Dieser
Artikel befaßt sich mit den Ursachen und Folgen der krankmachenden
Wirkung von Darmpilzen. Außerdem wird die Darstellung des populären
Vitamin E in den Massenmedien begutachtet.
Candida albicans Mitte
der achtziger Jahre wurden in einer regelrechten Welle – meist
naturheilkundlich ausgerichtete - Ärzte auf eine mögliche Ursache
vieler chronischer Krankheiten und unspezifischer Symptome aufmerksam:
Den Darmpilz. Es folgte eine Zeit der kontroversen Diskussion über die
Gefährdung durch Darmpilze, namentlich der Art „candida albicans“, die
von einigen als „Ursache für alle chronischen Leiden“ und von anderen
als a) „nicht existent“ oder b) „völlig harmlos“ bis hin zu c)
„nützlich“ charakterisiert wurde.
Info zum Thema:
Nicht zuletzt durch den Leidensdruck
tausender Betroffener ist eine Darmpilzinfektion heute kein Buch mit 7
Siegeln mehr. Trotzdem wird diese viel zu selten diagnostiziert, d. h.
viele Menschen durchlaufen erst einen immensen Leidensweg, bevor die
richtige Diagnose gestellt wird und somit die richtige Behandlung
beginnen kann. Ein sich ausbreitender Candida albicans kann die Ursache
so vieler verschiedener Symptome sein, dass Arzt und Patient regelrecht
verzweifeln. Sicher ist, dass Blähungen und Verdauungsbeschwerden zu
Anfang der Infektion die häufigste Begleitung sind. In späteren Phasen
finden sich gichtähnliche Muskel- und Gelenkschmerzen, auffällige
Leberwerte, Müdigkeit und starke Konzentrationsschwächen genauso wie
Schwindel, Heißhunger auf Süsses, Kurzatmigkeit und ständig
wiederkehrende Erkältungskrankheiten. Da schwere Mykosen (Überwucherung
des Körpers mit Pilzen) auf dem Vormarsch sind, sollte jeder die
typischen Beschwerden kennen und auch die Möglichkeiten, dieser Geißel
zu begegnen.
In der Mikrobiologie werden drei Arten von krankmachenden Pilzen unterschieden: Schimmelpilze: Z. B. Aspergillus niger, der durch das Einatmen von Pilzsporen für den Menschen gefährlich werden kann.
Dermatophyten:
Eine Gruppe von Pilzen, die sich auf der Haut oder den Fingernägeln
ansiedeln kann und dort vom vergleichsweise harmlosen Fußpilz bis
hin zu hautzerstörenden Erkrankungen entwickeln kann.
Hefen:
Jede Hefe ist letztlich ein Pilz (wobei nicht jeder Pilz eine Hefe
ist). Der Begriff „Hefen“ wird übersetzt mit Candida. Deshalb spricht
der Fachmann auch immer von einer „Candida albicans“ oder „Candida
krusei“ Infektion, fügt also die genaue Bezeichnung welcher Hefepilz
gefunden wurde, an.
Hefepilze gelten meist als ungeliebte,
aber auch ungefährliche Mitbewohner im menschlichen Darm. Die meisten
Arten sterben relativ schnell wieder ab, da die Immunabwehr des
Menschen gelernt hat, schädliche Pilze zu identifizieren und zu
zerstören. Eine Besiedelung des Dünndarms mit der Art Candida-Albicans
ist häufig und bei intakter Immunabwehr auch keine allzu große Gefahr.
Hefepilze werden im Darm auch durch die natürliche Besiedelung mit
Darmbakterien (Acidophilus u.a.) an ungebremstem Wachstum gehindert und
in verträglicher Population gehalten. Durch den teilweise etwas zu
sorglosen Umgang mit hochwirksamen Antibiotika und den Verzicht auf
einen nach der Antibiotika-Einnahme eigentlich obligatorischen
Darmaufbau mit darmmilieu-freundlichen Bakterien hat sich die Situation
allerdings deutlich verändert. Darmpilze können in einem
immungeschwächten Körper häufig jahrzehntelang wuchern und das Leben
für die Betroffenen durch eine Vielzahl von Leiden und stark
belastender Einschränkungen in ein wahres Martyrium verwandeln.
Infektionsquellen Hefepilze
kommen nicht frei in der Natur vor. Im Gegensatz zu Schimmelpilzen und
Dermatophyten ist der Candidapilz auf einen lebenden Wirt
angewiesen, der selbst gar nicht spürbar unter der Infektion
leiden muss. Speziell der Hefepilz wird meist von Mensch zu Mensch,
(Schmierinfektionen, Küssen, Geschlechtsverkehr), aber auch von Tieren
(Hunde, Katzen, Pferde, Hühner...) auf den Menschen übertragen. Bei
immer wiederkehrenden Infektionen sollte also auch der Partner
untersucht und ggf. behandelt werden, um ein ständiges untereinander
Infizieren zu verhindern.
Optimale Bedingungen Der
Candida-Pilz mag es feucht, warm und dunkel; er gedeiht prächtig bei
regelmäßiger Nahrungszufuhr – vornehmlich Kohlehydrate, Zucker,
Calcium, Zink. Deshalb beginnt der Pilz seine Herrschaft meist im
Dünndarm, wo er, praktisch an der Quelle – noch bevor der menschliche
Organismus die Nährstoffe aus der Nahrung gewinnt alle die für ihn
lebensnotwendigen Stoffe abgreift. Durch diesen Entzug
lebensnotwendiger Nährstoffe (Calcium, Zink) wird der Körper
langfristig geschwächt; die Leistung des Immunsystems sinkt, der Pilz
kann sich zunehmend weiter ausbreiten, unklare Symptome wie Blähungen,
verändertes Stuhlverhalten, Schwächegefühl und Müdigkeit nehmen zu. In
einer späten und seltenen, aber sehr gefährlichen Phase der
Pilzerkrankung können Blase, Nieren, Bronchien, Lunge, Herzklappen, die
Geschlechtsorgane und die Augen von Pilzzellen befallen sein und zu
ernsthafter Gefährdung führen. Pilze können sich unheimlich rasch
vermehren. Unter optimalen Bedingungen kann sich die Anzahl von
Pilzzellen im Dünndarm innerhalb von 20 Minuten verdoppeln.
Der Hefepilz verteidigt sich Um
sich vor den Angriffen des Immunsystems, aber auch vor Bakterien oder
Viren zu schützen produzieren die Pilze ihr eigenes Gift, sogenannte
Mykotoxine. (Mykotoxine werden alle Gifte genannt, die ein Pilz
produziert.) Hefen z.B. vergären Kohlehydrate, es entsteht das wohl
bekannteste Gift: Alkohol. Der Alkohol zerstört die Bakterien und
Viren, die den Hefen selbst gefährlich werden könnten – so schützt sich
der Pilz gegen seine Feinde. Krankmachende Hefepilze im Darm bilden als
Gift zusätzlich das sogenannte Canditoxin – ein Gift, das den
Organismus Schritt für Schritt schwächt und so die Ausbreitung weiterer
Pilze fördert. Canditoxin hemmt die körpereigene Produktion der
T-Lymphozyten, wodurch in der Folge immer mehr
Sekundärinfektionen den Patienten schwächen.
Wichtige Symptome der Candidasis Es
gibt unglaublich viele Symptome, die verschwinden, wenn eine komplette
und erfolgreiche Candida-Behandlung abgeschlossen ist. Dennoch kann im
Umkehrschluss nicht jedes Symptom als Kennzeichen für eine akute
Hefepilzinfektion gedeutet werden. Sicherheit und Aufschluss kann nur
eine korrekt durchgeführte Stuhlanalyse bringen.
Blähbauch Das
bekannteste und meist auch erste Symptom ist der Blähbauch.
Häufig nach dem Genuss von stark zuckerhaltigen Speisen (Kuchen,
Schokolade etc.) wölbt sich der Bauch unnormal nach vorne. Dies
geschieht durch Vergärung der Kohlehydrate durch Hefen (Pilze), wobei
große Mengen Gas entstehen. Damit einher gehen meist
Verdauungsprobleme, die sich – ein Kennzeichen der biologischen
Individualität – entweder in häufigen Durchfällen oder auch als
Verstopfung zeigen. Ursächlich hierfür zeichnet der Hefepilz durch
seine Fähigkeit, die wichtigen Darmbakterien nach und nach so zu
verdrängen, dass sie ihrer Verdauungsarbeit nicht mehr nachkommen
können. Weitere Probleme entstehen. Deshalb ist für den
Betroffenen auch eine Stärkung der Darmflora durch die Zuführung von
hochwirksamen Acidophilus-Mischungen so hilfreich, da diese Bakterien
auch Hefepilze angreifen und das Darmmilieu so gesund erhalten.
Kurzatmigkeit und Herzbeschwerden Breitet
sich die Candidiasis weiter aus, kommen Kurzatmigkeit und
Herzbeschwerden dazu. Der Darm kann sich nämlich so mit den
Gärungsgasen füllen, dass er das Zwerchfell nach oben drückt und damit
wichtigen Raum für Lunge und Herz raubt. Dies führt zu den genannten
Beschwerden, die unangenehmerweise meist nachts oder unter leichter
Belastung auftreten.
Ernährungsverhalten als Symptom einer Hefepilzinfektion Ebenfalls
sehr häufig und auffällig sind die Ernährungsgewohnheiten der von
Pilzen geplagten. Durch das ständige Abgreifen von Zucker und
Kohlehydraten durch den Candida-Pilz fühlen sich die meisten
Betroffenen ständig unterzuckert – mit allen dazugehörenden Symptomen
wie akute Schwäche, starker Müdigkeit, Reizbarkeit und
Konzentrationsschwächen. Gelegentlich treten dann auch Sehstörungen
(schwarz vor Augen, Flimmern), Muskelzittern und eben - als vom Körper
geforderte Lösung - Heißhunger auf Süßes (Schokolade, Eis) bzw. leicht
verwertbare Kohlehydrate, wie Weißbrot oder Nudeln, auf. Durch diese
Ernährungsweise kommt es langfristig auch zu einer Gewichtszunahme, die
sich jeder Art von Diät widersetzt.
Erhöhte Leber-/Cholesterin-Werte Kritischer
– aber daher auch ein sicheres Zeichen – sind krankhaft erhöhte
Leberwerte. Diese entstehen, genau wie die Gase - durch die Vergärung
von Kohlehydraten und Zucker durch die Hefen. Häufig entstehen bei
diesem Prozess die sogenannten Fuselalkohole, die besonders belastend
für Körper und Leber sind. Hier spielt auch die Zeitachse wieder eine
sehr große Rolle: Liegt die Infektion schon Jahre zurück und quält sich
der Betroffene schon sehr lange mit diffusen Beschwerden ohne je einen
hilfebringenden Befund zu erhalten, wird auch hier das Gesamtbild durch
die ständige und zunehmende Belastung der Leber immer schlechter. Die
Leberwerte steigen, Müdigkeit, Lustlosigkeit, Schwäche und
Unverträglichkeiten nehmen zu. Auch kann es zu Fehlfunktionen der
Leber kommen, so finden sich z. B. bei einigen Candida-Betroffenen hohe
Cholesterinwerte, die sich nach Eliminierung des Befalls wieder
normalisieren.
Pilzbefall im Genitalbereich Hat
der Pilz den Darm komplett besiedelt und ist aber (noch) nicht durch
die Darmschleimhäute in andere Organe gewandert, befällt er häufig den
Genitalbereich. Chronische bzw. ständig wiederkehrende Entzündungen der
Blase oder Scheide sind die Folge. Wird dann noch – da sich die
Symptome ähneln – die Pilzinfektion der Blase als Blasenentzündung
diagnostiziert und mit Antibiotika behandelt, leistet man dem Pilz noch
Vorschub. Auch ist bei einer Scheidenpilz- oder Blaseninfektion mit
Pilzen auch immer der Darm mit zu behandeln. Gerade bei Frauen ist rein
physiologisch der Übertragungsweg sehr kurz und die Gefahr der
ständigen Re-Infektion durch Darmpilze hoch.
Gelenk- und Muskelschmerzen Ein
weiteres Zeichen für einen deutlichen Befall mit Darmpilzen sind
Gelenk-und Muskelschmerzen. Der Mechanismus, warum diese
Schmerzen auftreten ist noch nicht sicher geklärt. Vermutet wird, dass
die Stoffwechselprodukte der Pilze sich ablagern oder aber eine Art
allergische Reaktion die Gelenke schmerzen lässt. Häufig wird in diesen
Fällen eine Behandlung gegen Gicht eingeleitet, die dann erfolglos
bleibt.
Erkältungen Ständige Erkältungen,
verstopfte Nase und Mittelohrentzündungen sind ebenfalls Anzeichen,
die, wenn keine andere Ursache gefunden wird, gerade bei Kindern ein
Hinweis auf eine mögliche Candida-Infektion sein können. Die Ursache
hierfür ist einleuchtend: Der Darmpilz, der ja hauptsächlich auf der
Darmschleimhaut nistet, reizt diese permanent. Dieser Zustand überträgt
sich auf die anderen Schleimhäute im Körper, so dass nach und nach
diese wichtigen Barrieren gegen schädliche Eindringlinge austrocknen,
durchlässiger werden und immer weniger Schutz bieten können. Auch die
so schmerzhaften Mittelohrentzündungen haben in diesem Fall als Ursache
eine gereizte und dadurch u. U. geschwollene Schleimhaut. Hält die
Schwellung an, verschließt sich der Durchgang vom Mittelohr zum Rachen.
In dem dadurch entstehenden Hohlraum finden Bakterien optimale
Bedingungen, die Entzündung beginnt. Die häufigste Folge: Antibiotika!
Was kann man tun? Zum
Glück gibt es einige Medikamente, die hochwirksam sind und einen
überbordenden Pilzbefall unter Kontrolle bekommen. So wird – bei einer
Candidiasis, die bereits Organe befallen hat (systemische Candidiasis)
– der Arzt häufig zu Fluconazol greifen. Dieses Mittel ist sehr stark
und birgt auch ein gewisses Risiko an Nebenwirkungen, wird also nicht
in leichten Fällen oder zur Vorsorge verabreicht werden.
Entscheidend ist die Kenntnis der genauen Hefepilzart, da nur dann das
richtige Mittel verabreicht werden kann. Sind „nur“ die Schleimhäute
betroffen, kommt auch aus schulmedizinischer Sicht Nystatin in Frage.
Eine systemische Candidiasis kann damit nicht behandelt werden, da
Nystatin nicht verstoffwechselt wird und somit die Wirkung auf die
Darmschleimhaut begrenzt bleibt. Nystatin gibt es auch zur äußeren
Anwendung.
Zuerst steht allerdings die richtige Diagnose. Die
oben aufgeführten Symptome können alle auf einen Hefepilzbefall
hinweisen, Sicherheit erhält man jedoch nur durch eine korrekt
durchgeführte Stuhluntersuchung. Allerdings gibt es hier noch große
Unsicherheiten und Unterschiede in der Interpretation der Ergebnisse.
Viele Ärzte/Labore verwenden die Anzahl der gefundenen Pilze, um
Rückschlüsse auf die Schwere der Infektion zu ziehen. Dies ist, bei
genauer Betrachtung der Sachlage, nicht immer richtig. Ein Mensch, der
zwar eine relativ geringe Anzahl an Pilzen im Stuhl hat, aber dennoch
unter mannigfaltigen Symptomen leidet, für die es keine Er-klärung
gibt, sollte auf jeden Fall eine Antipilzkur durchführen. Auch ist es
durchaus vonnöten, mehrere Stuhlanalysen, ggf. kombiniert mit
Blutuntersuchungen, durchzuführen, um Sicherheit zu erlangen. Denn
selbst bei schwer Infizierten kann es zu negativen Stuhlproben kommen,
da die Pilze immer in „Nestern“ im Stuhl zu finden sind und man so u.
U. gerade eine Probe entnimmt, die keine Pilzzellen enthält.
Lebensbedrohung durch Candida albicans Noch
unterschätzt ist die Bedrohung, die für chronisch Kranke, Unfallopfer
und Menschen mit starker Immunschwäche besteht. Durch die
Geschwindigkeit, mit der Pilze sich ausbreiten können, besteht für
diese Menschen in einer Krise akute Gefahr, wenn Sie infiziert sind.
Wie das „Deutsche Ärzteblatt“ im Mai 2004 veröffentlichte, sind
Pilzinfektionen in USA bei Hochrisikopatienten die Ursache jeder 4.
lebensgefährlichen Sepsis (Blutvergiftung). Aus USA stammt auch die
Meldung, dass bei 75% der Menschen, die im Krankenhaus an einer
Blutvergiftung gestorben sind und die anschließend obduziert wurden, in
Wahrheit Pilze die Ursache der tödlichen Sepsis waren. Von vielen
Medizinern wird das Thema im Bereich der Intensivmedizin nun endlich
sehr ernst genommen, da der Verlauf einer Blutvergiftung, die durch
Pilze entsteht, viel schwerer zu kontrollieren ist, als der, einer
durch Bakterien verursachten Sepsis.
Naturheilkundlich orientierte Behandlung Liegt
eine Infektion mit Candida albicans vor, ist eine genaue Betrachtung
der Ernährung unausweichlich. Schnell-lösliche Kohlehydrate aus
Weißmehl und Zucker sollten zugunsten von Vollkornprodukten,
Ballaststoffen und Kohleydraten aus frischem Obst und Gemüse ersetzt
werden. Ein kompletter Verzicht auf Zucker wird heute nicht mehr
geraten, da bei zu wenig Nahrung der Pilz aktiver wird und
versucht, sich durch die Darmwand zu bohren, um an den Blutgefäßen
anzudocken und sich von dem im Blut gelösten Zucker zu ernähren. Dies
geschieht auch, wenn die Pilzpopulation zu groß wird! Die
Ernährungsumstellung sollte zusammen mit dem Beginn der folgenden
Behandlung fallen:
Stärkung des Immunsystems
Abbau von Mangelzuständen
Aufbau einer gesunden Darmflora
Gezielte Angriffe gegen die Pilze
Immunsystem Zur
gezielten Stärkung des Immunsystems bieten sich verschiedene Ansätze
an. Neben der bereits angesprochenen Ernährungsumstellung, regelmäßiger
Ergänzung mit einer Grundversorgung, ausreichend Bewegung und
ausreichend Ruhepausen können auch gezielt Präparate zur Stimulierung
eingenommen werden. Wichtig ist es, Ergänzungen zu bevorzugen, die
speziell die T-Lymphozyten aktivieren, wie es z. B.
Thymus-Präparate oder das relativ neue amerikanische Präparat "NK-Cells" vermögen.
Abbau von Mangelzuständen Ergänzend
zur Grundversorgung sollten zumindest kurweise die Substanzen erhöht
eingenommen werden, die der Candida-albicans in besonders hohem
Maße raubt: Zink, Calcium und Chrom. Gerade durch den bei
Candida-Patienten auftretenden Zinkmangel wird das Immunsystem
besonders geschwächt.
Aufbau einer gesunden Darmflora Die
Darmflora, die aus den verschiedensten Bakterienstämmen besteht, ist
der natürliche Feind der Pilze. Ist die Darmflora intakt, vermag der
Hefepilz es nicht, sich ungehemmt zu vermehren. Ist die
natürliche Besiedelung des Darms allerdings nachhaltig gestört (sehr
einseitige Ernährung, chronische Krankheiten, ein- oder gar
mehrfacher Antibiotika-Gebrauch), kann eine Candida-Infektion zu
wachsen und wuchern beginnen und anschließend den Platz für die
Darmbakterien versperren. Es gibt hervorragende Präparate, die die
wichtigsten Darmbakterien enthalten, um eine kräftige Darmflora wieder
herzustellen oder zu erhalten. Als be-sonders herausragend ist in
diesem Zusammenhang das Präparat MultiDophilus des amerikanischen
Herstellers Solaray zu nennen, in dem nicht weniger als 12 verschiedene
Bakterienstämme auf ihren Einsatz im Dünndarm warten. Die Kapsel ist
magensaft-resistent beschichtet.
Gezielte Angriffe gegen die Pilze Um
den Candida-albicans konkret anzugreifen, kommt Caprylsäure in Frage.
Unter normalen Umständen bilden die Darmbakterien genügend Caprylsäure,
um ein Ausbreiten der Infektion zu verhindern. Sind allerdings die
Gleichgewichte gestört, sollte man Caprylsäure (eine kurzkettige,
gesättigte Fettsäure) über mehrere Wochen gleichzeitig mit einer
Darmaufbaukur (Multidophilus) einnehmen. Caprylsäure wird nicht – wie
viele andere Darmpilzpräparate – aus Schimmelpilzen gewonnen.
Schimmelpilze werden von einigen Betroffenen nicht mehr vertragen, da
das Immunsystem bereits so geschädigt ist, dass es nicht mehr zwischen
harmlos/hilfreich und gefährlich unterscheiden kann. Ist es nicht klar,
welche Candida-Art sich eingenistet hat, hilft die etwas „globalere“
Nährstoff-Mischung Yeast-Cleanse, einer ganzen Reihe von Hefepilzen den
Garaus zu machen. Alternativ oder zusätzlich dazu (je nach Schwere)
bietet es sich an, eine mindestens 8-wöchige Kur mit
Olivenblatt-Extrakt durchzuführen. Bei zusätzlichem Befall der Haut
können gute Erfolge mit „ozonisiertem Olivenöl“ verzeichnet werden, so
dass aus dem Bereich der natürlichen und orthomolekularen
(körpereigenen) Nährstoffe probate Hilfe gegen Candida-Befall gefunden
werden kann.
Die Gefahr, die von Darmpilzen ausgehen kann, darf
nicht unter- aber auch nicht überschätzt werden. Der gesunde Körper
kann eine Candida-Infektion sehr gut unter Kontrolle halten, ohne dass
es zu chronischen Beschwerden kommt. Dennoch sollte man bei begründetem
Verdacht mit den beschriebenen Mitteln versuchen, candida-frei zu
werden. Gerade die körpereigene Caprylsäure bietet sich als Mittel der
Wahl, da es den Organismus nicht belastet, nicht selbst aus
Schimmelpilzen gewonnen wird (Allergierisiko) und zuverlässig Pilze,
die im Darm wuchern entfernen kann. Baut man dann noch paralell dazu
seine Darmflora neu auf, kann der Körper sich gegen neue Infektionen
schützen und das Immunsystem kann wieder mit voller Schlagkraft
operieren. Verzichtet man trotz eindeutiger Signale auf konkrete
Maßnahmen, läuft man Gefahr, dass nach einer vielleicht notwendigen
Antibiotika-Behandlung oder anders gearteten Schwächung, die Pilze
überhand nehmen und eine deutliche Herabsetzung der persönlichen
Leistungsfähigkeit und Gesundheit die Folge ist.