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Ausgabe 27 – 07/2004 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Die überlastete Leber als Ursache für CFS
• Medikamente als Vitalstoff-Räuber
Medikamente – als Vitalstoffräuber Dieser
Artikel befaßt sich mit den Medikamenten der Schulmedizin, die häufig
nicht nur reine Symtombehandlung betreiben und gleichzeitig wichtige
Vitalstoffe dem gekränkten Körper rauben. Im ersten Teil beschäftigen
wir uns mit CFS – dem chronischen Müdigkeits-Syndrom

Medikamente als Vitalstoff-Räuber
„Aus unserer täglichen Praxis wissen wir, wie viele Menschen
jeden Tag auf Medikamente angewiesen sind. Dies läßt sich nicht
beschönen und in vielen Fällen auch nicht verhindern. Ab einem gewissen
Lebensalter – bei dem einen früher, bei dem anderen später – brechen
die sogenannten „Zivilisationsleiden“ durch, die von den meisten
Ärzten dann chemisch behandelt werden. Diabetes, Bluthochdruck,
Schlaganfall, hohe Cholesterinwerte und viele andere Erkrankungen sagen
viel über unsere Lebensweise aus, über Ernährung, Umweltbedingungen,
Stress und Bewegungsmangel.

Dass die Ärzte oft keinen anderen Rat kennen, als die gängigen
Medikamente wie Macumar zur Blutverdünnung oder Aspirin bei Schmerzen
zu verschreiben, liegt schon in der Ausbildung begründet. Auf den Punkt
gebracht hat es ein bekannter deutscher Arzt Dr. O. Wolff, der auf
dieses Thema angesprochen, sagte:
„Obwohl die vornehmste ärztliche Aufgabe die Heilung ist, spricht man
heutzutage kaum von Heilmitteln – leider mit Recht, denn die wenigsten
der gebräuchlichen Medikamente sind wirkliche Heilmittel.“
Als Patient muss man für diese Problematik ein Bewußtsein entwickeln,
notfalls eigene Wege gehen und nach alternativen
Behandlungsmöglichkeiten Ausschau halten. Denn es kann gar nicht
deutlich genug darauf hingewiesen werden, dass zwischen Heilbehandlung
und Symptombekämpfung ein Unterschied besteht: letztere bringt keine
Heilung, sondern – bestenfalls – ein Verschwinden der Beschwerden durch
Überlagerung!
In der orthomolekularen Medizin wird bei der Behandlung von Krankheiten
nicht nach körperfremden Arzneimitteln gesucht, welche die Symptome
beseitigen, sondern nach körpereigenen Mitteln, die in der Lage sind,
die Ursachen der Krankheiten zu beheben.
Sicher „wartet“ die Zelle nicht auf ein körperfremdes Arzneimittel.
Prof. R.J. Williams, ein brillanter Chemiker, der zwei der B-Vitamine
(Pantothensäure und Folsäure) entdeckte und einer der „Gründerväter“
der orthomolekularen Medizin ist, fragte einmal einen Patienten, der
reichlich Aspirin gegen Schmerzen einnahm und es sehr lobte: „Glauben
Sie wirklich, dass Sie an Arthritis leiden, weil Ihrem System Aspirin
fehlt?“
Man hätte die Symptombekämpfung mit körperfremden Arzneimitteln nicht besser umschreiben können.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung
Körperfremde Arzneimittel gibt es Zehntausende, alte verschwinden, neue
kommen ständig hinzu. Viele haben Kontraindikationen, d.h. sie
schädigen Organe. Hierbei handelt es sich um ein bedeutendes
Gesundheitsproblem, dass die ganze Bevölkerung betrifft. Zum Beispiel
werden die Behandlungskosten für Personen, die an unerwünschten
Nebenwirkungen von Medikamenten leiden, in den USA und Europa auf
jährlich über zwei Milliarden Dollar geschätzt. Darüber hinaus soll die
Betreuung solcher Patienten nicht weniger als 20% aller
Klinikpflegetage beanspruchen. Schon im Jahre 1997 berichtete das
Journal of the American Medical Association, dass in Europa und in den
USA über 140.000 Menschen aufgrund von Medikamenten-Nebenwirkungen
sterben, mit steigender Tendenz.
Selbstverständlich gibt es bestimmte Notsituationen, in denen bewährte,
schulmedizinische Medikamente lebensrettend sein können und niemand
würde auf diese Arzneimittel verzichten wollen. Eine lebensbedrohende
bakterielle Infektion z.B. kann nur mit starken Antibiotika schnell
behoben werden. Bei den meisten heute verbreiteten chronischen
Krankheiten, darunter Herzkranzgefäß-Erkrankungen, Krebs, Arthritis und
vielen anderen, beläßt es die Schulmedizin jedoch hauptsächlich bei der
Symptombekämpfung, während die Krankheit sich unterschwellig weiter
ausbreitet. Orthomolekulare Therapie dagegen ist ungefährlich und
wirksam.
Vielen von uns ist nicht bewußt, dass die Einnahme eines Medikamentes
immer einen – oft recht behelfsmäßigen – Ersatz für eine Umstellung der
Lebensumstände darstellt. Oder um es anders zu formulieren: Die
Tatsache, dass eine Aspirintablette in der Lage ist, unsere
Kopfschmerzen verschwinden zu lassen, ist kein Beweis dafür, dass unser
Körper Aspirin braucht, oder die Kopfschmerzen die Folgen eines
Aspirinmangels im Körper sind. Dennoch greift heute fast jeder gerne
mehrmals im Jahr zu einer Pille, um Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder
andere Gesundheitsstörungen zu behandeln.

Auf diese Vitalstoffe sollten Sie bei der Einnahme von folgenden Medikamenten achten!
Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schmerzen
Entwässerungsmittel
Entwässerungsmittel (Diuretika) sorgen für eine Erhöhung der Urinmenge.
Dieser Effekt ist vor allem bei Herzerkrankungen und Bluthochdruck
vorteilhaft, wird aber auch mißbräuchlich für Schlankheitskuren
genutzt. Der Körper verliert jedoch mit zunehmender Wassermenge auch
seine wasserlöslichen Mikronährstoffe, besonders Magnesium, Kalium und
Zink.
Schmerzmittel
Schmerzmittel (Analgetika) können sowohl akute als auch chronische
Schmerzen lindern. Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®, ASS) veringert
die Aufnahme und erhöht gleichzeitig die Ausscheidung von Vitamin C.
Paracetamol kann regelmäßig, in hohen Mengen eingenommen, die
Leberzellen schädigen und dadurch einen Mangel an Vitamin B1 sowie
Niacin bewirken.
Medikamente gegen Stoffwechselstörungen
Cholesterinsenker
Bestimmte cholesterinsenkende Mittel (CSE-Hemmer, z.B. Mevinacor®)
bremsen die Produktion von Cholesterin in der Leber. Gleichzeitig wird
jedoch auch weniger Coenzym Q10 hergestellt. Coenzym Q10 spielt eine
wesentliche Rolle bei der Energieversorgung des Herzens, und ein Mangel
kann eine verminderte Pumpleistung hervorrufen.
Blutzuckersenker
Metformin (z.B. Glucophage®) wird bei nicht insulinpflichtigen
Diabetikern zur Senkung des Blutzuckerspiegels eingesetzt. Gleichzeitig
wird aber die Aufnahme von Vitamin B12 und Folsäure erniedrigt. Dadurch
steigt das Risiko für die Entstehung einer Arteriosklerose an, das bei
den Betroffenen aufgrund des Diabetes ohnehin schon erhöht ist.
Medikamente, die in den Hormonhaushalt eingreifen
Kortikoide
Kortikoide (z.B. Kortison) führen zu einer geringeren Aufnahme von
Kalzium in den Körper und fördern dessen Ausscheidung über den Urin.
Zudem verschlechtern sie auch die Versorgung mit den Vitaminen C und
B6, die für die Produktion von Kollagen unerlässlich sind. Somit
verliert der Knochen sowohl seinen wichtigsten Mineralstoff Kalzium als
auch seine Stützsubsanz Kollagen. Eine Langzeittherapie mit Kortikoiden
bringt daher häufig eine Osteoporose mit sich.
Anti-Baby-Pille
So genannte orale Kontrazeptiva dienen zur Empfängnisverhütung,
beschleunigen aber den Stoffwechsel der Vitamine B6 und B2, sodass hier
mit einer unzureichenden Versorgung zu rechnen ist. Weiterhin
beeinträchtigen sie auch die Aufnahme von Folsäure, die gerade bei
jüngeren Frauen ohnehin zu den kritischen Nährstoffen zählt. Wenn
direkt nach dem Absetzen der Pille eine Schwangerschaft eintritt,
steigert die schlechte Versorgung mit Folsäure das Risiko von
Missbildungen beim Kind.
Medikamente gegen Magen- und Darmprobleme
Abführmittel
Abführmittel (Laxantien) verkürzen die Verweildauer der Nahrung im Darm
und sollen somit einer chronischen Verstopfung entgegenwirken. Häufig
werden sie jedoch als Schlankheitsmittel missbraucht. Infolge der
verkürzten Passagezeit können die Nährstoffe aus der Nahrung nur
unzureichend verwertet werden. Auf Dauer kann es zu Mangelerscheinungen
bei sämtlichen Mikronährstoffen kommen. Es entsteht ein Teufelskreis,
denn der auftretende Mangel an Kalium schränkt die Darmbewegung
wiederum ein und das erfordert die Einnahme weiterer Abführmittel. Als
Folge treten u.a. gravierende Herzstörungen auf.
Orlistate und Blutfettsenker
Orlistate (z.B. Xenical®) hemmen im Darm die Verwertung von
Nahrungsfetten und dienen der Gewichstreduktion. Ohne Fette
verschlechtert sich aber auch die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine
A, D, E und K sowie der Carotinoide. Medikamente, die gegen erhöhte
Blutfettwerte eingesetzt werden (Lipidsenker, z.B. Colestyramin®,
Colestipol®), führen ebenfalls zu einer eingeschränkten Versorgung des
Körpers mit den genannten Vitaminen. Die im Darm verbleibenden Fette
bilden mit Kalzium und Magnesium schwer lösliche Komplexe und
verhindern deren Aufnahme in den Körper.
Säureblocker
Antazida (z.B. Maaloxan®, Gelusil Lac®) neutralisieren die Magensäure;
ihr Einsatz ist daher bei Sodbrennen und Magengeschwüren angezeigt.
Allerdings bilden sie mit verschiedenen Mikronährstoffen schwer
lösliche Komplexe und entziehen diese somit der Aufnahme in den Körper.
Bei Eisen und Zink können diese Verluste bis zu 70% der mit der Nahrung
aufgenommenen Menge ausmachen.
Medikamente gegen neurologische und psychische Störungen
Psychopharmaka
Die langfristige Einnahme so genannter trizyklischer Antidepressiva
führt zu einem Vitamin-B2-Mangel. Beruhigungsmittel wie Diazepam rufen
einen Mangel an Niacin hervor.
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Der Vorteil der Medikamente liegt auf der Hand:
- Die Tabletten wirken schneller als andere Maßnahmen wie z.B. die Umstellung von Lebensgewohnheiten;
- Die Einnahme ist unkomplizierter als die Umstellung liebgewordener Verhaltens- oder Ernährungsgewohnheiten;
- Die „gelegentliche Einnahme“ von einigen wenigen Tabletten scheint uns vollkommen ungefährlich.
Es ist jedoch eine Tatsache, dass jedes Medikament in unserem Körper
biologische Veränderungen bewirkt, deren Auswirkungen auf unsere
Gesundheit oftmals erst wesentlich später offensichtlich werden. Ein
Zusammenhang mit dem Gebrauch des Arzneimittels ist dann nicht mehr
offenkundig.
Die Wirkstoffe der Medikamente greifen gezielt in den menschlichen
Organismus ein. Das hat eben nicht nur positive Auswirkungen, wie ein
Blick auf den Beipackzettel unter der Rubrik „Nebenwirkungen“ oft
zeigt. Doch viele Medikamente haben auch schleichende Nebenwirkungen,
die nur selten in den Beipackzettel auftauchen: Sie führen langfristig
zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie greifen somit
direkt in den Stoffwechsel der Mikronährstoffe ein und erhöhen entweder
die Ausscheidung bestimmter Vitamine, Mineralstoffe sowie
Spurenelemente oder veringern deren Aufnahme in den Körper. Eine neuere
Studie hat z.B. gezeigt, dass manche Wirkstoffe in den gängigen,
freiverkäuflichen Mitteln gegen Erkältung, Schmerz und Allergien den
Vitamin-A-Spiegel im Blut senken. Da Vitamin A die Schleimhäute von
Nase, Rachen und Lunge schützt und stärkt, kann ein Defizit daran u. a.
zur Folge haben, dass die Bakterien sich vermehren und dadurch die
Krankheit verlängert wird, die man durch das Medikament eigentlich
bekämpfen wollte.
Mancher dieser „Vitalstoffräuber“ begünstigt auch die Entstehung einer
weiteren Krankheit zusätzlich zu ursprünglichen Erkrankung. So
entwickeln beispielsweise Menschen, die wegen eines Rheumaleidens
langfristig Kortison einnehmen, häufig noch zusätzlich eine
Osteoporose, weil der wichtige Knochennährstoff Calzium verstärkt
ausgeschieden wird.
Arzneimittel sind eine große Belastung für den Körper und müssen im
Stoffwechsel abgebaut werden. Für diese Entsorgung sind große Mengen an
Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen nötig.
Wenn man aufgrund einer Erkrankung nicht auf Medikamente verzichten
kann, sollte man immer für einen ausgeglichenen Vitalstoffhaushalt
sorgen. Dies erreicht man am besten mit einem Präparat zur
Grundversorgung. Wie aus der Tabelle auf Seite 5 zu entnehmen ist
verursachen bestimmte Medikamente bestimmte Nährstoffmängel. Diese
sollten in der Regel ersetzt werden, am besten aber in Rücksprache mit
einem Arzt.
Grundsätzlich sollte man sich immer darum bemühen, auch bei einer
fortgeschrittenen Erkrankung eine Alternative zur Medikamenteneinnahme
zu finden. Vielleicht kann man auf diesem Wege die Medikamenteneinnahme
immerhin reduzieren.

Ernährungswissenschaftler teilen Vitaminmangel
in sechs Stadien ein:
Stadium eins: Durch mangelnde Zufuhr an
Vitaminen entleeren sich langsam die Vitaminspeicher im Gewebe. Die
Vitaminspiegel im Blut bleiben jedoch unverändert. Auch die
vitaminabhängigen Stoffwechselprozesse sind noch nicht beeinträchtigt.
Allerdings kann ein kurzfristig erhöhter Bedarf nicht mehr gedeckt
werden. Beispiel: Vitamin-C-Mangel im Stadium eins führt zu einer
Anfälligkeit gegenüber Erkältungskrankheiten.
Stadium zwei: Die Blutspiegel sind
weiterhin normal, aber in den Körpergeweben fällt der Vitamingehalt ab.
Beispiel: Bei normalem Blutspiegel ist der Gehalt an Vitamin C in den
Abwehrzellen bereits reduziert. Das Immunsystem arbeitet nicht mehr
optimal.
Stadium drei: Auch die Blutspiegel nehmen
ab. Vitaminabhängige Reaktionen werden mehr und mehr eingeschränkt.
Beispiel: Langfristig ablaufende Umbauprozesse im Körper, die unter
anderem zu Krebs führen können, werden vor allem durch einen Mangel an
den Vitaminen C, E und Beta-Carotin begünstigt. „Echte“ Mangelsymptome
sind noch nicht zu erkennen.
Stadium vier: Ein Großteil der
Körperfunktionen ist jetzt vom Vitamimmangel betroffen. Das führt zu
allgemeinen Beschwerden: Beispiele: Müdigkeit, Leistungsschwäche,
Appetitverlust, schlechte Wundheilung, Abwehrschwäche.
Stadium fünf: Die Körperfunktionen, die
am meisten auf das fehlende Vitamin angewiesen sind, fallen aus. Erst
in dieser Phase kommt es zu „echten“ Mangelsymptomen wie Skorbut oder
Rachitis.
Stadium sechs: Die Mangelsymptome
manifestieren sich in ernsthaften Erkrankungen (kompletter Ausfall von
Organen) und sind auch mit Vitamingaben nicht mehr rückgängig zu machen.
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