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Ausgabe 27 – 07/2004 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Die überlastete Leber als Ursache für CFS
• Medikamente als Vitalstoff-Räuber
Chronisches Müdigkeits-Syndrom – die überlastete Leber als mögliche Ursache  Dieser
Artikel befaßt sich mit der Müdigkeit, insbesondere der chronischen,
die als wichtiger körperlicher Hinweis beachtet werden sollte. Im
zweiten Teil beschäftigen wir uns mit Vitalstoff-Räubern in Form von
Medikamenten.

Die überlastete Leber als Ursache des chronischen Müdigkeits-Syndroms (CFS und Burn-out-Syndrom)
„Müdigkeit ist der Schmerz der Leber“, sagt der Volksmund. Wie
Recht er damit hat und wie Müdigkeit mit dem Leberstoffwechsel, der
Ernährung und Giften zu tun hat, soll hier einmal beleuchtet werden.
Wahr ist, dass Müdigkeit als Zeichen von Erschöpfung und als wichtiger
körperlicher Hinweis innezuhalten, verstanden werden soll. Auffällige
Müdigkeit mit Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen oder
Konzentrationsschwächen trotz ausreichendem Schlaf stellen eine
deutliche Einschränkung der Lebensqualität dar und verhindern, das
(Arbeits)-Leben aktiv und leistungsfähig zu gestalten.


Seit einigen Jahren kursiert neben dem Begriff „Chronisches
Müdigkeits-syndrom“ (original: „Chronic-Fatigue-Syndrom“, CFS) auch die
Bezeichnung „Burn-Out-Syndrom“. Lange war strittig, ob es sich eher um
eine psychische oder doch um eine körperliche Erkrankung handelt. Heute
ist klar, dass es sich keinesfalls um eine psychische, sondern
definitiv um ein körperliches Leiden handelt, welches, bei konsequenter
und richtiger Herangehensweise, stark gemildert und in den allermeisten
Fällen auch geheilt werden kann.

Folgende Merkmale kennzeichnen ein sich manifestierendes Burn-Out-Syndrom:
- generelle körperliche Erschöpfung, es findet keine Erholung mehr statt
- emotionale Erschöpfung, Interesselosigkeit
- niedrige Ansprüche an sich selbst
- negative Einstellungen, starke und schnelle Ermüdung bei Bewegung,
- Frustration, Hilflosigkeit und zunehmende Zurückgezogenheit (soziale Isolation)
- Wutanfälle, gerade gegenüber Schwächeren, Jähzorn
- man agiert nicht mehr, sondern reagiert nur noch
- permanente, starke Müdigkeit
- Arbeitsunfähigkeit
Es gibt unzählige Ursachen hartnäckiger und übertriebener
Müdigkeit, die in das Bild des „Burn-Out“ oder CF-Syndroms passen. Zwei
der häufigsten (neben Schlafmangel) wollen wir hier etwas eingehender
vorstellen, da sie häufig auch noch zusammen auftreten und sich
gegenseitig verstärken.

Ernährung und chronische Müdigkeit
Eine große Rolle bei dem Symptom „auffällig starke Müdigkeit“
spielt die Ernährung. Leicht verwertbare Kohlehydrate (Zucker), ein
Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und ein zuviel an
kurzfristig aufputschenden, langfristig aber ermüdenden „Energizern“
(Kaffee, Cola) spielen in der Kombination ein unseliges Spiel.
Leicht verwertbare Kohlehydrate:
Durch die Zufuhr von leicht verwertbaren Kohlehydraten (in Form von
Weißmehlprodukten, Zucker, also Lebensmitteln mit hohem glykämischen
Index {s. Liste}) kommt es zu einem steilen Anstieg des
Blutzuckerspiegels. Dieser führt zum einem natürlich zu sofort/
kurzfristig verfügbarer Energie, andererseits aber auch zu einer stark
ansteigenden Insulinausschüttung unter hoher Belastung der
Bauchspeicheldrüse. In der Folge sinkt – weil es sich eben gerade
um kurzfristig verfügbare Energie handelt – der Blutzuckerspiegel stark
ab, weil a) die Kohlehydrate verwertet sind und b) die
Insulinausschüttung wirkt. Das erneute Bedürfnis nach „Süßigkeiten“
entsteht, weil der rasche Energieabfall wichtige Organe
(hauptsächlich das Gehirn) zu schwächen droht. Man schwankt also
ständig zwischen Zuständen der „Überversorgung“, die durch Insulin
reguliert werden müssen und Zuständen der Unterzuckerung
(Hypoglykämie), die sich durch Müdigkeit, Kopfschmerz,
Unkonzentriertheit, Zittern und allgemeiner Schwäche zeigt. Bedingt
durch dieses Auf-und-Ab und der dadurch so starken Belastung der Organe
wie Bauchspeicheldrüse und Leber (die ja die überschüssige Energie
verstoffwechselt und dann wohldosiert an den Körper abgeben soll) kommt
es zu Funktionsstörungen. Ähnlich wie bei einer Batterie kann der
Vorgang des Auf- und Entladens nur dann langfristig funktionieren, wenn
es nicht zu ständigen Spitzen zwischen „Speichern“ und „Abgeben“ kommt.
Die so hervorgerufene Leberschwächung ist ein Einstieg in das
Burn-Out-Syndrom.
Weitere Folgen dieser Ernähungsweise:
Menschen mit psychischen Vorerkrankungen können eine Verschlechterung
Ihrer Symptome erleben, gerade Angstzustände und Phobien werden
durch hypoglykämische Zustände mit ausgelöst. Weitere
mögliche Folgen dieser Fehlernährung sind – neben oben genannten
Symptomen - Bauchspeicheldrüsenerkrankungen und – langfristig –
Diabetes mit schlimmstenfalls beginnender Insulinresistenz.
Neben einer Umstellung der Ernähungsgewohnheiten auf Lebensmittel mit
niedrigem glykämischen Index (s. Liste), verteilt auf mehrere kleine
Mahlzeiten pro Tag und ausreichend Bewegung sind folgende Nährstoffe
besonders zu empfehlen:
Eine Grundversorgung mit mindestens 200 mcg Chrom, mindestens 25 mg
Zink und 100 mcg Selen sowie ausreichend Vitamin C. Ein hochdosierter
Vitamin B-Komplex. Ein Fettsäurenkomplex mit EPA, DHA (Fischöl) und GLA
(Borretsch- bzw. Nachtkerzenöl). Bei Schädigung der
Bauchspeicheldrüse - zumindest vorübergehend – Verdauungsenzyme
wie Amylase und Protease, ggf. Pankreatin.

Lebensmittel und ihr glykämischer Index
Hoher Index
Baguette
Mais
Cornflakes
Kartoffeln
Reis
Laugenbrezeln
Pommes Frites
Bananen
Rosinen
Chips
Fettarme Eiskreme
Hirse
Aprikose
Lebensmittel mit hohem glykämischen Index kann der Körper besser und
schadloser verarbeiten, wenn in der Gesamtmahlzeit das Gleichgewicht an
Kohlehydraten (40%), Fetten und Eiweiß (je 30%) eingehalten wird.
| Niedriger Index Roggenbrot
Sauerteigbrot Haferschleim
Tomatensuppe
Apfel
Birne
Kirschen
Erdnüsse
Grüne Bohnen
Joghurt Fettreiche Eiskreme
Linsen
Pfirsich
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Ein Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren:
Eine weitere ernährungsbedingte Mit-Ursache für das Burn-Out-Syndrom
ist der Mangel an essentiellen Fettsäuren. Hier ist der Zusammenhang so
unglaublich tief im Stoffwechsel des Menschen verankert, dass jeder
davon wissen muss. Der Körper produziert Eicosanoide. Eicosanoide sind
die „Superhormone“ des Körpers und werden von jeder lebenden
Körperzelle produziert. Sie kontrollieren ALLE Hormonsysteme des
Körpers und praktisch jede physiologische Vitalfunktion! Zu den
Eicosanoiden gehören bspw. die Prostaglandine, die Leukotriene, die
Thrombaxane und viele weitere. Allen ist gemein, dass sie in richtiger
Menge am richtigen Ort für Vitalität sorgen, allerdings in
falscher Menge oder am falschen Ort für ernsthafte
Gesundheitsschäden verantwortlich sind. Die Kontrolle der körpereigenen
Produktion von Eicosanoiden ist also ein wesentlicher Faktor zu
Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
Durch die Nahrung zugeführte Fettsäuren stellen die Hauptquelle zur
Herstellung von Eicosanoiden dar. Aus der Nahrung nehmen wir
Fettsäuren, meist Linolsäure auf. Diese Fettsäure wird im Körper durch
ein Enzym (Delta-6-Desaturase) in Gamma-Linolensäure (GLA)
umgewandelt. GLA (eine sogenannte „aktivierte“ essentielle Fettsäure)
ist die Quelle, aus der Eicosanoide hergestellt werden.
Folgende kritische Phasen gibt es, in der der Körper nicht in der Lage
ist, Linolsäure in GLA umzuwandeln, da das Enzym Delta-6-Desaturase
fehlt oder zu wenig vorhanden ist:
- Die ersten 6 Monate nach der Geburt – deshalb ist Muttermilch die reichste Quelle an GLA.
- Durch den Alterungsprozess (ab dem 30. Lebensjahr) verringert sich die Aktivität des Enzyms.
- Virusinfektionen verringern die Aktivität des Enzyms.
- Diäten (vor allem solche, die reich an Kohlehydraten sind) verlangsamen die Delta-6-Desaturase-Tätigkeit.
- Die Folge: durch weniger GLA verlangsamt sich die Eicosanoid-Produktion.
- Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin hemmen Delta-6 und stehen so langfristiger Gesundheit im Wege.
Im Falle des Burn-Out-Syndroms sind es die ernährungsbedingten
Blockaden des Enzyms Delta-6-Desaturase oder das durch die
kohlehydratreiche Ernährung bedingte Ungleichgewicht der Eicosanoide.
Eicosanoide werden ja durch Glukagon und Insulin kontrolliert, ein
ständiges zuviel an Insulin im Blut – wie es bei kohlehydratreicher
Nahrung unumgänglich ist – führt zu einem Ungleichgewicht an
Eicosanoiden und damit zur Schwächung des gesamten Organismus bis hin
zu Autoimmun- oder den Zivilisa-tionserkrankungen.
Vermeiden Sie also eine zeitlang alles, was die körpereigene
Eicosanoid-Produktion gefährdet. Ernähren sie sich von mehreren
Mahlzeiten am Tag (mind. 5), die jeweils ein ausgewogenes Verhältnis
von Kohlehydraten (40%) Fett (30%) und Eiweiss (30%) und meiden sie
gehärtete Fette. Achten Sie auch bei den Zwischenmahlzeiten darauf,
dass diese nicht nur aus Kohlehydraten bestehen. Als Nahrungsergänzung
bietet sich neben der Grundversorgung unbedingt die Einnahme von
Fischöl mit hohen EPA / DHA Anteilen, auch die direkte Einnahme von GLA
aus Borretschsamenöl oder Nachtkerzenöl an, gerade, wenn durch Alter
oder Fehlernährung bzw. Krankheit wahrscheinlich das Enzym Delta-6-
Desaturase gehemmt ist.

„Energizer“ und ihre wahre Wirkung
Im Alltag spielen, gerade für Menschen die sich chronisch müde fühlen,
vermeintlich mild aufputschende Substanzen, meist Koffein, auf Dauer
eine große Rolle. Hier ist die Macht der Gewohnheit (morgens trinke ich
immer 2 Tassen Kaffee...) und in der Folge die körperliche Abhängigkeit
der ärgste Feind, beim Versuch den Konsum einzuschränken. Koffein wird
in der Leber abgebaut. Dies funktioniert normalerweise zuverlässig und
über Jahre ohne nennenswerte Beschwerden, wenn aber die Menge immer
weiter angehoben wird (4 und mehr Tassen Kaffee am Tag), wird die Leber
überlastet. Das Symptom für eine überlastete Leber kennen wir alle –
Müdigkeit. So beginnt sich der Kreislauf zu drehen, Müdigkeit wird
kompensiert mit Koffein und leicht verdaulichen Kohlehydraten, eine
Verbindung, die auf Dauer zu ernsthaften Befindlichkeitsstörungen
führt. Besonders verheerend in diesem Zusammenhang wirken natürlich
Cola-Getränke, da sie bereits eine hohe Menge an Kohlehydraten in Form
von Zucker enthalten und somit auch noch die Bauchspeicheldrüse
überlasten und damit für Blutzuckerschwankungen mit den beschriebenen
Folgen verantwortlich sind.
Ein zu schnelles Absetzen bei langjähriger Gewöhnung führt zu
Entzugserscheinungen. Deshalb beginnen Sie mit Reduzierung und
bewusstem Ausschleichen über mehrere Wochen. Ganz wichtig ist es auch,
viel Wasser zu trinken, um Nieren und Leber zu entlasten und mit
entsprechenden Mineralstoffen die Ausschwemmung (Kaffee wirkt
dehydrierend) zu kompensieren.
Wenn Sie zu alter Schaffenskraft zurückgefunden haben, sind ein bis
zwei Tassen Kaffee auch in Zukunft wieder erlaubt. Nur der allzu hohe
und regelmäßige Konsum von Koffein belastet, ansonsten kann ein
gesunder Körper durchaus den ein oder anderen Schluck vertragen.
Solange man allerdings unter chronischer Müdigkeit leidet, sollten alle
leberbelastenden Stoffe strikt gemieden bzw. nach und nach
ausgeschlichen werden.
Aus pflanzenheilkundlicher Sicht kommt in erster Linie das
leberstärkende Präparat Mariendistel in Frage. Die kurweise Einnahme
regt die Bildung neuer Leberzellen an und hilft bei der Entgiftung und
Entschlackung bereits beschädigten Gewebes. Aus orthomolekularer Sicht
wird die Leberstoffwechsel anregende Aminosäure L-Carnitin (500 mg auf
nüchternen Magen) und, da in der traditionellen chinesischen Medizin
Leber und Herz eine Achse bilden, Co-Enzym Q 10 in einer Dosierung von
30–100 mg empfohlen. Des weiteren ist Q 10 das Energie-Enzym und allein
aufgrund seiner vielfältigen Aufgaben im Organismus bei allen Arten von
chronischen Erkrankungen angezeigt.

Virale Belastungen als Ursache für chronische Müdigkeit
Eine zweite, ganz wesentliche Ursache für chronische Müdigkeit ist die
Belastung mit einem stark energieverbrauchendem Virus. Jeder Mensch ist
mit verschiedensten Viren infiziert, die –unter normalen Umständen- vom
Immunsystem in einer Art „Parkposition“ gehalten werden können. Eine
Schwä-chung des Immunsystems durch eine akute Infektion,
Umwelteinflüsse, Stress oder schlechte Ernährung mit Mängeln in der
Nährstoffversorgung können solche Viren aktivieren und latente
Beschwerden auslösen, die nur sehr schwer zu lokalisieren sind. In den
allermeisten Fällen ist es der Eppstein-Barr-oder ein Herpes-Virus, der
die Schwächung hervorruft. Der Eppstein-Barr-Virus ist besonders
ausdauernd und heimtückisch, er tritt (allerdings meist mit großem
zeitlichen Abstand) nach Infektionen mit dem Pfeiffrischen Drüsenfieber
auf. Ärzte können Eppstein-Barr-Infektionen nachweisen und so
wenigstens die Ursache eindeutig identifizieren.
Bei solch stark energieraubenden viralen Infekten muss dann in erster
Linie natürlich das körpereigene Immunsystem gestärkt und der
Virus ausgeleitet oder doch wenigstens gehemmt werden. Hilfreich sind
pflanzliche Heilmittel, die auch gegen Viren wirksam sind, wie z.B.
Olivenblatt-Extrakt, asiatische Pilzextrakte (Shiitake, Maitake,
Reishi) oder auch unser heimischer Knoblauch. Gleichzeitig muss auch
der Grund der Schwächung, der das Virus aus der „Parkposition“ geweckt
hat, ursächlich abgestellt werden. Dies sind neben genannten und
nötigen Ernährungs- und/oder Verhaltensänderungen eben auch etwaige
Schwermetallbelastungen (Amalgan, Aluminium) oder Vergiftungen durch
Wohngifte wie Lösungsmittel oder Schimmelpilze.

Die erfolgreiche Bekämpfung des chronischen Müdigkeitssyndroms:
Häufig finden sich bei Menschen, die unter chronischer Müdigkeit leiden
gleich mehrere Ursachen: Es gibt eine Belastung mit Eppstein-Barr,
diese wird aktiviert durch Mangelernährung, Stress und Genussgifte wie
Kaffee, Rauchen oder Alkohol, die die Leber einfach überfordert.
Bedingt durch Fehlernährung ist dann auch der Eicosanoid-Stoffwechsel
gehemmt, was das Risiko chronischer Krankheiten und Immunschwäche noch
zusätzlich fördert. Folglich steht zuerst die Analyse des Ist-Zustandes
und die Bestimmung der wahrscheinlichsten Ursachen der Symptome. Danach
folgt die Umstellung – soweit nötig – der Ernährungsgewohnheiten und
die Ergänzung der Nahrung mit speziellen Nährstoffen wie oben
aufgeführt. Ist auch eine Virus-Belastung wahrscheinliche
Mit-Ursache der Beschwerden sollte unbedingt neben den genannten
virushemmenden Pflanzenextrakten auch der stark
immunsystemstimulierende Lärchen-Extrakt (Wirkstoff: Arabinogalactan)
zur Anwendung kommen. Dann steht einer raschen Rückkehr in ein
aktives und gesundes Leben nichts mehr im Wege.


Weiteres Thema in dieser Ausgabe:
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