Dieser
Artikel befaßt sich mit der immer wiederkehrenden Behauptung in den
Medien, durch die Einnahme von hohen Dosen Vitamin C würden
Nierensteine gefördert. Im ersten Teil dieser Ausgabe geht es um Hilfe
bei Herpesinfektion und Gürtelrose.
Keine Nierensteine durch Vitamin C In unserer letzen Ausgabe "Neue Wege zur Gesundheit" (Nr. 14 – im Editorial)
wiesen wir auf den Geburtstag von Linus Pauling hin, der am 28.02.2001
einhundert Jahre alt geworden wäre. Da Linus Pauling wohl am besten und
ausführlichsten in die Materie “Vitamin C” eingestiegen ist, wollen wir
hier auf seine Arbeiten zurückgreifen und einige Sachverhalte bezüglich
Vitamin C gerne aufklären.
Info zum Thema:
In einigen Medien ist immer wieder zu hören, hohe Dosen Vitamin C
verursache oder fördere Nierensteine. Diese Behauptung geht zurück auf
eine Hypothese aus dem Jahre 1975. Schon damals wurden die Arbeiten von
Linus Pauling (haupt-sächlich über den Zusammenhang zwischen
Erkältungskrankheiten und Vitamin C) immer wieder vom medizinischen
Establishment angegriffen und für ungültig oder nicht wirksam erklärt.
Eine beliebte und häufig wiederholte Mahnung war und ist es, Vitamin C
verursache in höheren Dosierungen Nierensteine. Diese Behauptung wurde
nie bewiesen (weder theoretisch noch praktisch), wie übrigens alle
Versuche, Vitamin C als toxische Substanz zu klassifizieren. Pauling
hat sich mit allen ihm bekannten Vorwürfen sehr genau
auseinandergesetzt und sie Schritt für Schritt widerlegt.
Maximal 10% der Bevölkerung haben eine genetische Anlage, Nierensteine
auszubilden. Diese Menschen leiden in der Regel an einer
Calciumstoffwechselstörung und neigen zur Bildung von sogenannten
Calcium-Oxalat-Steinen. Calcium-Oxalat-Steine bilden sich bevorzugt in
saurem Urin. Ascorbinsäure in hoher Dosierung erhöht die Azidität des
Urins, so dass dadurch die Bedingungen, die Calcium-Oxalat Steine
benötigen, gefördert werden. Diese Menschen sollten keine Ascorbinsäure
oder Calcium-Ascorbat (wg. des Calciumgehaltes) einnehmen, wohl aber
Vitamin C in Form von bspw. Natriumascorbat. Sie können
auch Ascorbinsäure einnehmen, sollten dann aber durch regelmäßige
ph-Messungen feststellen, ob der Urin zu sauer wird, um dann ggf. mit
basischen Mineral-stoffmischungen gegenzusteuern. Anders verhält es
sich mit den Menschen, die zur Bildung von Calciumphosphat-,
Magnesium-Ammonium-Phosphat-, Calcium-carbonat- (oder eine Mischung aus
diesen) Steinen neigen. Diese Steine bilden sich bevorzugt in
alkalischem Mil-leu,hier ist also gerade die Einnahme von Vitamin C als
Ascorbinsäure besonders zu empfehlen.
Tatsächlich ist es so, dass eine von Frau Dr. Carol Johnston von der
Arizona State University durchgeführte Untersuchung, die von der
Fachzeitschrift Nutrition Reviews im März 2001 veröffentlich wurde,
noch einmal bestätigt: Gesunde Menschen bilden auch durch hohe
Dosierungen von Vitamin C keine Nierensteine aus.
Des weiteren halten sich andere Gerüchte, die in der angesprochenen
aktuellen Untersuchung ebenfalls ausgeräumt werden konnten. So wird
irrtürmlich manchmal behauptet, Vitamin C selbst habe stark
oxidative Eigenschaften, würde Vitamin B 12 im Körper zerstören und
hätte, wenn man hohe Dosen absetzt, starke “Rebound” Eigenschaften. Zu
keinem der genannten Punkte konnten letztlich Nachweise erbracht
werden, so dass Dr. Johnston abschließend feststellt: “Die verfügbaren
gesammelten Daten lassen den Schluss zu, dass hohe Dosen Vitamin C sehr
wohl von gesunden Menschen gut toleriert werden. Aktuelle, wichtige
Gründe, die die Festsetzung einer Höchstgrenze “(Tolerable Upper Intake
Level)” nötig erscheinen lassen, konnten nicht festgestellt werden.”
Mit anderen Worten, es kann keine Menge festgestellt werden, ab der
Vitamin C giftig ist. In der genannten Untersuchung wurde übrigens auch
dem neuerdings immer häufiger genannten Vorwurf nachgegangen, hohe
Dosierungen könnten das “Erbgut” schädigen. Auch hierfür wurde kein
Anhaltspunkt gefunden.
Seit
Mitte der 70er Jahre geistert durch verschiedene Berichte in steter
Regelmäßigkeit die Mär vom Nierenstein verursachendem Vitamin C. Der
entsprechende Bericht scheint auf einen Herrn Chamers (1975) zurück zu
führen zu sein und wird in der einschlägigen Literatur wie folgt
kommentiert:
... die Ausnahmen (also die “Studien” die kein positives Ergebnis
brachten) stammen aus anekdotischen Berichten über eine kleine Anzahl
von Fällen und von einem schlecht kontrollierten Versuch mit nicht
beschriebener Methodologie und fragwürdigen Testmethoden. (Piesse JW.
Nutritional Factors in calcium containing kidney stones with particular
emphasis on vitamin C. Int.Clin. Nutri.Rev 5 (3): 110 –129, 1985.)
Grundsätzliches zur täglichen Einnahme
Die Fähigkeit, Vitamin C selbst zu syntethisieren, hat der Mensch durch
eine Genmutation vor langer Zeit verloren. Durch Anpassungen über viele
Generationen hat der Körper die Fähigkeit entwickelt, auch mit einer
Ernährung, die weniger Vitamin C als sie in reiner, roher Pflanzenkost
enthalten ist, zu überleben. Dies wurde durch effektivere Aufnahme von
Vitamin C aus der Nahrung und durch eine “engmaschigere” Filtration des
Urins erreicht. Hochrechnungen und Vergleiche mit Tieren ergeben, dass
die für einen gesunden Erwachsenen im Durchschnitt liegende Menge
zwischen 2,3–10 g Vitamin C anzusiedeln ist. Diese gewaltige Bandbreite
wird noch dadurch erweitert, dass manche Menschen aufgrund ihrer
biochemischen Individualiät (d.h. ihrer genetischen Veranlagung
entsprechend) durchaus auch mit 250 mg auskommen könnten, andere aber
bis zu 20 g / Tag benötigen, um eine gute Gesundheit zu erhalten. Da
Vitamin C nicht toxisch ist, (allenfalls kann gerade zu Beginn der
Behandlung weicher Stuhlgang auftreten), sollte man sich besser auf
eine höhere Zufuhr einstellen, als dauerhaft unterversorgt zu sein.
Realistisch für gesunde Erwachsene, die ihre Nahrung mit Vitamin C
ergänzen wollen, ist eine tägliche Zufuhr von 2–4 Gramm.
Es ist günstiger, Vitamin C in kleinen Portionen mehrfach am Tage
einzunehmen oder auf Tabletten mit verzögerter Abgabe zurück zu
greifen, als einmal am Tag eine hohe Dosis einzunehmen. Wenn man sehr
hohe Dosen Vitamin C nehmen möchte, sollte man die Dosierung langsam
der gewünschten Dosierung anpassen (über 1 Woche). Genauso sollte man
nicht plötzlich mit der Einnahme aufhören, sondern die Dosierung
langsam reduzieren. Die Darmverträglichkeitsgrenze ist ein sicherer
Indikator dafür, wieviel Vitamin C gebraucht wird. So kann während
einer Erkältung der Darm hohe Dosierungen an Vitamin C tolerieren, auf
die er nach Abklingen der Erkältung u. U. mit Durchfällen reagiert.
Die Bedeutung von Vitamin C für die Gesundheit ist eminent. Es ist an
den grundsätzlichsten Stoffwechselvorgängen (bspw.
Kollagensynthese) im Körper beteiligt und muß täglich ersetzt
werden, da keine großen Speicher angelegt werden können. Es gibt kaum
eine Erkrankung, die nicht durch Vitamin C positiv beeinflusst werden
kann.
Therapeutische Dosen von Vitamin C werden als Natrium- oder
Calciumascorbat Lösung injiziert (Vitamin C als Ascorbinsäure würde die
Venen zu stark belasten).
Cathart fand auch heraus, dass bei vielen chronisch Kranken, die er mit
therapeutischen Dosen von Vitamin C behandelte, eine Wirkung erst
eintrat, wenn 80-90% der Menge, die der Darm tolerierte, regelmäßig
gegeben werden. Nach einigen Tagen, wenn sich akute Zustände wieder
gebessert hatten, sank die Darmtoleranz-grenze auf den Normalwert
zwischen 4-15 g/Tag.
Dr. Robert F. Cathart ist es auch, der den heute üblichen Zustand der
Anascorbämie (chronische Mangelversorgung mit Vitamin C) wie folgt
beschreibt:
Hier einige Krankheiten und die üblicherweise dadurch heraufgesetzte Darmtoleranz-Grenze nach Dr. Robert F. Cathcart
“Bei erheblichem Ascorbinmangel ist in zunehmendem Maß mit den
folgenden Problemen zu rechnen: durch die Schwächung des Immunsystems
verursachte Störungen wie Sekundärinfektionen, rheumatoide Arthritis
und andere Kollagenosen, allergische Reaktionen auf Medikamente,
bestimmte Lebensmittel und andere Substanzen, chronische Infektionen
wie Herpes oder Folgekrankheiten akuter Infektionen und Scharlach;
Störungen der Blutgerinnung wie unstillbare Blutungen, Herzanfälle,
Schlaganfall, Hämorrhoiden und andere Gefäßthrombosen; die Unfähigkeit,
angemessen auf Stress zu reagieren, weil die Nebennierenfunktion
gestört ist, Venenentzündungen, durch andere Entzündungsprozesse
hervorgerufene Störungen, Asthma und andere Allergien. Störungen bei
der Kollagenbildung wie schlechte Wundheilung, überschießende
Narbenbildung, Wundliegen, Krampfadern, Dehnungsschäden, Runzelbildung,
vielleicht sogar Ab-nutzungserscheiunungen am Knorpel oder Degeneration
der Bandscheiben; herabgesetzte Funktion des Nervensystems wie
Abgespanntheit, erhöhte Schmerzempfindlichkeit, Neigung zu
Muskel-krämpfen und sogar psychischen Störungen. Krebs als Folge eines
gestörten Immunsystems und verursacht durch nicht entgiftete
Karzinogene usw. Ich behaupte nicht, dass der Ascobinmangel die einzige
Ursache dieser Störungen ist, ich weise aber darauf hin, dass
Störungen dieser Systeme den Körper mit Sicherheit für diese
Krankheiten prädisponieren würden und dass dieses Systeme, wie man
weiß, zur Erhaltung ihrer Funktionsfähigkeit Ascorbin brauchen.
Krankheiten prädisponieren würden und dass dieses Systeme, wie man
weiß, zur Erhaltung ihrer Funktionsfähigkeit Ascorbin brauchen.”
(Dr. Cathart, Robert F. (1984) Vitamin C, Titrating to Bowel Tolerance, Anascorbemia, and acuteinduced Scurvy.)
Hinweise zur chemischen Struktur von Vitamin C
Korrekt bezeichnet man Vitamin C mit Ascorbinion (ein Ion ist ein
elektrisch geladenes Atom). Da dieses Ascobinion elektrisch negativ
geladen ist, können wir es nicht zu uns nehmen, ohne gleichzeitig die
entsprechende Menge eines positiv geladenen Ions zu uns zu nehmen.
Üblicherweise ist dies ein Wasserstoffion, die Verbindung ist dann die
berühmte Ascorbinsäure. Andere bekannte Möglichkeiten sind die
Verbindung mit einem Natriumion (Natriumascorbat) oder einem halbem
Calciumion (Calciumascorbat).
Schnupfen Der
lästige Schnupfen, der einige gar nicht, andere dafür mehrmals im Jahr
heimsucht ist die Erkrankung, die am häufigsten (nach der eher seltenen
Skorbut) mit Vitamin C in Verbindung gebracht wird. Die vorliegenden
Studien weisen ein nicht ganz eindeutiges Bild, generell ist die
Wirksamkeit, was die Dauer der Erkältung und die Schwere der Symptome
angeht aber unbestritten. In den größeren Studien wurden meist zu
geringe Mengen verwendet, um stark wirksam zu sein.
Falls nicht bereits durch obige Tagesempfehlung (2–4 Gramm) der
Schnupfen abgehalten werden konnte, sondern die ersten Symptome
(Frösteln, Niesen etc.) auftreten, soll die Dosierung nach Pauling auf
die therapeutische Dosis von rund 1 Gramm pro Stunde angehoben werden.
In der Regel verschwinden die Symptome innerhalb weniger Stunden. Aber
selbst dann muss noch für die Dauer, die ein Schnupfen üblicherweise
anhält, äußerst wachsam und erhöht Vitamin C zugeführt werden, am
besten in Verbindung mit Zink. Dies sollte die Erkrankung verhindern.
Vitamin C und Krebs
Es gibt einige Studien, die einen positiven Zusammenhang zwischen der
Einnahme von Vitamin C und Krebs herstellen. Die als “Vale-of-Leven”
bekannte Untersuchung befasste sich mit Menschen, die so unheilbar an
Krebs erkrankt waren, dass eine weitere Behandlung aus
schulmedizinischer Sicht aussichtslos war. Diese Patienten bekamen
täglich rund 10 g Vitamin C. Ein anschließender Vergleich mit rund
1.000 Patienten, die vergleichbare Krebsleiden aufwiesen und nicht mit
Vitamin C behandelt wurden, ergab in allen Fällen eine längere
Überlebensdauer für die mit Vitamin C behandelte Gruppe. Nach rund 100
Tagen waren 85% der unbehandelten Gruppe gestorben, während in der
Gruppe, die mit Vitamin C behandelt wurde, immerhin noch 60% am Leben
waren. Diese Studie wurde 1979 bestätigt durch eine Untersuchung
an einem japanischem Hospital (s. Graphik). Es sind bei diesen
Untersuchungen so sensationelle Erfolge aufgetreten, dass
unverständlich bleibt, warum nicht jede Krebserkrankung zusätzlich zur
normalen Therapie mit hohen Dosen Vitamin C behandelt wird. Auch in den
Fällen, in denen Vitamin C zusätzlich zur üblichen Strahlen /
Chemotherapie verabreicht wurde, konnte die Befindlichkeit der
Patienten verbessert werden. Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten
traten seltener und weniger schwer auf, dadurch konnten optimalere
Dosen der konventionellen Behandlung eingesetzt werden.
An
den gleichen Krebsarten erkrankte Versuchspersonen bekamen jeweils hohe
Dosen Vitamin C (täglich 5 g oder mehr, ø 29 g) bzw. geringe Dosen (4 g
täglich oder weniger), nachdem eine konventionelle Therapie als
unwirksam abgebrochen worden war. Die Patienten der Kontrollgruppe
waren nach 200 Tagen alle gestorben, während 25% der Gruppe, der die
hohen Dosen verabreicht wurde, noch am Leben waren. Die Sechs
Patienten, die am 10. August 1978 noch lebten, also lange nach
Verstreichen der für die Dauer der Studie festgesetzten 400 Tage waren
durchschnittlich 866 Tage am Leben geblieben, nachdem die
konventionelle Therapie eingestellt worden war, weil sie als unwirksam
beurteilt wurde.
(Das Diagramm zeigt die Ergebnisse der Studie von Morishige und Murata 1979.)