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Ausgabe 15 – 07/2004 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis

Themen in dieser Ausgabe:
Hilfe bei Herpesinfektion und Gürtelrose
• Keine Nierensteine durch Vitamin C

Keine Nierensteine – durch Vitamin C


Dieser Artikel befaßt sich mit der immer wiederkehrenden Behauptung in den Medien, durch die Einnahme von hohen Dosen Vitamin C würden Nierensteine gefördert. Im ersten Teil dieser Ausgabe geht es um Hilfe bei Herpesinfektion und Gürtelrose.


Keine Nierensteine durch Vitamin C
In unserer letzen Ausgabe "Neue Wege zur Gesundheit" (Nr. 14 – im Editorial) wiesen wir auf den Geburtstag von Linus Pauling hin, der am 28.02.2001 einhundert Jahre alt geworden wäre. Da Linus Pauling wohl am besten und ausführlichsten in die Materie “Vitamin C” eingestiegen ist, wollen wir hier auf seine Arbeiten zurückgreifen und einige Sachverhalte bezüglich Vitamin C gerne aufklären.

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Info zum Thema: In einigen Medien ist immer wieder zu hören, hohe Dosen Vitamin C verursache oder fördere Nierensteine. Diese Behauptung geht zurück auf eine Hypothese aus dem Jahre 1975. Schon damals wurden die Arbeiten von Linus Pauling (haupt-sächlich über den Zusammenhang zwischen Erkältungskrankheiten und Vitamin C) immer wieder vom medizinischen Establishment angegriffen und für ungültig oder nicht wirksam erklärt.
 
Eine beliebte und häufig wiederholte Mahnung war und ist es, Vitamin C verursache in höheren Dosierungen Nierensteine. Diese Behauptung wurde nie bewiesen (weder theoretisch noch praktisch), wie übrigens alle Versuche, Vitamin C als toxische Substanz zu klassifizieren. Pauling hat sich mit allen ihm bekannten Vorwürfen sehr genau auseinandergesetzt und sie Schritt für Schritt widerlegt.

Maximal 10% der Bevölkerung haben eine genetische Anlage, Nierensteine auszubilden. Diese Menschen leiden in der Regel an einer Calciumstoffwechselstörung und neigen zur Bildung von sogenannten Calcium-Oxalat-Steinen. Calcium-Oxalat-Steine bilden sich bevorzugt in saurem Urin. Ascorbinsäure in hoher Dosierung erhöht die Azidität des Urins, so dass dadurch die Bedingungen, die Calcium-Oxalat Steine benötigen, gefördert werden. Diese Menschen sollten keine Ascorbinsäure oder Calcium-Ascorbat (wg. des Calciumgehaltes) einnehmen, wohl aber Vitamin  C in Form von bspw. Natriumascorbat.  Sie können auch Ascorbinsäure einnehmen, sollten dann aber durch regelmäßige ph-Messungen feststellen, ob der Urin zu sauer wird, um dann ggf. mit basischen Mineral-stoffmischungen gegenzusteuern. Anders verhält es sich mit den Menschen, die zur Bildung von Calciumphosphat-, Magnesium-Ammonium-Phosphat-, Calcium-carbonat- (oder eine Mischung aus diesen) Steinen neigen. Diese Steine bilden sich bevorzugt in alkalischem Mil-leu,hier ist also gerade die Einnahme von Vitamin C als Ascorbinsäure besonders zu empfehlen.

Tatsächlich ist es so, dass eine von Frau Dr. Carol Johnston von der Arizona State University durchgeführte Untersuchung, die von der Fachzeitschrift Nutrition Reviews im März 2001 veröffentlich wurde, noch einmal bestätigt: Gesunde Menschen bilden auch durch hohe Dosierungen von Vitamin C keine Nierensteine aus.

Des weiteren halten sich andere Gerüchte, die in der angesprochenen aktuellen Untersuchung ebenfalls ausgeräumt werden konnten. So wird irrtürmlich manchmal behauptet, Vitamin C  selbst habe stark oxidative Eigenschaften, würde Vitamin B 12 im Körper zerstören und hätte, wenn man hohe Dosen absetzt, starke “Rebound” Eigenschaften. Zu keinem der genannten Punkte konnten letztlich Nachweise erbracht werden, so dass Dr. Johnston abschließend feststellt: “Die verfügbaren gesammelten Daten lassen den Schluss zu, dass hohe Dosen Vitamin C sehr wohl von gesunden Menschen gut toleriert werden. Aktuelle, wichtige Gründe, die die Festsetzung einer Höchstgrenze “(Tolerable Upper Intake Level)” nötig erscheinen lassen, konnten nicht festgestellt werden.” Mit anderen Worten, es kann keine Menge festgestellt werden, ab der Vitamin C giftig ist. In der genannten Untersuchung wurde übrigens auch dem neuerdings immer häufiger genannten Vorwurf nachgegangen, hohe Dosierungen könnten das “Erbgut” schädigen. Auch hierfür wurde kein Anhaltspunkt gefunden.
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Seit Mitte der 70er Jahre geistert durch verschiedene Berichte in steter Regelmäßigkeit die Mär vom Nierenstein verursachendem Vitamin C. Der entsprechende Bericht scheint auf einen Herrn Chamers (1975) zurück zu führen zu sein und wird in der einschlägigen Literatur wie folgt kommentiert:

... die Ausnahmen (also die “Studien” die kein positives Ergebnis brachten) stammen aus anekdotischen Berichten über eine kleine Anzahl von Fällen und von einem schlecht kontrollierten Versuch mit nicht beschriebener Methodologie und fragwürdigen Testmethoden. (Piesse JW. Nutritional Factors in calcium containing kidney stones with particular emphasis on vitamin C. Int.Clin. Nutri.Rev 5 (3): 110 –129, 1985.)
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Grundsätzliches zur täglichen Einnahme
Die Fähigkeit, Vitamin C selbst zu syntethisieren, hat der Mensch durch eine Genmutation vor langer Zeit verloren. Durch Anpassungen über viele Generationen hat der Körper die Fähigkeit entwickelt, auch mit einer Ernährung, die weniger Vitamin C als sie in reiner, roher Pflanzenkost enthalten ist, zu überleben. Dies wurde durch effektivere Aufnahme von Vitamin C aus der Nahrung und durch eine “engmaschigere” Filtration des Urins erreicht. Hochrechnungen und Vergleiche mit Tieren ergeben, dass die für einen gesunden Erwachsenen im Durchschnitt liegende Menge zwischen 2,3–10 g Vitamin C anzusiedeln ist. Diese gewaltige Bandbreite wird noch dadurch erweitert, dass manche Menschen aufgrund ihrer biochemischen Individualiät (d.h. ihrer genetischen Veranlagung entsprechend) durchaus auch mit 250 mg auskommen könnten, andere aber bis zu 20 g / Tag benötigen, um eine gute Gesundheit zu erhalten. Da Vitamin C nicht toxisch ist, (allenfalls kann gerade zu Beginn der Behandlung weicher Stuhlgang auftreten), sollte man sich besser auf eine höhere Zufuhr einstellen, als dauerhaft unterversorgt zu sein. Realistisch für gesunde Erwachsene, die ihre Nahrung mit Vitamin C ergänzen wollen, ist eine tägliche Zufuhr von 2–4 Gramm.

Es ist günstiger, Vitamin C in kleinen Portionen mehrfach am Tage einzunehmen oder auf Tabletten mit verzögerter Abgabe zurück zu greifen, als einmal am Tag eine hohe Dosis einzunehmen. Wenn man sehr hohe Dosen Vitamin C nehmen möchte, sollte man die Dosierung langsam der gewünschten Dosierung anpassen (über 1 Woche). Genauso sollte man nicht plötzlich mit der Einnahme aufhören, sondern die Dosierung langsam reduzieren. Die Darmverträglichkeitsgrenze ist ein sicherer Indikator dafür, wieviel Vitamin C gebraucht wird. So kann während einer Erkältung der Darm hohe Dosierungen an Vitamin C tolerieren, auf die er nach Abklingen der Erkältung u. U. mit Durchfällen reagiert.

Die Bedeutung von Vitamin C für die Gesundheit ist eminent. Es ist an den grundsätzlichsten Stoffwechselvorgängen (bspw. Kollagensynthese)  im Körper beteiligt und muß täglich ersetzt werden, da keine großen Speicher angelegt werden können. Es gibt kaum eine Erkrankung, die nicht durch Vitamin C positiv beeinflusst werden kann.

Therapeutische Dosen von Vitamin C werden als Natrium- oder Calciumascorbat Lösung injiziert (Vitamin C als Ascorbinsäure würde die Venen zu stark belasten).

Cathart fand auch heraus, dass bei vielen chronisch Kranken, die er mit therapeutischen Dosen von Vitamin C behandelte, eine Wirkung erst eintrat, wenn 80-90% der Menge, die der Darm tolerierte, regelmäßig gegeben werden. Nach einigen Tagen, wenn sich akute Zustände wieder gebessert hatten, sank die Darmtoleranz-grenze auf den Normalwert zwischen 4-15 g/Tag.

Dr. Robert F. Cathart ist es auch, der den heute üblichen Zustand der Anascorbämie (chronische Mangelversorgung mit Vitamin C) wie folgt beschreibt:


Hier einige Krankheiten und die üblicherweise dadurch heraufgesetzte Darmtoleranz-Grenze nach Dr. Robert F. Cathcart

 
Normal
Leichter Schnupfen       
Starker Schnupfen       
Grippe
Heuschnupfen /Asthma
Umwelt / Nahrungsmittelallergie   
Verletzungen, Operationen       
Stress
Krebs
Bechterew-Krankheit
Bakterielle Infektionen
Candidainfektionen
4-15
30-60
60-100
100-150
15-50
0,5-50
25-150     
15-25
15-100       
15-100       
30-200+       
15-200+
4
6-10
8-15
8-20
4-8
4-8
6-20
4-6
4-15
4-15
10-25
6-25
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“Bei erheblichem Ascorbinmangel ist in zunehmendem Maß mit den folgenden Problemen zu rechnen: durch die Schwächung des Immunsystems verursachte Störungen wie Sekundärinfektionen, rheumatoide Arthritis und andere Kollagenosen, allergische Reaktionen auf Medikamente, bestimmte Lebensmittel und andere Substanzen, chronische Infektionen wie Herpes oder Folgekrankheiten akuter Infektionen und Scharlach; Störungen der Blutgerinnung wie unstillbare Blutungen, Herzanfälle, Schlaganfall, Hämorrhoiden und andere Gefäßthrombosen; die Unfähigkeit, angemessen auf Stress zu reagieren, weil die Nebennierenfunktion gestört ist, Venenentzündungen, durch andere Entzündungsprozesse hervorgerufene Störungen, Asthma und andere Allergien. Störungen bei der Kollagenbildung wie schlechte Wundheilung, überschießende Narbenbildung, Wundliegen, Krampfadern, Dehnungsschäden, Runzelbildung, vielleicht sogar Ab-nutzungserscheiunungen am Knorpel oder Degeneration der Bandscheiben; herabgesetzte Funktion des Nervensystems wie Abgespanntheit, erhöhte Schmerzempfindlichkeit, Neigung zu Muskel-krämpfen und sogar psychischen Störungen. Krebs als Folge eines gestörten Immunsystems und verursacht durch nicht entgiftete Karzinogene usw. Ich behaupte nicht, dass der Ascobinmangel die einzige Ursache dieser Störungen ist, ich weise aber darauf hin, dass Störungen  dieser Systeme den Körper mit Sicherheit für diese Krankheiten prädisponieren würden und dass dieses Systeme, wie man weiß, zur Erhaltung ihrer Funktionsfähigkeit Ascorbin brauchen.
Krankheiten prädisponieren würden und dass dieses Systeme, wie man weiß, zur Erhaltung ihrer Funktionsfähigkeit Ascorbin brauchen.”
(Dr. Cathart, Robert F. (1984) Vitamin C, Titrating to Bowel Tolerance, Anascorbemia, and acuteinduced Scurvy.)
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Hinweise zur chemischen Struktur von Vitamin C
Korrekt bezeichnet man Vitamin C mit Ascorbinion (ein Ion ist ein elektrisch geladenes Atom). Da dieses Ascobinion elektrisch negativ geladen ist, können wir es nicht zu uns nehmen, ohne gleichzeitig die entsprechende Menge eines positiv geladenen Ions zu uns zu nehmen. Üblicherweise ist dies ein Wasserstoffion, die Verbindung ist dann die berühmte Ascorbinsäure. Andere bekannte Möglichkeiten sind die Verbindung mit einem Natriumion (Natriumascorbat) oder einem halbem Calciumion (Calciumascorbat).
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Schnupfen
Der lästige Schnupfen, der einige gar nicht, andere dafür mehrmals im Jahr heimsucht ist die Erkrankung, die am häufigsten (nach der eher seltenen Skorbut) mit Vitamin C in Verbindung gebracht wird. Die vorliegenden Studien weisen ein nicht ganz eindeutiges Bild, generell ist die Wirksamkeit, was die Dauer der Erkältung und die Schwere der Symptome angeht aber unbestritten. In den größeren Studien wurden meist zu geringe Mengen verwendet, um stark wirksam zu sein.

Falls nicht bereits durch obige Tagesempfehlung (2–4 Gramm) der Schnupfen abgehalten werden konnte, sondern die ersten Symptome (Frösteln, Niesen etc.) auftreten, soll die Dosierung nach Pauling auf die therapeutische Dosis von rund 1 Gramm pro Stunde angehoben werden. In der Regel verschwinden die Symptome innerhalb weniger Stunden. Aber selbst dann muss noch für die Dauer, die ein Schnupfen üblicherweise anhält, äußerst wachsam und erhöht Vitamin C zugeführt werden, am besten in Verbindung mit Zink. Dies sollte die Erkrankung verhindern.
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Vitamin C und Krebs
Es gibt einige Studien, die einen positiven Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitamin C und Krebs herstellen. Die als “Vale-of-Leven” bekannte Untersuchung befasste sich mit Menschen, die so unheilbar an Krebs erkrankt waren, dass eine weitere Behandlung aus schulmedizinischer Sicht aussichtslos war. Diese Patienten bekamen täglich rund 10 g Vitamin C. Ein anschließender Vergleich mit rund 1.000 Patienten, die vergleichbare Krebsleiden aufwiesen und nicht mit Vitamin C behandelt wurden, ergab in allen Fällen eine längere Überlebensdauer für die mit Vitamin C behandelte Gruppe. Nach rund 100 Tagen waren 85% der unbehandelten Gruppe gestorben, während in der Gruppe, die mit Vitamin C behandelt wurde, immerhin noch 60% am Leben waren.  Diese Studie wurde 1979 bestätigt durch eine Untersuchung an einem japanischem Hospital (s. Graphik). Es sind bei diesen Untersuchungen so sensationelle Erfolge aufgetreten, dass unverständlich bleibt, warum nicht jede Krebserkrankung zusätzlich zur normalen Therapie mit hohen Dosen Vitamin C behandelt wird. Auch in den Fällen, in denen Vitamin C zusätzlich zur üblichen Strahlen / Chemotherapie verabreicht wurde, konnte die Befindlichkeit der Patienten verbessert werden. Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten traten seltener und weniger schwer auf, dadurch konnten optimalere Dosen der konventionellen Behandlung eingesetzt werden.
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An den gleichen Krebsarten erkrankte Versuchspersonen bekamen jeweils hohe Dosen Vitamin C (täglich 5 g oder mehr, ø 29 g) bzw. geringe Dosen (4 g täglich oder weniger), nachdem eine konventionelle Therapie als unwirksam abgebrochen worden war. Die Patienten der Kontrollgruppe waren nach 200 Tagen alle gestorben, während 25% der Gruppe, der die hohen Dosen verabreicht wurde, noch am Leben waren. Die Sechs Patienten, die am 10. August 1978 noch lebten, also lange nach Verstreichen der für die Dauer der Studie festgesetzten 400 Tage waren durchschnittlich 866 Tage am Leben geblieben, nachdem die konventionelle Therapie eingestellt worden war, weil sie als unwirksam beurteilt wurde.
Vergleichscharts Vitamin C Einnahmemengen
(Das Diagramm zeigt die Ergebnisse der Studie von Morishige und Murata 1979.)
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Weiteres Thema in dieser Ausgabe:
Hilfe bei Herpesinfektion und Gürtelrose

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