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Ausgabe 44 NWzG 08/2010 Langfristige Gewichtsreduktion durch gezielte Nährstoffgabe

 
   
Ausgabe 27 – 07/2004 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis

Themen in dieser Ausgabe:
Die überlastete Leber als Ursache für CFS
• Medikamente als Vitalstoff-Räuber

Medikamente – als Vitalstoffräuber


Dieser Artikel befaßt sich mit den Medikamenten der Schulmedizin, die häufig nicht nur reine Symtombehandlung betreiben und gleichzeitig wichtige Vitalstoffe dem gekränkten Körper rauben. Im ersten Teil beschäftigen wir uns mit CFS – dem chronischen Müdigkeits-Syndrom


Medikamente als Vitalstoff-Räuber
„Aus unserer täglichen Praxis wissen wir, wie viele Menschen jeden Tag auf Medikamente angewiesen sind. Dies läßt sich nicht beschönen und in vielen Fällen auch nicht verhindern. Ab einem gewissen Lebensalter – bei dem einen früher, bei dem anderen später – brechen die sogenannten „Zivilisationsleiden“ durch, die von den meisten Ärzten dann chemisch behandelt werden. Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfall, hohe Cholesterinwerte und viele andere Erkrankungen sagen viel über unsere Lebensweise aus, über Ernährung, Umweltbedingungen, Stress und Bewegungsmangel.

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Dass die Ärzte oft keinen anderen Rat kennen, als die gängigen Medikamente wie Macumar zur Blutverdünnung oder Aspirin bei Schmerzen zu verschreiben, liegt schon in der Ausbildung begründet. Auf den Punkt gebracht hat es ein bekannter deutscher Arzt Dr. O. Wolff, der auf dieses Thema angesprochen, sagte:
„Obwohl die vornehmste ärztliche Aufgabe die Heilung ist, spricht man heutzutage kaum von Heilmitteln – leider mit Recht, denn die wenigsten der gebräuchlichen Medikamente sind wirkliche Heilmittel.“
Als Patient muss man für diese Problematik ein Bewußtsein entwickeln, notfalls eigene Wege gehen und nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten Ausschau halten. Denn es kann gar nicht deutlich genug darauf hingewiesen werden, dass zwischen Heilbehandlung und Symptombekämpfung ein Unterschied besteht: letztere bringt keine Heilung, sondern – bestenfalls – ein Verschwinden der Beschwerden durch Überlagerung!

In der orthomolekularen Medizin wird bei der Behandlung von Krankheiten nicht nach körperfremden Arzneimitteln gesucht, welche die Symptome beseitigen, sondern nach körpereigenen Mitteln, die in der Lage sind, die Ursachen der Krankheiten zu beheben.

Sicher „wartet“ die Zelle nicht auf ein körperfremdes Arzneimittel. Prof. R.J. Williams, ein brillanter Chemiker, der zwei der B-Vitamine (Pantothensäure und Folsäure) entdeckte und einer der „Gründerväter“ der orthomolekularen Medizin ist, fragte einmal einen Patienten, der reichlich Aspirin gegen Schmerzen einnahm und es sehr lobte: „Glauben Sie wirklich, dass Sie an Arthritis leiden, weil Ihrem System Aspirin fehlt?“
Man hätte die Symptombekämpfung mit körperfremden Arzneimitteln nicht besser umschreiben können.
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Die volkswirtschaftliche Bedeutung
Körperfremde Arzneimittel gibt es Zehntausende, alte verschwinden, neue kommen ständig hinzu. Viele haben Kontraindikationen, d.h. sie schädigen Organe.  Hierbei handelt es sich um ein bedeutendes Gesundheitsproblem, dass die ganze Bevölkerung betrifft. Zum Beispiel werden die Behandlungskosten für Personen, die an unerwünschten Nebenwirkungen von Medikamenten leiden, in den USA und Europa auf jährlich über zwei Milliarden Dollar geschätzt. Darüber hinaus soll die Betreuung solcher Patienten nicht weniger als 20% aller Klinikpflegetage beanspruchen. Schon im Jahre 1997 berichtete das Journal of the American Medical Association, dass in Europa und in den USA über 140.000 Menschen aufgrund von Medikamenten-Nebenwirkungen sterben, mit steigender Tendenz.

Selbstverständlich gibt es bestimmte Notsituationen, in denen bewährte, schulmedizinische Medikamente lebensrettend sein können und niemand würde auf diese Arzneimittel verzichten wollen. Eine lebensbedrohende bakterielle Infektion z.B. kann nur mit starken Antibiotika schnell behoben werden. Bei den meisten heute verbreiteten chronischen Krankheiten, darunter Herzkranzgefäß-Erkrankungen, Krebs, Arthritis und vielen anderen, beläßt es die Schulmedizin jedoch hauptsächlich bei der Symptombekämpfung, während die Krankheit sich unterschwellig weiter ausbreitet. Orthomolekulare Therapie dagegen ist ungefährlich und wirksam.

Vielen von uns ist nicht bewußt, dass die Einnahme eines Medikamentes immer einen – oft recht behelfsmäßigen – Ersatz für eine Umstellung der Lebensumstände darstellt. Oder um es anders zu formulieren: Die Tatsache, dass eine Aspirintablette in der Lage ist, unsere Kopfschmerzen verschwinden zu lassen, ist kein Beweis dafür, dass unser Körper Aspirin braucht, oder die Kopfschmerzen die Folgen eines Aspirinmangels im Körper sind. Dennoch greift heute fast jeder gerne mehrmals im Jahr zu einer Pille, um Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder andere Gesundheitsstörungen zu behandeln.
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Auf diese Vitalstoffe sollten Sie bei der Einnahme von folgenden Medikamenten achten!

Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schmerzen
Entwässerungsmittel
Entwässerungsmittel (Diuretika) sorgen für eine Erhöhung der Urinmenge. Dieser Effekt ist vor allem bei Herzerkrankungen und Bluthochdruck vorteilhaft, wird aber auch mißbräuchlich für Schlankheitskuren genutzt. Der Körper verliert jedoch mit zunehmender Wassermenge auch seine wasserlöslichen Mikronährstoffe, besonders Magnesium, Kalium und Zink.

Schmerzmittel
Schmerzmittel (Analgetika) können sowohl akute als auch chronische Schmerzen lindern. Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®, ASS) veringert die Aufnahme und erhöht gleichzeitig die Ausscheidung von Vitamin C. Paracetamol kann regelmäßig, in hohen Mengen eingenommen, die Leberzellen schädigen und dadurch einen Mangel an Vitamin B1 sowie Niacin bewirken.

Medikamente gegen Stoffwechselstörungen
Cholesterinsenker
Bestimmte cholesterinsenkende Mittel (CSE-Hemmer, z.B. Mevinacor®) bremsen die Produktion von Cholesterin in der Leber. Gleichzeitig wird jedoch auch weniger Coenzym Q10 hergestellt. Coenzym Q10 spielt eine wesentliche Rolle bei der Energieversorgung des Herzens, und ein Mangel kann eine verminderte Pumpleistung hervorrufen.

Blutzuckersenker
Metformin (z.B. Glucophage®) wird bei nicht insulinpflichtigen Diabetikern zur Senkung des Blutzuckerspiegels eingesetzt. Gleichzeitig wird aber die Aufnahme von Vitamin B12 und Folsäure erniedrigt. Dadurch steigt das Risiko für die Entstehung einer Arteriosklerose an, das bei den Betroffenen aufgrund des Diabetes ohnehin schon erhöht ist.

Medikamente, die in den Hormonhaushalt eingreifen
Kortikoide
Kortikoide (z.B. Kortison) führen zu einer geringeren Aufnahme von Kalzium in den Körper und fördern dessen Ausscheidung über den Urin. Zudem verschlechtern sie auch die Versorgung mit den Vitaminen C und B6, die für die Produktion von Kollagen unerlässlich sind. Somit verliert der Knochen sowohl seinen wichtigsten Mineralstoff Kalzium als auch seine Stützsubsanz Kollagen. Eine Langzeittherapie mit Kortikoiden bringt daher häufig eine Osteoporose mit sich.

Anti-Baby-Pille
So genannte orale Kontrazeptiva dienen zur Empfängnisverhütung, beschleunigen aber den Stoffwechsel der Vitamine B6 und B2, sodass hier mit einer unzureichenden Versorgung zu rechnen ist. Weiterhin beeinträchtigen sie auch die Aufnahme von Folsäure, die gerade bei jüngeren Frauen ohnehin zu den kritischen Nährstoffen zählt. Wenn direkt nach dem Absetzen der Pille eine Schwangerschaft eintritt, steigert die schlechte Versorgung mit Folsäure das Risiko von Missbildungen beim Kind.

Medikamente gegen Magen- und Darmprobleme
Abführmittel
Abführmittel (Laxantien) verkürzen die Verweildauer der Nahrung im Darm und sollen somit einer chronischen Verstopfung entgegenwirken. Häufig werden sie jedoch als Schlankheitsmittel missbraucht. Infolge der verkürzten Passagezeit können die Nährstoffe aus der Nahrung nur unzureichend verwertet werden. Auf Dauer kann es zu Mangelerscheinungen bei sämtlichen Mikronährstoffen kommen. Es entsteht ein Teufelskreis, denn der auftretende Mangel an Kalium schränkt die Darmbewegung wiederum ein und das erfordert die Einnahme weiterer Abführmittel. Als Folge treten u.a. gravierende Herzstörungen auf.

Orlistate und Blutfettsenker
Orlistate (z.B. Xenical®) hemmen im Darm die Verwertung von Nahrungsfetten und dienen der Gewichstreduktion. Ohne Fette verschlechtert sich aber auch die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie der Carotinoide. Medikamente, die gegen erhöhte Blutfettwerte eingesetzt werden (Lipidsenker, z.B. Colestyramin®, Colestipol®), führen ebenfalls zu einer eingeschränkten Versorgung des Körpers mit den genannten Vitaminen. Die im Darm verbleibenden Fette bilden mit Kalzium und Magnesium schwer lösliche Komplexe und verhindern deren Aufnahme in den Körper.

Säureblocker
Antazida (z.B. Maaloxan®, Gelusil Lac®) neutralisieren die Magensäure; ihr Einsatz ist daher bei Sodbrennen und Magengeschwüren angezeigt. Allerdings bilden sie mit verschiedenen Mikronährstoffen schwer lösliche Komplexe und entziehen diese somit der Aufnahme in den Körper. Bei Eisen und Zink können diese Verluste bis zu 70% der mit der Nahrung aufgenommenen Menge ausmachen.

Medikamente gegen neurologische und psychische Störungen
Psychopharmaka
Die langfristige Einnahme so genannter trizyklischer Antidepressiva führt zu einem Vitamin-B2-Mangel. Beruhigungsmittel wie Diazepam rufen einen Mangel an Niacin hervor.
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Der Vorteil der Medikamente liegt auf der Hand:
  1. Die Tabletten wirken schneller als andere Maßnahmen wie z.B. die Umstellung von Lebensgewohnheiten;
  2. Die Einnahme ist unkomplizierter als die Umstellung liebgewordener Verhaltens- oder Ernährungsgewohnheiten;
  3. Die „gelegentliche Einnahme“ von einigen wenigen Tabletten scheint uns vollkommen ungefährlich.
Es ist jedoch eine Tatsache, dass jedes Medikament in unserem Körper biologische Veränderungen bewirkt, deren Auswirkungen auf unsere Gesundheit oftmals erst wesentlich später offensichtlich werden. Ein Zusammenhang mit dem Gebrauch des Arzneimittels ist dann nicht mehr offenkundig.

Die Wirkstoffe der Medikamente greifen gezielt in den menschlichen Organismus ein. Das hat eben nicht nur positive Auswirkungen, wie ein Blick auf den Beipackzettel unter der Rubrik „Nebenwirkungen“ oft zeigt. Doch viele Medikamente haben auch schleichende Nebenwirkungen, die nur selten in den Beipackzettel auftauchen: Sie führen langfristig zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie greifen somit direkt in den Stoffwechsel der Mikronährstoffe ein und erhöhen entweder die Ausscheidung bestimmter Vitamine, Mineralstoffe sowie Spurenelemente oder veringern deren Aufnahme in den Körper. Eine neuere Studie hat z.B. gezeigt, dass manche Wirkstoffe in den gängigen, freiverkäuflichen Mitteln gegen Erkältung, Schmerz und Allergien den Vitamin-A-Spiegel im Blut senken. Da Vitamin A die Schleimhäute von Nase, Rachen und Lunge schützt und stärkt, kann ein Defizit daran u. a. zur Folge haben, dass die Bakterien sich vermehren und dadurch die Krankheit verlängert wird, die man durch das Medikament eigentlich bekämpfen wollte.
Mancher dieser „Vitalstoffräuber“ begünstigt auch die Entstehung einer weiteren Krankheit zusätzlich zu ursprünglichen Erkrankung. So entwickeln beispielsweise Menschen, die wegen eines Rheumaleidens langfristig Kortison einnehmen, häufig noch zusätzlich eine Osteoporose, weil der wichtige Knochennährstoff Calzium verstärkt ausgeschieden wird.
Arzneimittel sind eine große Belastung für den Körper und müssen im Stoffwechsel abgebaut werden. Für diese Entsorgung sind große Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen nötig.

Wenn man aufgrund einer Erkrankung nicht auf Medikamente verzichten kann, sollte man immer für einen ausgeglichenen Vitalstoffhaushalt sorgen. Dies erreicht man am besten mit einem Präparat zur Grundversorgung. Wie aus der Tabelle auf Seite 5 zu entnehmen ist verursachen bestimmte Medikamente bestimmte Nährstoffmängel. Diese sollten in der Regel ersetzt werden, am besten aber in Rücksprache mit einem Arzt.

Grundsätzlich sollte man sich immer darum bemühen, auch bei einer fortgeschrittenen Erkrankung eine Alternative zur Medikamenteneinnahme zu finden. Vielleicht kann man auf diesem Wege die Medikamenteneinnahme immerhin reduzieren.
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Ernährungswissenschaftler teilen Vitaminmangel
in sechs Stadien ein:


Stadium eins: Durch mangelnde Zufuhr an Vitaminen entleeren sich langsam die Vitaminspeicher im Gewebe. Die Vitaminspiegel im Blut bleiben jedoch unverändert. Auch die vitaminabhängigen Stoffwechselprozesse sind noch nicht beeinträchtigt. Allerdings kann ein kurzfristig erhöhter Bedarf nicht mehr gedeckt werden. Beispiel: Vitamin-C-Mangel im Stadium eins führt zu einer Anfälligkeit gegenüber Erkältungskrankheiten.

Stadium zwei: Die Blutspiegel sind weiterhin normal, aber in den Körpergeweben fällt der Vitamingehalt ab. Beispiel: Bei normalem Blutspiegel ist der Gehalt an Vitamin C in den Abwehrzellen bereits reduziert. Das Immunsystem arbeitet nicht mehr optimal.

Stadium drei: Auch die Blutspiegel nehmen ab. Vitaminabhängige Reaktionen werden mehr und mehr eingeschränkt. Beispiel: Langfristig ablaufende Umbauprozesse im Körper, die unter anderem zu Krebs führen können, werden vor allem durch einen Mangel an den Vitaminen C, E und Beta-Carotin begünstigt. „Echte“ Mangelsymptome sind noch nicht zu erkennen.

Stadium vier: Ein Großteil der Körperfunktionen ist jetzt vom Vitamimmangel betroffen. Das führt zu allgemeinen Beschwerden: Beispiele: Müdigkeit, Leistungsschwäche, Appetitverlust, schlechte Wundheilung, Abwehrschwäche.

Stadium fünf: Die Körperfunktionen, die am meisten auf das fehlende Vitamin angewiesen sind, fallen aus. Erst in dieser Phase kommt es zu „echten“ Mangelsymptomen wie Skorbut oder Rachitis.

Stadium sechs: Die Mangelsymptome manifestieren sich in ernsthaften Erkrankungen (kompletter Ausfall von Organen) und sind auch mit Vitamingaben nicht mehr rückgängig zu machen.
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Weiteres Thema in dieser Ausgabe:
Die überlastete Leber als Ursache für CFS

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