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Ausgabe 30 – 07/2005 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Durchblutungsstörungen • OPC
siehe auch Durchblutungsstörungen Teil II
Durchblutungsstörungen – die wahren Ursachen, Teil 1
 Dieser
Artikel befaßt sich mit den wahren Ursachen von Durchblutungsstörungen.
Außerdem erfahren sie welche Unterstützung das Superantioxidant OPC zur
Unterstützung des Gefäßschutzes leistet.

Durchblutungsstörungen - die wahren Ursachen Teil I • Warum verengen die Gefäße? • Stichwort Arteriosklerose • OPC als Gefäßschutz • Fibrinogen • C-reaktives Protein • Homocystein • Ein Quintett von Risiken • Gefäßschäden und das „Chronische Entzündungssyndrom”
Durchblutungsstörungen - die wahren Ursachen Teil I Das
menschliche Herz-Kreislauf-System ist ein Wunderwerk der Schöpfung.
Wussten Sie, dass alle Blutgefäße in unserem Körper,
also Arterien, Venen und das immer feiner verzweigte Kapillarsystem
kleiner und kleinster Äderchen bis hin zu den winzigen Haargefäßen,
zusammen eine Länge von über 100.000 Kilometern ergeben?

Es liegt
auf der Hand, dass unsere Gesundheit entscheidend von der
Leistungsfähigkeit unseres Blutkreislaufs abhängt. Nur die
optimale Funktion des Blutkreislaufs gewährleistet den lebenswichtigen
Transport von Sauerstoff (zur Energieerzeugung) und
Nährstoffen in alle Körperbereiche bis in die einzelnen Zellen
sowie die notwendige Entsorgung der bei den körpereigenen
Stoffwechselprozessen anfallenden Abfallprodukte.
Wodurch wird die Leistungsfähigkeit unserer Blutzirkulation vermindert? Allgemein gesprochen, sind drei Hauptursachen für die Entstehung von Durchblutungsstörungen maßgeblich:
1. die Verengung der Gefäßwände durch Ablagerungen; 2. die Veränderung der Fließfähigkeit (Viskosität) und anderer Eigenschaften des Blutes; 3. die nachlassende Pumpleistung des Herzens.
Alle
drei genannten Hauptrisikofaktoren sind seit Jahren Gegenstand
intensivster medizinischer Forschung. Das ist nicht verwunderlich, sind
doch Herz-/Kreislauferkrankungen nach wie vor Todesursache Nr. 1 in den
Industrie-Ländern. Verlagerungen haben sich ergeben; z. B. durch die
Fortschritte in der Notfallmedizin oder bei der Herzchirurgie -
etwa Bypass-Operationen - von akuten Herzerkankungen oder
Infarkten. Symptome von Gefäßerkrankungen treten später auf als noch
vor 50 Jahren; sie manifestieren sich heute eher in den
Altersgruppen der 60 - 80-Jährigen.
Dann aber haben die
schleichenden systemischen sklerotischen Veränderungen des Gefäßsystems
oft schon die wichtigsten Körperorgane nachhaltig geschädigt und die
dadurch entstehenden vielfältigen degenerativen Veränderungen im ganzen
Körper beeinträchtigen die Lebensqualität und verkürzen die Lebensdauer.
Viele
der untergründigen Ursachen von Durchblutungsstörungen sind in der
medizinischen Literatur beschrieben, aber längst nicht alle, nicht
einmal alle wichtigen, werden in der medizinischen Praxis
angegangen. Diagnostiziert und behandelt werden nur ein begrenzter Teil
der Risikofaktoren, etwa durch cholesterinsenkende Medikamente oder
blutdruckregulierende Mittel.
Wir wollen im folgenden die
Aufmerksamkeit besonders auf solche Faktoren lenken, die häufig im
konventionellen medizinischen Alltag zu wenig beachtet werden, die
sich für die Behandlung von Durchblutungsstörungen aber nicht nur
als notwendig, sondern häufig als geradezu lebensrettend, erweisen
können.
Wir wollen weiterhin sehen, welche positive Rolle
Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, essenzielle Fett- und
Aminosäuren sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Phyto-Nutrienten für die
Erhaltung (und Verbesserung) eines leistungsfähigen Blutkreislaufs
spielen. Vielfach erweist sich ja der orthomolekulare Einsatz
solcher „ körpereigenen“ Substanzen als weitaus hilfreicher und
überdies viel verträglicher als konventionelle, lang andauernde
medikamentöse Therapien.
Warum verengen die Gefäße? Der
Prozess der Entstehung von Arteriosklerose oder Adernverkalkung, also
der zunehmenden Gefäßverengung durch die Ablagerung von Plaques
ist Gegenstand unzähliger Beschreibungen. Aber wodurch wird dieser
krankhafte Prozess veranlasst?
Ernährungsorientierte Mediziner
sehen die Hauptursache für Gefäßschäden im Grunde in einem
chronischen Vitaminmangel, insbesondere Vitamin-C-Mangel. Diese
These wird seit Jahren von einer wachsenden Anzahl Mediziner,
Ernährungswissenschafter und Vitamin-Forscher vertreten, vor allem in
den USA. Eingängig führen sie ins Feld, dass „Tiere keinen
Herzinfarkt kennen“ - weil sie, im Unterschied zum Menschen,
körpereigenes Vitamin C produzieren und dieses Vitamin C ihre
Gefäßwände geradezu teflonartig glatt und geschmeidig hält. Der
chronische Vitaminmangel führt nach dieser Auffassung dazu, dass die
Gefäßwände mit der Zeit unelastisch und anfällig werden für winzige
Risse und Beschädigungen. Diese versucht der Körper zu reparieren. Er
benutzt dafür vorzugs-weise als Material eine körpereigene Substanz,
die wir alle kennen und fürchten: Cholesterin. In dieser Sichtweise ist
ein erhöhter Cholesterinspiegel die Folge des schlechten (weil
mangelhaft versorgten) Zustandes der Gefäßwände; alle Schlachten
um die Senkung der Cholesterinwerte wären demnach unnötig, wenn es
gelingen würde, die Gefäßwände glatt und frei
von Läsionen
(Rissen) und Beschädigungen zu halten, die die Leber veranlassen,
zusätzliches Cholesterin zu produzieren. (Übrigens: Unsere Leber stellt
80 % des körpereigenen Cholesterins her, nur 20 % erhalten wir
gewöhnlich über die Nahrung. Die Leber reguliert überdies ihre
Eigenproduktion flexibel nach dem vorhandenen Bedarf und der durch die
Nahrung aufgenommenen Menge. Das bedeutet: Je weniger Cholesterin Sie
durch die Nahrung zuführen, desto mehr produziert Ihre Leber
davon. Der manchmal geradezu fanatische Kampf für eine cholesterinfreie
Ernährungsweise erscheint im Licht dieser Tatsache als ziemlich
fragwürdig.)
Dazu die wichtigsten Einzelheiten in der Übersicht auf Seite 3.
Ich
weiß aus zahlreichen Erfahrungsberichten und wissenschaftlichen
Untersuchungen, dass die tägliche Verwendung von Vitamin C ein breit
und über lange Zeiträume bestens erprobtes Mittel ist, die
Gefäßwände gesund und geschmeidig zu halten.Gewöhnlich werden 3 - 8 g
Vitamin C für diesen Zweck empfohlen, zur Verbesserung oder
Wiederherstellung glatter Gefäßwände häufig auch mehr (10 - 15 g). Ich
persönlich finde den zusätzlichen Einsatz von
OPC-Traubenkernextrakt (1 - 3 Kapseln täglich) äußerst hilfreich.
Einerseits kann man dadurch die Vitamin-C-Dosierung auf 1 - 2 g täglich
senken (weil OPC die Wirkung von Vitamin C um das Zehnfache
verlängert), andererseits ist OPC für sich selbst genommen so
entscheidend wichtig für den Schutz von zwei wesentlichen
Bausteinen der Gefäßwände, Kollagen und Elastin, dass man schon
deswegen darauf nicht verzichten sollte.
Stichwort Arteriosklerose1 Herz-
und Gefäßerkrankungen sind für fast zwei Drittel aller Todesfälle bei
Erwachsenen in den industrialisierten Ländern verantwortlich. Die
Ursache für die meisten dieser Erkrankungen ist Arteriosklerose, eine
Störung, die sich in der industrialisierten Welt geradezu epidemisch
verbreitet, während sie in weniger entwickelten Ländern kaum auftritt.
Die moderne, industrialisierte Ernährung, die so viele tierische Fette,
Cholesterin und raffinierten Zucker enthält, Übergewicht und
Bewegungsmangel sind die Hauptursachen für Arteriosklerose.
Wenn
Arteriosklerose vorliegt, sind die Arterien (das sind die Gefäße, die
sauerstoff- und nährstoffreiches Blut ins Gewebe befördern) verengt.
Dadurch wird der Blutfluß gehemmt und das Gewebe wird ungenügend
durchblutet. Schäden an den Innenwänden der Arterien und Ablagerungen
aus Zelltrümmern (Bindegewebe, Fette, Cholesterin und Kalzium - daher
spricht der Volksmund von Arterienverkalkung), die den Blutfluß
behindern, verursachen Arteriosklerose. Wenn diejenigen Arterien
betroffen sind, die das Herz versorgen, führt die schlechte
Durchblutung zu Angina pectoris (Brustschmerzen) und Atembeschwerden,
besonders dann, wenn der Bedarf an Sauerstoff steigt, beispielsweise
während sportlicher Betätigung oder Streß. Oft bilden sich in der
beschädigten Arterie Blutgerinnsel, weil die Gefäße versuchen, sich
selbst zu reparieren. Diese Gerinnsel können ganz plötzlich die
Blutversorgung eines Teils des Herzens unterbinden (dies führt zu
einem Herzinfarkt). Auch Teile des Gehirns können wegen einer
verstopften Arterie zeitweilig unduchblutet bleiben (das führt zu einem
Schlaganfall).
1. Quelle: Burgersteins Handbuch Nährstoffe, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg
OPC als Gefäßschutz Kollagen
(und Elastin) sind eiweißhaltige Substanzen, aus denen die Wände von
Blut- und Lymphgefäßen aufgebaut werden. Das Kollagen umschließt
selbst die kleinsten Haargefäße (Kapillaren) und hält die Adern kräftig
und geschmeidig.
Werden die Gefäße anfällig für Risse, spröde
oder brüchig, so treten direkt an den Stellen, wo ein oder mehrere
Gefäße undicht geworden sind, typische Beschwerden auf. Dazu
gehören: Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen im die undichte Stelle
umgebenden Gewebe), Schwellungen, Blutergüsse, Venenprobleme
(Besenreiser, Krampfadern), schmerzende, schwere Beine, Kribbeln
(Schaufensterkrankheit).
Möglicherweise noch gravierender
können die Beschwerden sein, die indirekt auf den Zusammenbruch von
Gefäßen zurückgehen. Immer besteht dann nämlich die Gefahr, dass
Zellen, Gewebe oder Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden.
Folgen einer Mangeldurchblutung können sein: Herzinfarkt, Hirninfarkt
(Schlaganfall), Ohrinfarkt (Hörsturz), degenerative Erkrankungen.
OPC
hat zwei Eigenschaften, die es für den Kollagenschutz ideal
machen: seine Proteinaffinität und sein Potential als
Radikalen-Fänger. Das bedeutet: Sobald OPC in den menschlichen Körper
gelangt, erkennt es Kollagen-Proteine und heftet sich an diese. Als
machtvoller Radikalenfänger kann OPC nun die Kollagen-Proteine
vor den Angriffen zellzerstörender Substanzen, insbesondere
der freien Radikalen, schützen und so das Kollagen stark,
elastisch und funktionsfähig erhalten.
(Übrigens sind die
positiven Wirkungen von OPC keineswegs auf den Gefäßschutz beschränkt:
Der Funktionserhalt von Kollagen, der durch OPC so eindrucksvoll
begünstigt wird, kommt dem Kollagen in Knorpeln, Muskeln, Knochen,
Sehnen und der Haut ebenfalls zugute und verhindert die Entstehung der
mit einem vorzeitigen Kollagenzerfall einhergehenden Beschwerden.
Dazu gehören beispielsweise Zellulitis, mangelnde Hautelastizität
(Dehnungsstreifen), vorzeitige Atrophie (Abbau) von Körpergewebe
(Muskeln, Sehnen, Bindegewebe, Knorpel, Knochen), Faltenbildung und
vieles mehr, was an sogenannten Alterserscheinungen - als Folge des
Kollagenzerfalls - unerwünscht ist.)
Fibrinogen Fibrinogen
ist ein Gerinnungsprotein, dessen erhöhtes Vorhandensein im Blut das
Risiko eines Herzanfalls deutlich ansteigen lässt. Durch hohe
Fibrinogen-Werte im Blut kann ein gefährlicher Anstieg von
Blutplättchen-Aggregation ausgelöst werden, weiterhin krankhafte
Veränderungen der Gerinnbarkeit und Fließfähigkeit des
Blutes. Die zu diesem Thema verfassten wissenschaftlichen Studien
sind sich darin einig: Personen mit hohen Fibrinogen-Werten im Blut
haben eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, an einer Herzerkrankung
zu sterben wie Personen mit niedrigen Fibrinogen-Werten.
Um den
Fibrinogen-Spiegel im Blut auf den optimalen Wert - unter 300 mg/dL
- zu senken, werden folgende Nährstoffe zur täglichen
Einnahme empfohlen2:
Vitamin B 3 Vitamin C Bromelain EPA aus Seefischöl DHA aus Seefischöl Vitamin A (ausser bei beginnender Schwangerschaft) |
2.400-3.000 mg 4.000 mg 2.000 mg 2.400 mg 1.800 mg 10.000 i.E. | Nach spätestens 60 Tagen sollten die Veränderungen der Fibrinogen-Werte im Blut getestet werden.
2. Quelle: Life Extension Foundation
C-reaktives Protein Ein
weiterer wichtiger Indikator für chronisch entzündliche Prozesse, die
den gesunden Blutkreislauf gefährden, ist das C-reaktive Protein.
Dieser Marker zeigt ein erhöhtes Risiko für unstabile Ablagerungen
(Plaques) in den Schlagadern sowie abnormale Blutgerinnsel an. Wenn
sich Ablagerungen von den Arterienwänden lösen, können sie den
Blutfluss blockieren, wodurch u. U. ein akuter Herzanfall
hervorgerufen wird. Hohe Werte von C-reaktivem Protein deuten genau auf
diese Gefahr, nämlich die Verdreifachung der Wahrscheinlichkeit, an
einer Herzattacke zu sterben.
Um die Spiegel von C-reaktivem
Protein im Blut unter 2 mg/L (der optimale Wert liegt bei
1,3 mg/L -) zu senken, werden folgende Nährstoffe empfohlen3:
Vitamin E zusammen mit Gamma-Tocopherol EPA aus Seefischöl DHA aus Seefischöl Gamma-Linolensäure (GLA) Vitamin K |
1.200 i. E. 400 mg 400 mg 1.000 mg 900 mg 10 mg | 3. Quelle: Life Extension Foundation
Woher
kommen Fibrinogen und das C-reaktive Protein? Sie werden in der Leber
gebildet, und zwar von entzündungs-fördernden Cytokinen mit
komplizierten technischen Bezeichnungen (Interleukin 1 B, Interleukin
6, TNF-a) und jeweils ganz spezifischen Eigen-schaften. Die empfohlenen
Mikronährstoffe haben sich darin als hilfreich erwiesen, dass sie die
übermäßige Bildung dieser gefährlichen Cytokine wirksam hemmen.
Ein
ausserordentlich wertvolles Mittel, chronisch entzündlichen Prozessen
im Organismus entgegenzuwirken, ist Weihrauch. Ich empfehle 800 - 1200
mg Weihrauch-Trockenextrakt täglich, über den Tag verteilt, als
Ergänzung zu den oben genannten Nährstoffen.
Homocystein Der
normale Abbau von Fibrinogen durch den körpereigenen Stoffwechsel
wird auch durch eine besondere Substanz, nämlich
Homocystein, behindert, die - wenn sie im Übermaß im Organismus
auftritt - das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen signifikant
erhöht. Homocystein ist ein Abfallprodukt des natürlichen
Einweiß-Stoffwechsels und entsteht bei der Verarbeitung der Aminosäure
Methionin im Körper. Methionin ist wiederum Bestandteil vieler
Nahrungsmittel, besonders von rotem Fleisch, Geflügel und Proteinen aus
Milchprodukten. Für die Ausscheidung von Homocystein werden vor allem
bestimmte B-Vitamine (B 6, B 12 und Folsäure) benötigt, die nicht immer
ausreichend mit der Nahrung zugeführt werden. Die Folge: Das
überschüssige Homocystein kreist im Blut und schädigt die Gefäße.
Dadurch erhöht sich vor allem das Risiko, einen Schlaganfall zu
erleiden. In einer amerikanischen Untersuchung (Kelly et al.) aus dem
Jahre 2000 kamen die Forscher durch einen Vergleich von 15
veröffentlichten Studien über Homocystein zu dem Ergebnis, dass schon
geringe bis mittlere Erhöhungen der Homocystein-Werte im Blut mit einer
Steigerung des Schlaganfallrisikos um erstaunliche 86 Prozent in
Zusammenhang standen.
Zum Glück ist die Entgiftung mit Hilfe von Mikronährstoffen meist einfach und erfolgreich.
Um Homocystein im Blut auf den Wert von 7 micromol/L oder darunter zu bringen, werden folgende Nährstoffe empfohlen4:
Folsäure Vitamin B 12 Vitamin B 6 (P-5P) TMG (Trimethylglycine) |
800 - 2.400 mg 300 - 1.000 mcg 50 - 100 mg 500 - 2000 mg | 4. Quelle: Life Extension Foundation
In
den letzten 50 Jahren haben die Ärzte (und Patienten) sich vor allem
auf die Kontrolle des Blutdrucks konzentriert und dies galt - und gilt
- als die beste Methode, um das Risiko eines Herz- oder Schlaganfalls
zu minimieren. Natürlich bleibt dies wichtig, aber es ist
angesichts der neuen Forschungen vernünftig, auch die anderen
Risikofaktoren, die sich in genauen Blutuntersuchungen messen lassen,
nicht zu unterschätzen. Alle über 40-Jährigen, so die Empfehlung,
sollten regelmäßig feststellen lassen, ob neben Blutdruck,
Blutzucker und Blutfetten auch die Werte von
Fibrinogen, C-reaktivem Protein und Homocystein im sicheren
Bereich liegen.
Vitalstoffe bieten gerade auch bei
Herz-Kreislauf-Problemen wirksame und schonende Möglichkeiten zur
Selbsthilfe. Sie unterstützen auf ideale Weise die Maßnahmen, die wir
eigenverantwortlich für unsere Gesundheit ergreifen können. Sie zeigen
ihre Stärken vor allem in der Prävention, indem sie nachhaltig
verhindern, dass es überhaupt zu Herz-Kreislauf-Problemen kommt.
Und
die Schulmedizin? Sie weist - mit viel Berechtigung - darauf hin, dass
die erschreckende Zunahme der Gefäßerkrankungen eine Folge der
„schlechten Lebensweise“ einer „überzivilisierten Bevölkerung“
ist - damit sind wir gemeint -, wie Prof. Mehnert auf der schon
erwähnten Podiumsdiskussion in München feststellte. Mehnert
präzisierte, dass diese „schlechte Lebensweise“ von Bewegungsmangel,
Überernährung und Nikotinkonsum gekennzeichnet sei. Nun ist das eher
ein gesellschaftliches, also primär kein medizinisches Problem. Die
Mediziner haben sich allerdings intensiv mit den Folgen zu befassen,
und die sind in der Tat beunruhigend. Tragen doch
Bewegungsmangel, Fehlernährung und Rauchen wesentlich zu dem
monströsen Symptom-Mix bei, der heute als Metabolisches Syndrom bekannt
und gefürchtet ist:
Blutzuckerstörungen, Bluthochdruck, erhöhe
Cholesterinwerte, erhöhte Blutungsneigung sowie Übergewicht.
Alles bei einem Patienten! Auf der Münchner Veranstaltung wurde
berichtet, dass das Metabolische Syndrom mittlerweile bei 40 Prozent
der Bevölkerung auftritt. Das bedeutet u. a., dass wir allein in der
Bundesrepublik schon innerhalb der nächsten fünf Jahre allein mit 10
Millionen Diabetikern zu rechnen haben.
Bloße Appelle und
der Hinweis auf unsere „schlechte Lebensweise“ sowie die
Notwendigkeit von radikalen Verhaltensänderungen werden
allerdings wohl kaum dazu führen, dass der 60jährige Vorruheständler
mit Metabolischem Syndrom nun seine „letzte“ Zigarette ausdrückt,
hinfort auf das Rauchen ganz verzichtet, sich regelmäßig drei-
bis fünfmal in der Woche eine halbe Stunde der ärztlich empfohlenen
„aeroben Aktivität“ hingibt - also Sport betreibt - , und sich im
übrigen von drei bis fünf Portionen Obst- und Gemüse täglich ernährt,
wie es ihm die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt; all das,
um Gefäßerkrankungen vorzubeugen.
Wird es nicht wohl
eher bleiben, wie es ist? Werden wir nicht weiter auf
die immensen Kosten unseres Gesundheitssystems schimpfen? Und auch
weiter an den Symptomen herumkurieren? Bis vielleicht einmal der Tag
kommt, an dem wir die gesellschaftliche Brisanz der Situation
erkennen. Dann würden wir zum Beispiel damit beginnen, die Fächer
Lebenskunde, Gesundheitslehre Ernährungslehre, Kochen und den
Umgang mit Nahrungsmitteln in den Schulen einzuführen, damit die Kinder
ihr Wissen darüber nicht nur aus der Fernsehwerbung beziehen,
sondern ihren eigenen Erfahrungen vertrauen lernen.
Ein Quintett von Risiken5 Herz-
und Gefäßerkrankungen und Diabetes tauchen oft als zwei Seiten einer
Medaille auf. Wie Professor Eberhard Standl erläuterte, sterben
ungefähr 80 Prozent aller Diabetiker vorzeitig an
Durchblutungsstörungen des Herzens und des Gehirns (Münchner
Praxis-Projekt). Auf der anderen Seite zeigten Untersuchungen im Rahmen
der Euro Heart Survey, dass 70 Prozent der akuten Herzinfarktpatienten
Diabetes oder zumindest eine Vorstufe davon hatten. Diabetes ist
also zu einem Regelfall bei Herzpatienten geworden und muss von Anfang
an als Gefäßerkrankung gewertet werden. Das macht deutlich, dass es bei
dieser Krankheit nicht allein um den Blutzuckerwert geht.
Allerdings:
„Der Blutzuckerspiegel des Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatienten
bestimmt neben der eigentlichen Organtherapie die kurzfristigen und
mittelfristigen Lebensaussichten des Betroffenen.“ Doch warum treten
Diabetes und Gefäßkrankheiten so häufig gemeinsam auf? Die Schwankungen
des Blutzuckerspiegels führen zu Schädigung und Funktionsstörung der
Gefäßinnenwand. In der Folge bilden sich komplexe Ablagerungen, die
beim Diabetiker schnell zu einem Verschluss der Gefäße führen. Hinzu
kommen meist ein hoher Blutdruck, erhöhte Cholesterinwerte, erhöhte
Blutungsneigung sowie Übergewicht. Ein Quintett an Risikofaktoren, auch
Metabolisches Syndrom genannt, das mittlerweile bei 40 Prozent der
Bevölkerung auftritt.
Da sich die Risikofaktoren gegenseitig
bedingen, genügt es auch nicht, die Blutzuckerkonzentration zu senken.
Vielmehr müssen zur Vorbeugung von Folgeerkrankungen alle genannten
Werte normalisiert werden; Blutzucker, Blutfette und Blutdruck. Für die
Therapie bedeutet das, dass Herz-, Gefäß- und Diabetesspezialisten
gemeinsam gefordert sind. Wie Standl weiter ausführte, steigt die
Zahl der Betroffenen rasch an, so dass in Deutschland bis 2010 mit
ungefähr zehn Millionen Diabetikern zu rechnen ist. Insofern verstand
er seinen Vortrag auch als Plädoyer, die Anstrengungen zur Erforschung,
Verhinderung und Verbesserung der Therapie zu intensivieren.
5. Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 132, 11./12. Juni 2005
Gefäßschäden und das "Chronische Entzündungssyndrom" Die
von Medizinern beobachtete starke Zunahme entzündlicher Prozesse mit
chronischem Charakter (CIS - chronic inflammatory syndrome) wurde
auch in den Blutgefäßen nachgewiesen. Besonders geschädigt durch
diese entzündlichen Prozesse ist die Blutgefäßinnenwand (Endothel).
Bestimmte Indikatoren (Marker) im Blut erlauben genaue Rückschlüsse auf
die Wahrscheinlichkeit oder das Vorliegen von Entzündungen, die
Gefäßschäden hervorrufen können. Je früher diese ermittelt werden,
desto größer sind natürlich die Heilungschancen. Deshalb sollten Sie
bei Blutuntersuchungen darauf bestehen, dass diese Indikatoren - vor
allem Fibrinogen, C-reaktives Protein und Homocystein - ermittelt
werden. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie die Werte, die
„normalerweise erwartet werden“ unter der Rubrik Standard-Werte.
Die zum Schutz Ihrer Gesundheit anzustrebenden Werte sind in der
rechten Spalte unter „anzustrebende optimale Werte“ verzeichnet.
Indikatoren im Bluttest6
| Gemessene Substanz |
Standard-Werte |
Anzustrebende optimale Werte |
Fibrinogen C-reactives Protein Homocystein Glucose Cholesterin LDL-Cholesterin HDL-Cholesterin Triglyceride |
Bis zu 460 mg/dL Bis zu 4,9 mg/L Bis zu 15 micromol/L Bis zu 109 mg/dL Bis zu 199 mg/dL Bis zu 129 mg/dL Nicht unter 35 mg/dL Bis zu 199 mg/dL |
Unter 300 mg/dL Unter 2 mg/L Unter 7 micromol/L Unter 100 mg/dL 180 - 220 mg/dL Unter 100 mg/dL Über 50 mg/dL Unter 100 mg/dL | 6. Quelle: Life Extension Foundation
Fortsetzung hier: Durchblutungsstörungen Teil II


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