielen, vielen Mitteln das erste,
das eine klare, messbare Wirkung hat, die die biologische Uhr um zwölf
Jahre zurückdreht. Ich glaube fest daran, dass PS praktisch jede
altersbedingte Verschlechterung des Gedächtnisses wieder rückgängig
machen kann.”

Leci-PS
Heute gewinnt man PS ausschliesslich aus Sojabohnen und das bekannteste
Präparat - mit einem Marktanteil von 95 % - wird unter dem Namen
Leci-PS vertrieben. Leci-PS steigert deutlich (durch EEG oder PET-Scans
messbar) die Energieversorgung des Gehirns, und zwar durch eine
Verstärkung der Reizweiterleitung in den Nervenzellen. Es treibt auch
die Werte der Gedächtnisverbesserer Azetylcholin und Dopamin in die
Höhe und beschleunigt die Weiterleitung von Nervenimpulsen. Durch die
Verbesserung der Neuronenmembranen und der Rezeptoren wird die
Kommunikation der Nervenzllen erleichtert und der Abbau der
Dendritenverbindungen verhindert. Die Tagesdosierung wird mit 100 – 300
mg angegeben.

Phytho-Nutrienten
Zu den gehirnfreundlichen Nahrungsergänzungsmitteln gehören auch zahlreiche Pflanzenextrakte.
Hier ist an erster Stelle Ginkgo biloba zu nennen, und zwar
hauptsächlich wegen seiner nachgewiesenen durchblutungsfördernden
Wirkungen. Ginseng tonisiert und belebt den Organismus und fördert die
Gehirnleistung, ähnlich wie andere Pflanzenextrakte aus der chinesichen
Tradition wie FO-TI und GotuKola. Der in dem Präparat DopaBean
enthaltene Extrakt von Mucuna pruriens enthält eine Vorstufe des
wichtigen Neurotransmitters Dopamin. Von der schützenden und
regenerierenden Wirkung der Billberry, dem Extrakt der amerikanischen
Blaubeere, ist Dr. Joseph von der Tufts Universität derart überzeugt,
dass er sagte:
“Ich kenne keinen besseren Wirkstoff, der altersbedingte motorische und
kognitive Defekte rückgängig machen kann. Dies ist der einzige Stoff,
den ich jemals gefunden habe, der dies vermag – und ich suche seit
zweiundzwanzig Jahren danach.”
Vermeiden Sie Gesundheistrisiken, die Ihr Gehirn schädigen
Was den Körper schädigt, schädigt auch das Gehirn. Wir müssen deshalb
darauf achten, unseren Organismus gesund zu erhalten, wenn wir unsere
volle geistige Leistungskraft erhalten wollen.
Diese Gesundheitsrisiken haben direkte Auswirkungen auf unsere Gehirnfunktionen:
-
Durchblutungsstörungen, die die ausreichende Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff behindern;
-
Hohe oder stark schwankende Blutzuckerwerte, die die Energieversorgung des Gehirns aus dem Gleichgewicht bringen;
-
Erhöhte Blutfette, besonders
Triglyzeride, die Depressionen
fördern und das
Schlaganfallrisiko erhöhen;
-
Erhöhte Homozysteinwerte, die die Korrosion von Gehirnzellen (“Mini”-Schlaganfälle) begünstigen;
-
Bluthochdruck, der eine
“gefässbedingte Demenz”
verursachen kann;
Übergewicht, zuviel Kalorien, zuviel Fleisch, schlechte Fette,
Rauchen, zuviel Koffein, zuviel Alkohol und nicht zuletzt Stress
und hektische Lebensumstände beeinträchtigen ebenfalls auf lange Sicht
das geistige Leistungsvermögen. Die genannten – leider sehr
verbreiteten – Gesundheitsstörungen lassen sich durch gezielte
Nährstoffgaben, verbunden mit einer Anpassung der Lebens- und
Ernährungsgewohnheiten, kontrollieren und bessern.
Zu den Risiken, die die Arbeit Ihres Gehirns nachteilig beeinflussen
können, gehören auch bestimmte Medikamente. Darauf weist Dr. Julian
Whitaker hin:
“Viele häufig verschriebene Medikamente sind im Grunde Gehirngifte.
Dazu gehören nicht nur Mittel gegen Depressionen, Beruhigungsmittel und
sogar Schlaftabletten; auch so verbreitete Arzneimittel wie
Beta-Blocker gegen Bluthochdruck, Schmerzmittel, Antihistamine können
abträgliche Wirkungen auf die Gehirnfunktionen haben.”
Dr. Whitaker empfiehlt dringend, die Verwendung solcher Arzneimittel
kritisch unter diesem Gesichtspunkt mit dem behandelnden Arzt zu
besprechen.

Trainieren Sie Ihr Gehirn
Wie der übrige Körper, braucht auch das Gehirn Training, um fit zu
bleiben. Geistig aktive Menschen bleiben einfach länger gesund. Alles,
was das Gehirn beschäftigt, hilft dabei, es frisch und vital zu
erhalten. Wir sollten es uns zur Regel machen, jeden Tag etwas Neues zu
lernen, denn das hält unsere Dendriten arbeitsfähig. Man braucht keinen
Doktortitel, um zu lesen, Musik zu hören oder – noch besser – ein
Instrument zu erlernen und selbst zu musizieren, Gedichte zu lesen –
und auswendig zu lernen, sich künstlerisch zu betätigen, einem Hobby
nachzugehen oder sich ein ganz neues Interessengebiet zu erschliessen.
Aktives Engagement im gesellschaftlichen Leben, z. B. in Vereinen, hält
auch den Geist gesund. Geselligkeit, Treffen innerhalb der Familie oder
im Freundeskreis, Teilnahme an Gruppenaktivitäten kann Stress mindern –
und somit auch die Überflutung Ihres Gehirns durch Stress-Hormone
vermeiden helfen, die den Neuronen tatsächlich Schaden zufügen können.
Fernsehen dagegen hilft nicht! Es ist die Art von passiver Teilnahme,
die die Gehirnleistung stagnieren lässt und die Bildung neuer Neuronen
nicht anregt.

Beherzigen wir die Mahnung von Jean Carper:
“Das Wichtigste ist, niemals zu vergessen, dass Ihr Gehirn immer weiter
wächst und sich wandelt. Es gedeiht durch Anregungen, Übungen, Bildung
sowie durch die richtige Ernährung und die richtigen
Nahrungsergänzunsgsmittel. Es ist niemals zu früh oder zu spät, sich zu
entschliessen, das Schicksal Ihres Gehirns



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