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Ausgabe 13 - 12/2000 | als PDF herunterladen | Printausgabe gratis
Themen in dieser Ausgabe: • Bluthochdruck – Volkskrankheit Hypertonie
• Bluthochdruck und Ernährung
Bluthochdruck und Ernährung Diese
Ausgabe befaßt sich mit einer der häufigsten Volkskrankheiten
Bluthochdruck (Hypertonie) und zeigt Wege zu einem gesunden Blutdruck
auf. Im zweiten Teil behandeln wir den Zusammenhang zwischen
Bluthochdruck und Ernährung

Blutdruck und Ernährung
Bluthochdruck ist eine Krankheit, die durch unsere Lebensbedingungen
begünstigt wird. Seine Entstehung wird durch Faktoren wie dauernden
Streß, mangelnde Bewegung, Lärm, aber auch hohen Alkohol- und
Tabakkonsum maßgeblich gefördert. Menschen mit Übergewicht, hohen
Blutfettwerten und Diabetes sind besonders gefährdet, an Bluthochdruck
zu erkranken.

Hoher Blutdruck ist ein Hauptrisikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt.
Der amerikanische Wissenschaftler Dr. Norman Kaplan von der University
of Texas hat den Bluthochdruck als einen der vier wesentlichen
Risikofaktoren für Herzerkrankungen genannt. Die anderen sind:
Fettleibigkeit des Oberkörpers, Glukoseintoleranz (also die gestörte
Verwertung von Zucker im Stoffwechsel) sowie hohe Triglyzeridspiegel.
Er bezeichnetete diese vier Faktoren als das “Tödliche Quartett.”
Kaplan behauptete, dass diese Faktoren zusammen auftreten, weil sie
alle eine gemeinsame Ursache haben. Welche? Zuviel Insulin! (Die
Mediziner nennen diesen Zustand des Kohlenhydratstoffwechsels
Hyperinsulinismus.) Hyperinsulinismus bezeichnet die erhöhte Reaktion
der Bauchspeicheldrüse auf die Zufuhr von Kohlenhydraten. Die
Folgeschäden dieser Störung sind Fettleibigkeit, Diabetes,
Bluthochdruck und hohe Blutfettwerte, die Mitglieder des “Tödlichen
Quartetts.” Kaplan bezeichnete den Hyperinsulinismus als den
Risikofaktor, der am stärksten auf die Wahrscheinlichkeit eines
eventuellen Herzinfarkts hinweist.
Wie weiß man, ob man zu viel Insulin bildet? Dr. Barry Sears, ein
anderer amerikanischer Wissenschaftler, der sich mit dem Stoffwechsel
und seiner Regulierung durch Hormone befaßt, gab darauf diese Antwort:
“Ziehen Sie sich aus und blicken Sie in den Spiegel. Wenn Sie dick und
rund sind wie ein Apfel, bilden Sie zu viel Insulin. Sie brauchen
keinen medizinischen Test, um das herauszufinden.” (Er fügte hinzu,
dass es auch möglich ist, schlank zu sein und trotzdem einen überhöhten
Insulinspiegel zu haben.)
Nach Einschätzung dieser Wissenschaftler haben etwa 60 % aller
Bluthochdruckpatienten eine gestörte (überhöhte) Insulinreaktion auf
Kohlenhydrate (Zucker, Stärke), die sie mit ihrer Nahrung aufnehmen.
Diese überhöhte Reaktion steht in ursächlichem Zusammenhang mit ihrer
Hypertonie.
Das Verdienst von Dr. Kaplan war, den Zusammenhang zwischen
Bluthochdruck, instabilem Blutzucker, erhöhten Triglyzeriden und
Fettleibigkeit erkannt und aufgezeigt zu haben. Sämtliche Beschwerden
sind nämlich charakteristisch für Patienten mit hohem Insulinspiegel.
Sie sind deshalb auch häufig bei ein und derselben Person zu finden.
Statistisch ist die Zahl der Fettleibigen (20 % über dem Idealgewicht)
und die Zahl der unter Bluthochdruck leidenden Menschen in allen
Industrieländern etwa gleich hoch. Unter den Fettleibigen ist
Bluthochdruck dreimal häufiger anzutreffen als unter Normalgewichtigen.
Hohe Triglyzeridwerte sind doppelt so häufig anzutreffen wie unter
Normalgewichtigen. Der Zusammenhang ist sogar noch deutlicher, wenn man
Patienten untersucht, die unter Fettleibigkeit des Oberkörpers
leiden. Der Bauch ist bei Männern mittleren Alters eng mit
Faktoren des Stoffwechsels verbunden, die ihn zu einem Risikofaktor für
Herzanfälle machen. (Ein Bauchumfang von mehr als 102 cm gilt als
erhebliches zusätzliches Gesundheitsrisiko.)
Das waren die schlechten Nachrichten, nun kommt die gute: Wir können
die Insulinausschüttung selbst regulieren, und zwar über unsere
Ernährung. Die Ausschüttung wird stimuliert, wenn wir Kohlenhydrate zu
uns nehmen. Wir bilden zuviel Insulin, wenn wir zuviel Kohlenhydrate zu
uns nehmen. Reduzieren wir die Kohlenhydratzufuhr drastisch, zeigt sich
regelmäßig – und meist überraschend schnell – eine Normalisierung nicht
nur des Blutdrucks, sondern auch der anderen oben genannten
Risikofaktoren.
Aus alldem folgt: Eine streng kohlenhydratarme Ernährungsweise ist der
wichtigste Schritt zur Normalisierung des Blutdrucks. Die Vorteile
dieser Ernährungs-Alternative für das Herz sind unanfechtbar und zu
bedeutend, als dass man sie außer acht lassen könnte.

Bluthochdruck und Hormone
Der schon erwähnte Bostoner Hormonforscher Dr. Barry Sears kommt
– auf anderen Wegen – interessanterweise zu den gleichen Ergebnissen.
Er definiert Gesundheit als Ausdruck einer hormonellen Ausgeglichenheit
innerhalb unseres Organismus. Hormone erreichen die gewünschte Balance,
indem sie ihre Regelungsaufgaben nach gegensätzlichen Wirkprinzipien
durchführen, vergleichbar etwa mit Gas und Bremse in Ihrem Auto.
Nichts beeinflußt nach Dr. Sears unsere hormonelle Verfassung so stark
wie die Nahrung, die wir täglich zu uns nehmen. Deshalb ist es
entscheidend für unsere Gesundheit, dass wir uns möglichst “hormonal
korrekt” ernähren. Was ist eine “hormonal korrekte” Ernährung? Es ist
die Ernährung, auf die unser Organismus durch die Evolution genetisch
eingestellt ist. (Die unter genetischen Gesichtspunkten optimale
Mahlzeit besteht laut Dr. Sears, wenn die Hauptnährstoffe Eiweiß,
Kohlenhydrate und Fett in einem (Gewichts)Verhältnis von 0,75:1:1
gemischt sind.)
“Nahrung ist die stärkste Droge”, sagt Dr. Sears, “mit der Sie jemals
in Kontakt kamen. Beginnen Sie damit, sich Essen nicht als
Kalorienquelle, sondern als Kontrollsystem für Hormone
vorzustellen.” Wenn wir also lernen, durch Nahrung ausgelöste
Hormonreaktionen zu kontrollieren, haben wir den Schlüssel zu optimaler
Gesundheit in der Hand.
Was ist damit gemeint? Wir essen heute in 14 Tagen soviel Zucker wie
unsere Altvorderen in einem ganzen Jahr. Das Übermaß an Kohlenhydraten
in unserer Nahrung führt zu einer Störung des hormonellen
Gleichgewichts. Wir steuern, um im Bild zu bleiben, unser Auto, indem
wir ständig Gas geben. Insulin ist ein Speicherhormon. Seine Funktion
besteht darin, den durch Nahrung zugeführten Kohlenhydraten
überschüssige Glukose (Zucker) zu entnehmen, um sie in den Fettgeweben
als Depotfett zu speichern. Nicht nur das, Insulin verschließt das
Fettgewebe, damit die Depots nicht abgebaut werden können.
Der Gegenspieler des Insulins ist das Glukagon, das auch in der
Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Die Hauptaufgabe des Glukagons ist
die Freisetzung gespeicherter Kohlenhydrate in Form von Glukose aus der
Leber. Da Insulin den Blutzucker senkt und Glukagon den
Blutzuckerspiegel wieder ausgleicht, ist das Gleichgewicht dieser
beiden Hormone entscheidend für das Überleben.
Wie wir gesehen haben, wird die Freisetzung von Insulin durch
Kohlenhydrate stimuliert, besonders durch stark stärkehaltige
Nahrungsmittel wie Brot und Nudeln. Glukagon hingegen wird durch
Nahrungseiweiß stimuliert. Daraus folgt, dass ein Gleichgewicht der die
Hormonreaktion auslösenden Nahrungsquellen auch zu einem Gleichgewicht
der hormonalen Prozesse führt.
Die heute gerade für Herz- und Blutdruckgefährdete empfohlene
kohlenhydratreiche Diät erreicht genau das Gegenteil des
Beabsichtigten: Sie löst ein hormonales Chaos aus und bewirkt, dass,
obwohl Sie vielleicht nur fettfreie Kohlenhydrate gegessen haben, nicht
nur Ihre Fettpolster immer weiter anwachsen, sondern das “Tödliche
Quartett” die Herrschaft in Ihrem Körper übernimmt.

Eicosanoide
Es gibt Hormone im Körper, die nicht, wie Insulin und Glukagon, von
Drüsen gebildet und in den Blutstrom geschickt werden. Sie heißen
Eicosanoide. Eicosanoide sind (Gewebs)Hormone, die von jeder lebenden
Körperzelle produziert werden. Sie kontrollieren nicht nur alle
Hormonsysteme des Körpers, sondern praktisch jede physiologische
Vitalfunktion: Herz-Kreislauf-System, Immunsystem, Zentralnervensystem,
Fortpflanzungssystem und so weiter. Diese “Superhormone”, wie Dr. Sears
sie nennt, bildeten das erste hormonale Kontrollsystem, das für lebende
Organismen entwickelt wurde.
Dr. Sears hat die Eicosanoide erforscht und beschrieben. Auch hier gibt
es Gas und Bremse. Dr. Sears spricht von “guten” und “schlechten”
Eicosanoiden und definiert Krankheit schlichtweg als ein Übermaß an
“schlechten” Eicosanoiden.
Was hat das mit unserem Thema Bluthochdruck zu tun? Bluthochdruck
tritt auf, wenn der Körper mehr schlechte als gute Eicosanoide
produziert. Diese schlechten Eicosanoide bewirken eine Gefäßverengung,
was die Ärzte als Vasokonstriktion bezeichnen. Gute Eicosanoide weiten
die Blutgefäße (Vasodilatation).
Wenn Blutgefäße sich zusammenziehen – besonders, wenn die Gefäße
bereits durch Arteriosklerose verengt sind -, ist die Blutzufuhr zum
Herzen behindert. Das bedeutet Angina pectoris, Brustschmerzen und ein
stark erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Wodurch verengen sich die Arterien?
Häufig durch ein schlechtes Eicosanoid, Thromboxan A2, einem äußerst
starken Vasokonstriktor. Ein sich entwickelnder Bluthochdruck ist ein
deutlicher Hinweis auf eine unerbittliche Zunahme von Thromboxan A2.
Wenn aber schlechte Eicosanoide, insbesondere Thromboxan A2,
Bluthochdruck fördern können, spricht dann etwas dafür, daß gute
Eicosanoide ihn senken können? Die Antwort lautet: Ja.
Eines der bekanntesten und bestuntersuchten guten Eicosanoide ist
Prostaglandin E1 (PGE1). PGE1 und ein anderes gutes Eicosanoid fördern
eine reduzierte Insulinausschüttung, und das wiederum hilft, die
Produktion schlechter Eicosanoide zu begrenzen. Neben der Senkung des
Insulinspiegels begünstigen gute Eicosanoide auch die Gefäßerweiterung,
so dass die Blutgefäße sich nicht verengen, sondern erweitern. Das
Gesamtergebnis: Der Blutdruck fällt und damit auch das Risiko von
Herzerkrankungen.
Braucht man Medikamente, um die Produktion guter Eicosanoide wie PGE1 zu steigern? Nein.
Man muß einfach die Produktion schlechter Eicosanoide (wie Thromboxan A
2) einschränken und gleichzeitig die Produktion guter Eicosanoide wie
PGE1 erhöhen, und der Blutdruck fällt automatisch. Um das zu erreichen,
muß man sich nur “hormonal korrekt” ernähren. Bei den heutigen
Essgewohnheiten (und Diätempfehlungen) bedeutet das vor allem eine
drastische Einschränkung des Verzehrs von Kohlenhydraten.
80 % aller Arzneimittel zur Behandlung von Hypertonie werden von
Patienten erworben, die an einer milden Form des Bluthochdrucks leiden.
Viele dieser Medikamente bewirken neben der Blutdrucksenkung zugleich
eine Erhöhung der Insulinausschüttung mit den beschriebenen Folgen, von
anderen Nebenwirkungen ganz zu schweigen. Die ganze, riesige Gruppe der
leichten Hypertoniker könnte allein durch die von Dr. Sears und
anderen empfohlene Ernährungsumstellung und eine angemessene
Vitalstoffversorgung eine Normalisierung ihres Blutdrucks erreichen,
ohne weiter auf die Einnahme blutdrucksenkender Medikamente angewiesen
zu sein.

Bluthochdruck und Vitalstoffe
Wir haben es also selbst in der Hand, über unsere tägliche
Nahrungsaufnahme positiven Einfluß auf unseren Blutdruck zu nehmen.
Vitalstoffe können diesen Prozess wirksam unterstützen. Was tun die
Vitalstoffe auf molekularer Ebene? Nun, sie fördern die Bildung guter
Eicosanoide und den Abbau schlechter Eicosanoide. Wir haben gesehen,
dass genau dies – die hormonale Balance, wie sie in unseren Genen
angelegt ist und durch die Nahrung gesichert wird, die Grundlage
von Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Vitalität ist.
Die für die Behandlung von Bluthochdruck wichtigsten Vitalstoffe mit
den empfohlenen Tagesdosierungen sind nachstehend aufgeführt:
Taurin
Magnesium
Weißdorn-Extrakt
Kalium
Vitamin B6
Essentielle Öle (Fischöl)
Knoblauch
Coenzym Q 10
L-Carnitin
Chrom
| 1.500 – 3.000 mg
500 – 1.000 mg
240–480 mg
400 – 800 mg
100 – 200 mg
3.600–7.200 mg
2.400 – 3.200 mg
100 – 200 mg
500 – 1.000 mg
300 – 600 mcg
|
Man kann diese Vitalstoffe entweder einzeln nehmen oder als
Kombi-Präparat, beispielsweise die Blutdruck-Formula von Dr. Atkins.
Die empfohlene Tagesdosierung dieses Präparats enthält:
Taurin
Magnesium
Calcium (Ascorbat)
Weißdorn-Extrakt
Kalium-Citrat
Vitamin B6
Knoblauch
Chrom-Picolinat
N-Acetyl-L-Cystein
Inositol
L-Arginin
Pantethin (Coenzym-A-Vorstufe)
Vitamin C (gepuffert)
In einer Bioperin-Zubereitung
| 1.500 mg
600 mg
75 mg 300 mg 99 mg
150 mg
600 mg 200 mcg 150 mg 600 mg 100 mg 35 mg
600 mg
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Außer den schon erwähnten Phytho-Nutrienten wie Weißdorn, Knoblauch und
Olivenblätter hat übrigens auch Cayenne-Pfeffer einen bemerkenswert
positiven Einfluß auf Herz und Blutdruck.

Weiteres Thema in dieser Ausgabe: Bluthochdruck – Volkskrankheit Hypertonie
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