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Ausgabe 28 – 11/2004 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Krebs vorbeugen durch aktive Krebsprävention
Krebs vorbeugen Dieser
Artikel befaßt sich mit der schlimmsten Geisel der Menschheit, dem Krebs.
Täglich erkranken fast 1.000 Menschen allein in Deutschland an dieser
oftmals tödlichen Erkrankung. Eine aktive Krebsprävention ist darum ein
Thema, mit dem sich jeder auseinandersetzen sollte.

Krebs vorbeugen - durch aktive Krebsprävention Krebs
gehört zu den schrecklichsten Krankheiten unserer Zeit. In Deutschland
erkranken derzeit jährlich etwa 350 000 Menschen neu an Krebs . Das
sind 1000 pro Tag. Die meisten Krebsfälle treten im Alter von
über 60 Jahren auf. Im Alter unter 60 Jahren werden etwa 90400
Neuerkrankungen geschätzt. Etwa 200 000 Menschen pro Jahr sterben an
dieser Krankheit. Fast jeder kennt die Angst, an Krebs zu
erkranken. Es gibt keine sichere Methode, den Krebs zu besiegen
und die bisherigen Therapieformen üben selbst eine zerstörerische
Wirkung auf unsere Körper aus. Nach einer erfolgreichen Behandlung ist
die Möglichkeit eines Rückschlags immer gegeben und noch Jahre nach
einer erfolgreichen Therapie kann der Krebs zurückkommen und sogar
virulenter sein als vorher. Andere Krebspatienten erliegen trotz
konventioneller Behandlung dem Krebs, weil sich die Krebszellen der
Behandlung widersetzen und ausbreiten. Das ganze Ausmaß dieser
Erkrankung, die Zerstörung des Lebens nicht nur des kranken Menschen,
sondern auch der Angehörigen, sollte jeden von uns aufrufen, darüber
nachzudenken, was man in seinem eigenen Leben ändern kann, um eine
solche dramatische Wende zu verhindern.


Ursachen für Krebs
Um Gegenmaßnahmen zu ergreifen muss man seinen Feind kennen. Deshalb
seien hier die wichtigsten Risikofaktoren genannt. Laut Aussagen der
WHO wären durch einen gesunden Lebensstil etwa ein Drittel der
Neuerkrankungen zu vermeiden, wobei der Verzicht auf das Rauchen
die entscheidenste Gegenmaßnahme darstellt. Denn die häufigste
Krebsursache ist nach wie vor das Rauchen. Krebsexperten schätzen, dass
etwa ein Drittel aller Krebstoten in Deutschland Opfer ihres
Tabakkonsums geworden sind. Ein Risiko stellt natürlich auch das
Passiv-Rauchen dar. Die Wirkung des Tabaks wird noch verstärkt
durch Alkoholgenuss.
Alkohol allein wird mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs bei Frauen
und für Krebs im Mund-Rachen-Raum in Verbindung gebracht.
Wichtig ist auch, dass man im Berufsleben und privaten Alltag
krebsauslösende Chemikalien meidet so gut es geht. Mittlerweile sind
mehr als 1000 Stoffe als krebsfördernd identifiziert worden. Die
bekanntesten sind Asbeststäube, Nitrosamine, Ruß, das Pilzgift
Aflatoxin und nicht zu vergessen der krebsauslösende Stoff Acrylamid,
der erst vergangenes Jahr in aller Munde war.
Unbestritten sind auch die hautkrebsauslösenden Wirkungen einer zu hohen UV-Belastung durch Sonnenlicht oder Solarien.
Mit den größten Einfluss auf unser Krebsrisiko hat aber unsere
Ernährungsweise. Das „National Cancer Institut“ (NCI) gab 2002 eine
beispiellose Anzahl an Pressemitteilungen heraus, die deutlich machen,
dass die Ernährung den Haupteinfluss auf eine Krebsentwicklung hat. Ob
man gewisse Lebensmittel auf seinem Speiseplan stehen hat oder nicht,
kann tatsächlich weitreichende Folgen haben. Es wird geschätzt, dass
eine schlechte Ernährung für 60% aller Krebsarten verantwortlich ist.
Eine gute Ernährung kann dagegen 20–50% aller Krebsformen verhindern,
den meisten Schätzungen zufolge. Nach den Daten des
Weltkrebsforschungsfonds (World Cancer Research Fund International,
WCRF) könnten durch die richtige Ernährung in Deutschland jährlich etwa
130 000 Krebsfälle verhindert werden.
Nur etwa 5–10% der Krebserkrankungen sind erblich bedingt. Schätzungen
zufolge sind bis zu 90% der Krebserkrankungen das Ergebnis von
Umweltgiften und einer ungesunden Lebensweise. Sie können also
das Schicksal herausfordern oder sich schützen – das liegt ganz bei
Ihnen.

Was ist eine gute Ernährung?
Früchte und Gemüse sind die Eckpfeiler einer gesunden Ernährung. Sie
sind reich an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, komplexen
Kohlenhydraten und Fasern. Gleichzeitig haben Früchte und Gemüse einen
niedrigen Cholesteringehalt, wenig Fett und Kalorien. Der regelmäßige
Verzehr von Gemüsen speziell aus der Kohlfamilie (Brokkoli, Kohl,
Blumenkohl und Rosenkohl) reduziert das Krebsrisiko beträchtlich. Sie
beinhalten Verbindungen, die es dem Körper ermöglichen, potentielle
Krebserreger zu entgiften und auszuscheiden. Zusätzlich sind Früchte
und Gemüse reich an Antioxidantien, wie z.B. Beta-Carotin und Vitamin
C, die wiederum das Krebsrisiko mindern. Fünf Portionen Früchte
und/oder Gemüse am Tag sollten es schon sein, Fleisch in Maßen
genossen, also 2–3 mal die Woche, gehört zu einer gesunden
Ernährung dazu. Besorgniserregend für den Fleischverzehr ist heutzutage
jedoch die moderne Viehhaltung, die verwendeten Hormone, Antibiotika
und andere chemische Rückstände (beispielsweise Nitrofen). Den meisten
Tieren (bis zu 90%) werden Hormone verabreicht damit die
Gewichtszunahme beschleunigt wird. Dadurch belasten tierische Produkte
unseren Organismus. Beim starken Anbraten von Fleisch bilden sich zudem
krebsauslösende Stoffe wie Nitrosamine und Benzpyren. Außerdem liefern
Fleisch und Wurst jede Menge an gesättigten Fetten und Kalorien.
Problematisch ist, dass Fleisch und Wurst in unserer heutigen Ernährung
(fast) täglich auf dem Tisch stehen. Die Menge und die angesprochenen
belastenden Faktoren sind ein entscheidender Nachteil für den Erhalt
eines gesunden Organismus.
Wissenschaftler, die sich auf den Zusammenhang zwischen Ernährung und
Krebs spezialisiert haben, sind schon so fortgeschritten, dass sie
Nahrungsmittel mit einem bestimmten Krebstyp in Verbindung bringen
können. Umgekehrt weisen Wissenschaftler auf spezielle Stoffe in der
Ernährung hin, die Krebs verhindern können.
Epidemiologische Studien zeigen, dass bei Bewohnern des
Mittelmeerraumes Krebsarten wie Lungen- und Dickdarm- Krebs deutlich
weniger auftreten als in nordeuropäischen Ländern. Dies wird vor allem
darauf zurück geführt, dass die mediterrane Ernährung einen hohen
Gehalt bioaktiver Inhaltsstoffe aufweist wie Vitamine, einfach und
mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie sekundäre Pflanzenstoffe.
Ein anderes Beispiel ist Japan. In Japan hat der zunehmende Einfluss
westlicher Lebens- und Ernährungsgewohnheiten inklusive Alkohol- und
Tabakkonsum, im Laufe der letzten 30 Jahre zu einem stetigen Anstieg
der Krebsraten für Lungen-, Brust- und Prostata-Krebs geführt. Während
die typische japanische Ernährung noch vor 30 Jahren nur etwa ein
Fünftel des Fettgehalts der vergleichbaren amerikanischen Ernährung
aufwies, hat sich der Fettanteil mittlerweile aufgrund des hohen
Fleischverzehrs nahezu vervierfacht. Auch der Konsum sojahaltiger
Lebensmittel hat sich drastisch verringert, wodurch das Auftreten von
Brust- und Prostata-Krebs angestiegen ist. Denn durch die sogenannten
Phytoöstrogene in den Sojaprodukten war auch die Anzahl der hormonell
bedingten Krebsarten vergleichsweise niedrig.
Die Unterschiede in der Ernährung schlagen sich also schon in den
epidemiologischen Studien nieder und führen zu unterschiedlichen
Resultaten. Sucht man sich die Faktoren zusammen, die eine gute
Ernährung ausmachen, so sind es letztlich die Inhaltsstoffe, die als
Schutzfaktoren für den Körper fungieren. Vor allem Nährstoffe aus Obst,
Gemüse und Salat sind entscheidend für unsere Gesundheit. Die
Schutzstoffe vor Krebs (aber auch anderen Erkrankungen) heißen
Antioxidantien. Antioxidantien setzen sich aus den unterschiedlichsten
Nährstoffgruppen zusammen, aus Vitaminen, Mineralstoffen und Sekundären
Pflanzenstoffen. Um die Leistung der Antioxidantien einzuordnen, sei
kurz ihre Funktion im Kampf gegen die Freien Radikale erläutert.

Freie Radikale und Krebsentstehung
Die DNA einer einzigen menschlichen Zelle ist pro Tag etwa 10 000
oxidativen Angriffen ausgesetzt. Freie Radikale sind nicht nur am
physiologischen Alterungsprozess, sondern auch maßgeblich an
krankhaften Prozessen im Körper wie eben auch der Krebsentstehung
beteiligt. Es ist eine Tatsache, dass mit zunehmendem Alter die
oxidativen Schäden in unserem Körper zunehmen. Deshalb erhöht sich mit
steigendem Lebensalter auch das Auftreten maligner Erkrankungen.
Freie Radikale sind unvollständige Moleküle, die gefährlich instabil
sind, weil sie ein partnerloses „freies“ Elektron besitzen. Die meisten
Moleküle sind chemisch stabil, weil ihre Elektronen paarweise
vorkommen, so dass sie einander im Gleichgewicht halten. Freie Radikale
sind höchst instabil und reagieren (oxidieren) leicht mit benachbarten
Molekülen, indem sie ein Elektron stehlen. Das Molekül, das ein
Elektron verliert, wird dabei gewöhnlich beschädigt. Außerdem wird das
Molekül, dem ein Elektron gestohlen wurde, selbst zum Freien Radikal,
das wiederum ein Elektron von einem dritten Molekül stehlen könnte,
wodurch eine Kettenreaktion von schädigenden Prozessen gestartet wird.
Freie Radikale werden auch Oxidantien genannt.
Der Angriff der Freien Radikale auf unsere Zellen findet in jedem
Augenblick statt und ist Teil der normalen Lebensvorgänge. Aber dieser
Angriff wird verstärkt durch Lebensbedingungen, die dem Organismus die
Abwehr erschweren. Dazu gehört die Belastung durch Umweltgifte, Smog,
Giftstoffe, die in unseren Wohnungen sind, Pestizide, aber auch
emotionaler oder physischer Stress, Zigarettenrauch, ranziges Öl oder
gegrilltes Fleisch.
Indem wir atmen und Sauerstoff aufnehmen, setzen wir uns ständig der Gefahr von Schädigungen durch Freie Radikale aus.
Glücklicherweise hat unser Körper mehrere Verteidigungsstrategien
entwickelt, die mit Hilfe von Antioxidantien zum Einsatz kommen.
Antioxidantien können mit Freien Radikalen eine Verbindung eingehen und
sie „neutralisieren“, indem die Radikalen zu stabilen, nicht toxischen
Stoffwechselprodukten umgeformt werden und so die Zellschädigung
verhindert wird.

Antioxidantien gegen Krebs
Die wichtigsten Antioxidantien sind Vitamin C, Vitamin E,
Folsäure, Beta-Carotin und andere Carotinoide, Selen und
Glutathion. N-Acetyl-Cystein, Alpha-Lipon-Säure, Coenzym Q10 und OPC
schützen die Zellen ebenfalls vor dem Angriff der Freien Radikalen. Am
besten arbeiten diese Substanzen gemeinsam, und je ausgewogener die
Mannschaft ist, desto besser die Resultate.
Es gibt auch antioxidative Enzymsysteme, die der Körper zur
Verteidigung seiner Gesundheit einsetzt. Spurenelemente sind
unerlässlich für die Funktion von antioxidativen Enzymen. Die drei
wichtigsten antioxidativen Enzyme sind: Glutathionperoxidase (Selen),
Katalase (Eisen) und Superoxiddismutase (Zink, Mangan und Kupfer).
Die meisten Antioxidantien entgiften Freie Radikale, indem sie den
„elektrohungrigen“ Freien Radikalen ein Elektron spenden, und diese so
in stabile, reaktionsschwache Verbindungen verwandeln. Das Antioxidans
wird durch diesen Prozeß allerdings „aufgebraucht“ oder oxidiert.
Deshalb müssen die Körperspeicher für Antioxidantien ständig
nachgefüllt werden.
Unter den Vitaminen hat das Vitamin A eine besondere Schutzwirkung vor
Krebs. Es gilt ganz allgemein als Schutzfaktor für Haut und
Schleimhäute. 80% der bösartigen Tumore gehen als Karzinome aus diesen
Geweben hervor.
Heutzutage ist es schwierig, eine angemessene Menge an Antioxidantien
nur aus Nahrungsquellen aufzunehmen, für einige Antioxidantien sogar
fast unmöglich. Um beispielsweise 200 i.E. Vitamin E zu erhalten,
müsste man 2 kg Erdnüsse oder 300 g Sonnenblumenöl zu sich nehmen. Um
500 mg Vitamin C pro Tag zuzuführen, müsste man mehr als 2kg Orangen
oder Brokkoli essen.
Im Gegensatz dazu war die Ernährung unserer Vorfahren noch vor 100
Jahren wesentlich vitamin- und mineralreicher. Sie lieferte z.B.,
verglichen mit unserer heutigen Ernährung, das Drei- bis Vierfache an
Kalzium und Magnesium, das Sechsfache an Vitamin C und weit mehr
Nahrungsfasern, Vitamin E und Zink. Außerdem enthielt unsere
ursprüngliche Ernährung zehnmal soviel Kalium wie Natrium. Dieses
Verhältnis hat sich völlig verändert: heute essen wir viermal soviel
Natrium wie Kalium.
Unsere Vorfahren ernährten sich hauptsächlich von frischen pflanzlichen
Nahrungsmitteln, dazu gehörten Nüsse, Samen, Wurzeln, wilde Getreide,
Hülsenfrüchte und Obst. Kohlenhydrate wurden in Form von Vollkorn
verzehrt und enthielten reichlich Nahrungsfasern, Vitamine, Mineralien
und Spurenelemente. Raffinierte Kohlenhydrate und Zucker kamen in der
Ernährung unserer Vorfahren kaum vor. Ganz im Gegensatz dazu stellen
sie den Großteil unserer heutigen Ernährung dar.
Wenn man dies alles bedenkt, können wir sicher davon ausgehen, dass wir
heutzutage nicht genügend Antioxidantien mit der Nahrung
aufnehmen. Dazu kommt, dass durch Belastungen unserer
Lebensmittel, die unsere Körper mühsam wieder ausscheiden müssen, der
Bedarf an Antioxidantien noch gestiegen ist. Daher ist die tägliche
Einnahme von ausreichend und ausgewogen dosierten
Antioxidans-Komplexen, zusammen mit einer möglichst naturbelassenen
Ernährung der beste Weg, um einen gesunden Antioxidantien-Spiegel im
Körper zu erhalten.
Quellen für Freie Radikale in der Umwelt:
- Industrielle Chemikalien und LösungsmittelLebensmittelzusätze: Konservierungsstoffe und Farbstoffe
- Luftverschmutzung
- Medikamente und Drogen
- Pflanzenschutzmittel (Herbizide und Pestizide) in Lebensmitteln
- Strahlung
- Übertriebenes Sonnenbaden
- Zigarettenrauch
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Manche Antioxidantien richten gegen gewisse Krebsarten mehr aus als
andere. So kann Vitamin C beispielsweise, wenn es direkt auf die Haut
aufgetragen wird, das Risiko an Hautkrebs zu erkranken um 25-50%
verkleinern. Aber es hat nicht dieselbe vorbeugende Wirkung bei
Brust-oder Prostata-Krebs. Lycopene wiederum, der rote Farbstoff der
Tomaten und ein Flavonoid, hat eine starke antioxidative Aktivität bei
Prostatakrebs.
Man kann also bestimmte Antioxidantien gezielt bei bestimmten
Krebsarten einsetzen oder bei bestimmten Karzinogenen. Wer kein
spezielles Risiko hat, an einem bestimmten Krebstyp zu erkranken oder
nicht einer bestimmten krebserregenden Chemikalie ausgesetzt ist, tut
gut daran, sich mit einer Vielzahl an Antioxidantien zu versorgen, um
so viele Typen von Freien Radikalen zu blockieren wie möglich.

Die starken Carotinoide
Zu den ganz starken Antioxidantien gehört die Familie der Carotinoide.
Studien haben gezeigt, dass Menschen, die große Mengen an rotem,
orangem, grünem und gelbem Gemüse essen, ein bedeutend verringertes
Risiko haben an den unterschiedlichsten Krebsformen zu erkranken. Die
Schutzwirkung ist die Folge der Carotinoide. Die meisten Menschen
kennen nur Beta-Carotin, das in Karotten enthalten ist. Aber es gibt
noch hunderte andere Carotinoide, die zum Teil noch nicht einmal
entdeckt sind. So sind Carotinoide z.B. das Lutein in Spinat,
Zeaxanthin in Mais und Lycopene in Tomaten.
Für die Gesundheit der Männer ist Lycopene ein entscheidendes
Carotenoid. Die Prostatadrüse enthält alleine 14 – 18 unterschiedliche
Metaboliten von Lycopene. Studien haben gezeigt, dass Männer, die viel
Lycopene mit der Nahrung aufnehmen, ein niedriges Risiko haben, an
Prostatakrebs zu erkranken. Die zwei größten Studien beobachteten
14.000 Vegetarier und 47.894 amerikanische Ärzte. In der Ärzte-Studie
hatten die Männer mit dem höchsten Lycopene-Wert im Blut ein um 20%
reduziertes Risiko. In der Vegetarier-Studie stellte sich heraus, dass,
wenn die Teilnehmer mehr als 5x pro Woche Tomaten aßen, das Risiko an
Prostatakrebs zu erkranken um 40% sank.
Carotenoide arbeiten synergistisch, d.h. sie arbeiten zusammen. In der
mittlerweile berüchtigten Studie mit Rauchern, die nur Beta-Carotin
einnahmen, stieg das Lungenkrebs-Risiko an. Bei einer anderen Studie
mit 100.000 Rauchern stellte sich jedoch heraus, dass die Einnahme von
unterschiedlichsten natürlichen Carotenoiden, das Risiko um 30%
reduzierte.

Folsäure
Dieses Vitamin spielt eine so wichtige Rolle bei der Vorbeugung vieler
Krebserkrankungen, dass es eine Klasse für sich ist. Folsäure ist
ein B-Vitamin, dass typischerweise in grünen Gemüse und Salat gefunden
wird. Fleisch enthält sehr wenig davon. Ein Steak enthält
beispielsweise 3% der empfohlenen täglichen Menge an Folsäure, während
ein Gericht Brokkoli 50% enthält. Allerdings ist die Folsäure eine
Diva, denn sie gehört zu den Empfindlichsten unter den Vitaminen. Bei
dreitägiger Lagerung in Supermarkttemperaturen gehen 70% der Folsäure
verloren, bei zweiminütigem Kochen weitere 80% vom verbliebenen Rest.
Unsere genetischen Voraussetzungen haben sich seit der Erfindung des
Kühlschranks und Kochtopfs aber nicht geändert. In der Evolution des
Stoffwechsels war weder eine Lagerung noch das Erhitzen der Nahrung
vorgesehen. Und so kommt es, dass bei durchschnittlich 90% der
Bevölkerung ein Folsäuremangel besteht.
Lungen- und Darm-Krebs stehen an erster Stelle der Krebsformen, die in
Zusammenhang mit einem Folsäuremangel stehen. Auch bei Brust,-Prostata-
und Bauchspeicheldrüsenkrebs wurde ein Mangel an Folsäure festgestellt.
Eine Verbindung besteht zwischen Alkoholismus, Folsäuremangel und
Brustkrebs. Dasselbe gilt auch für Darmkrebs und Alkoholismus, denn die
Gefahr steigt hier durch einen Folsäuremangel an. Die Forschungen zu
der Verbindung zwischen Folsäuremangel und Krebserkrankungen stehen
noch ganz am Anfang. Mehr Informationen gibt es sicherlich in den
kommenden Jahren. Auf eine ausreichende Folsäureversorgung zu
achten sollte allerdings selbstverständlich sein.

Sekundäre Pflanzenstoffe
Die antioxidativen Eigenschaften der Sekundären Pflanzenstoffe sind
erst in den vergangenen Jahren entdeckt worden. Vor noch nicht so
langer Zeit hielten Wissenschaftler diese Substanzen im Vergleich zu
den anderen Inhaltsstoffen wie Vitamine und Ballaststoffe für weniger
wichtig. Sie galten daher als „sekundär“, also zweitrangig.
Der Begriff „Sekundäre Pflanzenstoffe“ fasst im Grunde
Spezialbegabungen von Pflanzen zusammen, die trotz schwieriger
Lebensbedingungen überlebten. Dazu entwickelten sie Strategien und
schufen Substanzen, die man von wissenschaftlicher Seite zunächst für
Luxusstoffe hielt. Erst in jüngster Zeit erkannte man, dass diese
Sekundärstoffe, deren Zahl auf 30.000 geschätzt wird, wichtige
Wachstumsaufgaben, antioxidative Eigenschaften und allgemein
gesundheitsfördernde Wirkungen haben.
Folgende gesundheitsfördernde Wirkungendurch sekundäre Pflanzenstoffe wurden beim Menschen beobachtet:
- Senken das Krebsrisiko
- Hemmen die Bildung Freier Radikaler
- Schützen vor Infektionen mit Pilzen, Bakterien und Viren
Mit einer normalen Mischkost nimmt ein Erwachsener täglich etwa 1,5 g
an Sekundären Pflanzenstoffe auf. Bei Vegetariern sind die Mengen noch
größer und darin sehen viele Ernährungsexperten einen der Gründe,
weshalb das Krebsrisiko bei ihnen unterdurchschnittlich ist. Zur
Familie der Sekundären Pflanzenstoffe gehören u.a. Carotinoide, Indole,
Phytoöstrogene, Flavonoide und Polyphenole. Die Stärke der Sekundären
Pflanzenstoffe liegt in ihrer antioxidativen Kraft. Sie sind in der
Lage, Freie Radikale zu neutralisieren, die sonst zu Mutationen in der
Erbsubstanz DNA führen und somit ein Krebsgeschehen einleiten könnten.

Phytoöstrogene
Einige Sekundäre Pflanzenstoffe, die sogenannten Phytoöstrogene, haben
hormonähnliche Wirkungen. Es gibt Krebsarten, die durch hormonelle
Einflüsse in ihrer Entstehung begünstigt werden. Dazu zählen Brustkrebs
bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern. Bei diesen Krebsarten fiel
Forschern auf, dass sie beispielsweise in Japan wesentlich seltener
vorkommen als in westlichen Ländern. Als eine der Hauptursachen wurde
die Ernährungsweise – und hier vor allem der reichliche Verzehr von
Sojaprodukten – identifiziert. Soja ist besonders reich an
Phytoöstrogenen. Diese Stoffe bremsen das Wachstum von hormonabhängigen
bösartigen Tumoren. Dies schlägt sich auch in Statistiken nieder: so
leiden japanische Männer viel seltener unter Prostata-Krebs als
europäische oder amerikanische Männer, was eindeutig auf die
Hemmwirkung der im Soja enthaltenen Phytoöstrogene zurück zu führen ist.
Zusätzlich zu ihren hormonblockierenden Wirkungen haben sie eine starke
antioxidative Aktivität. Soja-Isoflavone können gegen Blasenkrebs
helfen. In einer erst kürzlich erschienenen Studie hemmte Genistein das
Wachstum von 8 unterschiedlichen Typen von menschlichen
Blasenkrebszellen.

Flavonoide und Anthocyane
Flavonoide und Anthocyane sind natürliche Farbstoffe von Pflanzen, die
zur Gruppe der Polyphenole gehören. Sie färben Auberginen violett,
Kirschen, Heidel- und Preiselbeeren rot sowie Aprikosen gelb. „Flavus“=
blond, gelb“ ist die aus dem Lateinischen abgeleitete Vorsilbe für
gelbe Verbindungen. Das Wort Anthocyan stammt vom griechischen „anthos
= Blüte“ und „kyanos=blau“. Bei den Flavonoiden handelt es sich also um
die gelben bis orangefarbenen Blütenfarbstoffe (z.B. Citrin,
Hesperidin, Quercitin und Rutin) und bei den Anthocyanen um die blauen,
violetten bis roten.
Von den Flavonoiden und Anthocyanen sind etwa 5000 verschiedene
Verbindungen bekannt. Sie kommen praktisch in allen bunten Obst- und
Gemüsesorten vor. Wobei jedes Obst und Gemüse nur wenige Dutzend und
immer eine etwas andere Kombination aus diesen 5000 Verbindungen
enthält. Sowohl die gelben bis orangefarbenen Flavonoide als auch die
roten bis blauen Anthocyan-Farbstoffe verschiedener Früchte besitzen
eine Schutzwirkung vor Freien Radikalen. Diese aggressiven Verbindungen
führen zu Zellschäden, wenn sie durch Umweltgifte, Stress, Strahlung
oder Zigarettenrauch im Übermaß auftreten. Flavonoide und Anthocyane
bieten dagegen einen Schutz. Sie vermindern Schädigungen der DNS (Gene)
und der Zellproteine, indem sie die schädlichen Oxidationsreaktionen in
den Zellen abbremsen. Als Radikalfänger sind die Anthocyane sogar den
Vitaminen C, E und Beta-Carotin überlegen, die eine ähnliche Wirkung
haben und deshalb als antioxidative Vitamine bezeichnet werden.
Flavonoide können auch Enzyme hemmen, die Krebs befähigen in das
umgebende Gewebe einzudringen und sich in andere Teile des Körpers
auszubreiten.
Eine gute Versorgung mit Anthocyanen und Flavonoiden kann deshalb vor
vielen ernährungsbedingten oder umweltbedingten Krankheiten schützen.
Krebsbekämpfende Flavonoide sind beispielsweise in Zitrusfrüchten, Tee
und anderen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten.

Die besondere Rolle asiatischer Heilpilze
Pilze werden in China und Japan schon seit Jahrhunderten wegen ihrer
immunstimulierenden Eigenschaften geschätzt. Vor allem 3 Pilze stehen
dabei im Blickpunkt: die Pilze Reishi, Shiitake und Maitake. Allen drei
wurden Erfolge bei der Krebsprophylaxe und Krebstherapie nachgewiesen.
In Reishi enthaltene Verbindungen aktivieren die Makrophagen und
T-Zellen, jene krankheitsbekämpfenden Zellen, die dem Körper helfen,
alle fremden Eindringlinge, einschließlich Krebszellen,
loszuwerden.
Shiitake ist ein weiterer Pilz, der wahre Wunder wirken kann; er
enthält ein Polysaccharid, das das Immunsystem stärkt, in dem es die
Funktion der T-Zellen intensiviert. Nach Forschungsberichten von
Wissenschaftlern des staatlichen japanischen Krebszentrums hemmt
Shiitake das Wachstum von Tumoren. Auch dem Maitake-Pilz wurden
krebsbekämpfende Eigenschaften nachgewiesen; auch soll er die
Wirksamkeit einer laufenden Chemotherapie erhöhen.

Entstehung von Krebs
Die
Entstehung von Krebs läuft immer nach dem gleichen Schema ab. Denn alle
Krebsarten haben eine Gemeinsamkeit: Eine einzelne Zelle des Organismus
entkommt einer zuvor strikt festgelegten Wachstumskontrolle und
vermehrt sich ungehemmt, bis nach mehreren Zwischenschritten
schließlich ein Tumor entsteht.
Der Begriff „Tumor“ wird in der Medizin zunächst für jegliches
Anschwellen eines Gewebes verwendet, ganz gleich, ob die Ursache ein
Bluterguss oder eine Entzündung ist. „Bösartige“ Tumore sind solche,
die sich durch ein ungehemmtes krebsartiges Wachstum auszeichnen. Es
gibt 2 Arten von bösartigen Tumoren: Karzinome und Sarkome.
Karzinome sind bösartige, die von den oberen Zellschichten (Epithel)
der Haut, der Schleimhaut oder des Drüsengewebes ausgehen. Beispiele
sind schwarzer Hautkrebs (Melanom), Magen-Darm-Krebs oder Brustkrebs.
Etwa 80 bis 90 Prozent aller Tumore sind Karzinome.
Sarkome haben ihren Ursprung dagegen im Bindegewebe, in den Muskeln
oder in Teilen des Nervengewebes. Beispiele sind Knochen- oder
bestimmte Hirntumore.
Krebs, der die weißen Blutkörperchen befällt (Leukozyten), wird als Leukämie bezeichnet.
Besonders gefährlich werden Tumore vor allem dann, wenn sie im letzten
Stadium ihres Wachstums in fremde Gewebe oder Organe eindringen und
diese zerstören. Diese über das Blut- und Lymphsystem ausgewanderten
Tumorzellen werden als Metastasen bezeichnet.
Veränderungen im Erbgut
Es sind Veränderungen im Erbgut einer Zelle (Mutationen), die diese zu
einem krebsartigen Wachstum veranlassen. Krebszellen entwischen durch
diese Veränderungen den Kontrollmechanismen im Körper, die das
Zellwachstum auf das notwendige Maß beschränken, beispielsweise für die
Erneuerung der Schleimhäute oder den Wundverschluss bei Verletzungen.
Zu „natürlichen“ Mutationen kann es bei jeder Zellteilung kommen, vielfach werden sie jedoch durch äußere Einflüsse begünstigt.
In der Regel müssen mehrere Mutationen vorliegen, um eine Zelle zur
Krebszelle entarten zu lassen. Die Mutationen häufen sich mit
zunehmender Lebensdauer der Zelle an. Manchmal hat ein Mensch jedoch
auch bereits von seinen Eltern ein mutiertes Gen ererbt. Das ist z.B.
bei erblichen Fällen von Brustkrebs oder Darmkrebs der Fall. Dann ist
die erste Mutation bereits von vornherein vorhanden, und die
Wahrscheinlichkeit, dass durch weitere Mutationen ein krebsartiges
Wachstum entsteht, ist viel höher als im Bevölkerungsdurchschnitt.
Erblicher Krebs tritt daher auch bereits in jüngeren Lebensjahren auf.
Das Immunsystem macht Krebszellen unschädlich
Aber selbst wenn in einer der insgesamt 30 Billionen menschlichen
Körperzellen eine Mutation zur Krebszelle stattgefunden hat, heißt das
noch lange nicht, dass sich daraus ein Tumor entwickelt. Denn im
Normalfall werden Krebszellen zuverlässig vom Immunsystem erkannt und
unter anderem durch sogenannte Killerzellen unschädlich gemacht. Erst
wenn zu viele Krebszellen entstehen oder das Immunsystem geschwächt
ist, kann eine Krebszelle entwischen und zum Ursprung eines Tumors
werden. Viele naturheilkundliche oder biologische Strategien zur
Krebsvorbeugung oder Therapie setzen daher auf eine Stärkung des
Immunsystems.
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Ausblick
Die Zeit, an Krebsvorsorge zu denken, ist jetzt! Eleminieren Sie,
so gut es geht, belastende Stoffe aus ihrem Haushalt
(Zerstäuber-Sprays, Hausreiniger, Farbe, Plastik etc.). Wechseln Sie
von einer fleischbetonten Ernährung zu einer pflanzlich dominierten
Ernährung: das kann das Risiko um 50% senken. Zusätzlich können
Nahrungsergänzungen das Risiko, an Krebs zu erkranken, reduzieren,
bevor er überhaupt eine Chance hat, sich zu entwickeln. Denn es ist
wirklich ein Problem, ausreichend krebsbekämpfende Nährstoffe über die
Ernährung aufzunehmen. Die Menge, die man an Obst und Gemüse essen
müsste, um einen sicheren Schutz zu haben, wäre gewaltig. Wenn ein
Mensch jeden Tag den Bedarf z.B. an Carotinoiden abdecken wollte,
müsste er grünes, gelbes, oranges und rotes Gemüse in rauhen Mengen zu
sich nehmen. Um beispielsweise das Zitrus-Flavonoid-Spektrum
abzudecken, müsste er eine breite Palette an Zitrusfrüchten aufnehmen.
Wenn wir 65 Jahre alt sind, haben wir etwa 50 Tonnen
Nahrungsmittel und Getränke zu uns genommen, verdaut und metabolisiert.
Lebenslange schlechte Essgewohnheiten haben großen Einfluß auf
Gesundheit und Alterungsprozess.

Eine wichtige Gesundheitsstudie
hat dies folgendermaßen ausgedrückt:
„Neben der Vermeidung von Zigarettenrauch und übertriebenem
Alkoholkonsum scheint eine persönliche Entscheidung, die wir treffen,
größeren Einfluß auf unseren langfristigen Gesundheitszustand zu haben
als alle anderen: Die Entscheidung, was wir essen!“
(The U.S. Surgeon General´s Report on Nutrition and Health. U.S. Governement Printing Office, Washington D.C. 1988)
Eine gute, abwechslungsreiche und ausreichende Ernährung ist also die
Basis aktiver Krebsvorsorge. Zur Sicherheit und auch, um die heute in
den Lebensmitteln selbst entstandenen Mängel (Folsäure, Selen, Zink)
auszugleichen, bieten sich hochwertige Nahrungsergänzungen an.
Lebensmittel enthalten wichtige und unterschiedliche Faktoren, die die
Gesundheit erhalten und fördern. Supplemente können einen gezielten
extra Schutz gewähren. Zur Krebsvorbeugung kann dies entscheidend sein.


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