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Ausgabe 31 – 10/2005 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Durchblutungsstörungen Teil II
siehe auch Durchblutungsstörungen Teil I
Durchblutungsstörungen – die wahren Ursachen, Teil 2

In diesem zweiten Teil der Abhandlung über Durchblutungsstörungen geht
es um die Möglichkeiten, die sich aus orthomolekularer Sicht für den
Erhalt und die Verbesserung der Fließeigenschaften und der
Zusammensetzung des Blutes ergeben, sowie um die Substanzen, die sich
als nützlich für die Energetisierung des Herzens und die Normalisierung
oder Steigerung der Pumpleistung bei Herzinsuffienz erwiesen haben.

Durchblutungsstörungen - die wahren Ursachen Teil II Wir
werden in diesem Zusammenhang eine Gruppe von körpereigenen Substanzen
kennenlernen, die den meisten Menschen, übrigens auch vielen
Medizinern, noch weitgehend unbe-kannt ist. Dabei handelt es sich um
hormonartige Substanzen, die als Eicosanoide bezeichnet werden. Was die
(von den Drüsen produzierten) Hormone für unsere Organe sind, sind die
– auch als Gewebshormone bezeichneten – Eicosanoide im zellulären
Bereich. Ihr Einfluß, ihre umfassende Wirksamkeit steht in krassem
Gegensatz zu ihrem Bekanntheitsgrad. Eicosanoide kontrol-lieren nicht
nur alle Hormonsysteme des Körpers, sondern praktisch jede
physio-logische Vitalfunktion:
Herz-Kreislauf-System, Immunsystem, Zentralnervensystem, Fortpflanzungssystem usw.

Sie sind die stärksten dem Menschen bekannten biologischen Agenzien.
Ihr Gleichgewicht im Körper entscheidet über Gesundheit oder Krankheit.
Diese Balance können wir über die Nahrung steuern.
Der Grund, weshalb Eicosanoide noch so unbekannt sind, liegt in ihrer
Unzugänglichkeit für wissenschaftliche Erforschung. Ihre Lebensdauer
wird in Sekunden gemessen und sie wirken – in verschwindend geringen
Dosen – als Endregulatoren zellulärer Funktionen in der
Einzelzelle. Erst mit dem Aufkommen spezieller Geräte Mitte der
siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts konnten die Eicosanoide zum
ersten Mal untersucht werden.
Es kann kaum einem Zweifel unterliegen, dass die weitere Erforschung
der Eicosanoide unser Verständnis von Gesundheit und die
Behandlungsmöglichkeiten von Erkrankungen revolutionieren wird. Seien
Sie also am besten offen für dieses Konzept. Unbekanntes ruft ja im
allgemeinen eher unseren Widerstand hervor. Wir werden eben ungern mit
neuen, fremden Tatsachen konfrontiert. Die Eicosanoide (schon der
Name!) und ihre Rolle im Organismus stellen ein solch fremdes,
neuartiges Konzept dar. Lassen Sie sich darauf ein, es wird sie
faszinieren!
Wir hatten eingangs des ersten Teils gesagt, dass Durchblutungsstörungen maßgeblich durch drei Faktoren hervorgerufen werden:
- durch die Verengung der Gefäßwände
- infolge von Ablagerungen (Plaques);
-
durch Veränderungen der
- Fließfähigkeit und/oder anderer Eigenschaften (z. B. der Zusammensetzung) des Blutes;
-
durch die nachlassende Pumpleistung des Herzens.
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Es versteht sich von selbst, dass diese Faktoren sich untereinander bedingen und in lebhafter Wechselwirkung miteinander stehen.
Die Risiken der Verengung der Gefäßwände und die Möglichkeiten, den
nachteiligen gesundheitlichen Folgen durch bestimmte
Mikronährstoffe entgegenzuwirken, haben wir ausführlich im ersten
Teil dieser Abhandlung besprochen. Nun wollen wir uns mit den Störungen
der Beschaffenheit und Fließfähigkeit des Blutes und ihrer Behandlung
befassen; zum Abschluss unserer Betrachtungen wird es um die
Maßnahmen gehen, die wir aus ernährungstherapeutischer Sicht für den
Erhalt (und womöglich die Steigerung) der
Leistungsfähigkeit unseres Herzens ergreifen können.
Das venöse System
Wie entscheidend für die Gesamtbefindlichkeit des Menschen der Zustand
seiner Gefäße und Gefäßwände ist, und zwar im Zusammenspiel mit den
Fließeigenschaften des Blutes und der Kraft, mit der das Blut durch die
Adern gepumpt wird, das wird durch einen Blick auf unser venöses
Zirkulationssystem deutlich.
Arterien bewegen das Blut vom Herzen weg, Venen transportieren das Blut
in Richtung Herz und Lunge zurück. Die Funktion beider
Systeme wird gleichermaßen durch Übergewicht, Rauchen,
Bewegungsmangel, Stress und die daraus folgenden
Gesundheitsstörungen wie erhöhte Blutfette, Bluthochdruck und
Diabetes gefährdet, doch ergeben sich daraus spezifische Risiken.
Das venöse System arbeitet nämlich ganz anders als das arterielle.
Beispiels-weise herrschen im Vergleich zu den Arterien in den Venen
zehnfach niedrigere Druckwerte und Fließgeschwindig-keiten. (Mediziner
sprechen von einem Niederdrucksystem). Es liegt auf der Hand, dass die
Fließfähigkeit des Blutes und seine Strömungsgeschwindigkeit für den
Rückfluss zum Herzen von entscheidender Bedeutung ist.
Venen sind besonders dehnbar und dienen auch als Blutspeicher (sie
können bis zu 85 Prozent des Gesamtblutes aufnehmen. Für die
Bewältigung des Rücktransportes zum Herzen (nach dem Prinzip
einer Saug-Druckpumpe) müssen die Venen elastisch sein und die
Venenklappen funktionieren. Weiterhin ist die Unterstützung des
Rückflusses durch Gelenke und umliegende Muskulatur erforderlich und
schließlich müssen Atmung und Herzfunktion ausreichen, um den
Rückfluss des Blutes zum Herzen zu sichern.
Schon vor 150 Jahren wurden die schädigenden Faktoren für das venöse Gefäßsystem durch Virchow präzise benannt:
Die Verlangsamung der Strömungsgeschwindigkeit, die Änderung der
Blutzusammensetzung und die Schädigung der Gefäßwand.
Strukturelle Venenwandschädigungen entstehen altersbedingt und
häufig durch entzündliche Vorgänge in der Venenwand oder
als Folge von Blutpropfbildungen. Diese Thrombosen stehen häufig
in Verbindung mit einer Veränderung der Blutzusammensetzung (wie durch
die Einnahme der Pille, eine Gerinnungs-störungen oder durch extremes
Rauchen).
Immer bedarf es also eines Zusammenspiels einiger Risikofaktoren. Wie
weit verbreitet die Schädigung der Gefäße durch alle genannten Faktoren
ist, belegen Studien über die Verbreitung von Venenerkrankungen in
Deutschland. Davon sind annähernd 60 Prozent der Bevölkerung betroffen.
(Allein eine Million Bundesbürger leiden an offenem
Unterschenkelgeschwür als Folge einer chronischen Venenschädigung.)

Der Einfluss der Eicosanoide auf die
Fliessfähigkeit und Zusammensetzung des Blutes
Um die Auslöser für gesundheitsgefährdende Veränderungen unseres Blutes
zu erkennen, müssen wir die entscheidende Rolle der Eicosanoide bei der
Regulierung unserer Körperfunktionen verstehen. Eicosanoide sind
Gewebshormone, die – wie die durch die Drüsen ausgeschütteten Hormone
auch – spezifische Steuerungsaufgaben im Stoffwechsel erfüllen.
Es gibt „gute“ und „schlechte“ Eicosanoide, – obwohl das ein
bisschen ungenau ausgedrückt ist; schlecht ist immer nur das Übermaß
einer Art. Genauer muss man deshalb sagen, dass die Ausgewogenheit der
(entgegengesetzt arbeitenden) Eicosanoide ausschlaggebend für die
Gesundheit ist.
Ein Beispiel: Ein „schlechtes“ Eicosanoid mit dem Namen Thromboxan A 2
veranlaßt die Blutplättchen, zu verklumpen und Gerinnsel zu bilden.
Was passiert, wenn sich Blutplättchen zur falschen Zeit
aneinanderlagern? Sie verstopfen die Arterie, besonders, wenn sie
bereits durch Arteriosklerose verengt ist. Wenn die Arterie vollkommen
blockiert ist, wird dadurch die Blut- und Sauerstoff-Zufuhr zum
Herzen unterbrochen: Herzinfarkt.
Thromboxan A 2 läßt sich nur schwer messen. Immer gilt allerdings
ein sich entwickelnder Bluthochdruck als deutlicher Hinweis auf
eine gefährliche Zunahme von Thromboxan A 2. (Trotzdem brauchen wir ein
wenig Thromboxan A 2 für die Blutgerinnung, denn sonst würden wir schon
an kleinen Verletzungen verbluten.)
Wenn „schlechte“ Eicosanoide lebensbedrohliche Blutpfropfen und
arterielle Verengungen hervorrufen, können dann „gute“ Eicosanoide dies
verhindern? Ja, zum Glück!
Der Gegenspieler von Thromboxan A 2 ist ein „gutes“ Eicosanoid mit der
Bezeichnung Prostaglandin E 1 (PGE 1). PGE 1 ist zunächst ein
starker „Vasodilator“, d. h. er erweitert die Blutgefäße. PGE 1 und
andere „gute“ Eicosanoide verhindern die Plättchenaggregation, die zu
Thromben führt, und sie verlangsamen auch die Wucherung glatter
Muskelzellen in der Innenwand von Blutgefäßen, die zu einer
Arteriosklerose beitragen können.
Wie ungewöhnlich wirksam gute Eicosanoide in dieser Hinsicht sind,
schildert Barry Sears äußerst eindrucksvoll in seinem Bericht über ein
deutsches Forscherteam aus Kassel.
Um die optimale Fließfähigkeit des Blutes zu erhalten und
der Verklumpung von Blutplättchen entgegenzuwirken, werden folgende
Nähr- und Vitalstoffe zur täglichen Einnahme empfohlen:
Bromelain, 500 - 100 mg
(verringert das Risiko von Blutverklumpungen)
Tocotrienole, 100 - 200 mg
(hemmen Blutplättchenverklumpung)
Vitamin E, 400 - 800 mg
EPA/DHA plus GLA, 3 - 6 Kapseln
(hemmen Blutplättchenverklumpung)
Taurin, verdünnt das Blut, entwässert, 1500 mg
Vitamin K 10 mg (hemmt die Bildung von Blutpropfen)
Bewährte Phyto-Nutrienten zur Hemmung von Blutplättchenverklumpung sind:
Ginkgo biloba,
Knoblauch,
Turmeric (Curcumin),
Ingwer (auch gefäßerweiternd),
Grüner-Tee-Extrakt (auch antithrombotisch),
Weißdorn (auch gefäßerweiternd)
Quelle: Life Extension Foundation |
„Die deutschen Wissenschaftler behandelten eine Diabetikerin, die in
einem Bein eine durch starke Arterienverengung verursachte Gangrän
hatte. Normalerweise wird in solchen Fällen amputiert. Anstelle der
üblichen Amputation injizierte das Ärzteteam der Patientin PGE1, Sie
nahmen an, dass dadurch das Lumen (innerer Durchmesser) der
verschlossenen Arterie ausreichend erweitert werden konnte, Innerhalb
einer Stunde nach der PGE1-Injektion nahm der Blutstrom zu. Eine zwölf
Tage später vorgenommene Angiographie zeigte eine deutliche Erweiterung
des Arterienlumens (fast 500 Prozent). Der Sauerstofftransport war
gestiegen und das Bein gerettet.“
Weil die Medien – und die Ärzte – wenig über Eicosanoide erzählen
oder wissen, unterschätzen wir leicht ihre entscheidende Wichtigkeit
für unsere Gesundheit. Sie sind so wichtig, weil sie so vielfältige und
weitreichende Wirkungen haben. Um nur einiges zu nennen:
Eicosanoide helfen bei der Weit- und Engstellung der Blutgefäße, sie
regulieren Schmerz-, Fieber- und Entzündungsprozesse im Körper und sind
die wichtigsten Regulatoren unseres Stoffwechsels und
unseres Immunsystems. Täuschen wir uns also nicht: Die weitere
Erforschung der Eicosanoide wird unsere Definition von Krankheit völlig
verändern. Soviel ist sicher: Krank sind wir, wenn unser
Organismus zuviel „schlechte“ und zu wenig „gute“ Eicosanoide
produziert. Gesund sind wir, wenn unser Eicosanoid-Haushalt sich in
ausgewogener Balance befindet. Die Störung des normalen
Eicosanoid-Gleichgewichts ist die eigentliche molekulare Ursache von
Herz- und Kreislauferkrankungen.
Wir können viel dafür tun, dass unser Eicosanoid-Haushalt in Balance
bleibt – oder kommt. Der Schlüssel liegt in der Ernährung. Nichts
fördert die Produktion schlechter Eicosanoide mehr als Insulin. Je
höher also der Insulinspiegel, umso mehr schlechte Eicosanoide im
Körper. Zuviele Kohlenhydrate (und zu wenig Fett und Eiweiß, um die
Aufnahmegeschwindigkeit der Kohlenhydrate ins Blut zu kontrollieren)
bedeuten eine überhöhte Insulinproduktion. Der genaue Ablauf ist dann
so: Erhöhtes Insulin aktiviert das Enzym Delta 5-Desaturase.
Dieses Enzym wandelt die essenzielle Fettsäure GDLA (Dihomo Gamma
Linolensäure), die Vorstufe für gute Eicosanoide, in Arachidonsäure um.
Arachidonsäure ist der Baustein für schlechte Eicosanoide.
Um Glycolisation zu reduzieren, wird folgender Mikronährstoff zur täglichen Einnahme empfohlen:
L-Carnosin, 1000 - 1500 mg
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Quelle: Life Extension Foundation

Die Veränderung der Blutzusammensetzung durch AGEs
Wir haben gesehen, wie die Aggregation von Blutplättchen die gesunden
Fließeigenschaften des Blutes einschränkt und zu gefährlichen
Verstopfungen der Gefäße führen kann. Selbstverständlich wird durch ein
zähes, dickflüssiges Blut auch die Versorgung der feineren Gefäße
erschwert; jedenfalls ist eine erhöhte Pumpleistung des Herzens
dafür erforderlich.
Auch die zweite, hier zu besprechende Substanzgruppe, verändert
die Bluteigenschaften nachteilig und erhöht das Risiko von
Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Es handelt sich um sogenannte
glykolisierte Hämoglobine, die in den roten Blutkörperchen vorkommen.
Die vorhandenen Mengen dieser glykolisierten Hämoglobine sind ein
bedeutender Indikator für die Langzeitkontrolle des Blutzuckers. Je
höher ihr Anteil ist, desto höher ist auch das Risiko von
Durchblutungsstörungen.
Wenn der Blutzuckerspiegel ständig erhöht ist, gehen die glykolysierten
Hämoglobine eine Reaktion mit Proteinen ein. Aus dieser Verbindung
gehen Substanzen hervor, die (– weil sie eben vorzeitige
Alterserscheinungen besonders begünstigen –) als AGEs bezeichnet
werden. AGE ist die Abkürzung von Advanced Glycosylated Endproducts.
Diese AGEs sind also Abfallsubstanzen, die bei der chemischen Reaktion
überschüssiger Kohlenhydrate mit Proteinen entstehen. Sie strömen mit
dem Blut durch den Organismus. Sie sind wie eine Art biologischer Leim
und machen den Blutfluß schwerfällig. Sie bleiben an unerwünschten
Stellen kleben, z. B. am Zell-DNA; sie heften sich an die Wände der
Arterien und Herzgefäße, an die Arteriolen in Händen und
Füßen und besonders auch an die Augengefäße.
Generell beschleunigen AGEs Alterungs- und gewisse Krankheitsprozesse.
Besonders bedenklich ist: AGEs sind ein wesentlicher Bestandteil
einer bestimmten Art Plaque (mit der Bezeichnung Beta Amyloid),
das im Gehirn von Alzheimer-Patienten gefunden wird.
Für die Kontrolle von AGEs gilt wiederum: Der beste Schutz ist eine
konsequent kohlenhydratarme Ernährungsweise, durch die der
Blutzuckerspiegel stabil und niedrig gehalten werden kann. Die
angegebenen Mikronährstoffe unterstützen den Übergang auf diese
Ernährungsform und fördern die gesunden Fließeigen-schaften des Blutes.

Durchblutungsstörungen und Herzschwäche
Als Herzschwäche (oder Herzinsuffizienz) bezeichnet man die
Unfähigkeit des Herzens, die vom Organismus benötigten Mengen von
mit Sauerstoff angereichertem Blut durch den Körper zu pumpen. Das Herz
arbeitet also noch, aber nicht mehr ausreichend. Symptome von
Herzschwäche sind vor allem Verhaltung von Körperflüssig-keiten,
Erschöpfung, Schwächezustände, Kurzatmigkeit.
Wir wollen einen – ehrfurchtsvollen – Augenblick lang die staunenswerte
Fähigkeit des gesunden Herzens bedenken und würdigen, ausreichend Blut
in die 100.000 km umfassende Gefäßsystem zu pumpen. Kann diese Leistung
nicht mehr erbracht werden, stellen sich schnell fatale Folgen ein.
Eine gravierende Gefährdung entsteht durch den sich aufbauenden
erhöhten Druck im ganzen Zirkulationssystem. Er führt dazu, dass
wässerige Körperflüssigkeiten aus dem Gefäßsystem treten und sich in
Geweben und Organen ansammeln.
Noch vor hundert Jahren wäre unsere heutige Herzinsuffizienz noch als
„Wasser“ diagnostiziert worden. „Wasser“ war damals die verbreitetste
Folge aller Herz- und Kreislauferkrankungen.
Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) zeigen sich, je nachdem, welche
Herzseite besonders betroffen ist, vor allem in den Unterschenkeln,
Knöcheln und Füßen oder in der Lunge. Zur Symptomatik kommt dann
häufig Kurzatmigkeit (schon nach geringer körperlicher Betätigung oder
auch nach einigen Stunden Schlaf in der Nacht) dazu.
Schulmedizinisch wird die Herzinsuffizienz vor allem mit entwässernden
sowie inotropen (d.h. die Muskelkraft (Kontraktilität) beeinflussenden
Mitteln) behandelt. Bei Übergewicht kommt gewöhnlich ein Diätprogramm
sowie Körperübungen hinzu. Rauchen ist tabu.
Um das Herz mit Energie zu versorgen und seine
Pumpleistung zu erhalten, werden folgende Nähr-und Vitalstoffe zur
täglichen Einnahme empfohlen:
Coenzym Q 10, 30 - 400 mg
L-Carnitin, 600 - 1500 mg
Taurin, 1500 - 4000 mg
(über den Tag verteilt)
Vitamin B 1, 200 - 500 mg
Selen, 200 mcg
Weißdorn-Extrakt, 250 - 900 mg
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Quelle: Life Extension Foundation
Seit Jahren häufen sich die Berichte, wonach die äußerst
verbreiteten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAIDs) die
Entstehung von Herzsuffizienz begünstigen könnten. In den „Archives of
Internal Medicine“, Feenstra et al. 2002) wurden die Risiken erläutert.
Danach scheinen NSAIDs eine verursachende Rolle bei
Flüssigkeits-verhaltung und Blutdruckerhöhung der Patienten mit
Herzschwäche zu spielen. Patienten mit Herzbeschwerden aller Art wird
in diesem Bericht angeraten, sich ernsthaft um sichere Alternativen zu
bemühen.
Ähnlich äußerten sich kürzlich zwei britische Wissenschaftlerinnen
hinsichtlich der erhöhten Risiken von Herz- und Kreislauferkrankungen
bei der Verwendung bestimmter Schmerzmittel.
Was können wir – als Gefährdete oder von
Herzschwäche Betroffene – nun selber tun?
Aus der Sicht der Ernährungstherapie zeigt – auch hier wiederum
– die strikt kohlenhydratarme Ernährungsweise beste Ergebnisse.
Sie entwässert wirksam und veranlasst die schnelle Ausscheidung von
Wasser und Salz aus den Geweben. Dies ist eine große Hilfe und
Erleichterung für Patienten mit Herzschwäche und erhöhtem Blutdruck.
Die nützlichsten Mikronährstoffe zur Erhaltung der vollen Herzleistung
und bei Herzinsuffizenz finden Sie auf Seite 3 (unten) aufgeführt.
Hervorzuheben ist dabei das Coenzym Q 10, das sich als das beste
körpereigene Substanz zur Erhaltung und Steigerung der Herzleistung
erwiesen hat. Das angesehene „American Journal of Cardiology“ hat Q 10
als ein ausgezeichnetes Mittel zur Behandlung von Herzleiden
bezeichnet, weil es das Leistungs- und Durchhaltevermögen des
Herzmuskels stärkt. Eine kürzliche Studie von Dr. Peter Langsjoen,
Kardiologe inTexas, kam zu dem Ergebnis, dass Patienten, die zu ihrer
Standard-Herzmedikation täglich Coenzym Q 10 erhielten, mehr als drei
Jahre länger lebten. Er zeigte sich verwundert, dass die Verwendung von
Coenzym Q 10 nicht schon längst zur Grundversorgung von
Herzpatienten gehört.

Wir sind so gesund wie unsere Gefässe.
Wir sind so alt wie unsere Gefässe ...
Wenn Sie Betroffener sind, wenn Sie also an Durchblutungsstörungen,
Herzbeschwerden leiden oder am Metabolischen Syndrom, lassen Sie den
Mut nicht sinken. Wir haben gesehen, wie diese Störungen, so vielfältig
ihre Symptomatik erscheinen mag, letztenendes doch nur eine gemeinsame
Ursache haben: ein hormonelles Ungleichgewicht. Wird die Ausgewogenheit
der hormonellen Steuerung erreicht, verschwinden die Symptome, ob es
sich nun um Bluthochdruck oder Übergewicht oder Verklumpung der
Blutplättchen handelt.
Trotz aller Fortschritte lautet die traurige Wahrheit,
dass Herz- und Kreislauf-erkrankungen weiterhin mit Abstand die weit
verbreitetste Todesursache bei Erwachsenen in den Industrieländern
sind. Das heißt, dass wir im Kampf gegen Herzerkrankungen kaum
weitergekommen sind. Die Todesrate durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen
ist zwar zurückgegangen, doch die Zahl der Herzinfarkte hat sich nicht
entscheidend verändert. Mit anderen Worten: Die Amerikaner scheinen
gleich viele Herzinfarkte zu haben, nur enden diese Infarkte nicht mehr
so häufig tödlich.
Wenn wir so wenige Fortschritte bei Herzerkrankungen machen, dann muss
natürlich die nächste Frage lauten: warum? Die Antwort lautet im großen
und ganzen: Weil die Ernährungsweise, die uns allgemein empfohlen wird,
für ein gesundes Herz äußerst gefährlich ist.
Denn: Fettarme, kohlenhydratreiche Diäten scheinen Herzerkrankungen zu
fördern, besonders wenn Sie genetisch bedingt auf Kohlenhydrate mit
einem hohen Insulinspiegel reagieren. Mit dieser Ernährung bringen Sie
sich selber in Gefahr - Sie senken das Risiko einer
Herz-Kreislauferkrankung nicht, sondern erhöhen es sogar.
Barry Sears |
Ob wir zuviel Insulin ausschütten, ob wir zuviel schlechte Eicosanoide
produzieren, hängt zu allererst damit zusammen, was wir essen. Das
bedeutet: Es ist der Steuerung mit Hilfe unserer
Nahrungswahl zugänglich. Hier liegt der Schlüssel. Informieren Sie sich
über die Möglichkeiten. (Lesen Sie z. B. das Buch von Barry Sears: „Das
Optimum“, Ullstein-Verlag) und setzen Sie die klaren, konkreten
Empfehlungen (vielleicht zunächst einmal probeweise für ein paar
Wochen) in die Praxis um. Sie werden die Auswirkungen schon nach
14 Tagen wohltuend spüren können.
Wenn Sie jung und ohne Beschwerden sind, denken Sie daran, dass ein
Gramm Vorsorge besser als ein Pfund Therapie ist. Wir sind so alt wie
unsere Gefäße. Unsere Gefäße altern bereits in den ersten
Lebensjahrzehnten. (Tatsächlich sind die ersten Ablagerungen in den
Arterien schon bei Kindern und Jugendlichen gefunden worden.) Beginnen
Sie daher möglichst früh damit, Ihr Herz-Kreislauf-System zu schützen.
Denn je früher Sie damit beginnen, desto länger und gesünder werden Sie
leben.

siehe auch Durchblutungsstörungen Teil I


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